GAMPEL 2009 – SONNIG UND CHILLIG


Maximo Park (Gallerie)


N.E.R.D. (Gallerie)


The BossHoss (Gallerie)


Farin Urlaub (Gallerie)


Snow Patrol (Gallerie)


Milow (Gallerie)


Silbermond (Gallerie)


Kaiser Chiefs (Gallerie)


Patent Ochsner (Gallerie)

Vom 13. Bis 16. August 2009 fand das 24te Open Air Gampel statt. Damit ist der Open Air Sommer für dieses Jahr vorbei. Doch von Traurigkeit keine Spur: Die vier Tage wurden durchgefeiert und auch die Bands gaben allesamt Vollgas.

Bereits auf dem Weg zum Open Air Gampel war für mich klar, dass der Tag toll werden wird: Wir freuten uns aus Culcha Candela, Stress und N.E.R.D. und die Sonne strahlte hochsommerlich. Kaum angekommen, fing die deutsche Band Culcha Candela auch schon auf der neuen Playstation Bühne an zu spielen. Eine Zeltbühne wie letztes Jahr gab es nicht mehr, sondern eine kleine Open Air Bühne. Die sieben Berliner hatten bei ihrem Auftritt einen riesen Spass und schafften es innerhalb weniger Minuten, eine riesen Stimmung im Publikum zu erzeugen: Es wurde getanzt, gehüpft und mitgesungen. Besonders der grosse Hit „Hamma!“ wurde zu einem riesen Fest, aber auch Hits wie „Solarenergie“ oder „Stretch Your Mind“ kamen wunderbar beim Publikum an. Die Band brachte mich jedenfalls dazu, dass ich danach sofort an den cede.ch-Stand lief, um mir die CD’s und die Live-DVD zu holen.

Eine riesen Party mit N.E.R.D.
Dann beeilten wir uns zur Hauptbühne zu kommen, weil dort unser Westschweizer Rapper Stress bereits zu spielen angefangen hatte. Er hatte wie gewohnt alles fest im Griff und lieferte eine Show der ersten Liga. Besonders erfreut waren wir über das Cover des Songs „Beggin‘“, das im Original von Madcon gesungen wird. Hier übernahm der Gitarrist die Rolle des Sängers und beeindruckte uns mit seiner wunderschönen Stimme. Natürlich kamen aber auch seine eigenen Songs super an. „Avenues“, „Libéré“ , „Tous les mêmes“ und natürlich „mais où“ sorgten für riesige Tanzeinlagen im Publikum. Bei diesem Konzert brauchte man richtig viel Energie, um mit dem Rapper und seiner Band mithalten zu können. Daher brauchten wir im Anschluss unbedingt etwas zu essen. Und dies ist am Gampel ein richtiges Highlight. Es gab so viele Stände, dass man sie nicht zählen konnte. Von Fleischspiessen, Fischknusperli, Pommes Frites, Pasta und Raclette über Currywurst, Crèpes und Chinapfanne bis hin zu Waffeln, Hamburgern und Maiskolben gab es einfach alles zu haben. Mit halbem Ohr hörten wir der schottischen Band Maximo Park auf der Hauptbühne zu, die mit ihrem melodiösen Rock viele Menschen vor die Bühne zogen. Dann machten wir uns frisch gestärkt schleunigst wieder auf den Weg zur Hauptbühne. Dort versammelten sich schon grosse Menschenmassen, um die Rock-Elektro-Hip Hop Combo N.E.R.D. zu sehen. Die grosse Band um Pharell Williams gab von der ersten Sekunde an Vollgas. Einen Hit nach dem anderen knallten sie auf’s Parkett und beeindruckten mit ihrer Vielfältigkeit. Um die Party perfekt zu machen holten sie um die dreissig Frauen aus dem Publikum zu sich auf die Bühne und tanzten, was das Zeug hielt. Drei Songs lang wurde auf der Bühne geflirtet, gerockt und gejohlt. Als die Mädels dann – ganz offensichtlich begeistert – die Bühne verliessen, ging das selbe Spiel nochmals von Vorne los. Diesmal waren die Männer gefragt und auch die liessen sich nicht lange bitten: In Eile stürmten sie auf die Bühne und rockten mit der Band los. Die Band kannte absolut keine Berührungsängste und kamen damit enorm sympathisch rüber. Dieses Konzert machte einfach Spass und schlossen den ersten Festivaltag mit vielen Highlights ab.

