EIN HALBES POLO-KONZERT IN LUZERN (23.03.2013)

Am 22. und 23. März 2013 spielte das Urgestein der Schweizer Mundartszene im Stadtkeller in Luzern: Der legendäre Polo Hofer. Dass er schon viele Jahre im Business ist, merkte man ihm am 23. März sehr gut an. Im guten wie im schlechten Sinne.

Polo Hofer: Wer kennt ihn nicht? Er hat mit Hits wie "Alperose", "Giggerig" oder auch "Summer '68" die Schweizer Musiklandschaft bis in alle Zeiten geprägt. Kein Wunder also, waren die beiden Konzerte Ende März in Luzern bis auf den letzten Platz ausverkauft. So war es auch am Samstag: Schon lange vor Türöffnung stand eine grosse Menschenmenge vor dem Stadtkeller, weil sich jeder den besten Platz sichern wollte. Dass Polo Hofer alle Generationen begeistert, spürte man sofort, da sich ganze Familien auf den Abend freuten. Wie so oft im Stadtkeller wurde ab 18.00 Uhr gemütlich gegessen (Der Stadtkeller ist für die grossartige Küche bekannt), um danach um 20.30 Uhr den Klängen des Konzertes zu lauschen. Pünktlich startete seine Band mit dem Intro und so erschien ein fröhlich lachender Polo Hofer auf der Bühne. Er startete sofort mit bekannten Hits und das Publikum war schon nach wenigen Minuten Feuer und Flamme für den sympathischen Musiker. Doch bereits nach dem dritten Song musste er sich auf einen Barhocker setzen und erklärte: "Ich bin krank heute Abend. Der Arzt hat mir davon abgeraten, heute aufzutreten. Aber ich liebe den Stadtkeller und mir bereitet das Auftreten so viel Freude… Ich werde das jetzt tun." Dafür erntete er natürlich stürmischen Applaus. Jedoch konnte er seine Grippe nur schlecht vertuschen und so musste er bereits nach 15 Minuten die Bühne wieder verlassen. Sein Gitarrist Mario Capitanio übernahm dann den Part des Sängers und so spielte die Band ohne Polo an der Front weiter. Eine eher undankbare Aufgabe: Die Band spielte toll und Capitanio präsentierte tolle Coversongs wie "La Bamba", "Crazy" oder "Purzle Rain", aber die Stimmung im Publikum sank mit jedem Song, da sich alle fragten, ob denn der Star des Abends wohl noch einmal auf die Bühne kommen wird. Nach fünf Songs zeigte sich Polo wieder und erfreute das Publikum, deren Stimmung langsam wieder aufkeimte, mit Songs wie "Rote Wy", "Blueme" oder "Wyssebüehl". Doch kaum war das Publikum wieder in Feierlaune, gab es eine 40-minütige Pause. Es wurde diskutiert im Zuschauerraum… Hätte Polo das Konzert besser absagen sollen? Er schien wirklich krank zu sein. Doch hätte er abgesagt, hätte es wohl einige enttäuschte Gesichter gegeben.
Nach der Pause holte er den grossartigen Berner Musiker Bruno Dietrich auf die Bühne, mit dem er "Don't Look Back" im Duett sang. Das klang absolut fantastisch. Daraufhin spielte Bruno Dietrich eine halbe Stunde lang alleine, bis Polo ganz am Ende nochmals auftauchte, um "Alperose" und "Im letschte Tram" zum Besten zu geben. Beim Über-Hit "Alperose" standen die Leute auf den Tischen, so sehr wurde der Auftritt von Polo gehuldigt. Und doch bekam man im Publikum auch einige negative Reaktionen zu hören. Enttäuschte Leute, die gerne mehr von Polo Hofer gehört hätten.

Fazit: Er ist und bleibt einer der grössten Mundartmusiker der Schweizer Geschichte, er ist Musiker mit Leib und Seele und vermag es auch mit bald 70 Jahren noch immer, alle Generationen zu begeistern. Dass er selbst an einem solchen Abend, an dem er selbst kaum auftritt, die Leute mit seinen Songs noch auf die Tische bringt, ist eine grosse Leistung. Dass er krank war, nahm ihm kein Mensch übel. Aber es gab enttäuschte Stimmen, die ein verschobenes Konzert bevorzugt hätten.
Bettina Siegwart


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