ISLÄNDISCHE WÄRME: OF MONSTERS AND MEN IM KOMPLEX 457 IN ZÜRICH (21.3.2013)

Die Band aus Reykjavík kann als eine der grossen Überraschungen des letzten Musikjahres gesehen werden. Während ihre erste Single „King and Lionheart“ höchstens in spezialisierten Blogs und auf Indie Rock Playlisten auftauchte, erhielt die Band mit „Little Talks“ plötzlich exzessives Airplay. Demzufolge war das einzige Schweizer Konzert der Band auch schon seit Monaten ausverkauft.

Doch bevor die aus allen Landesteilen der Schweiz angereisten Fans den angenehmen Klängen des Hauptacts lauschen durften, war zuerst der Support Act Mugison dran, der ebenfalls aus Island stammt. Die teilweise von ihm gegebenen Klänge waren zwar teilweise sehr fragwürdig und verdutzten einige Konzertbesucher, während seines Sets konnte er jedoch dann durchaus seine Qualitäten zeigen und liess das Publikum bereits in einige interessante Klangwelten eintauchen.

Nach einer etwas zu langen Umbaupausen standen dann endlich die Hauptakteure des Abends auf der Bühne. Mit dem eher ruhigeren Song „Dirty Paws“ eröffnete die sechsköpfige Band das Set und konnte damit schon die Stimmung des Abends definieren: ruhig, aber doch energetisch und fröhlich. Bei „Slow And Steady“ wurde die Menge zum Mitklatschen animiert, was zusammen mit dem Song für eine wunderbare, bedächtige Stimmung geführt hat.

Mit „Skeletons“ einem Cover der amerikanischen Band Yeah Yeah Yeah’s spielten Of Monsters and Men an diesem Abend den einzigen Song, der nicht auf ihrem Debutalbum My Head Is An Animal enthalten ist. Und prompt passte dieser nicht so ganz in das Konzept, es war jedoch sehr spannend, den Song im Style der Band zu hören.

Den Song „Love Love Love“ stellte die Frontsängerin, die ein Englisch mit einem wunderschönen Akzent spricht, mit dem Versprechen vor, dass er von ganz viel „Liebi Liebi Liebi“ handle, was das Zürcher Publikum natürlich zu grossem Gejohle animierte, wie immer wenn eine Band einige Worte Schweizerdeutsch spricht halt. Gleich anschliessend wurde „King and Lionheart“ ohne Kommentar angehängt und die Stimmung und der Lärmpegel des Publikums steigerten sich merklich. Mit „Lakehouse“ spielte die Band daraufhin einen etwas unauffälligeren Song, um gleich daraufhin ihren bekanntesten Song, auf den das ganze Publikum wohl schon den ganzen Abend gewartet hat und für viele wohl überhaupt der Hauptgrund eines Ticketkaufes war, nämlich „Little Talks“ anzukünden. Das Geschrei im Publikum war lauthals und auch meine Freude, diesen Song, der mich und viele während des letzten Jahres stetig begleitet hat, endlich live zu hören. Der Song, der teilweise wie ein Dialog zwischen der Sängerin Nanna Bryndís Hilmarsdóttir und dem Sänger Ragnar Þórhallsson aufgebaut ist, deren Stimme live übrigens wunderbar und noch viel intensiver als auf CD klangen, schien jeden einzelnen Konzertbesucher zu bewegen. Die Band setzte ein Trompetensolo ein, wobei dieses sich wunderbar in den Song einfügte und mir eine angenehme Gänsehaut bescherte, obwohl ich eigentlich gar kein Fan von Trompetensoli bin. Doch Of Monsters and Men scheinen mich sogar so überzeugen zu können.

Die Band kündete das im Vergleich etwas langweilige „Six Weeks“ als ihren letzten Song an und verschwand daraufhin, natürlich kehrten sie jedoch gleich zurück und spielten noch „Sloom“ und „Yellow Light“. Von mir aus hätten sie auch nochmals drei Mal „Little Talks“ spielen können, da sich da dann schon zeigte, dass nicht alle ihrer Songs über die gleichen Qualitäten verfügen. Nichtsdestotrotz haben die Isländer dem Publikum einen wunderschönen Abend beschert und es wird spannend sein zu sehen, wie die Band sich entwickeln wird und ob sie an die Erfolge von „My Head Is An Animal“ anknüpfen werden können. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein.
Silvia Greber


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