GREENFIELD FESTIVAL (11.-13. JUNI 2010)


Eluveitie


Eluveitie


Killswitch Engage


Killswitch Engage


Coheed & Cambria


Bleeding Through


Juliette Lewis


Juliette Lewis


HIM


HIM
Fotos S. Tschümperlin

Auch dieses Jahr lud das Greenfield Festival wieder tausende Rock- und Metalfans ins idyllische Interlaken. Wir mischten uns am Samstag und Sonntag unter das bierfreudige Festivalvolk und genossen das großartige Line-Up.

Die Schweizer von Eluveitie beeindruckten uns sofort. Sehr sympathisch war, dass die Pagan Metal Band den Soundcheck vor ihrem Auftritt selbst bewältigten. Sänger und Frontmann Chrigel Glanzmann überzeugte uns schnell mit seiner starken Bühnenpräsenz. Selten war die Stimmung im Publikum zu einer relativ frühen Spielzeit (18:15 Uhr) so ausgelassen. Wenig später fegten die Herren von Killswitch Engage über die Hauptbühne. Unser Guitarhero Adam Dutkiewicz rannte wie von Sinnen mit seinem Superman-Umhang von einem Bühnenende zum anderen und fiedelte fehlerfrei seine Killersoli. Zum Abschluss huldigte Sänger Howard Jones dem kürzlich verstorbenen Ronnie James Dio (Ex-Black Sabbath, Heaven & Hell) mit dem Cover von "Holy Diver". Leider wurde dieses Tribut kurz durch den Sänger von Blessed By A Brocken Heart gestört. Der volltätowierte Typ dachte ernsthaft, es wäre angebracht auf die Bühne zu stürmen und den Rerfrain unkontrolliert mitzugröhlen. Definitiv ein No-Go und uncool. Glücklicherweise verschwand er bald wieder und Jones brachte das gute Stück würdig zu Ende. Als die Sonne am Horizont nicht mehr zu finden war tummelte sich so ziemlich das ganze Festival Publikum vor der Hauptbühne. Niemand wollte den diesjährigen Supergau am Greenfield verpassen. Rammstein eröffneten ihre Show mit einer riesigen Deutschlandfahne, welche über die ganze Bühne gezogen war. Ein Pyroeffekt jagte den nächsten. Die Band ist ein wahrer Meister der theatralischen Inszenierung. Sänger Till Lindemann trug fast zu jedem Song ein neues passendes Outfit immer untermalt mit den skurilen Gesten des Sängers. Sogar die hartgesottensten Konzertbesucher, welche glaubten schon alles gesehen zu haben, kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da wurde Keyboarder Christian Lorenz in eine Badewanne geprügelt und mit Feuerfunken übergossen, Lindemann packte einen ungebetenen Gast auf der Bühne und übergoss ihn mit Benzin. Natürlich wurde dieser zum passenden Song angezündet, woraufhin der Mann brennend über die Bühne rannte. Hits wie "Links 2-3-4" oder "Du Hast" knallten perfekt abgemischt durch Mark und Bein. Rammstein waren definitiv jeden Rappen wert, den die Organisation des Festivals dieses Jahr locker machten.

Am Sonntag war das Wetter durchwegs bescheiden, sprich; es regnete praktisch ununterbrochen. Sepultura konnten jedoch schon frühzeitig einige Besucher vor die große Bühne locken. Als der Regen etwas zunahm und Coheed & Cambria auf den Brettern standen, war leider wieder etwas weniger Festivalvolk anwesend. Die New Yorker Band legen wir jedem ans Herz, der sich gerne mit Sci-Fi-Stories in andere Welten beamen lässt. Noch völlig benommen von den psychedelischen Klängen der Progressiv Rock Band tummelten wir zur Nebenbühne und wurden sogleich wieder auf den Boden der Tatsachen gehämmert. Bleeding Through prügelten ihren Hardcore Metal in die idyllische Berglandschaft als gäbe es keinen Morgen mehr. Auf der Hauptbühne wartete indes schon eine waschechte Hollywood Größe. Niemand geringeres als Schauspielerin Juliette Lewis brüllte sie da oben die Seele aus dem Leib. Anfangs hatte die zierliche Lewis Mühe das Publikum auf ihre Seite zu holen. Mit viel Ausdauer, Charme und einer erstaunlich starken Stimme konnte sie jedoch einige dazu bewegen, wie aufgefordert, mit den Hüften zu kreisen. Nach der rockig-bluesigen Juliette bretschte Danko Jones seine starken Powerriffs von der Mainstage. Mittlerweile schien es, als ob sich schon einige Besucher entschieden haben, die Zelte abzubrechen und sich auf den Nachhauseweg zu begeben. Schade eigentlich, denn mit ihrem Auftritt lieferten HIM einen ihrer besten Openair Auftritte. Es ist lange her seit die Finnischen Düsterrocker eine so starke Performance an einer Freiluftshow hinlegten. Weil sich der Busfahrer auf dem Weg vom Zürcher Flughafen nach Interlaken mehrmals verfuhr, kamen die Finnen erst knappe 45 Minuten vor ihrem Gig auf dem Gelände an. Doch von Stress war nichts zu spüren, ganz im Gegenteil. Die Kombo rund um Ville Valo schien äußerst gut gelaunt zu sein. Mitten im Song "Wicked Game" begannen sie zu jamen und strecken das gute Stück um ca 10 Minuten. Es entstanden Black Metal ähnliche Klänge wobei Sänger Valo Worte wie "Ave Satanas" ins Mikrofon hauchte. Neben dieser exklusiven Jamsession entzückten uns auch Songs wie "Poison Girl" oder "The Funeral Of Hearts", welche sie seit längerem nicht mehr in ihrem Openair Repertoire hatten. HIM brachten das diesjährige Greenfield Festival spannend und würdig zu Ende. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!
Solitary Fairy


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