OPEN AIR GAMPEL 2008: EIN HIGHLIGHT NACH DEM ANDEREN


Die Fantastischen Vier (Gallerie)


Stefanie Heinzmann (Gallerie)


Oomph! (Gallerie)


Flogging Molly (Gallerie)


Stereo MCs (Gallerie)


Nightwish (Gallerie)


Sunrise Avenue (Gallerie)


Fettes Brot (Gallerie)


Beatsteaks (Gallerie)

Auch dieses Jahr herrschte wieder Hochstimmung am Open Air Gampel im Wallis. Vertreten waren viele Schweizer Künstler, aber auch jede Menge internationale Stars.

Endlich war es soweit: Am Donnerstag, dem 14. August startete das Open Air Gampel 2008. Und es startete richtig gut: Als ich gegen Abend eintraf, voller Vorfreude wie jedes Jahr, spielte die Rockband "Deep Trip" auf der Zeltbühne. Rockige Klänge mit vielen tollen Harmonien und Melodien sorgten schon am ersten Abend für viel Applaus. Das Trio spielte nicht nur mit Leidenschaft, sondern bewies durch den tollen Auftritt seinem Publikum, dass ihnen das Spielen sehr viel Freude macht. Als kurz darauf "The Hives" auf der Hauptbühne mit ihrem Konzert loslegten, war das Publikum daher bereits bester Laune. Einen Hit nach dem Anderen legten die Jungs aufs Parkett, und die Menschenmenge vor der Hauptbühne vergrösserte sich in Höchstgeschwindigkeit. Fans von den Hives kamen definitiv auf ihre Kosten, denn die Band spielte nicht nur alle beliebten Hits, sondern überzeugte seine Zuhörer mit vielen improvisierten Soli. Um halb zehn wurde es dann Zeit für "The Hossiers". Die Bandmitglieder wussten sehr genau, wie sie Stimmung machen mussten. Die Zeltbühne rockte wie schon lange nicht mehr und die Zuhörer waren völlig aus dem Häuschen. "Das ist perfekte Open Air Musik", hörte ich viele Fans sagen. Die Stimmung lud sich regelrecht auf. Um elf schliesslich war es dann Zeit für die Headliner des Abends: Die fantastischen Vier. Die deutsche Band feiert zwar nächstes Jahr bereits das 20-jährige Bühnenjubiläum, doch dies sieht man den Bandmitgliedern überhaupt nicht an. Im Gegenteil: Thomas D, Hausmarke, Andy Ypsilon und Smudo rockten die Hauptbühne, als gäbe es kein Morgen. Und das Programm war perfekt zusammengestellt: Sie spielten vieles von der neuen Platte, beispielsweise "Ernten was wir säen" oder "Einfach sein". Aber für die alten Fans hatten sie auch ihre alten und grossen Hits ins Programm gepackt: Von "Locker bleiben", "Populär", über "Sie ist weg" bis hin zu "Troy" war alles dabei. Und als Thomas D mit nacktem Oberkörper inmitten von riesigen Rauchschwaden den Hit "Krieger" sang, war das Publikum komplett hin und weg. Der Auftritt der Fantastischen Vier war sicher einer der eindrücklichsten und programmtechnisch genialsten am diesjährigen Open Air Gampel. Den Ausklang am Donnerstag Abend bildete die Elektro-Disco-Metal-Rock-Band "The Automatic" aus Wales. Die zu Recht hochgejubelte Band brachte den ersten Festivalabend mit tollem Sound und viel Party zu einem perfekten Ende.

