FESTIVALBERICHT OPEN AIR GAMPEL 2015


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Iischi Party – Der Rückblick

Die Jubiläumsausgabe des Open Air Gampel ist vorbei. Und es stimmte fast alles: Das Festival im Wallis hatte mit 104'000 Menschen einen Besucherrekord zu verzeichnen und auch das Wetter spielte mit. Das Line-Up passte auch: insbesondere DEICHKIND legten am Freitagabend eine Show der Extraklasse hin. Dass aber DIE TOTEN HOSEN wegen einer Stimmbandentzündung Campinos ihren Auftritt absagen mussten, war für die Band selbst, für die Gampel-Organisatoren und nicht zuletzt natürlich für das Publikum ein herber Schlag. Zum 30. Geburtstag des Festivals hätte die Deutsche Punkband perfekt gepasst. Es gab tatsächlich einige Besucher, die nach der enttäuschenden News am Donnerstag ihre Zelte wieder zusammenrollten und das Gelände verliessen.


Den Donnerstag doch noch gerettet

Wer sich entschied, am Gampel zu bleiben, wurde nicht enttäuscht. Die Hardrock-Band HALESTORM bot eine musikalisch spannnende Show mit einem Schlagzeuger, der mit seinem grossen Solo eine beeindruckende Leistung ablieferte. Und auch THE SUBWAYS wussten ihr riesiges Publikum zu überzeugen. Anstelle des geplanten Headliners kam schliesslich KRAFTCLUB aus Deutschland auf die Bühne. Zwar kein Ersatz für wahre Hosen-Fans, jedoch boten sie eine tolle Show mit viel Power. Und als dann auch noch Die Toten-Hosen-Band auf der Bühne erschien – ohne Campino natürlich – und mit Kraftclub zwei Lieder performten, war die Partystimmung kaum noch zu überbieten.

Der Freitag mit dem Highlight des ganzen Festivals

Am nächsten Tag folgte ein Highlight der besonderen Art. DEICHKIND boten genau das, was man von ihnen erwartete: pure Eskalation. Die Bühnenshow war schlicht einzigartig, bei jedem Song veränderte sich das Bühnenbild. Sie fuhren schwere Geschütze auf, man konnte sich der Kraft und der Energie dieses Spektakels kaum entziehen. Den Song „Roll das Fass rein“ nahmen sie beim Wort. In einem riesigen Fass wurde die Band durch das Publikum gezogen. Und bei der Zugabe „Remmidemmi“ holten sie alle Bühnenelemente nochmals hervor, hüpften an elastischen Leinen auf und ab und holten gar eine Hüpfburg auf die Bühne. Zudem setzte sich einer der Musiker in ein Gummiboot, liess sich damit von den Fans tragen und schmiss weisse Federn in die Menschenmenge. Da stand kein Mensch mehr still. Damit bildeten Deichkind einen hervorragenden und nicht zu übertreffenden Abschluss des Freitags. Denn auch am Nachmittag und am Abend gab es einige Konzerte, die sich lohnten. Die KUMMERBUBEN zogen mit ihrem Auftritt das Publikum in ihren Bann. Auch Hip-Hop-Fans waren an diesem Tag versorgt, denn ELDORADO FM feierten so richtig ab. Trotz des heissen Wetters versammelte sich eine riesige Menschentraube vor der White-Stage. Am späteren Abend folgte AWOLNATION und war für Fans von typisch amerikanischen Highschool-Bands perfekt. Sie klangen stellenweise wie Blink 182 oder Wheatus. GOGOL BORDELLO machte mit unverfälschter Zigeunermusik so richtig Party. Als schliesslich nach dem Deichkind-Highlight auch noch MODESTEP dem Publikum ihren grossartigen Dubsteb um die Ohren knallten, war vollkommen klar, dass so schnell noch niemand ins Zelt geht um zu schlafen. Ein Tag voller Abwechslung, den man als bester Tag des Festivals bezeichnen könnte.

