OPENAIR ST. GALLEN 2009 (SAMSTAG 27. UND SONNTAG 28. JUNI 2009)

Das diesjährige Openair St. Gallen lockte nicht mit den grossen Namen, sondern mit einem abwechslungsreichen Programm. Wir waren Samstag und Sonntag im Sittertobel mit dabei.

Samstag 27. Juni 2009
Petrus schien kein Freund von St. Gallen zu sein. Am Samstag Morgen regnete es in Strömen. Trotzdem waren sie angereist, mit Gummistiefeln und Regenschutz im Gepäck, die Musikfreunde aus der ganzen Schweiz.
Als kurz nach dem Mittag der Schweizer Rapper Gimma die Bühne betrat, hatte sich das ganze Festivalgelände bereits in ein riesiges Schlammfeld verwandelt. Aber immerhin regnete es nicht mehr. Lieder wie „Guantanamo“ brachten sogar den fehlenden Sonnenschein zurück und eigneten sich bestens, um den Regenstopp zu feiern. Besonders treffend auch das Lied „Iar sind alles Hippies“, welches gut als Festivalmotto hätte ernannt werden können.
Ein erster Höhepunkt des Nachmittags bildete der deutsche Farin Urlaub, der vor allem als Mitglied der punkrock Band „die Ärzte“ bekannt ist. In St. Gallen gastierte er jedoch solo, unterstützt von seinem Racing Team – einer Liveband, bestehend nur aus Frauen. Der Deutsche verstand es von Anfang an, das Publikum für sich zu gewinnen. Mit viel Humor und guter Musik führte er durch das Programm. So rief er zum Beispiel zu einer „Wall of mud“ (Wall of death, aber eben im Schlamm) auf, um dem schlechten Wetter zu trotzen.
Nach Farin Urlaub unterhielten Johnossi das Publikum auf der Hauptbühne. Das Duo aus Schweden waren kurzfristig für Biffy Clyro eingesprungen. Die beiden Männer vermochten hauptsächlich die Indie-Fans zu überzeugen und verkürzten die Wartezeit auf den bevorstehenden Auftritt von Stress.
Der französisch rappende Schweizer lockte alle Altersklassen vor die Bühne und konnte dank seinen gebrochenen, aber sympathisch klingenden Deutschkenntnissen punkten. Aber auch musikalisch begeisterte er mit neuen und älteren Hits wie zum Beispiel „Avenues“. Wahrscheinlich inspiriert durch Farin Urlaub, versuchte er das Publikum ebenfalls zu einer „Wall of death“ zu animieren. Doch dafür hatte der Hip-Hopper definitiv das falsche Publikum.
Für den weiteren Verlauf des Abends hatten sich Nick Cave und seine „Bad Seeds“ angekündigt, die den weiten Weg von Australien ins Sittertobel auf sich genommen hatten.
Ebenfalls von weit her, kamen die Headliner des Samstagprogramms, die amerikanischen Nine Inch Nails.
Nach Mitternacht sorgte dann Jan Delay noch einmal für Tanzstimmung. Die 20 Minuten Verspätung, mit der das Konzert wegen Soundproblemen begann, machte der Deutsche bald wieder gut. Trotz der fortgeschrittenen Stunde und dem wieder eingesetzten Regen, herrschte eine gute Stimmung. Die Fans von funkiger Popmusik kamen voll auf ihre Kosten!

Sonntag 28. Juni 2009
Der Blick aus dem Zelt, an den morgentlichen St. Galler-Himmel verhiess Gutes. Spätestens zur Mittagszeit war der gestrige Niederschlag fast vergessen. Nur der allgegenwärtige Schlamm erinnerte noch an das schlechte Wetter.
Das Openair St. Gallen bietet auch Newcomern eine Möglichkeit aufzutreten. So startete der Tag mit einem Konzert von Milow, der bei uns dank seinem Cover von "Ayo Technology" in den Charts ist.
Passend zum schönen Wetter erwärmte danach der Mundart Reggae-Musiker Phenomden die Herzen der Festivalbesucher. Seine Message war bald klar, denn durch sein Züridütsch fand er leicht den Draht zu den Anwesenden. Die gemütliche Musik bestach zum Mitwippen und wo möglich natürlich auch Mitsingen.
Langsam wurde es brennend heiss, die Sonne bot das pure Gegenteil zum vergangenen Tag. Eine Abwechslung zum bisherigen Programm und erst noch eine willkommene Erfrischung war der Brite Mike Skinner von The Streets. Er vermochte jedoch in erster Linie die Kenner der Gruppe mitzureissen. Seine Hip-Hop Tracks, vorgetragen im extremen Londoner-Akzent waren zum Teil etwas zu wenig eingängig für die breite Masse.
Wer genug von der Hitze hatte, konnte anschliessend auf der Sternenbühne The Sounds erleben. Die Leute drängten sich in den Schatten des Zeltes. Einerseits, um vor der Sonne zu flüchten und andererseits, um einen Blick auf die Frontfrau Maja Ivarsson zu erhaschen.
Als Schlusspunkt des Openairs hatten die Veranstalter Mando Diao gebucht. Die Schwedische Band ist seit mehreren Jahren regelmässig zu Gast in der Schweiz, aber erst mit ihrer Hitsingle "Dance With Somebody" gelang ihr der grosse Durchbruch. So warteten viele der Zuschauer wohl vor allem auf dieses eine Lied. Die Band, welche dies natürlich wusste, begann das Konzert jedoch mit einigen ruhigeren und älteren Liedern, wodurch auch die eingefleischten Fans auf ihre Kosten kamen. Für den Schluss hatten sie sich ihre Knaller wie "Long Before Rock'n'Roll" oder eben "Dance With Somenbody" aufgespart. Nicht zuletzt dank dieser taktischen Vorgehensweise, hinterliessen die Jungs einen positiven Eindruck und sorgten für einen krönenden Festivalabschluss!
YVE


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