"Iehr sid ühüere geil"
Die ganze Nacht hindurch hatte es bereits geregnet. Also überraschte es niemanden, als es am Freitag noch immer wie aus Kübeln goss. Die SSDSDSSWEMUGABRTLAD-Siegerin Stefanie Heinzmann machte sich sogar Sorgen, dass aus diesem Grund kein Mensch an ihr Konzert kommen würde. Umso mehr staunte die Walliserin, als sie um 15.40 Uhr die Hauptbühne betrat und ein Menschenmeer vorfand, das dem Regen trotzte. Immer wieder betonte sie, dass sie dies kaum glauben könne und man spürte ihr an, wie viel Spass sie auf der Bühne hatte. Sie spielte mit ihrer riesigen Band einen Hit nach dem anderen. Neben all ihren tollen Songs auf dem Album wie "My Man Is A Mean Man", "Revolution" oder "Masterplan" sang sie auch andere Songs wie beispielsweise "Cosmic Girl" von Jamiroquai oder "Chumm ins Wallis". Den ohrenbetäubenden Applaus schien die Walliserin immer wieder zu Tränen zu rühren und man freute sich automatisch mit ihr. Den Song "Xtal", der auch auf dem Album zu hören ist, performte allerdings nicht sie selber. "Mein Bruder hat diesen Song geschrieben, und da ich ihm all dies hier zu verdanken habe, möchte ich, dass er ihn singt", sagte Stefanie und holte ihren sichtlich nervösen Bruder ans Mikrofon. Auch er war von der Menge der Zuschauer überwältigt und sang den Song schliesslich mit seiner tollen Stimme. Auch er wurde bejubelt, dass es nur so krachte. Mit einem letzten "Iehr sid ühüere geil" verabschiedete sich Stefanie Heinzmann schliesslich und hinterliess definitv einen tollen Eindruck. Kein Wunder waren die CD's von ihr beim "Cede.ch"-Stand danach extrem beliebt. Um 18.00 Uhr war es dann bereits Zeit für "Oohmp", die auf der Hauptbühne rockten. Rammstein-Fans stellten sich bei dieser Band wohl in die erste Reihe, denn nicht nur die Texte, sondern auch die Musik erinnerten stark an die beliebte deutsche Band. "Wach auf" konnten viele auswendig mitsingen, die Musik war laut und hämmerte regelrecht aus den Boxen. Hier konnte man sich so richtig austoben und gehen lassen - was viele auch taten.

Irischer Folk aus Kalifornien
Um 20.40 Uhr war grosse Party angesagt. Flogging Molly traten auf der Hauptbühne auf und sorgten schon ab dem ersten Ton für Hochstimmung und tanzende Festivalbesucher. Die Jungs aus Kalifornien gaben Vollgas, machten auf der Bühne eine grosse Party und spielten laut und fröhlich auf ihren unzähligen Instrumenten. Ob Flöten, Geigen oder Handorgeln: Nichts liessen sie aus. Hätte ich nicht gewusst, dass Flogging Molly aus Kalifornien stammen, hätte ich schwören können, die Jungs kämen aus Irland. Denn obwohl aus den USA, spielten sie perfekten irischen Folk. Die riesige Menge an Zuschauern und Zuhörern schwangen also das Tanzbein. Die Stimmung hätte bei diesem Konzert nicht besser sein können - und viel zu schnell war es vorbei. Doch Stereo Mc's, die direkt anschliessend in der Zeltbühne auftraten, machten alles wieder gut. Mit zwei tollen Sängerinnen bewaffnet stürmte Sänger Birchs Mantra-Raps die Bühne. Perfekten Elektro-Soul-HipHop-Funk legte die Band aufs Parkett und so konnte gehüpft und geshaked werden wie noch nie. Eine tolle Lightshow umrahmte den genialen AUftritt von Stereo Mc's und so gehört auch dieser, neben Flogging Molly natürlich, zu den Highlights des Festivals. Dann wieder ein Stilwechsel: Nightwish standen auf dem Programm. Die Band aus dem Norden, die mit neuer Sängerin auftrat, wusste, wie sie das Publikum erfreuen konnte. Eine tolle Pyro-Show sorgte immer wieder zu "Aaaaah's" und "Ooooooh's" bei den Zuschauern. An die neue Sängerin, die so gar nicht gotisch aussah, musste man sich gewöhnen. Die zwar umwerfende Stimme passte nicht so recht zu den harten Klängen der Band. Jedoch konnte sie durch ihre symphatische und gewinnende Art die Fans in ihren Bann ziehen.


Viel Applaus für Adi Stern
Am Samstag strahlte endlich die Sonne. Und wie! Richtig heiss war es! So zog es uns auch schon sehr früh auf's Festivalgelände, wo wir direkt zu Adi Stern gelangten. Als wir uns voller Vorfreude vor die Bühne stellten, kündigte er seinen Song "Die woni hübsch find" an, den er normalerweise mit Plüsch-Sänger Ritschi singt. "Ritschi ist leider nicht hier, ich habe aber tollen Ersatz", erklärte Adi und zeigte auf seinen Bassisten Simon Kaufmann. Zusammen sangen sie den Hit, und Simon erwies sich als toller Sänger. Wenig später folgte auch gleich "Lieber Lieder". Hier sang das Publikum natürlich laut mit und Adi freute sich sichtlich über die vielen Fans seiner Songs. Aber auch Hits wie "Han nur welle wösse" fehlten in seinem Programm nicht. Danach ging es direkt weiter zu Justin Notzuka. Hier waren ausnahmsweise einmal etwas leisere Töne angesagt. Da es erst halb vier und daher noch chillig und sonnig war, passte seine Musik perfekt. Der erst 20 Jahre alte Newcomer sang mit faszinierender Stimme und viel Gefühl tolle und eingängige Songs. Unter Anderem brachte er auch den Song "Ain't No Sunshine" und berührte damit bestimmt nicht nur die weiblichen Zuschauer. Um sechs Uhr schliesslich hiess es dann Sunrise Avenue auf der Hauptbühne. Die Finnen brachten einen Song nach dem anderen, ohne viel zu reden. Bei ihrem Hit "Fairytale Gone Bad" freuten sich die Fans natürlich und bewiesen, dass sie den Text vor dem Festival perfekt auswendig gelernt hatten. Leider brachte die Band nicht sehr viel Gefühl rüber und auch wenig Freude. So wurde aus dem Sunrise Avenue Konzert schliesslich die Essenspause. Selbstverständlich gönnten wir uns ein feines Raclette am Raclette-Stand, wie es sich für echte Walliser-Touristen gehört :)

