MELANIE C: SIE KANN’S NOCH! (HÄRTEREI - 12.12.2011)





Sängerin Melanie C hat am vergangenen Montag, dem 12. Dezember 2011, in der Härterei Zürich gespielt. Seit dem letzten Schweizer-Konzert ist schon einige Zeit vergangen, obwohl das Ex-Spice Girl schon oft in der Schweiz gespielt hat. Sie stand unter anderem am Open Air Gampel, am Energy Stars For Free oder auch bei der AVO Session Basel auf der Bühne.

Melanie C macht klassische Popmusik – Ein Genre, das man in der heutigen Dance-Pop Ära, das von Künstlerinnen wie Lady GaGa oder Rihanna dominiert wird, nicht mehr so oft hört. Ist da noch Platz für ein Ex-Spice Girl? Diese Frage beantwortet sich eigentlich von selbst, denn die Musik, die Melanie C heute macht, hat überhaupt nichts mehr mit der 90er Jahre-Girlband zu tun. Dass sie singen kann und ihren eigenen Stil hat, das hat sie längst bewiesen.
Das Publikum in Zürich bestand aus Personen in allen Altersklassen: Von jung bis alt zeigten sich begeisterte Fans. Doch obwohl die Sängerin früher regelmässig in ausverkauften Stadien gespielt hat, blieben einige Tickets in Zürich übrig. Dennoch war die Stimmung auf und vor der Bühne perfekt. Die Menge jubelte, als Melanie C die Bühne betrat. Angefangen hat sie mit dem Song „Rock Me“, den sie mit dem Song „Yeh Yeh Yeh“ kombiniert hat. Dies hat als Intro gut gepasst, jedoch hätte ich mir als Auftakt doch eher „The Sea“ gewünscht, den Titelsong ihres neuen Albums. Viele neue Songs waren zu hören, gemixt mit den Hits wie „I Turn To You“, „Never Be The Same Again“ oder „First Day Of My Life“, die jeder kennt. Man könnte behaupten, dass die Setlist optimal für den Mainstream konzipiert worden ist. Hardcorefans hätten sich wahrscheinlich noch einige Riesen-Hits weniger, dafür noch einige unbekanntere Perlen gewünscht. Solche Fans hat die Sängerin übrigens europaweit – am Montag war eine ganze Horde Italiener anwesend, um das Konzert mitzuerleben. Das Schweizer Publikum gilt normalerweise eher als ruhig, doch die Stimmung war grossartig. Bei einem Song gab es eine Premiere: Melanie C spielte selbst Gitarre! Sie erklärte aber auch, dass sie noch in der Anfängerphase stecke und wirkte dabei leicht unsicher, was sie allerdings sympathisch und menschlich erscheinen liess. Zum ersten Mal waren übrigens auch Backgroundsängerinnen mit auf der Bühne, die den Songs noch mehr Tiefe verliehen und einen positiven Vibe erzeugten. Das Highlight der Show war der Coversong „Let There Be Love“ von Rosenstolz, bei dem sie sogar einige Zeilen Deutsch sang. Etwas schade war, dass sie den Titelsong des Albums „The Sea“, der ja auch Tourtitel ist, nicht gespielt hat. Und es fehlten eventuell auch einige rockigere Nummern – Das Konzert war eher auf Balladen beschränkt. Am Ende des Konzerts machte das Publikum die allseits bekannte „Laola-Welle“. Und die Sängerin strahlte: „Niemand ausser Euch macht diese Publikumswelle. Das ist der Hammer.“

Melanie C macht zwar keine grosse Bühnenshow, wie es Madonna oder Britney Spears tun, aber in manchen Fällen ist doch weniger mehr: Sie überzeugt mit Stimme, ehrlicher Popmusik und Sympathie. Ihre Band harmoniert wunderbar mit ihr und man sieht ihr auch an, dass sie Spass auf der Bühne hat. Noch heute bewegt sie sich wie eine 20-jährige und auch im Publikum kann kein Zuhörer still stehen, wenn die Powerfrau loslegt. Stimmlich ist sie sehr stark, auch wenn sie polarisiert. Sie schafft es, mit ihren Songs Gefühle zu transportieren, die Musik kommt direkt aus ihrem Herzen.

Fazit: Melanie C ist reifer geworden, die Songs etwas ruhiger, ihr Auftreten weiblicher, und doch hat ihre Musik noch immer Rock-Einflüsse, die ihren eigenen Stil hervorheben. Zu kritisieren gibt es nicht viel: Enttäuscht wird man nicht, wenn man ihr Konzert besucht. Unser Tipp also: Ab an’s nächste Live Konzert!




















Sonja Eberhard

Fotos: Sonja Eberhard



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