WILLIAM WHITE IN DER FRAUENBADI ZÜRICH (26.05.2010)






Fotos fuedlibuerger

Irgendwie ist er ein Phänomen: William White. Er kann noch so viele Konzerte geben, sie sind stets immer noch nah an der „Ausverkauft“-Grenze, oder oft auch mal etwas drüber. Momentan klappert er einfach so nebenbei etwas die kleinsten Locations ab, allesamt bestuhlt, nicht mit der ganzen Band, sondern gerade mal zu viert, oder noch reduzierter…

So wie gestern in Zürich, genauer gesagt in der Frauenbadi! Nur zu dritt berieselten sie die heitere Gästeschar. Also eines muss man hier schon mal festhalten, William White hat da eine wirkliche „Supergroup“ am Start! Wie immer links von ihm bearbeitet Domi Schreiber seine Gitarre, der erst gerade letzthin seine Solo-Debut-CD „Romantic Archeology“ veröffentlicht hat und Dauergast auf diversen Frequenzen ist. Ebenso, rechterhand, Peter Finc. Auch seine Songs sind oft am Radio zu hören und sein Album „About Light And Stuff“ wärmstens zu empfehlen. Zudem gehören beide zu jener Gattung Singer/Songwriter, die man in unterschiedlichsten Formationen live geniessen kann, nur nie genau gleich wie beim letzten mal, oder so, phantastisch!
Auf alle Fälle war in der Frauenbadi die Stimmung äusserst angenehm als William Solo das Konzert mit „Blamit It On My Name“ eröffnete, drei Songs, nur mit Gitarre. So müssen seine Werke irgendwo am Küchentisch entstanden sein, reduziert, zerbrechlich, aber stark an Ausdruckskraft. Die sitzende Gesellschaft lauschte gespannt und dein meisten war das entspannte Lächeln fast schon wie ins Gesicht gemeisselt. Ab dem vierten Stück kamen dann Schreiber (E-Gitarre) und Finc (Perkussion) dazu. Die Songs wirkten immer noch reduziert, kamen viel feiner daher als sonst. Dem nichtsahnenden Leser sei hier mal noch erklärt, dass William White sonst die meisten Sets mit seiner Band „The Emergency“ bestreitet, da sind dann acht Leute auf der Bühne, mit Drums & Percussions, Bläser und so weiter, das knallt dann schon mal zünftig runter…
Für einmal fehlte heute der Bassist, eigentlich sehr wichtig für die Songs von William White, aber sie konnten dies gekonnt umgehen, wenn schon irgendwie der Boden fehlte, der Groove war da, fehlte er mal, wurde er durch das spezielle Feeling bei immer wieder sehr kurz auftretenden Platzregen wettgemacht. Ich habe ihn ja schon sehr oft gesehen, glaubs schon in allen möglichen Formationen, mal mit geilster Band, mal mit durchstartendem Publikum, mal knisterte es förmlich im Saal, und gestern war es einfach das Feeling, durch die Umgebung, den Ort, die Menschen, Regen, was weiss ich, zum geniessen wunderschön. „Peace“, „Can't Stop Loving You“ und „Let It Sink In“ vervollständigten das erste Set und entspannt konnte man in der Pause zurücklehnen oder sich eine nächsten Drink holen.
Andere machen komplett auf „unplugged“, könnte man gerade bei White eigentlich auch erwarten, aber Schreiber an der E-Gitarre ist hier die Bereicherung des Sounds. Wo andere dann nur noch Pfadi-Lager-like auf der Akustik-Gitarre rumschrummeln, kommen hier Melodien und Nuancen rein, meist fein, aber auch mal ungewohnt laut. Auch gekonnt bei „Misfit“, wo man Dubs andeutet mit einem Hall-Effekt. Und gerade bei diesem Song würde man meinen, dass der heutige Ausfall des Bassisten am deutlichsten ins Gewicht fallen würde, aber nicht wirklich. Auch das zweite Set war konstant und abwechslungsreich zugleich, alle hatten ihre Freude an dem Trio, wenn man ihnen zuschaut, hatten sie selber auch Freunde an sich, darf auch sein.
Auch die schönsten Momente sind irgendwann vorüber, auch hier. Aber William hat einen Song parat, um jedes Konzert perfekt abzuschliessen: „The Rock“! Auf „Undone“ zapp ich den gekonnt weg, aber live ist das ein Universal-Werk der Extraklasse. Ob alleine, im Duo, Quartett, mit „The Emergency“, einfach unglaublich, entwickelte sich „The Rock“ vom Mauerblümchen zum Masterpiece, das vor Kraft nur so strotzt, so auch heute. Da, wie schon erwähnt, der Basser nicht da war, musste heute eine bluesige Version konstruiert werden, was aber klappte, herrlich, auch der irgendwann dazu entwickelte Reggae-Break passt einmal mehr, dem Publikum gefiel‘s, ausnahmslos!
Im Sommer ist dann William White wieder an diversen kleinen Open Airs anzutreffen, zusammen mit „The Emergency“. Unter anderem kehrt er dann für ein Konzert in seine Heimat Winterthur zurück, wo er am 8. Juli in der WM-Fan-Zone auftrumpfen wird und sicher für seine alten Freunde und Weggefährten noch die eine oder andere Zugabe mehr in der Hinterhand hat. Es empfiehlt sich jetzt schon, etwas zu pressieren, wenn man dafür noch Tickets haben will…
fuedlibuerger

Linktipps:
William White: Discographie / Fan werden
William White Online
Frauenbadi

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