ZÜRICH OPENAIR 2013 (29.08.-01.09.2013)











Seit einigen Jahren hat auch Zürich endlich sein eigenes, grosses Festival. Nachdem die ersten beiden Ausgaben des „Zürich Openair“ von schlechtem Wetter und Organisations-Pannen geprägt waren, galt es dieses Jahr einiges gut zu machen. Die Veranstalter gelobten bereits im Vorhinein veranstaltungstechnisch grosse Änderungen und auch das vielseitige Line-up war vielversprechend – die Besucher durften also gespannt sein.

Und um es gleich vorweg zu nehmen: Die Organisation überzeugte!
Das Gelände, weitläufig und gut durchdacht, bot genügend Platz für alle. Sogar am ausverkauften Samstag verteilten sich die Besucherströme ideal. Selbst bei Headliner-Konzerten liess sich unweit der Hauptbühne angenehm stehen und geniessen. Wer aber lieber aus der Ferne beobachtete, konnte sich einfach auf der trockenen (!) Wiese im Hintergrund ein gemütliches Sitzplätzchen suchen. Selbstverständlich brauchte es trotzdem ab und zu ein wenig Geduld. Bei der Eingangskontrolle bildeten sich Schlangen und fürs WC musste man anstehen, aber eingefleischte Festivalgänger sind sich das gewohnt.

Aber nun zur Musik!
Als grosser Headliner am ersten Festivaltag hüllten die legendären Nine Inch Nails das Gelände in eine düstere Atmosphäre. Manche Fans waren weit her angereist, um dieses Stück Musikgeschichte in Zürich live zu erleben - und sie wurden nicht enttäuscht! Eine eindrückliche und gut durchdachte Lichtshow, gepaart mit Songs aus über zehn Jahren Nine Inch Nails, versetzten die Anwesenden in Begeisterung.
Weniger finster ging es auf der „Tent Stage“ zu und her. Die Eels stimmten –leider viel zu früh- auf den Donnerstagabend ein, anschliessend tanzten die Besucher zum Indie-Rock von Two Doors Cinema Club und es kam zum ersten Mal so was wie Party-Stimmung auf. Ab 23.00h beschränkten sich die Konzerte dann auf den sogenannten „Dance Circus“, wo Elektro-Fans auf ihre Kosten kommen sollten. Besonders gespannt erwartet wurde dort Boys Noize. Der deutsche DJ und Produzent heizte dem Publikum mächtig ein und sorgte für gute Laune, die weit in die noch junge Nacht andauerte!

Sonnenschein und die wunderbaren Belle & Sebastian - für den Freitagnachmittag hätten es die Organisatoren nicht besser treffen können. Ebenfalls erwähnenswert, der Newcomer Tom Odell, der mit viel Emotionen und musikalischer Überzeugung (nicht nur die Frauen!) verzauberte. Am Abend ging es dann Schlag auf Schlag weiter, diesmal kamen die Indie-Fans voll auf ihre Kosten!
Die Schotten von Franz Ferdinand boten ein stimmiges Programm mit gut gewählten Songs, sowohl alten als auch neuen. Sympathisch und mit viel Elan hatten sie das Publikum bald in der Tasche. Und gerade diesen Schwung und diese Freude am Spielen, fehlte dem anschliessenden Headliner beinahe gänzlich. Bei den Arctic Monkeys wollte der Funken einfach nicht recht springen. Nur wenige Song-Ausnahmen erinnerten daran, dass die äusserst erfolgreiche Indie-Band eigentlich als Hauptact des gedacht war…
Zur späten Stunde dann im Zelt noch ein Konzert der Extraklasse: Trentemøller. Beschreiben lässt sich dieser Auftritt nur schwer. Sphärisch-verträumt und doch dramatisch-bombastisch, ein Wechselbad der Gefühle. Schlichtweg beeindruckend!

Fettes Brot, The xx, James Blake und Paul Kalkbrenner - grosse Namen bescherten dem Zürich Openair einen ausverkauften dritten Tag. Die Hamburger Rap -Urgesteine von Fettes Brot unterhielten am frühen Abend die breite Masse prächtig. Mit viel Witz und bekannten Liedern bringen sie alle Voraussetzungen für einen tollen Festivalact mit.
Vermutlich weniger massentauglich und im ersten Moment unzugänglich waren anschliessend James Blake und Jessie Ware, an ihnen schieden sich die Geister der Festivalgänger. Spätestens aber bei The xx versammelten sich wieder alle vor der Hauptbühne, dieses Konzert wollte niemand verpassen. Nur wenige Bands waren in der letzten Zeit so hochgelobt und gefeiert worden. Doch gefeiert im herkömmlichen Sinn wurde bei The xx nicht. Das Trio tritt schlicht und souverän auf. Kühle und Distanz waren bewusst inszeniert. Erst gegen Schluss bildete sich eine Verbindung, eine Verschmelzung von Schwelgen, Träumen im Publikum und zwei harmonischen Stimmen auf der Bühne.
Ausgeträumt hiess es danach bei Paul Kalkbrenner, Party war angesagt. Der Techno-Superstar legte auf der Blue Stage auf und sorgte unter freiem Himmel für ein regelrechtes Feuerwerk. Im provokativen „Bayern München“-Shirt und gut gelaunt begeisterte er mit viel Bass und bunten Lichtern nicht nur Techno-Fans, sondern auch Skeptiker.

Das Sonntagsprogramm war ein wenig spärlich gesät, demensprechend leerer zeigte sich auch das Festivalgelände. Selbstverständlich gab es auch am letzten Tag, die eine oder andere Perle und vor allem eine abwechslungsreiche Musikvielfalt. Schweizer Reggae von Elijah, rockige Klänge vom Black Rebel Motorcycle Club oder feine Popmusik der engelhaften Ellie Gouling – Anwesenheit lohnte sich! Klar, nicht zu vergessen, die Ärzte. Wie bereits beim diesjährigen Openair St. Gallen gebührte ihnen die Ehre des grossen Finales. Wer jedoch nur eine fade Wiederholung des Auftritts im Sittertobel erwartet hatte, der kennt die Punk-Rocker schlecht. Die Ärzte zeigten sich mit einer anderen Setlist und viel Humor von ihrer besten Seite. Die verbliebenen Anwesend wussten das zu schätzen und verabschiedeten das Festivalwochenende gebührend!
Yvonne Zgraggen

Linktipps:
Offizielle Website Zürich Openair

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