Bettina, zieh dir bitte etwas an!
Pünktlich um 20.40 Uhr hatten sich sämtliche Festivalbesucher vor der Hauptbühne versammelt. Der Grund: Fettes Brot! Die drei deutschen Hip Hop Legenden schafften es, das Gelände innerhalb von kürzester Zeit zum Beben zu bringen. Schon sehr früh spielten sie den aktuellen Hit "Bettina, pack deine Brüste ein", was mich natürlich besonders freute, da ich mit diesem Namen gesegnet bin. Und auch sonst spielten sie viel vom neuen Album "Strom und Drang". Viel Party gab es beim Song "Erdbeben". Und auch alte Songs präsentierte das deutsche Trio: Die grossen Hits "Jein" und "Schwule Mädchen" brachten sie als Zugabe und feierten mit dem Publikum was das Zeug hielt. Noch ganz verschwitzt und mit bereits viel Tanz-Muskelkater in den Beinen machten wir uns schliesslich auf den Weg zur Zeltbühne, wo Starsailor bereits loslegte. Ruhiger und doch fröhlicher und intensiver Sound sorgte immer wieder für Gänsehaut. Auch die Stimme des Sängers James Walsh ging ans Herz. Hier konnte man seinen Puls wieder ein wenig auf Normaltempo absacken lassen und einfach nur geniessen. Ausserdem musste Energie für die Helden des Abends, die Beatsteaks, gespart werden. Um halb zwölf ging es dann auch schon los. Von A bis Z strotzte die Band vor Energie. Alle beliebten Hits des aktuellen Albums wurden gespielt, die Fans und auch Neuzuhörer waren sichtlich auf Anhieb begeistert. Als Krönung spielten sie sogar einen Song von Rosenstolz und machten Party mit mehreren Zugaben. Die Band bewies, dass sie zu den besten Liveacts überhaupt gehört. Daher kann man auch die Beatsteaks als Highlight des gesamten Open Airs bezeichnen.

Ein ruhiger Sonntag
Nach dieser langen und intensiven Festnacht spürte man am Sonntag, dass sie Festivalbesucher müde waren. Doch bei Kaizers Orchestra schafften es dann doch einige Zuschauer, wieder zu tanzen. Die Band weckte die Gampler für eine Stunde lang wunderbar auf! Denn diese Band ist nicht einfach nur eine Band: Polkarhythmen und osteuropäischer Pathos, gepaart mit erdigem Rock; der einzigartige Sound entsteht neben dem gängigen Instrumentarium auf Kontrabass, Pumporgel, Ölfässern und anderem Altmetall, welches die sechs Musiker vom Kaizers Orchestra mit einer beispiellosen Virtuosität bearbeiten. So überraschte es nicht, dass die Äuglein der Gampler immer schön offen blieben. Die Menge vor der Hauptbühne wurde noch grösser, als dann die beliebte Mundartband Züri West die Bühne betrat. Kuno Lauener wusste sofort, wie er die müden Besucher wecken konnte. Er spielte viele alte beliebte Hits, aber auch viel Neues von der aktuellen Platte "Haubi Songs". Dass viele Fans unter den Zuschauern waren spürte man nicht nur an der ansteigenden Stimmung, sondern auch, weil viele die Songs auswendig mitsangen - Zeile für Zeile. Als dann um halb sechs auch noch Mando Diao die Hauptbühne rockten, war es mit der Müdigkeit endgültig vorbei. Das Gampel erwachte ein letztes Mal zum Leben. Jedenfalls dieses Jahr. Und wie immer waren alle vier Tage ein Riesenerfolg.
Stella Nera


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