CAKE IM X-TRA ZÜRICH

CAKE im X-Tra Zürich - Samstag 12. Februar 2005

Kaffee und Kuchen

Schön, ein Konzertbesuch, ohne grossen Erwartungen (singen sie den Polka-Trash von der ersten LP? oder dieses wahnsinnige Instrumental-Stück, dass nur auf weissem Vinyl gepresst (auf der B-Seite), einigen wagemutigen Fanklub-Mitgliedern der ersten Stunde ein Begriff ist), nur die Spannung, etwas Neues zu hören. Trotzdem, dieses Risiko, es regnet Bindfäden und kein Hund lässt sich auf der Strasse blicken. Und ich reise nach Zürich, um mir eine Band, die sich Cake, also Kuchen, nennt, anzuhören? Ich nehme noch einen Café au lait, was den staubigsten Kuchen erträglich macht, und bin dann mutig genug, mit meinen "Mistwetter-Schirm" die Reise anzutreten.

Im X-Tra angekommen, sind meine Zweifel verflogen. Ausverkauft, viele junge, aktive, fitte und entspannte Konzertgänger. Trotz der Vorband "Drum and Tuba", schweifen meine Gedanken bereits wieder ab. "Ahh, Cake, einfach göttlich." höre ich einige Freunde, im Nebel meiner Erinnerungen, seufzen. Meine Antwort auf diese Preisungen war, nicht mehr und nicht weniger, ein Schulterzucken. Doch, da war doch sogar eine Cake-CD in einer Jukebox, in einem In-Lokal an ungenannter Stätte. Da, wo der Mainstream nicht an der Macht ist. Meine Stimmung hellt sich wieder auf.

Cake spielen auf. Ein munterer Rock-Sound mit abwechslungsreicher Intonierung von Trompete und Rattlesnake-Rassel. Der Sound kommt dicht, die Band ist eingespielt und musiziert problemlos durch ihr Set. Locker-flockig kommen die Songs daher, mal mit Tex-Mex und Country-Einschlag. Wildes Getanze passt nicht wirklich, aber gepflegtes Shaken und Grooven ist sicherlich genehm (gut, zum Cover "I Will Survive" darf es auch ein bisschen mehr sein).
Im Mittelpunkt steht Sänder Jim Mc Crea, der mit seinem eindringlichem Sprechgesang, mit viel Witz und Ironie, die Fäden in der Hand hält. Die listigen, intelligenten Texte fallen besonders auf. Die kleinen, aber doch wichtigen Alltäglichkeiten, die Bewegung, das Warten, die Beziehungen, die Liebe. Schön ist, es wirkt nie abgehalftert, nie wie Dutzendware, ein wenig sentimental und manchmal pathetisch-hysterisch, aber im Ganzen doch herzerwärmend, weil mit dem nötigen Understatement gespielt. Die Band nimmt sich, wie mir scheint, nicht allzu wichtig und ist mit sich zufrieden. Das ausverkaufte X-Tra goutiert den gelungenen Auftritt und auch ich nicke anerkennend.

Ich laufe nach Hause, Schirm im Eimer, Mist, komme an, suche Kuchen, kann ihn zu Hause nicht hören, nicht vorhanden, kleine Notiz erstellen, Anruf, ausleihen. Dieser Kuchen schmeckt auch ohne Kaffee.
Matt

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