ALT-J IM PLAZA AM 27.11.2012

Im März 2012 waren Alt-J bereits einmal in der Limmatstadt Zürich, nun sind sie es im November 2012 erneut: Hat sich was geändert? Nicht viel, nur alles: Alt-J wurden von Kritikern über den Sommer hindurch in andere Galaxien gelobt wie keine zweite Tastenkombination. Anfang November gewannen Alt-J den „Mercury Prize“, d i e Auszeichnung für britische Newcomer-Bands schlechthin. Frühere Bands, die den Mercury Prize erhielten, waren beispielsweise The XX (2010), Suede (1993) oder auch Elbow (2008). „Alt-J“ auf der Computertastatur eingegeben, ergibt ein gleichseitiges (Hipster)-Dreieck ∆. Sie waren unter anderem das November-Titelbild der einflussreichen, englischen Musikzeitschrift NME. Das Dreieck, eine simple Form, eignet sich gut für die Generierung eines Hypes. Und gibt es eine gehyptere Band im Jahre 2012? Ich denke kaum. Während des Konzerts habe ich jedoch versucht, ebendiesen Hype in den Hintergrund zu stellen und mich vollends auf die Musik zu konzentrieren, denn um diese geht es unter dem Strich ja immer noch, oder?!

Der Konzertraum mit den zwei über der Bühne prangenden LED-Vögeln des Plaza Clubs war prall gefüllt. Das Leucht-Dreieck mit einem noch kleineren Dreieck drin war ebenso über der Bühne montiert und bereit zu scheinen. Es konnte also losgehen! Die vierköpfige Band betrat die Bühne ungefähr um 21 Uhr. Ohne ein Wort (was ich überaus sympathisch fand), begannen sie mit „Tessellate“. Der Typ am Keyboard (Name: Gus Unger-Hamilton) bewegte seine Lippen und seine Finger, sein restlicher Körper blieb steif. Ein „Let’s tessellate!“ durchhallte den Raum in einer warmen Tonalität. Die Kommunikation mit dem Publikum zwischen den einzelnen Tracks wurde minimalistisch beschränkt.
In der folgenden Stunde bewegte sich die Konzertgefolge in einem Schwebezustand: Die Menschenmenge bewegte sich beinahe nicht. Jedoch war es keine „Ich-mag-mich-jetzt-nicht-bewegen-weil-es-voll-langweilig-ist“-Attitüde, sondern vielmehr eine echte Trance. Alle hingen an dem warmen Klangton, der aus dem wundervollen Stimmorgan des Sängers Joe Newman stammte. Die mehrstimmigen Gesangseinlagen bei „Interlude 1“ waren ebenso eindrücklich und gelungen. Die mitwippende Menge schwelgte glücklich.
Bei „Bloodflood“ bauten Alt-J eine Atmosphäre auf, die das Blut sprichwörtlich zum fliessen brachte. Diese fantastische Welle blieb ungebrochen bis zum Schluss. Das letzte Lied war das Trip-Hop-angehauchte „Breezeblocks“, welches auch höchst geschätzt wurde. Die ausklingende Phrase des Songs „please don’t go I love you so, I love you so“ schien die Message an die Band selbst zu sein. Denn schon bald war die akustische Wunderkerze erloschen. Mit den zwei Zugaben-Tracks „Taro“ und „Handmade“ gaben Alt-J noch einmal alles! Ein solch musikalisches Feuer ist die Adventskerze der Klangliebhaber. Falls die zwei LED-Vögel keine LED-Vögel wären, wären sie wohl glücklich davongeflogen. Es bleibt nur noch die finale Feststellung: Alt-J sahen ganz und gar nicht alt aus.

u-wanna-a-buaig


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