OPEN AIR GAMPEL 2010: HEISS, LAUT, SUPER


Queens Of The Stone Age (Zur Gallerie)


Shantel (Zur Gallerie)


Blumentopf (Zur Gallerie)


Die Toten Hosen (Zur Gallerie)


Sido (Zur Gallerie)


Klaxons (Zur Gallerie)


Limp Bizkit (Zur Gallerie)


Bubble Beatz (Zur Gallerie)


Gustav (Zur Gallerie)


Greis (Zur Gallerie)


Dada Ante Portas (Zur Gallerie)

Das diesjährige Open Air Gampel hat sich für die Besucher so richtig gelohnt. Das Wetter war spitze, die Musik toll und die Stimmung unter den Besuchern war wie immer friedlich und lustig. Das 25. Open Air Gampel feierte also ein würdiges Geburtstagsfest!

Am Donnerstag, 19. August, fuhr ich voller Vorfreude Richtung Wallis. Ich hoffte, dass ich es nach Feierabend schaffen würde, rechtzeitig zu Wir sind Helden beim Festival anzukommen. Und tatsächlich: Ich betrat das Gelände eine genaue halbe Stunde vor dem Auftritt der deutschen Band. Unfassbar viele Menschen tummelten sich vor der Hauptbühne, als Judith, Jean-Michel, Pola und Mark die Bühne betraten. Gleich zu Beginn schmetterten sie den beliebten Hit "Denkmal" auf's Parkett und brachten die Gampelbesucher zum Tanzen. Symphatisch wie immer zeigte sich Frontfrau Judith und lud das ganze Publikum ein, nachher in den Bussen mit der Band weiterzuziehen. "Wir sind mit 10 Bussen hier, wir können locker noch 20 dazubestellen. Da passen wir sicher irgendwie rein", scherzte sie und erntete Beifall. Die Band spielte nebst bekannten Songs wie "Gekommen um zu bleiben", "Von hier an blind" und "Nur ein Wort" auch einige ganz neue Perlen vom neuen Album, das demnächst erscheinen wird. "Wir hoffen es ist okay für euch, wenn wir Songs spielen, die ihr noch nicht kennt", meinte Judith. Und auf jeden Fall war es okay: Denn die Songs klangen mehr als nur vielversprechend. Besonders bei "Fünf vor Zwölf" war das Publikum absolut begeistert. Mit viel Applaus und der altbekannten Welle wurde die Band verabschiedet. Nun war es an der Zeit, das Gelände des Open Airs zu erkunden. Was beim Open Air Gampel nämlich besonders schön ist: Das Areal ist jedes Jahr wieder ein wenig anders aufgebaut, so dass es nie genau gleich ist wie beim Jahr zuvor. Selbstverständlich genossen wir zuerst einmal ein Raclette, wie es sich für echte Walliser-Besucher gehört. Nun war es bereits Zeit für den Headliner des Abends: Queens Of The Stone Age. Auch hier war die Menschenmenge beeindruckend gross, die sich vor der Bühne versammelte, um die beliebte und berühmte Alternative-Rock-Metal-Band live zu erleben. Die Band bretterte von Anfang bis Ende mit sehr viel lautem Bass ihre Songs herunter, so dass es für die Hardcore-Fans eine richtige Freude war. Besonders Leckerbissen wie "Burn The Witch" oder "Little Sister" wurden mit viel Applaus belohnt. Ich persönlich kannte die Band nicht allzu gut, war aber beeindruckt von der musikalischen Darbietung und blieb bis zum Schluss vor der Bühne stehen. Da haben uns bereits am ersten Tag zwei super Headliner unterhalten.