Ein Samstag für alle Stimmungen

Natürlich war auch der nächste Tag mit verschiedenen Highlights gespickt. Besonders viel Spass machte es, der Walliserin STEFANIE HEINZMANN bei ihrem Heimspiel zuzuschauen. Mit einer Mischung aus neuen und alten Songs, viel Charme und einer faszinierenden Stimme hatte sie das Publikum sofort fest im Griff. Speziell bei den Songs „Roots to Grow“, „In The End“ und „Glad to be Alive“ erntete sie besonders viel Applaus. Auch andere Schweizer Künstler sorgten an diesem Tag für Begeisterung. CHLYKLASS kümmerte sich um die Hip-Hopper und JAMES GRUNTZ versorgte den Rest. Der Höhepunkt des Tages war jedoch klar THE PRODIGY, die bereits bei ihrem ersten Song mit voller Wucht einstiegen und einer ihrer grössten Hits brachten. Einzig der Bass war etwas heftig, besonders, wenn man in der Nähe der Lautsprecher stand. Nach den sanften Blues-Klängen von EVERLAST auf der White-Stage war das ein ziemlicher Kontrast. Wer sich an dem Tag auf die BEATSTEAKS gefreut hatte, musste sich leider mit fünf Songs zufrieden geben. Denn auch dieser Sänger hatte Stimmprobleme, so dass das Konzert schliesslich abgebrochen werden musste. Die Fans wurden aber von SIMPLE PLAN entschädigt, die überraschend starke Songs performten und eine tolle Show boten. Dass man sich entschieden hatte, diese Band auf der etwas kleineren White-Stage und nicht auf der Hauptbühne – der Red-Stage – spielen zu lassen, ist nicht ganz verständlich. Das Gedränge vor und um die kleine Bühne war so gross, dass kein Durchkommen mehr war. Das hätte gefährlich werden können. Der Abschluss des Samstags war in den Augen der Autorin eher verstörend. DCCM – DEATH COME COVER ME spielten auf der White-Stage. Eine Band, die Mainstream-Popsongs in Metal verwandelt. So beispielsweise Hits von Rihanna, Taylor Swift oder den Spice Girls. Irgendwie lustig, irgendwie merkwürdig. Man wusste nicht recht, ob man nun lachen oder gehen sollte. Die Band ist musikalisch top – abgesehen von der Ton-Treffsicherheit des Sängers – und wäre wahrscheinlich eine tolle Metalband. Doch die Mischung mit Pop ist eher fragwürdig. Gute Idee, die man wahrscheinlich besser umsetzen könnte.

Der Sonntag als würdiger Ausklang

Am letzten Festivaltag war richtig schön. Die Menschen waren nicht mehr in lauter Partystimmung, sondern ganz gechillt. Dazu passte die Musik perfekt. ALL THE LUCK IN THE WORLD, die den letzten Tag einläuteten, dürfte man als Überraschung des Festivals bezeichnen. Wunderbare Musik, perfekt abgestimmt, mehrstimmige Gesänge, Gänstehaut-Momente und tolle Melodien. Danach folgte STRESS, der von den Gampel-Besuchern nochmals alles abverlangte und wild über die Bühne hüpfte. Highlight seines Auftritts war Gastsängerin Evelinn Trouble, die nicht nur für den gemeinsamen Song „Paradis perdu“, auf der Bühne stand, sondern während des ganzen Konzerts. Danach gab die Walliserin SINA ein Heimspiel und überzeugte mit Sympathie, tollen Songs ihres aktuellen Albums „Tiger & Reh“ und einer nach wie vor unverwechselbaren, tollen Stimme. Da Adrian Stern als Produzent ihrer aktuellen CD fungierte, stand er während des Konzerts als Gitarrist auf der Bühne. Gemeinsam mit ihm sang Sina schliesslich seinen Hit „Amerika“, wofür die beiden tosenden Applaus ernteten. Danach folgte ADEL TAWIL. Er spielte mehrere grosse Hits aus seiner Zeit von Ich + Ich und natürlich auch die beiden tollen Songprojekte „Lieder“ und „Unsere Lieder“. Im Interview mit hitparade.ch erzählte er noch ein wenig mehr davon. Er beeindruckte mit grossartiger Stimme und auch seine Backgroundsängerin machte eine gute Figur. Sie sang den Part von Cassandra Stehen im Song „Stadt“ und griff bei manchen Songs zur Geige. Bei der Zugabe „Vom selben Stern“ wagte sich Adel Tawil ins Publikum und sang gemeinsam mit den Fans, die ihr Glück kaum fassen konnten. Besonders ein kleines Mädchen in der ersten Reihe war starr vor Entzückung, als Adel ihr das Mikrofon unter die Nase hielt. Vom Publikum war nur ein „Jöööö“ zu hören. Ein richtig schöner Moment.
Danach kamen Fans von traditioneller Schweizer Musik auf ihre Kosten. Z’HANSRÜEDI ENDFRENZZ bespielten die White-Stage. Der Walliser geniesst eine Art Kult-Status und zog somit ein grosses Publikum an. Danach kam schliesslich der Deutsche Musiker CLUESO, der einen würdigen Abschluss des Festivals bildete. Seine reine, tolle Stimme und die grossartigen Songs mit den tiefgehenden Texten sorgten dafür, dass es auch ganz am Ende nochmals ein riesiges Konzerthighlight gab.

Stella Nera

Linktipps:
Offizielle Website
Interview mit Adel Tawil

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