IISCHI PARTY: SO BEBTE ES IM WALLIS - OPENAIR GAMPEL 2014


Volbeat (Zur Galerie)


Lo & Leduc (Zur Galerie)


Fettes Brot (Zur Galerie)


Scooter (Zur Galerie)


Pegasus (Zur Galerie)


Kyla La Grange (Zur Galerie)


Mando Diao (Zur Galerie)


Die Fantastischen Vier (Zur Galerie)

Das Openair Gampel ist für dieses Jahr Geschichte. Aber eine, die die Festivalbesucher nicht so schnell vergessen werden. Dank einem abwechslungsreichen Line-Up voller Partygaranten wurde vier Tage lang wild gefeiert.

DONNERSTAG
Am Donnerstag strömten schon so viele Menschen ans Openair Gampel im Wallis, dass schon am Nachmittag kaum noch ein Zeltplatz zu finden war. Obwohl es der erste Tag war, suchten verzweifelte Camper teilweise bis zu einer Stunde nach einem Platz - viele mussten den Pavillon eingepackt lassen. Der Grund für den Massenauflauf dürfte wohl Marilyn Manson gewesen sein. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an den Schock-Rocker.
Vorher genossen die Gampel-Besucher aber erstmal die Konzerte von den Schweizer Durchstartern Yokko und Royal Blood, dem Rock-Duo aus Südengland. Diese beiden Bands schafften es, ihre Zuhörer in die richtige Partystimmung zu versetzen, um dann für den grossen Hauptact bereit zu sein. Und um 20.30 war es endlich soweit. Marilyn Manson betrat die Hauptbühne. Er ist ein Weltstar, eine Legende, eine Kultfigur. Umso überraschender war die eher zurückhaltende Stimmung im Publikum.
Vielleicht waren die Erwartungen zu hoch. Oder die Fans waren enttäuscht, weil Manson nicht gerade mit atemberaubendem Gesang auffiel. Und auch die Stimmung des Musikers hielt sich in Grenzen. Er trat auf alles ein, was er auf der Bühne finden konnte und regte sich fürchterlich über ein nicht funktionierendes Mikrofon auf. So sehr, dass er anfing, die Mikrofone ins Publikum zu werfen. Da stand die Musik nicht so im Vordergrund.
Da stürmten schon vor dem Ende des Konzerts einige davon, um den Anfang von SKA-P nicht zu verpassen. Die bewiesen etwas mehr Professionalität auf der Bühne und brachten die Meute mit ihrer Ska-Punk-Performance zum Tanzen. Und wer danach noch Energie hatte, konnte sich im Anschluss mit Volbeat endgültig verausgaben. Dank der Band aus Dänemark kamen also auch die Metalfans noch auf ihre Kosten. Nicht nur die Songs überzeugten das Publikum, sondern auch die Musiker selbst. Grosse Sympathieträger sind sie nämlich. Mit der grossen Feuershow, die sie dem Publikum boten, präsentierten sie die perfekte Mischung aus Musik, Bühnenshow und Präsenz.
Kein Wunder krochen die wenigsten Besucher danach direkt in ihre Zelte. Wer noch feiern wollte, konnte das entweder auf der Playstation-Bühne mit der norwegischen Metal-Band Turbonegro tun, oder aber in einer der unzähligen Bars und Clubs, die die ganze Nacht für Party pur sorgten.