Viele Musikstile an einem Tag
Der Freitag schien vielversprechend zu werden: Das Wetter war angenehm und es schienen noch sehr viel mehr Menschen als am Donnerstag anwesend zu sein. Das erste musikalische Highlight an diesem Tag war eindeutig Shantel & Bucovina Club Orkestrar. Die neunköpfige Band zeigte dem Gampelpublikum, was richtige Energie auf der Bühne bedeutet: Bläser, Streicher, viel Perkussion und natürlich Sänger Shantel gaben von A bis Z Vollgas. Der Über-Hit "Disko Partiziani" war natürlich der absolute Kracher und die Stimmung bei den Besuchern war spätestens da ganz oben. Der charismatische Sänger, den man durchaus auch als "Energiebündel par excellence" bezeichnen kann, stürzte sich schliesslich mitten ins Publikum und machte Party mit seinen Zuhörern. Bei einem Song gingen alle Besucher in die Hocke auf den Boden - auch Shantel - und jedes Mal beim Refrain sprangen alle Hoch und hüpften, was das Zeug hielt. Schon lange nicht mehr wurde ich von einer Band, von der ich zuvor nicht einmal gewusst hatte, dass es sie gab, so gut unterhalten. Nach dem Konzert waren wir richtig gehend erschöpft vom vielen Tanzen und bewegten uns nur noch von der Hauptbühne weg, um uns was zu trinken zu holen. Wir wollten weit vorne stehen bleiben, da die deutsche Band Blumentopf als nächstes auf dem Programm stand. Auf diese Gruppe waren wir mehr als nur gespannt, da die Beschreibung im Programmheft sehr vielversprechend klang. Als die fünf Jungs die Bühne stürmten wurde uns sehr schnell klar, dass uns ein tolles Konzert bevorstehen würde. Die Jungs zeigten nicht nur, dass ihre Musik toll klingt und die Lyrics phänomenal sind, sondern auch, dass sie grossartige Entertainer und weltklasse Freestyle-Rapper sind. Bei mehreren Songs rappten sie spontan über Dinge, die sie im Publikum sahen und über das Festival - es war absolut beeindruckend. Die Leute im Publikum waren ganz offensichtlich schwer begeistert und feierten unbeschwert mit. Immer wieder gab es viele Lacher, da die Lyrics der Band nicht nur interessant und gut geschrieben, sondern auch sehr lustig sind. Besonders der Song "Solala" vom neuen Album "WIR" kam gut an - die Party ging so richtig ab. Ich habe mir selbstverständlich direkt nach dem Konzert die CD geholt.

Wunschband zum 25-jährigen Jubiläum
Nun mussten wir uns aber beeilen, um zur Playstation-Bühne zu gelangen, denn dort begann direkt danach die schwedische Band The Sounds zu spielen. Sängerin Maja Ivarsson zeigte viel Bein - und viel Stimme. Die rockigen Klänge der Band kamen gut beim Publikum an, es war jedenfalls kein Durchkommen mehr. Der Hit "Living in America", den man auch von Rammstein kennt, kam besonders gut an. Und wem der Sound nicht gefiel, der hatte dank Maja Ivarsson wenigstens was zum gucken. Selbst das weibliche Publikum schaute ab und zu verstohlen auf ihre Beine. Kaum verabschiedeten sich "The Sounds" unter grossem Applaus, stürmten die Gampelbesucher zur Hauptbühne zurück. Kein Wunder, denn dort wurde der Headliner des Abends angekündigt: Die Toten Hosen. Die deutsche Punk-Rock-Band zog eine riesige Menschenmenge vor die Bühne. Und das überraschte nicht, denn in den Besucherumfragen der letzten drei Jahre wünschten sich die Besucher mit sehr grossem Abstand die Toten Hosen nach ‚Gampel'. Und damit noch nicht genug: Obwohl der letzte Auftritt der Band nun auch schon über fünf Jahre zurückliegt, haftet dieser offenbar immer noch am meisten in der Erinnerung der Besucher, denn dieser Auftritt wird von den Festivalbesuchern als allerbesten in der Geschichte des Open Airs bezeichnet. Bei diesem Gig kletterte Campino auf den Scheinwerferturm, um von dort, in zehn Metern Höhe weiterzusingen. Nun war es also wieder soweit und Campino betrat unter tosendem Applaus die Bühne. Grosse Plakate mit der Aufschrift "Bis zum bitteren Ende" - so hiess das erste Live-Album - wurden hochgezogen, als der Sound losging. Und wie man die Toten Hosen so kennt, wurden sie nicht müde - im Gegenteil. Je länger das 1.5-stündige Konzert dauerte, umso mehr Energie hatten sie auf der Bühne. Sie spielten Songs queerbeet aus ihren zahlreichen Alben und hatten auch Platz für bekannte Hits wie "Hier kommt Alex" und "Alles nur aus Liebe". Bei einem Stück holte Campino einen Fan auf die Bühne, der das Intro eines Songs singen durfte - und dies sogar richtig gut machte! Die Stimmung war natürlich durch's Band sensationell! Die Fans waren begeistert und liessen die Band nicht von der Bühne - erst nach mehrmaligen Zugaben konnten Campino und Co. sich verabschieden.

