FEELGOOD FESTIVAL (29./30. JULI 2016)


Florian Ast (Zur Galerie)


Baschi (Zur Galerie)


Dodo (Zur Galerie)


Liricas Analas (Zur Galerie)


Patent Ochsner (Zur Galerie)


Abschied OK (Zur Galerie)
Fotos: Dominik Yoko Wyss

EIN SCHWEIZERISCHES SCHLUSSBOUQUET


Zehn Jahre lang war das Feelgood-Festival in Niedergösgen eine Institution. Regelmässig spielten nationale und internationale Acts auf der Bühne, tausende Besucher und Festivalfans pilgerten alljährlich in die kleine Gemeinde und die Beliebtheit stieg immer weiter an. Nun aber ist Schluss. Am vergangenen Wochenende fand das Feelgood-Festival zum zehnten und letzten Mal statt. Ein trauriger Abschied, der aber schöner nicht hätte sein können.


Die Traurigkeit über das Ende des sympathischen und grossartigen Festivals mischte sich mit purer Freude, als die Konzerte für die letzte Feelgood-Runde am Freitag starteten. ARC BOISEN, YOKKO und PADDY MURPHY machten den Anfang und schafften es allesamt auf Anhieb, das begeisterte Publikum mitzureissen. Die perfekte Einstimmung für BASCHI, der danach folgte. Auch wenn bei ihm die ersten zehn Konzertreihen aus Fans im geschätzten Alter zwischen 8 und 14 Jahren zu bestehen schien, so legte er in gewohnter Baschi-Manier los und haute auch mal den ein oder anderen nicht ganz jugendfreien Spruch raus. Natürlich fehlten in seiner Setlist die beliebtesten Songs wie „Wenn Du das Lied ghörsch“, „Irgendwie wunderbar“ oder „Wenn das Gott wüsst“ nicht - und als er am Ende „Bring en hei“ anstimmte, sangen wohl selbst jene Festivalbesucher mit, die es noch gar nicht aus ihrem Zelt geschafft hatten.
Mit perfekt aufgeheizter Stimmung ging es weiter zum grossen Headliner FLORIAN AST. Der legendäre Mundart-Musiker lieferte eine grossartige Show, machte gute Stimmung, nahm sich zwischendurch auch mal selbst aufs Korn und begeisterte sein Publikum mit vielen alten und neuen Hits. Den Einstieg machte er direkt mit einer rockigen Version von „Meitschi“. Und schon bald darauf folgten auch „Daneli vom Trueb“ - inklusive Rapeinlage und Handharmonika - und natürlich auch „Bruuni Ouge“, „Gemschelibock“ und „Sex“. Für einen Song holte er gar noch Baschi mit zu sich auf die Bühne, der den Text von „Blueme“ zwar nicht so genau kannte, jedoch viel Spass auf der Bühne hatte. Flöru sei der erste gewesen, der ihn nach seiner MusicStar-Teilnahme als Voract mit auf Tour genommen habe, erklärte der Basler Musiker. Flöru machte danach mit weiteren alten Überflieger-Songs weiter - und selbst Teenager sangen mit. Auch neuere Lieder wie „Wie am erschte Tag“ kamen grossartig an - zumal der energiegeladene Sänger während des Songs fröhlich durchs Publikum spazierte und seine Fans umarmte. Den Abschluss machte Florian mit „Ängu“ - und hinterliess damit ein perfektes Gefühl in den Bäuchen der Festivalfans. Kurz darauf folgte bereits das Abschlusskonzert des Freitags - Chuelee gaben sich die Ehre. Mit ihnen tanzten die Hartgesottenen in die Nacht.