FREITAG
Der Freitag startete mit einem richtigen Knaller. Obwohl die meisten Festivalbesucher noch sehr verschlafen aus der Wäsche schauten, schleppten sie sich dennoch um 14.30 Uhr vor die Hauptbühne. Warum? Weil es wohl keinen schöneren Wecker gibt als die Berner Hip-Hop-Band Lo & Leduc. Schon nach den ersten Klängen wachte auch der hinterletzte Zuhörer auf und schwang sein Füdli zu den Täkten von "All die Büecher", "Blaui Peperoni", "Bini bi Dir" und natürlich dem Radio-Dauerbrenner "Jung verdammt". Das Duo, begleitet von einer Riesen-Band, bewies, dass sie nicht nur sehr gute Songschreiber sind, sondern auch live abrocken können. Und für das Highlight des Konzerts war Lo alias Lorenz Häberli verantwortlich, der einen Freestyle-Rap vom Feinsten hinlegte. So lässt es sich wirklich gern in einen Festival-Tag starten.
Und als ob das noch nicht genug Power wäre, folgte im Anschluss ein musikalischer Act, der im Nachhinein betrachtet zu den Grossartigsten des ganzen Festivals gehörte: Clean Bandit. Eine Mischung aus Klassik, Elektronischen Beats und unvergleichlich schönen Gesangsstimmen, die das Walliser Tal zum Beben brachten. Natürlich war die Begeisterung im Publikum gross, als der bekannte Hit "Rather Be" erklang. Doch auch bei allen anderen Songs konnten sich die Menschen kaum auf ihren Beinen halten, weil sie sich beim Tanzen derart verausgabten.
Nach so viel Power, Eleganz und Feingefühl schwebte man förmlich übers Festgelände. Immer mehr Menschen strömten aus ihren Zelten, denn es dauerte schliesslich nicht mehr lange bis zum Headliner des Abends: Fettes Brot. All die Fans, die so froh darüber sind, dass die Band nach ihrer Pause wieder zusammengefunden hat, wollten die deutschen Rap-Götter feiern. Und das taten sie auch. Fettes Brot spielten alte Hits wie "Jein", "Emanuela" oder "Schwule Mädchen", aber auch Songs vom eher neueren Album "Strom und Drang" - beispielsweise "Bettina, Zieh Dir Bitte Etwas an", "Erdbeben" und "An Tagen wie Diesen". Ein Knaller nach dem anderen. Es bebte im Publikum. Und jeder, der da war, war froh, dieses Konzert nicht zu verpassen.
Was dann folgte war nur was für echte Fans: Scooter gaben sich die Ehre. Es war genau so, wie zu erwarten war. Viele Beats, Party ohne Ende und nostalgische Lärmereien wie "Hyper, Hyper" oder "How Much Is The Fish". Auch wenn jeder Song eigentlich gleich klingt: Respekt dafür, dass diese Band mehr als 30 Millionen Tonträger verkauft hat und noch immer auf der Bühne funktioniert.
Im Anschluss gönnten sich die einen noch die Schweizer Band QL, während andere im "Gummiboot" zu Schlagersound tanzten oder in der "Coyote Ugly"-Bar die Schaumparty genossen.

SAMSTAG
Am nächsten Tag begeisterte Frank Turner mit seiner Band sein Publikum. Hier standen besonders viele Fans vor der Bühne. Immerhin hätte der Folk-Rock-Musiker bereits im vergangenen Jahr am Openair Gampel spielen sollen, musste damals aber kurzfristig wegen eines Rückenproblems absagen. Umso mehr powerte er jetzt drauflos. Und wurde von Anfang bis Ende mit grossem Applaus geehrt. Dennoch strömten noch vor den Zugaben bereits einige Menschen davon. Denn auf der Playstation-Bühne startete die Bieler Erfolgsband Pegasus mit ihrer Show. Und nicht nur durch ihre grossen Hits wie "Skyline" oder "Technology" eroberten sie die Herzen des Publikums im Sturm, sondern auch durch ihren hohen Grad an Musikalität und Sympathie, den Noah Veraguth und seine Jungs an den Tag legten. Wie die Musiker später im Gespräch mit hitparade.ch verrieten, waren sie sehr zufrieden mit ihrem Auftritt. Mehr noch als am Gurtenfestival dieses Jahr. Es war aber auch einfach richtig super.
Als die Abenddämmerung langsam anbrach, wurde es auf einmal eng auf dem Festivalgelände. Kein Wunder, schliesslich standen zwei Acts der Spitzenklasse bevor: Mando Diao und Die Fantastischen Vier! Mando Diao bewiesen einmal mehr, dass sie zu Recht als eine der besten Live-Bands betitelt werden. Sie brauchen nicht viel Firlefanz oder Showeinlagen auf der Bühne, weil ihr Sound einfach funktioniert. Damit holen sie die Menschen einfach ab. Okay, zugegeben, einer der Band spielte ohne Shirt. Und das sah sehr appetitlich aus. Aber dennoch haben sie in erster Linie durch ihren qualitativ hochwertigen Sound und die Ohrwurm-Melodien überzeugt. Schön auch, dass sie sich mit ihrem neusten Album in ein neues Genre wagten: Was vorher reiner Indie-Rock war, enthält jetzt auch ein paar elektronische Attribute und zwischendurch einige Synthie-Klänge. Sehr erfrischend, sehr authentisch und sehr Mando Diao. Einige aufmerksame und erfreute Zuschauer bemerkten auch Fanta-4-Smudo im Publikum mithüpfen.
Und dann? Ja, dann waren sie da: Die Fantastischen Vier. Sie reihten Hit an Hit und hüpften auf der Bühne herum, als wären sie noch immer 20. Dabei sind Smudo & Co. doch schon eine Generation älter als die Gampelgänger. Sie liessen wirklich nichts aus: "Sie ist weg", "MFG", "Gebt uns ruhig die Schuld" und "Ichisichisichisich" ist nur eine kleine Auswahl an Superhits, die sie dem Publikum voller Inbrunst und Energie um die Ohren knallten. Thomas D machte auch noch den "Krieger". Und bei "Smudo in Zukunft" gingen die vier Rap-Künstler dermassen ab, dass im Publikum kein Fuss mehr den Boden berührte.
Und eigentlich freute sich die ganze Fan-Meute darauf, direkt danach auf der Playstation-Bühne das deutsche Phänomen Marteria zu bewundern. Doch denkste: Es war so voller Menschen, dass keiner mehr eine Chance hatte, auch nur in die Nähe der Bühne zu kommen. Viele, die sich auf Songs wie "Endboss" oder "Lila Wolken" gefreut hatten, mussten schliesslich darauf verzichten. Aber auch denen ist mit Sicherheit nicht langweilig geworden. Am Openair Gampel ist es immer das Gleiche: Nach den Bands ist vor der Party!