Eine Hammerband jagt die nächste
Am Samstag brannte die Sonne richtig heiss vom Himmel. Die Bars hatten richtig viel zu tun, da sie die vielen vielen Gäste mit Getränken versorgen mussten. Bereits am Nachmittag war die Sanität laufend im Einsatz, um überhitzte oder auch alkoholisierte Menschen zu versorgen. Alkohol und viel Sonne verträgt sich bekanntlich ja nicht sehr gut. Wir hatten unsere Wasserflaschen dabei und konnten so unbeschwert Redwood geniessen. Wir waren sehr gespannt, wie sich die Band jetzt live schlägt, schliesslich ist Sängerin Lesley Meguid nicht mehr dabei. Diese hatte übrigens früher am Tag ebenfalls gespielt, wir konnten sie aber leider nicht sehen. Jedenfalls genossen wir das Konzert von Redwood sehr und die neue Sängerin Nicole Kammermann bewies, dass sie eine würdige Nachfolgerin von Lesley ist. Mit ihrer schönen Stimme und der grossartigen Band im Rücken präsentierte sie Songs vom aktuellen Album "Of Butterflies & Hurricanes". Der Hit "Who We Are" kam natürlich ganz besonders gut an. Nach dem Konzert wurde es dann endlich etwas kühler und wir konnten zur Hauptbühne pilgern, um die Indie-Rockband We Are Scientists aus New York zu geniessen. Sie schmetterten ihre Rock-Songs gekonnt theatralisch über die Bühne und man spürte, dass sie mit Herzblut bei der Sache waren. Sie zeigten ein breites Spektrum an verschiedenen Rocktönen und erfreuten das Publikum mit vielen Songs des neuen Albums "Barbara". Durch die kühle Abendluft hatte das Publikum nun auch wieder mehr Energie um zu tanzen und so war nicht nur auf der Bühne viel los, sondern auch davor.
Die Walliser freuten sich natürlich ganz besonders auf den nächsten Act, der auf der Playstation-Bühne angekündigt war: Stefanie Heinzmann. Das Walliser "Mädchen von Nebenan" ist längst kein Newcomer-Talent mehr. Dass sie sich in der Schweizer Musiklandschaft längst etabliert hat, bewies sie an diesem Abend am Gampel einmal mehr. Nach fünf Monaten Pause - da sie ihre Stimmbänder hatte operieren müssen - stand sie nun endlich wieder im Wallis auf der Bühne. "Ich habe mich das ganze Jahr auf diesen Moment gefreut", rief sie strahlend ins Mikrofon. Sie und die Band "The Funky Funks" präsentierten Songs vom aktuellen Album "Roots To Grow" und boten eine Show der Extraklasse. Stefanie war fit wie ein Turnschuh und bewegte sich auf der Bühne, als würde sie dies schon zehn Jahre lang machen - von Nervosität keine Spur. Das Publikum war komplett begeistert und sang viele Songs laut mit. Schliesslich machte Stefanie ein Video für Facebook, um, wie sie sagte, "den deutschen Fans zu zeigen, wie geil das walliser Publikum ist." Dies liessen sich die Gampel-Besucher nicht zweimal sagen und jubelten für das Video, was das Zeug hielt. Als gegen Ende des Konzerts schliesslich "My Man Is A Mean Man" gespielt wurde, war die Stimmung natürlich ganz weit oben. Und am Ende beeindruckte Stefanie schliesslich noch mit einer tollen Version vom Jackson 5 Hit "I Want You Back". Stefanie Heinzmann gehört einfach auf die Bühne!

