PER GESSLE IM KAUFLEUTEN - JIMMY FUN UND DIE FEHLENDE STIMME (28.04.2009)

Waren es wirklich die gleichzeitig stattfindenden Konzert von Tiziano Ferro und Papa Roach oder doch die Eishockey WM, wie ein Konzertbesucher vermutete? Tatsache hingegen war, dass nicht einmal das Kaufleuten in Zürich beim Konzert des als „The Man From Roxette“ angekündigten Sängers ganz ausverkauft war. Aber die Abwesenden haben bekanntlich immer Unrecht, wie der Abend eindrücklich beweisen sollte.

Wie es sich für ein Konzert in der Schweiz gehört, begann der Konzertabend pünktlich um 20 Uhr mit dem schwedischen Sänger Martinique als Special Guest. Seine überraschend leisen und feinen, jedoch durchaus eingängigen, mit hoher Stimme vorgetragenen Lieder vermochten jedoch nur einen kleinen Teil des Publikums in den Bann zu ziehen. Als ob der Abend nicht von DRS1, sondern von einer bekannten Pendlerzeitung präsentiert worden wäre, war demzufolge nach zwanzig Minuten sein Programm auch schon wieder beendet.

Kaum zehn Minuten später jedoch war von nordischer Kühle nichts mehr zu spüren, als Per Gessle mit seiner Band – Magnus Börjesson am Bass, Helena Josefsson als Background Sängerin, dazu die drei aus Roxette-Tagen bekannten Clarence Öfwerman am Keyboard, Pelle Alsing an den Drums und Christoffer Lundquist an der Gitarre – die Bühne betrat und dem Publikum mit einer neuen Version von „Dressed For Success“ gleich tüchtig einheizte. Was danach folgte, war eine gelungene und gute-Laune-machende Kombination aus alten, eher unbekannten Roxette-Songs im Originalgewand („Opportunity Nox“, „Church Of Your Heart“, „7Twenty7“, „She Doesn’t Live Here Anymore“), den grossen Hits des Duos in einer neuen Version („Wish I Could Fly“, „Dangerous“, „Joyride“, „The Look“, „Listen To Your Heart“, „It Must Have Been Love“) und Liedern aus seinen Solo-CD’s („Stupid“, „Do You Wanna Be My Baby?“, „Saturday“) bzw. der “Son Of A Plumber”-CD (“Drowning In Wonderful Thougths About Her”, “I Have A Party In My Head (I Hope It Never Ends)”, “Are You An Old Hippie, Sir?”, “Late, Later On” und “C’mon”), wobei mit „The Party Pleaser“ und „Doesn’t Make Sense“ interessanterweise nur gerade zwei Songs aus seiner aktuellen Solo-CD „Party Crasher“ dabei waren. Gerade mit den alten Roxette-Krachern gelang dabei das Kunststück, die Songs genau so stark zu verändern, dass sie nicht ausgelutscht wirkten und dennoch so gut wiederzuerkennen waren, dass ein Mitsingen noch möglich war. Zudem wurde glücklicherweise gar nicht erst versucht, aus Helena Josefsson (der Ehe-Frau von Martinique) quasi ein Marie-Fredriksson-Ersatz zu machen – im Gegenteil: ihre engelshafte Stimme gab manchem Song dezent das gewisse Etwas.
Da sich die Musiker auf der Bühne das auf der Gitarre von Per Gessle aufgedruckte Motto „Fun“ wirklich zu Herzen nahmen, war der Feel-Good-Abend nach 90 Minuten und zwei Zugaben (u.a. „Sleeping In My Car“ und das Monkees-Cover „(I’m Not Your) Steppin’ Stone) für einen Grossteil des begeisterten Publikums, das gerne noch den einen oder anderen Song der Gyllene Tyder gehört hätte, viel zu schnell auch schon wieder vorüber. Nach „Queen Of Rain“ als letztem Song konnte auch schon das Fazit gezogen werden: ein sehr gelungener Abend, dem eigentlich nur eines wirklich fehlte: die Stimme von Marie Fredriksson.
Uebi

Linktipps:
Zum Interview mit Per Gessle
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Discographie von Per Gessle
Discographie von Roxette
Discographie von Gyllene Tider
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