REBEKKA BAKKEN (27.4.2005 «JAZZNOJAZZ»-FESTIVAL, ZÜRICH)

Stark, direkt und präsent. Rebekka Bakken begeisterte mit Pop-Jazz am «jazznojazz»-Festival in Zürich. Nicht nur ihre modulationsfähige Stimme, ihre Kompositionen und Texte überzeugten, ihr ganzes Wesen war wundervoll. Ein beflügelnder Konzertabend, ganz im Zeichen der Schönheit.

Nach Kollabo-Alben mit dem österreichischen Gitarristen Wolfgang Muthspiel (`Daily Mirror´, `Beloved´) und dem Julia Hülsmann Trio (`Scattering Poems´), mit denen Rebekka Bakken die kritischen Ohren der Jazz-Szene überzeugte, machte sie sich 2003, mit ihrem Landsmann Bugge Wesseltoft, an ihr eigenes Debütalbum `The Art Of How To Fall´. Als sinnliche Pop-Jazz Queen gefeiert, stellte sie mit ihrem Nachfolgewerk `Is That You´ im Februar 2005, ihre Singer/Songwriter-Qualitäten erneut unter Beweis.

Rebekka Bakken‘s Stimme ist glasklar. Manchmal lieblich, sanft, dann wieder stark und durchdringend, so dass man ihre Töne spürt. Mit ihrer Stimme und ihren eigenen Texten, formt sie Emotionen, die unterstrichen von Piano, Gitarre, Bass und Drums, zu einer Einheit verschmelzen die tief berühren können.

Am liebsten würde man ein Märchen erfinden im Zusammenhang mit Rebekka Bakken. Es wäre eine motivierende Erzählung über die Liebe und die Schönheit einer Frau, über die Faszination des Lebens und den Mut den Weg der eigenen Berufung zu gehen. Die 1970 geborene Norwegerin bringt keineswegs kalte Winde, so wie man sie im Norden kennt. Warm wie eine Sommerbrise, erfrischte ihr Auftritt am Eröffnungsabend des internationalen «jazznojazz»-Festivals in der Zürcher Gessnerallee.

In einem hellblauen Sommerkleid und langen, dunkelblonden Haaren, trat eine umwerfend ausdrucksstarke Frau mit ihrer Band auf die Bühne. Vom ersten Augenblick an, verzauberte Rebekka Bakken mit ihrem Esprit und ihrem bewundernswerten Selbstvertrauen. Dem Publikum bot sich Schönheit. Eine Schönheit wie man sie nur empfindet, wenn sie ehrlich ist.

Auf der Bühne ein schwarzer Flügel. Jesper Nordenström mit Baseballcap und einer grossen Leidenschaft für die Musik, die er nebst seinen emotionalen Anschlägen, durch seine Mimik und Bewegungen zum Ausdruck brachte. Manchmal schien Jesper Nordenström’s Pianospiel verschmolzen in einer herzlichen Umarmung mit der Stimme Bakken’s. Ein Duo, dass sich sicherlich nicht nur musikalisch auf einer freundschaftlichen Ebene begegnet.

Die Gitarre, gespielt von Staffan Astner, brachte zusätzliche Leichtigkeit und entführte mehr als einmal in eine entspannte Welt, in der man sich findet, wenn alle Sorgen vergessen sind. Es war eine Freude seinen Solos zu lauschen, nicht nur wenn sie sanft daher flossen, auch die rockigen und funkigen Einlagen begeisterten.

Drummer Per Kindvall, brachte den unaufdringlichen Takt und Lars Danielsen, der mit seinem Bassolo beeindruckte, verdiente sich ein Küsschen von Rebekka Bakken, die fortwährend das Können ihrer Band mit einem Lächeln unterstütze. Auch als Jesper Nordenström, gegen Ende des Konzerts, eine hohe, zweite Stimme über den Leadgesang legte, freute sich Bakken als täte er es das erste Mal.

Nebst leichten und beflügelnden Themen, wie Liebe, Freundschaft und Alltag, die Rebekka Bakken mit ihren Texten und Kompositionen ausdrückt, spricht sie mit dem Song `Innocence´ ein Thema an, das zwar heute nicht mehr tabuisiert wird, aber noch nicht gelöst ist.
Die `Unschuld´ verlieren. Ein Begriff, dem ein gesellschaftliches Missverständnis zu Grunde liegt und oft über Generationen hinweg als unnatürliches Schuldgefühl, das Empfinden der Schönheit von körperlicher Liebe behindert. Untermalt von düstereren, beklemmenderen Tönen und der tiefen Facette von Rebekka Bakkens Stimme, stellt dieser Song dieses uralte, unangenehme Dogma in Frage.

Als authentische und aufrichtige Pop-Jazz Sängerin, als ausgezeichnete Singer/Songwriterin, einfach als `Gänsehaut-Lady´ wurde Rebekka Bakken beschrieben. Mit Songs wie `Worriless´ und `Goodbye´ gehört sie aber auch zu den Musikerinnen, die vielleicht noch unentdeckte Aspekte in uns ansprechen können. Urteilsloses Annehmen, gehen und kommen lassen. Vertrauen und die Liebe für das Leben.

Ein eindrücklicher Konzertabend ging mit einer Zugabe zu Ende. Die Musik aber spielte noch eine Weile aus dem Herzen. Auf dem Weg nach Hause begleiteten sanfte Töne und eine Geborgenheit die wohl durch ehrliche Musik hervor gerufen werden kann, aber eigentlich immer da ist und leider zu oft vergessen wird. Rebekka Bakken erinnerte, mit ihren knapp zwei Stunden Konzert, an vergessene Träume und Wünsche.

Nach einem anstrengenden, ereignisreichen Tag, die passende Musik um sich wieder auf die wesentlichen Dinge zu besinnen. Liebe, Freude und Authentizität.
Danke, Rebekka Bakken!
Georgy


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