Limp Bizkit rockten das Festival
Unmittelbar nach Stefanie Heinzmann spielte Sido auf der Hauptbühne. Viele viele Fans hatten sich bereits vor die Bühne gequetscht, um den deutschen Rapper auf jeden Fall gut sehen zu können. Mit einem theatralischen Auftritt, versteckt unter einem violetten Kaputzenpulli, betrat er die Bühne und erntete viel Applaus. Es gab auch einige Gampelbesucher, die den Rapper ausbuhten und laufend "Go Home" riefen. Auch wenn ich alles andere als ein Sido-Fan bin, finde ich, dass jeder Künstler Respekt verdient hat. Das Gampel-Gelände ist riesengross, man kann sich den Konzerten gut entziehen. Ich tat dies dann auch, ich überliess lieber den Sido-Fans den Platz. Ich hörte dann von weiter hinten noch etwas zu und freute mich sehr, als der Rapper den Song "Da da da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht" der deutschen Band "Trio" auf eine sehr coole Art und Weise coverte. Schliesslich freute ich mich sehr auf die Band The Klaxons aus England. Am selben Nachmittag hatte ich mit der Band ein Interview gemacht und war daher umso mehr auf das Konzert gespannt. Als um Punkt zehn Uhr die Lichter ausgingen und die drei Jungs die Bühne betraten, ernteten sie bereits viel Applaus. Sie zeigten, dass sie eine breite Palette an Musik zu bieten hatten - es war eine bunte Mischung aus Rock, Pop, Indie und elektronischer Musik. Der Hit "It's Not Over Yet" erntete besonders viel Beifall. Die Jungs redeten nicht viel, überzeugten aber mit ihrem Sound und brachten das Publikum zum Tanzen. Man wurde bei dem Sound richtig aufgeweckt und daher war es eine gute Vorbereitung auf den Headliner des Abends. Auf der Hauptbühne war es jetzt nämlich Zeit für Limp Bizkit! Die Hammerband um Sänger Fred Durst zog natürlich ebenfalls viele Fans vor die Bühne und rockten von der ersten Sekunde an sofort mit ihren hämmernden Beats und beeindruckenden Gitarrenriffs los. Grosse Nummern wie "Take A Look Around", "Rollin'" und "My Way" brachten das Publikum ins Schwitzen und die Menschenmenge hüpfte, was das Zeug hielt. Schliesslich forderte Fred Durst alle weiblichen Zuschauer auf, auf die Bühne zu kommen. Um die 50 jungen Frauen stürmten schliesslich zu Limp Bizkit hinauf und tanzten, als gäbe es kein Morgen. Fred und seine Band genossen die Anwesenheit der hübschen Damen sichtlich und liessen sie erst am Ende des Songs wieder gehen - schweren Herzens natürlich. Dieses Konzert war auf jeden Fall eins der grossen Highlights an diesen vier Tagen - dies werden sie Gampelbesucher sicherlich nicht so schnell wieder vergessen.

Die grösste Überraschung am Festival - eine Schweizer Band
Wer jetzt müde war und sich verkrümelte, der sollte es bereuen. Auf der Playstation-Bühne standen um 1.15 Uhr die Schweizer Bubble Beatz auf dem Programm. Bereits vor dem Konzert war klar, dass Einiges auf die Zuschauer zukommen würde - ein riesiges Gebilde aus Schlagzeug - man könnte es einen Käfig voller Drums nennen - stand bereit und sorgte für neugierige Blicke. Als die beiden Drummer Kay Rauber und Christian Gschwend oben ohne die Bühne betraten, erfreuten sich bereits einige Damen über diesen Anblick. Warum die beiden Jungs so gut gebaut waren, war dann auch schnell klar. Elegant wie Raubkatzen schwangen sie sich in den Drum-Käfig und hämmerten exakt synchron auf die Trommeln ein - es war nicht nur ein toller Anblick, es klang wunderbar. Elektronische Klänge, die aus den Boxen zu hören waren, rundeten das Ganze zu einem perfekten Ganzen ab. Immer wilder wurde das Getrommele und die beiden Drummer zeigten eine Vielfalt an Drum'n'Bass- und Elektro-Arrangements. Eine Art überdimensionale Pan-Flöte aus Holz war ebenfalls auf der Bühne aufgebaut und einer der Künstler schlug bei einigen Songs mit Flip Flops (!) darauf ein, um so natürliche Töne hervorzurufen. Die Show war eine Mischung aus Safri Duo, Prodigy und STOMP!. Mit einem Digeridoo wurden bei den Drum'n'Bass Songs die perfekten Basslinien erzeugt, um so für einen einmaligen und unvergesslichen Sound zu sorgen. Innerhalb nur kurzer Zeit tanzte eine riesige Menschenmasse vor der Playstation-Bühne - nicht selbstverständlich um diese Zeit. Doch Kay Rauber und Christian Gschwend schafften es, alle vollends zu überzeugen. Am Ende spielten sie sogar "Firestarter" von Prodigy und "Insomnia" von Faithless. Dieses Konzert war für mich persönlich das absolute Highlight - nicht nur musikalisch, auch showmässig.
Danach mussten wir uns aber definitiv hinlegen, denn am Sonntag ging es schon früh wieder weiter.