Am Samstag ging es direkt mit den nächsten Highlights weiter. HILFSSHERRIFF TOM, CHRISTIAN SCHENKER & GRÜÜVELI TÜÜFELI weckten die müden Feelgood-Besucher auf, PASCAL GEISER und ANNA KÄNZIG sorgten dafür, dass sich immer mehr Musik-Fans vor der Bühne versammelten. Danach folgte STRAWBERRY JAM FEAT. JESSY HOWE - und damit ging das Zepter wieder an die grossen Schweizer Künstler über. DODO mischte das Publikum auf und erntete natürlich insbesondere mit „Hippiebus“ viel Beifall. Und was dann folgte war ein Ausflug in eine ganz andere musikalische Richtung. LIRICAS ANALAS aus dem Bündnerland machten von A bis Z Partystimmung auf der Bühne. Mit ihrem elektronischen Hip Hop in sympathischem Rätoromanisch sorgten sie bis in den hintersten Reihen für grossartige Stimmung. Die Jungs zeigten viel Energie und wurden am Ende zu Recht mit viel viel begeisterten Pfiffen und Applaus verabschiedet.
Nun, so kurz vor dem Abschlusskonzert des Feelgood-Festivals in Niedergösgen, war es an der Zeit, dass das OK die Bühne betrat. Mit offensichtlich vielen Emotionen bedankte sich das seit dem ersten Tag eingespielte Team bei Publikum, Helfern und Bands. Mit kräftigem Applaus wurde das OK verdient dafür gefeiert, dass in den vergangenen zehn Jahren immer wieder ein Top-Event mit Top-Bands zustande kam. Ob das Festival in die Hände eines neuen, motivierten OKs fallen wird, steht zurzeit in den Sternen.
Nach mehreren Laola-Wellen, Augenwasser und Jubelrufen wurde direkt von der Bühne aus ein Feuerwerk über der Bühne gezündet. Und damit das (vorerst?) letzte Konzert des Feelgood-Festivals in Niedergösgen eröffnet.
Die Ehre hatte die Berner Erfolgsband PATENT OCHSNER. Mit viel Elan wurde direkt mit dem grossen Hit „Fischer“ gestartet. Grosse Begeisterungsstürme gabs aber unter anderem auch für Perlen wie „Sunnechünig“, „Bluetbadbullshitläärloufmagerquark“ oder „Sunnedeck“. Die Stimmung war auf und vor der Bühne von der ersten Sekunde an top - und wie immer wurden von Frontmann Büne Huber und der grossartigen Band hochkarätige musikalische Ausflüge in verschiedenste Welten bereitet. Da rappte der sonst gelassene Gitarrist Disu Gmünder Manillios Part in „Sunny Side Up“, da legte Saxofon-König Menk Grossniklaus bei „Ludmilla“ und „Schlarlachrot“ Solis hin, durch die man in verschlungene Tiefen der Songs eintauchen konnte, da legte sich Christian Brantschen - zuständig für liegende und auch hängende Tasten - mit einer Inbrunst ins Zeug bei „Fischer“, da begeisterten die Bläser bei „Trybguet“ mit einer neuen Ohrwurm-Einlage am Ende des Songs, die noch Tagelang in den Gehörgängen hängenblieb… diese Aufzählung könnte ewig weitergehen. Jeder auf dieser Bühne sorgte für Wow-Momente. Und natürlich Büne Huber. Mal schrie er mit Inbrunst, wenn die Emotionen hochfuhren, mal übergoss er sanfte Töne mit gewohnt honigwarmer Stimme. Dazwischen gabs viele Emotionen, Klamauk und ernste Worte - und er entliess die begeisterte Masse nach „Scharlachrot“ mit seinem unverwechselbaren Schlusssatz „Häbed nech Sorg, passet uf nech uf u löhnt nech nüt la gfaue. Nie. Nie. Nie“. Worte, die treffender nicht sein konnten.

Damit verabschiedet sich das Feedgood-Festival. Doch während das eine Auge weint, lacht auch das andere. Denn der Abschluss hätte nach diesen Darbietungen schöner nicht sein können. Und wer weiss, ob nicht bereits erste Ideen für ein neues Festival entstanden sind.

Tausend Dank für die vergangenen zehn Jahre, liebes Feelgood-OK. Ihr wart grosses Kino.

Stella Nera

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