OPEN AIR GAMPEL 2011: HEISS, LAUT UND ÜBERRASCHEND


The Offspring (Zur Galerie)


Skunk Anansie (Zur Galerie)


Chemical Brothers (Zur Galerie)


Sina (Zur Galerie)


Guano Apes (Zur Galerie)


Seeed (Zur Galerie)


Ich + Ich (Zur Galerie)


The Baseballes (Zur Galerie)

Nun ist auch das Open Air Gampel 2011 vorüber. Zurück bleiben Erinnerungen an viel gute Musik, temperamentvolle Bands und eine absolute Rekordhitze!

Am Donnerstag, 18. August 2011 startete das beliebte Open Air Gampel in die 26. Saison. Bereits um 17.00 Uhr gab's das erste Highlight, als die Schweizer Band 77 Bombay Street auf der Playstation Stage für Furore sorgte. Die Band wird nicht umsonst momentan in den Medien sehr gehypt: Die Jungs bewiesen einmal mehr, dass sie auf die Bühne gehören.
Das Wetter spielte an diesem Abend ziemlich verrückt: Es herrschte ziemliche Hitze, doch ein heftiger Platzregen prasselte auf die Festivalbesucher nieder, die sich allesamt beim Post-Zelt mit Gratis-Pellerinen eindecken liessen. Die Stimmung wurde dadurch jedoch nicht getrübt. Im Gegenteil: Nach dem Regen folgte ein für Stadtmenschen wunderbares Naturspektakel: Wetterleuchten! Alle drei Sekunden zischten Blitze quer über den Himmel und die Menschen schauten staunend nach oben.
Auch die Punkrock-Band NoFx gehörte an diesem ersten Festivaltag zum absoluten Pflichtprogramm. Die Band macht nicht nur durch guten alten und doch melodiösen Punk-Sound auf sich aufmerksam, sondern auch durch die spezielle Strategie, sich nicht dem Mainstream zu ergeben. Seit 25 Jahren geniesst die Band höchste Anerkennung in der Punkrock-Szene, ohne sich bei einem grossen Plattenlabel zu verbiegen und ohne Medienpräsenz. Der Auftritt am Open Air Gampel zeigte, wieso diese Band sich trotzdem so gut in der Szene halten konnte: Die Band rockt einfach extrem gut auf der Bühne. Die Songs sind hart und doch melodiös, brennen sich ins Ohr und sitzen dort noch eine ganze Weile, selbst bei Nicht-Punk-Hörern.
Schliesslich folgte um 23.15 Uhr das grosse Highlight des ersten Festivaltages: Die Kult-Band The Offspring rockte die Hauptbühne. Sie schmetterten einen Klassiker nach dem anderen in die tobende Menge und zeigten, dass sie auch in "fortgeschrittenem" Alter noch mehr Energie haben, als viele junge Bands. Bei "Why Don't You Get A Job", "The Kids Aren't Alright" oder auch bei "Pretty Fly (For A White Guy)" flippten die Fans komplett aus und sprangen in die Luft was das Zeug hielt. Ganz am Ende, als das Publikum die Band partout nicht von der Bühne gehen lassen wollte, spielten sie den Über-Hit "Self Esteem", was ein grandioser Abschluss dieses wilden, lauten und nostalgischen Konzertes war.