Gustav ohne Hose, aber mit viel Charme
Am Sonntag stand ich bereits sehr früh auf der Matte. Um 12.15 Uhr ging es auf der Hauptbühne mit Gustav los. Die Freiburger Band ist bekannt dafür, sehr schnell für gute Stimmung zu sorgen. Auch diesmal klappte das sehr gut: Innerhalb kurzer Zeit versammelten sich immer mehr Menschen vor der Bühne, um der Band zuzuhören. Sänger Gustav hatte sichtlich heiss auf der Bühne und kühlte sich immer wieder mit Wasser ab. Er goss sogar Wasser über seine Schuhe. "Hier sind es etwa 40 Grad auf der Bühne", sagte er immer wieder und er litt sichtlich. Aber Gustav wäre nicht Gustav, wenn er nicht trotzdem abgehen würde wie eine Rakete. Wie immer an seinen Konzerten rockte er über die Bühne, sang mit dem Publikum zusammen und brachte lockere Sprüche. Doch irgendwann wurde es dem Sänger zuviel: Er entschuldigte sich, und zog seine Hose aus. Gut gelaunt spielte er in der Unterhose und mit einem Augenzwinkern weiter. Beim Song "Écoute-Moi" besang er die Besucher, die sich das Konzert von der Terrasse der Migros-Lounge aus ansahen und auch das Publikum direkt vor der Bühne drehte sich um und jubelte den Leuten zu. Auch Songs wie "Ton Chemin / Di Wäg", "Lundi Matin", "Begrabe mich in Poltromine" und "Gegen Süden" kamen riesig gut an und trotz der Mittagshitze und der für Festivalgänger frühen Uhrzeit waren alle Zuschauer am hüpfen und tanzen. Schliesslich holte Gustav eine junge Dame aus dem Publikum auf die Bühne, die beim Song "Merci pour les cachhuètes" ein kleines lustiges Instrument "bedienen" durfte, ein Vibra Slap. Mit grosser Freude nahm sie diese Aufgabe wahr und kassierte natürlich viel Applaus vom Publikum. Die Band spielte am Ende einige Zugaben und verabschiedete sich schliesslich unter grossem Applaus. Kaum war Gustav hinter dem Vorhang verschwunden, stürmten die Leute sofort zur Playstation-Bühne, denn nun war es Zeit für den Rapper Greis. Ich hatte diesen Künstler zuvor nicht richtig gekannt und war sehr positiv überrascht, als dieser junge, symphatische Herr auf der Bühne erschien. Da ich kein grosser Hip Hop Fan bin, erwartete ich nicht allzu viel, doch ich täuschte mich gewaltig. Greis hat in seiner Musik so viele verschiedene Musikelemente vereint, dass es mir einfach gefallen musste. Er rappte nicht einfach einen Song nach dem anderen herunter, sondern lachte, spielte Luftgitarre und baute kräftige Beats mit ein, die zum Tanzen anregten. Zum Ende spielte er den Song "So leid" in einer Art House-Version, und das Publikum sprang synchron mit. Er bewies, dass er nicht nur ein guter Rapper mit spannenden Texten ist, sondern auch eine sehr schöne Gesangsstimme hat. Die Stimmung war unglaublich gut und ich war völlig begeistert von diesem netten Schweizer Rapper, der in dieser einen Stunde mein Herz erobert hat. Auch hier kaufte ich direkt im Anschluss die CD.

Krönender Abschluss mit Dada Ante Portas und Gotthard
Das 25. Gampel Open Air neigte sich nun also langsam dem Ende zu. Noch aber standen zwei grosse Bands auf dem Programm: Dada Ante Portas und Gotthard. Leider konnte ich Letztere nicht mehr erleben, aber ich habe nur Gutes über das allerletzte Konzert am Gampel gehört. Ich hatte aber noch Zeit, die Luzerner Band Dada Ante Portas zu geniessen. Der erste Song war "She Cries For Someone Else", den Pee Wirz am Piano performte. Die restlichen Musiker bauten sich langsam - einer nach dem anderen - an ihren Instrumenten auf, bis am Ende des Songs alle Musiker auf der Bühne standen. Danach folgte sogleich der Kracher "Dance Beside The Moon". Die Gampelbesucher standen keine Sekunde still und genossen die Songs der beliebten Band. "Es haben sicher schon alle anderen Bands das Gleiche zu euch gesagt, aber wir freuen uns, dass wir hier spielen dürfen", sagte Pee. Dann folgte Hit auf Hit: "I'm a Lover", "Taking Your Love", "Mexico" und "I Would Give You My Love" sind nur einige Auszüge aus der umfangreichen Setlist. Am Ende klatschten die Zuschauer so lange Beifall, dass die Band schliesslich noch den Super-Hit "Hazy Paint" performte, und sich schliesslich unter tosendem Beifall verabschiedete.
Die restlichen Gampel-Besucher genossen schliesslich noch Gotthard, während ich mich auf den Heimweg machte. Ich habe viel mitgenommen: Zwei CDs, einen Jahrhundert-Sonnenbrand, tolle musikalische neue Eindrücke und Entdeckungen und zahlreiche tolle Erinnerungen an ein unvergessliches Jubiläums-Festival!
Stella Nera


Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
deutsch
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?