NUMMIROCK HEAVY METAL FESTIVAL 2009 (18.-20.06.2009)




Torture Killer


Torture Killer


Nordic Frost


Napalm Death


Napalm Death


Napalm Death


Horna


Horna


Horna


Arch Enemy


Arch Enemy
Fotos (c) S. Tschümperlin

hitparade.ch hat sich diesen Sommer für euch weit auf in den Norden gemacht. Genauer gesagt, waren wir in Kauhajoki in Finnland am Nummirock Festival.

Das Festival am See Nummijärvi ist etwa 670 Kilometer nordöstlich von der finnischen Hauptstadt Helsinki entfernt. Schon bei der Ankunft waren wir beeindruckt von der schönen Landschaft und dem natürlichen Ambiente das dieses Festival bietet. Die Zelte darf man entweder am Seeufer oder im anliegenden Wald aufschlagen. Auch das Festivalgelände an sich ist erstaunlich einfach und angenehm. Eine Bühne (Inferno Lava) liegt direkt am See. Ein paar Schritte und man kann sich am sandigen Seeufer ausruhen und die Natur genießen.

Jetzt aber genug Landschaftswerbung, schließlich waren wir da um mit den Finnen abzurocken und das eine oder andere Bier zu trinken.
Nachdem Rytmihäiriö am Vorabend das Festival einläuteten zog der Festivalfreitag mit harten Geschützen auf. Unter anderem standen Torture Killer und Napalm Death auf dem Plan. Wir tingelten von Bühne zu Bühne und waren überrascht, dass man praktisch nirgends enttäuscht wurde. Es würde den Rahmen sprengen, über jede Band zu berichten, aber man konnte wirklich an jedes Konzert der hauptsächlich finnischen Acts und wurde mit qualitativ richtig gutem Sound bedient. Speziell beeindruckt waren wir von Torture Killer. Eine finnische Death Metal Band vom Feinsten. Wer klassischen Ami-Death mag, wird diese Band lieben. Sänger Juri Sallinen verfügt über ein Growling, das wirklich jeden beeindruckt. Schließlich hatte er beim Sängerwechsel vor eineinhalb Jahren große Erwartungen zu erfüllen, denn niemand geringeres als Chris Barnes (Ex-Cannibal Corpse, Six Feed Under) war seit 2005 am Mic von Torture Killer.

Später im „Forster’s“ Zelt spielte eine Celtic Frost Coverband. Als Schweizer durfte man sich diesen Auftritt natürlich nicht entgehen lassen. Und auch hierbei kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Coverband Nordic Frost war tatsächlich imstande die Black Metal so gut zu covern, dass man bei geschlossenen Augen, tatsächlich meinte, das gute alte Original zu hören. Eine unglaublich kühle, düstere und mysteriöse Atmosphäre tat sich auf.

Es wurde später, aber der Himmel war praktisch noch gleich hell wie am frühen Nachmittag. Schließlich findet das Nummirock immer um die Mitsommerzeit statt, in der die Sonne sich praktisch 24 Stunden nicht verabschiedet. Alle tingelten zur Hauptbühne um die Kultband Napalm Death nicht zu verpassen. Obwohl wir keine großen Fans von Grindcore Metal sind, wurden wir bestens unterhalten. Sänger Mark Greenway hüpfte ziemlich eigenartig auf der Bühne rum und schien in einer total anderen Welt zu sein. Immer wieder rief er dazu auf, dem Rassismus im Metal keine Chance zu geben, was ihn wirklich sympathisch und sehr authentisch wirken ließ.

Am Samstag machten wir uns auf um Horna zu sehen. Eine finnische Black Metal Band welche hier zu Lande noch relativ unbekannt ist. Horna kamen in den vergangenen Jahren in den Verruf nationalsozialistische Ansichten zu haben. Die Band dementierte dies öffentlich, jedoch kamen später immer wieder neue Aussagen vor allem von Gitarrist Shatraug ans Licht. Wie auch immer, der Sound der Band ist gut und ihre Bühnenpräsenz ziemlich beeindruckend. Wer Black Metal mit melodischem Einfluss mag, sollte sich Horna genauer anhören.

Nach einer ebenfalls sehr guten Metallica Coverband im „Forster’s“ Zelt spielten Amorphis auf der Hauptbühne. Der Sound war so laut und gleichzeitig so klar, dass es einem fast umhaute. Die Death Metal Band mit starkem Progressiv-Einfluss und Elementen aus traditioneller finnischer und arabischer Musik hatte uns in der ersten Sekunde in den Bann gezogen. Sänger Tomi Koivusaari mit den langen Rastazöpfen verfügt nicht nur über eine extrem starke Stimme, sondern auch über ein unglaubliches Charisma. Eineinhalb Stunden waren wir wie benommen und wollten nicht aufhören den Klängen von Amorphis zuzuhören.

Noch völlig beduselt von Amorphis und nach einer kurzen Auszeit in dem Camp, freuten wir uns auf Arch Enemy. Energiegeladen sprang Frontfrau Angela Gossow auf die Bühne und verdrehte dem männlichen Publikum den Kopf. Am Sound der Schweden war nichts zu bemängeln, jedoch wollte der Funke, zumindest auf uns, nicht rüberspringen. Arch Enemy, allen voran Gitarrist Michael Amott, sind Musiker, die zweifelsohne ihr Handwerk beherrschen. Jedoch wirkte ihr Auftritt, vor allem die „Show“ von Sängerin Angela für uns zu steril und abgedroschen. Schade eigentlich.

Später machten wir uns auf zum Camp, um unsere letzte Nacht mit den neuen finnischen Freunden und ein paar Bier am Lagerfeuer zu feiern.

Das Nummirock Festival sei definitiv jedem Metal Musikliebhaber empfohlen! So konzentriert guter Sound findet man sonst fast nirgends. Zudem ist das Ambiente wirklich außergewöhnlich. Man ist mitten in der Natur und im Umkreis von ein paar Kilometern gibt es nichts außer Wald.
Solitary Fairy

Linktipps:
Konzertbericht Tuska Festival 2009

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