RAZORLIGHT IM VOLKSHAUS ZÜRICH (22. APRIL 2009)









Spätestens seit der Single „Wire To Wire“ sind Razorlight nicht mehr nur den eingefleischten Indie-Fans ein Begriff. Auch ich hatte die hitverdächtige Ballade zu Ohren bekommen. Die neuste Razorlight CD „Slipway Fires“ gefiel mir gut, auch wenn sie gerne noch ein wenig rockiger hätte sein dürfen. Trotzdem war sie Grund genug, mich live von den musikalischen Qualitäten der Briten zu überzeugen.

Mit „Back To The Start“ eröffneten die Musiker um Frontmann Johnny Borell (ehem. The Libertines) das Konzert pünktlich um 21 Uhr. Das Volkshaus war gut gefüllt. Das Publikum zeigte sich bereit für eine gute Mittwochabend Unterhaltung!
Johnny erschien schlicht, in engen Jeans und einem strahlend weissen Hemd. Fast ein wenig zugeknöpft wirkte er. Dies hatte vielleicht aber auch damit zu tun, dass er zwischendurch kaum ein Wort verlor. Das Bühnenbild hielt sich ebenfalls einfach. Einzig ein Gesteck mit roten Rosen und eine Ständerlampe fielen mir sofort auf. Sie passten nicht so recht ins Gesamtbild, wie sie zur Dekoration auf dem Klavier standen.
Zuerst noch ein wenig verhalten, tauten die Zuhörer spätestens beim rockigen „Stumble And Fall“ auf. Die Setlist überzeugte durch eine gute Mischung von langsamen, poppigen und temporeichen Liedern – langweilig wurde es nie! Erfreulicherweise spielten sie bunt gemischt, Stücke ab all ihren bisher erschienen CDs. Nach einigen neueren Liedern, erklang am Ende von „In The City“ endlich das lang ersehnte Klavier-Intro von „Wire To Wire“. Sofort schossen die Feuerzeuge in die Höhe und für eine Weile herrschte eine andächtige Stimmung. Gerade bei diesem ruhigen Liebeslied kam Johnny's Gesang und das grosse Tonspektrum seiner Stimme wunderbar zur Geltung. Selbst die hohen Töne im Refrain traf er erstaunlich gut. So mancher Frau hätte dabei wohl die Kopfstimme versagt!
Ein weiteres Highlight war „Tabloid Lover“, einer der schnellsten Titel ab dem poppigen „Slipway Fires“-Album und gleichzeitig einer meiner Favoriten auf eben dieser Scheibe. „America“, der wohl grösste Ohrwurm, folgte gleich danach und das Publikum sang ausgelassen mit. Ich könnte wetten, dass die Hälfte der Konzertbesucher, die Melodie noch auf dem Heimweg vor sich hin summten! Mit „Somewhere Else“ verabschiedeten sich Razorlight wortlos und nach nur 50 Minuten hinter die Bühne.
Doch das konnte es noch nicht gewesen sein! Die Fans waren überhaupt nicht müde und forderten mehr. Das liessen sich die Jungs natürlich nicht zwei Mal sagen.
Bei den Zugaben zeigte sich Johnny übrigens ein wenig offenherziger. Er hatte Backstage sein Hemd geöffnet und meldete sich mit einem „Thank you!“ zurück. Sogar die erste Zusatzsong sagte er an: „Burberry Blue Eyes“. Es folgten zwei Lieder, die der Sänger selbst auf der akustischen Gitarre begleitete. Nicht fehlen durften ausserdem „I Can't Stop This Feeling I've Got“ und „Rip It Up“. Letzteres riss nach 70 Mintuen alle noch einmal so richtig mit. Einen glänzender Abschluss für ein gelungenes Konzert!
YVE

Linktipps:
Zu unserem Interview mit Johnny Borrell
Zum aktuellen Album "Slipway Fires"
Discographie von Razorlight
Offizielle Seite

Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
deutsch
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?