Für jeden Geschmack etwas dabei!
Der Freitag stand ebenfalls unter einem guten Wetterstern: Die Sonne brannte vom Himmel und machte Lust auf Musik. Am Nachmittag waren wir noch unterwegs um das Wallis zu geniessen, aber wir schafften es pünktlich aufs Gelände, um „The BossHoss“ zu sehen. Die Berliner Jungs wirken wie Texaner und reden auch nur perfektes Country-Slang-Englisch. Das Konzert war auf jeden Fall eines der Highlights am Gampel. Die Country-Musik riss mit, die Stimmung war schnell ganz oben und die Musiker versetzten uns in Staunen, da sie ihre Instrumente wunderbar einsetzen konnten. Musikalisch war es ein echter Genuss, der Band zuzuschauen: Ob Mundharmonika, Gitarre oder Trommel: Alles sass perfekt. Immer wieder gab es Zwischenapplaus für die Soli, die sie abwechslungsweise lieferten. Und als sie am Ende als Zugabe „Hey Ya!“ von Outkast im Country-Stil coverten, konnte keiner mehr stehen bleiben. Unglaublich viele Menschen tanzten ausgelassen vor der Hauptbühne herum und forderten minutenlang Zugaben. Dabei vergassen sie ganz, dass es bereits Zeit für Farin Urlaub und the Racing Team auf der Playstation-Bühne war. Farin Urlaub von den Ärzten bewies, dass er auch als Solo-Künstler eine Menge drauf hat. Ein richtiger Entertainer halt. Besonders beim Song „Zehn“ war kein Halten mehr und die Menge hüpfte auf und ab. Von der Bühne aus muss das unglaublich ausgesehen haben.

Gänsehaut und rockige Stimmung
Wir konnten uns die Show nicht bis zum Ende anschauen, da Snow Patrol als nächstes auf der Hauptbühne angekündigt waren. Da mussten wir natürlich bereit sein, um uns auch ja in die vorderen Reihen durchkämpfen zu können. Das Konzert von Snow Patrol war ein riesiges Highlight am Gampel. Sie spielten ihre grossen Hits wie „Chasing Cars“ und „Shut Your Eyes“ und die Stimme des sympathsichen Sängers Gary Lightbody beeindruckte durch Wärme und Klarheit. Abwechslungsweise lieferte die Band Gänsehaut pur und Rock vom Feinsten. Besonders beeindruckend waren auch die Animationen auf dem Screen: Wunderschön designt, immer passend zur Musik und einfach qualitativ hochstehend. Das Publikum gab Vollgas und so wurde dieses Konzert absolut unvergesslich. Als wir uns auf den Weg nach Hause machten, sangen wir noch immer „Shut your eyes and sing to me…“

Silbermond wissen einfach wie’s geht!
Am Samstag stand wieder viel Abwechslung auf dem Gampelprogramm. Am meisten freuten wir uns auf den belgischen Sänger Milow. Als er die Bühne betrat, hatte er uns bereits mit seinem Lächeln auf seiner Seite. Die Open Air Besucher waren es seit Donnerstag gewohnt, richtig wild herumzuhüpfen. Deswegen war es am Anfang eine Umstellung, so ein ruhiges Konzert zu erleben. Doch Milow schaffte es, die Zuschauer voll und ganz für sich einzunehmen. Mit seiner honigwarmen Stimme und seiner einnehmenden Art begeisterte er uns vollkommen. Auch seine Backgroundsängerin überzeugte mit einer unglaublich schönen Stimme und viel Wärme. Bei Songs wie „Don’t Know Anything“, „Canada“ und „Ayo Technology“ bewiesen Milow und seine Band, dass sie auch aufdrehen können. Und Milow war so symphatisch, man spürte immer wieder seine Liebe zur Musik, seine Freude an den vielen Menschen und den Spass am Spielen. Er erzählte uns auch, dass an diesem Tag sein Navi gestreikt und er sich daher im Wallis verfahren habe. In letzter Minute hätte die Crew ihn und sein Equipment abholen müssen. Dies sorgte natürlich für viele Lacher im Publikum. Dies war zwar mit Abstand das ruhigste, aber auch eines der schönsten Konzerte überhaupt an diesen vier Tagen. Danach stürmten wir so schnell wie möglich zur Hauptbühne, um die deutsche Band Silbermond zu hören. Die Band, insbesondere Sängerin Steffi, weiss einfach wie man die Leute richtig unterhalten kann. Spätestens nach ihrer Begrüssung auf Walliserdeutsch hatte sie die Herzen des Publikums für sich gewonnen. Die Band gab Vollgas auf der Bühne. Steffi hat eine selten gesehene Bühnenpräsenz und schafft es mit ihrem Charme, innerhalb kurzer Zeit die gesamte Zuschauerschaft zu begeistern. Bei den schnelleren Songs wie „Wenn die Anderen“ oder „Nein Danke“ rockte die Band richtig los, es gab aber auch ruhige Momente, beispielsweise beim Song „Das Beste“, den Steffi nur mit Klavierbegleitung sang. Das Publikum sang mit und am Ende musste sich die Sängerin erstmal Tränen der Rührung aus den Augen wischen. Um danach dann wieder richtig Gas geben zu können spielte die Band „Seven Nation Army“ von den White Stripes und rockte damit wieder richtig ab. Und wie bereits beim Gurtenfestival wagte sich Steffi danach wieder in die Menge: Auf den Händen der Zuschauer liess sie sich bis zum Tonzelt tragen und danach wieder zurück. Ich bin mir sicher, dass die Band an diesem Abend etliche neue Fans dazugewonnen hat!