Fantastische Lasershow und eine zutrauliche Skin

Am Freitag brannte die Sonne schon am Mittag sehr stark vom Himmel, so dass das Sonnencreme-Verteiler-Team sehr viel zu tun hatte am Open Air Gampel. Erst gegen den späteren Nachmittag wurde die Hitze erträglicher und so konnte man die Show von Kaisers Orchestra auch richtig geniessen. Der Sänger betrat mit einer Atemschutzmaske die Bühne, was für allgemeine Erheiterung sorgte. Die restliche Band erschien im Anzug - Benieden wurden sie bei diesen Temperaturen nicht. Die Norweger zogen innerhalb kürzester Zeit das Gampel-Publikum in ihren Bann. Mit ihrem melodiösen, alternativen Polka-Rock, der absolut perfekt an jedes Festival passt, überzeugten sie vollends. Sie spielten nicht nur beliebte Songs ihrer alten Alben, sondern präsentierten am Gampel exklusiv auch neue Werke der neuen Scheibe, die im November erscheinen wird. Bereits im Jahr 2008 war die Band einmal am Open Air Gampel aufgetreten und hatte viele Fans gewonnen - dieses Jahr dürfte es nicht anders gewesen sein. Dieser Auftritt war definitiv Pflicht!
Um 21.00 Uhr war es Zeit für Skunk Anansie auf der Hauptbühne. Sängerin Skin zeigte sich ungewohnt zutraulich: Sie übte sich im Stage-Diving und zeigte keinerlei Berührungsängste mit ihrem erfreuten Publikum. Die eher düsteren Songs erzeugten eine einzigartige Stimmung. Skin trug eine Art Black Angel Kostüm und der Rauch, die Dunkelheit und die Berge… Alles passte perfekt zusammen. Beim Über-Hit "Hedonism" sang das Publikum einheitlich mit und Skunk Anansie sorgte damit - wie immer - für Gänsehaut. Wunderschön war auch "You Saved Me", eine Rockballade, die sich schnell und zielsicher in die Herzen der Gampelbesucher brannte.
Um halb zwölf Uhr schliesslich folgte der grossartige und absolut unvergessliche Auftritt der Chemical Brothers. Die Bühne hatte extra für die Band vergrössert werden müssen, da eine ziemlich aufwändige und technisch komplexe Anlage aufgebaut werden musste. Dafür wurde dem Publikum eine Show geboten, die alles andere in den Schatten stellte. Die Lasershow war einzigartig, die Beats und Bässe des Elektro-Acts waren bis zum Boden spürbar und die Stimmung steigerte sich ins Unermessliche. Bereits sieben Alben haben die Briten produziert und sie boten an diesem Abend eine Mischung aus allen Perioden ihres Musikschaffens. Ihr neuster Wurf "Further" aus dem Jahr 2010 durfte dabei natürlich nicht zu kurz kommen und die Fans dankten es. Wer sich an diesem Konzert nicht die Seele aus dem Leib tanzte, hat definitiv das absolute Highlight des Festivals verpasst.

Viele grossartige Momente am Samstag

Der Samstag wurde erneut sehr stark von der Hitze dominiert, die Sanitäter waren rund um die Uhr im Einsatz und es wurde Gratis-Wasser verteilt, um Dehydrierungen zu verhindern. Und doch liessen sich die Gampel-Besucher nicht abhalten, bereits um viertelvor drei Uhr wieder bereit zu stehen, um dem Aargauer Singer/Songwriter Adrian Stern zuzuhören, der mit viel Charme und spannenden Arrangements das Publikum zu verzaubern wusste. Hits wie "Ha nor welle wösse" und "Nr.1" kamen sehr gut an und Adrian animierte das Publikum immer wieder zum Mitsingen. Ganz zum Schluss spielte er den wunderschönen aktuellen Song "Amerika", was trotz strahlender Sonne viele Zuhörer dazu brachte, das Feuerzeug in die Luft zu halten. Auch eine Zugabe liess der sympathische Sänger noch zu und spielte "Lieber Lieder".

Danach war es Zeit für ein ganz besonderes Heimspiel: Die Walliser Sängerin Sina stand auf dem Programm. Sie überzeugte mit ihren wichtigsten Hits und auch einigen Perlen der neuen Scheibe "Ich schwöru". "Ich bin ganz in der Nähe von hier zur Schule gegangen. Es ist für mich eine unglaubliche Freude hier zu spielen. Danke, dass ich heute hier sein darf", rief sie ins Publikum und erntete tosenden Applaus. Sina, eine sympathische, charmante, ehrliche und wunderschöne Sängerin, die sich auch bei diesem Konzert wieder von ihrer besten Seite gezeigt hat. Sie hatte auch einige kleine Highlights im Gepäck. Allen voran Patent Ochsner Frontmann Büne Huber, der mit ihr im Duett "Ich schwöru" sang - ein ganz besonderes Gänsehauterlebnis. Zudem sang er gemeinsam mit Sinas Band den Patent Ochsner Song "Chäuer" vom Album "The Rimini Flashdown", was die Gampel Besucher sichtlich erfreute. Auch der Walliser Rapper Bzar gesellte sich zu Sina auf die Bühne und unterstützte sie bei einem Song.