SONNTAG
Der Sonntag versprach viel gute Laune. Sonnenschein Ritschi kümmerte sich bereits ab 11.00 Uhr um die verschlafene Meute. Doch beim energiegeladenen Strahlemann wird nicht gefaulenzt. Spontan holte der ehemalige Plüsch-Sänger zehn Personen aus dem Publikum zu sich auf die Bühne, um mit ihnen abzufeiern. Und sein Rezept funktionierte einwandfrei: Die Laune der Menschen war ganz oben: Dafür, dass es Tag vier und richtig früh am Morgen (für ein Festival) war.
Da konnte The Kyle Gass Band direkt anknüpfen. Der Musiker bewies, dass er auch ohne Tenacious-D-Kumpel Jack Black super auf die Gampel-Bühne passt. Wie es von offizieller Seite heisst, habe er sich im letzten Jahr mit Tenacious D so wohl am Gampel gefühlt, dass er unbedingt wiederkommen wollte. Und das lohnte sich definitiv! Er zeigte seine ernsthaftere Seite, auch wenn die Musik an seine bekanntere Band erinnert. Ein Musiker mit Herzblut und Leidenschaft, dem man anmerkte, wie sehr er seine Stunde auf der Bühne im Wallis genoss. Und das Publikum dankte es mit lautem Applaus!
Im Anschluss kamen auch die Fans Deutscher Musik nochmals auf ihre Kosten. Er gilt als grosses Talent in der Rapszene in unserem Nachbarland und bewegt sich auf dem absoluten Top-Niveau. Von der ersten Sekunde an hatte Casper sein Publikum in der Hand und schmetterte einen guten Ohrwurm-Song nach dem anderen hin. Und schliesslich sprang er mitten in seine jubelnden Fans, um in der Menge zu performen. Ein Künstler, der mit Sympathie und musikalischem Können von Anfang bis Ende zu überzeugen wusste.
Den Abschluss bildete die Schweizer Kultband Krokus. Die Musiker um Chris von Rohr schmetterten ihre Songs in einer Lautstärke aus den Boxen, dass auch diejenigen, die bereits ihre Zelte am Abbauen waren, nochmals kurz aus ihren Latschen kippten. Lebendiger, energiegeladener und rockiger hätte man das Openair Gampel nicht beenden können.
Wehmütig fuhren die Besucher mit den Bussen davon. Doch wie jedes Jahr gilt das Motto: Nach dem Gampel ist vor dem Gampel. Und wir freuen uns schon jetzt, wenn Iischi Party 2015 wieder steigt.
S.N. / Fotos Patrick Ineichen

Linktipps:
Offizielle Website
Interview mit Pegasus
Zur Fotogalerie

Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
deutsch
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?