Ein verrückter Abschluss am Samstag
Nach dem wunderbaren Konzert von Silbermond blieben wir direkt bei der Hauptbühne stehen, um die Kaiser Chiefs zu sehen. Das Konzert startete pünktlich und die Musiker legten gewohnt rockig los. Ein wenig befremdend war Sänger Ricky Wilson, der ganz eindeutig etwas über den Durst getrunken haben zu schien. Er warf den Mikroständer herum und kletterte am Bühnenrand die Leiter hoch. Doch dies tat dem Konzert eigentlich keinen Abbruch: Die Musik war klasse und die Fans gingen total ab. Besonders beim grossen Hit „Ruby“ sang die Masse im Chor mit. Das Konzert war richtig verrückt. Die Stimmung war von Anfang bis Ende grossartig. Auch die Band Eskorzo aus Spanien schaffte es, die bereits aufgeladene Stimmung weiter oben zu halten. Sie spielten direkt nach den Kaiser Chiefs auf der Playstation Büne und sorgten mit ihrem abwechslungsreichen Programm mit den verschiedensten Instrumenten für fantastische Stimmung. Ein würdiger Abschluss für einen abwechslungsreichen und einfach tollen Samstag.

Ein schweizerischer letzter Tag
Am letzten Tag, am Sonntag, stand das Gampel unter einem schweizerischen Stern. Zuerst spielte Wurzel 5, dann die Basler Lovebugs, dann die Moonraisers, anschliessend noch Patent Ochsner und Bligg. Dies passte auch, denn immerhin bedeutete dieser Tag den Abschied vom Open Air Gampel. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbrachten wir den letzten Tag auf dem Gelände. Um fünf vor drei Uhr versammelten sich sehr viele Gampel-Besucher vor der Hauptbühne, um den angekündigten FlashMob mitzuerleben: Ein Tribute-Dancing für den toten Michael Jackson. Auf einmal kam laut „Beat It“ aus den Lautsprechern und die Menschen begannen zu tanzen. Etwa 30 Personen in der Mitte der Masse tanzten eine perfekt ausgearbeitete Choreografie und am Ende stand das Publikum im Kreis um die Tanzgruppe und applaudierte laut. Direkt danach war es Zeit für den Auftritt der Berner Band Patent Ochsner. Die Sonne brannte heiss wie nie zuvor vom Himmel und als Büne Huber die Bühne betrat, schien sie direkt noch stärker. Die Band begann sofort mit dem Hit „Tiger“, dann folgten „Fischer“, „Ludmilla“, „Guet O Gärn“, „Apollo 11“, „Trybguet“ und natürlich die „w.nuss“. Büne gewann mit seiner charismatischen Art das Publikum schnell für sich und die Band gab Vollgas. Auch hier war ein weinendes Auge dabei: Dies war der letzte Auftritt ihrer umfangreicher Tour. Danach folgte Bligg auf der Hauptbühne und sorgte für einen würdigen Abschluss des Festivals. Besonders bei seinen grossen Hits „Rosalie“ und „Musig die Schwiiz“ ging das Publikum voll ab. Das Gedränge vor der Bühne war intensiv wie noch nie und Bligg genoss sichtlich die Menschenmassen, die trotz der heissen Sonne die Show voll und ganz genossen. Er spielte fast alle Songs des neuen Albums und erfreute die Fans auch mit einigen alten Hits und mit einem brandneuen Song. Dies war sicherlich der beste Abschluss für das Festival, den man sich hätte wünschen können.
Stella Nera

Linktipps:
Interview mit Bligg
Interview mit Patent Ochsner

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