Gegen Abend wurde es endlich kühler und die beliebte Britische Rockband The Subways spielte auf der Playstation Stage. Sie präsentierten eine Mischung aus alten und neuen Songs - am besten kam aber eindeutig der grossartige Hit "Rock'n'Roll Queen" an. Der ganz besondere, eigene Stil der Band schafft es, die beiden Jungs Billy und Josh sowie Mädel Charlotte aus der typischen Britpop-/Rock Welt hervorzuheben und - was noch wichtiger ist - unentbehrlich zu machen.
Um 21.00 Uhr spielte der Deutsche Hip Hopper Kool Savas auf der Mainstage. Er ersetzte die Band Simple Plan, die wegen Krankheit hatten absagen müssen. Bei den Hipp Hop Fans kam der Musiker sehr gut an, jedoch gab es auch viele Besucher, die sich mit der ziemlich tief unter der Gürtellinie bestehenden Sprache des Rappers nicht anfreunden konnten.
Um 22.00 Uhr konnte man sich wieder nostalgischen Gefühlen widmen, denn es war Zeit für die beliebte Crossover-Band Guano Apes, die nach sieben Jahren Pause nun wieder mit Vollgas mitten im Geschäft sind. Natürlich fehlten da auch "Open Your Eyes" und "Big In Japan" nicht, doch die Band um Sängerin Sandra schaffte es auch, mit dem neuen Material zu überzeugen. Über eine Stunde lang wurde heftig abgerockt und Sandra bewies nicht nur Energie für Vier, sondern auch, dass sie eine sehr starke und schöne Stimme hat, die sie perfekt in Szene zu setzen weiss.

Um halb zwölf schliesslich war es dann soweit für die grossartige Show der Deutschen Band Seeed. Mit einem unglaublich aufwändigen Bühnenaufbau über drei Etagen boten sie eine Show der Extraklasse. Sie spielten nebst ihren grossen Hits wie "Music Monks" oder "Ding" auch einige Covers, die für richtig viel Partystimmung sorgten. Sie coverten beispielsweise "SexyBack" von Justin Timberlake mit eigenen Lyrics und auch "Dickes B" fand einen Platz im Programm. Die Jungs waren fit wie immer und sorgten mit ihren gemeinsamen kleinen aber feinen Choreografien auf der Bühne für das besondere Etwas. Das Publikum tobte und war sichtlich beeindruckt von der Show, der Musikalität und der Leidenschaft, die sich auf der Bühne abspielte. Auch der neue Song "Wonderful World" wurde präsentiert und stiess auf Begeisterung. Peter Fox, Frontmann der Band, schien das Konzert so richtig zu geniessen und liess wirklich nichts aus. Als letzte Zugabe präsentierte er den grossen Seeed-Hit "Aufstehn!" und entliess ein absolut begeistertes Publikum hinaus in die Nacht.

Trotz Hitzewelle ein toller letzter Festivaltag

Der Sonntag übertraf die Hitze der letzten Tage noch um eine Stufe: Rekordmessungen von über 35 Grad sorgten für viel Einsatz bei den Sanitätern und viele Festivalgänger suchten sich Schattenplätze, auch wenn sie so weniger intensiv in den Genuss gewisser Konzerte kommen konnten. Steff La Cheffe, die eigentlich laut Plan um 14.45 Uhr hätte auftreten sollen, musste nun bereits um 13.15 Uhr auf der Bühne stehen, da sich die Crew von Ich+Ich verspätet hatte. Die Bernerin genoss ihren Auftritt und freute sich über die vielen Mitsinger bei "Annabelle". Direkt nach dem Konzert liess sie sich backstage mit Wasser vollspritzen um die Hitze zu ertragen. Und doch brachte sie noch den Satz raus: "Das hed gfägt".
Ich+Ich spielten also erst um 15.00 Uhr und auch Adel schien unter der heissen Sonne etwas zu leiden. Und doch schaffte er es, die Besucher vor der Bühne so zu begeistern, dass keiner sich von seinem Platz wegbewegte. Songs wie "Vom Selben Stern", "Pflaster" und "So soll es bleiben" sorgten für Gänsehaut und Adel bewies, dass die Aussage, er gehöre zu den besten Stimmen Deutschlands, auch tatsächlich stimmte. Mit seiner Backgroundsängerin sang er zudem gemeinsam den Song "Stadt", welchen er im Original gemeinsam mit Sängerin Cassandra Steen performt.

Den Abschluss bildete das Trio The Baseballs. Sie spielten einen Hit nach dem Anderen: Von Katy Perry über Lady Gaga bis hin zu Robbie Williams war alles dabei. Und immer mit ihrem leichten Schmunzeln natürlich, wenn sie die Songs "verrollen". Die Jungs erklären es so: "Wir nehmen gute Songs und führen sie ihrer wahren Bestimmung zu." Beim letzten Song setzte die Band sogar ihr Klavier in Flammen. Das Publikum tanzte von Anfang bis Ende mit und war völlig aus dem Häuschen. Ein würdiger Abschluss dieses einmal mehr grandiosen Festivals.
Stella Nera

Linktipps:
Zur Foto-Galerie
Offizielle Website

Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
deutsch
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?
Unsere Website verwendet Cookies, um seinen Lesern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Teilweise werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung.