OPEN AIR GAMPEL 2016


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Fotos: Patrick Ineichen

Rockig und wild auf Wallisertitsch


Am Sonntag ging das Open Air Gampel zu Ende. Vier Tage lang wurde wild gefeiert, hart gerockt und unendlich genossen.


Ganze 102’100 Festivalfans waren vom Donnerstag bis am Sonntag auf dem Gampelgelände. Damit lag das Open Air wieder im ähnlichen Rekordbereich wie im vergangenen Jahr. Gleich zwei Mal wurde mit dem Freitag und Samstag die magische Publikumsgrenze von 30’000 Besuchern überschritten - am Samstagabend gab’s mit 33’000 Menschen gar einen Besucherrekord. Kein Wunder, schliesslich hatte das beliebte Festival im Wallis auch einiges zu bieten.
Fans wohl so ziemlich jeden Musikgeschmacks kamen während der vier Tage auf ihre Kosten. K.I.Z., SUM41, ALAN WALKER und viele mehr machten aus dem ersten Tag ein echtes Erlebnis. Und das war längst nicht alles. So berauschte NOEL GALLAGHER bereits am ersten Tag nicht nur Indie-Fans, sondern machte allen Oasis-Nostalgikern eine riesige Freude, indem er „Wonderwall“ wieder aufleben liess. Die Musik des eigensinnigen Briten klang fantastisch. Die Show selbst jedoch wirkte streckenweise energielos, was sich auch im Publikum widerspiegelte. Viele genehmigten sich Gallagher gemütlich beim Bier sitzend, statt im Gedränge auszurasten. Diese Stimmung änderte sich schlagartig, als BIFFY CLYRO mit seiner Band die Bühne rockte. Das Energielevel schnellte aufs Maximum. Alle Musiker verausgabten sich bis zum Gehtnichtmehr, während die Fans dies mit Begeisterung empfingen und in Form von lautem Gejohle, wildem Gehüpfe und leinwandbreitem Lächeln zurückgaben.
Am Freitag war nichts mit Ausruhen! Bands wie YOKKO, CLUTCH und vor allem auch PARKWAY DRIVE brachten ganz schön viel Energie in die Westschweiz. Richtig ab gings schliesslich bei BREITBILD. Unfassbar viele Menschen feierten mit den Bündnern das grosse Comeback - und dieses hat sich offenbar gelohnt. Mit viel gutem Stoff rappten sich die Jungs über die Bühne und sorgten für Mega-Stimmung. Ein weiteres Highlight an diesem Tag war der Auftritt der EAGLES OF DEATH METAL. Musikalisch absolut top. Die Fans feierten die Band. Dennoch war es ein Konzert, das im Vorfeld für viel Diskussionsstoff sorgte, da Frontmann Jesse Hughes nach den Anschlägen in Paris kontroverse Aussagen machte bezüglich Waffen und Religionen.
Was danach folgte war ein Konzert, das man als eines der besten des ganzen Festivals bezeichnen könnte. BLUMENTOPF spielten auf der Red Stage und bewiesen, dass sie nicht nur grossartige Songs mit sackstarken Texten geschrieben haben in den vergangenen Jahren, sondern dass sie in der Kategorie „Freestyle-Rap“ ganz ganz ganz ganz oben mitspielen. Was im Publikum passierte, wurde direkt in den nächsten Satz eingebaut. Das Publikum kriegte sich vor Erstaunen und Begeisterung kaum ein, konnte teilweise kaum entscheiden, ob sie andächtig zuhören oder pfeifen und klatschen sollten. Umso trauriger, dass die Band auf Abschiedstour ist - das Konzert in Hampel war das zehntletzte überhaupt. Die Fans kamen mit diesem Auftritt auf jeden Fall nochmals so richtig auf ihre Kosten.
ROBIN SCHULZ sorgte am Freitagabend dafür, dass nun auch der allerletzte Partygast das Motto des Festivals „Iischi Party“ auch wirklich versteht und umsetzt. Mit Feuer, Rauch, Licht und viel LED-Show verwandelte der DJ das Open-Air-Gelände zu einem riesigen Dance-Floor und fetzte einen grossen Hit nach dem anderen über die Lautsprecher. Wer hier noch stillstand, musste wirklich betrunken sein.
Am Samstag geschah das erste Wunder direkt beim allerersten Konzert. Der Krienster Musiker DAMIAN LYNN bewies, dass er längst auf die grossen Bühnen gehört. Ausgerüstet mit Loop-Station und Gitarre sowie einem Drummer spielte er eigene Songs mit grossem Ohrwurm-Potenzial und haute dabei ganz schön auf die Pauke. Und auch mit Coversongs traf er genau ins Schwarze. Genial interpretierte er den Song „I’m sexy and I know it“ und beeindruckte mit einem Medley aus Hip-Hop- und Charts-Songs seine inzwischen üppig ausgewachsene Fangemeinde. Ein weiteres Highlight an diesem Tag wäre wohl SOPHIE HUNGER gewesen, die leider kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Mit OPEN SEASON wurde ein Ersatz gefunden, der viele Besucher sehr erfreute. Nichtsdestotrotz gab es zahlreiche weitere Gründe, weshalb der Samstag zum wohl besten Festivaltag wurde: PATENT OCHSNER spielten zwar am Nachmittag, spielten jedoch vor sehr sehr viel Publikum, das nach jedem Song in Begeisterungsstürme ausbrach. Gute Laune brachten sie sowieso mit, da sie an diesem Tag, kurz vor ihrem Auftritt, von der Gemeinde Gampel-Bratsch geehrt wurden, indem sie im Dorf einen Stern auf den Strassen einweihen durften.
Auch die SPORTFREUNDE STILLER hatten viel Publikum vor der Bühne - so dass kaum mehr ein Druchkommen war. Eine grosse Party gabs bei den beiden Deutschen Cowboys THE BOSSHOSS. Die zwei sympathischen Jungs rockten im Western-Stil und gaben Gas wie nichts - am Ende holten sie um die 30 Frauen auf die Bühne, um mit ihnen gemeinsam abzutanzen. Stimmung pur, kann man da nur sagen. Das allergrösste Fest gabs jedoch bei PAROV STELAR. Zwar fingen sie verspätet an, jedoch hauten DJ, Sängerin, Bläser und die restlichen Musiker sofort dermassen mit ihrem Elektro-Swing rein, dass niemand sauer war. Im Gegenteil: Bei strömendem Regen tanzten die Gampelfans ausgelassen bis ganz am Ende durch. Ein Konzert, das wohl unvergesslich bleibt.
Richtige Festivalgänger sind auch nach vier Tagen noch wach. Solche wahren Fans schien es dieses Jahr am Open Air Gampel aussergewöhnlich viele zu geben. So fand die erste Party bereits bei MÜSLÜM statt, der echt viele Menschen bereits am Mittag vor die Bühne locken konnte. Aber auch RED, BASTIAN BAKER und 77 BOMBAY STREET, G-EAZY und GLASPERLENSPIEL sorgten dafür, dass die Zelte vielleicht doch eher später abgebaut wurden…

In Erinnerung bleibt jedoch nicht nur die Musik. Es ist wie im jeden Jahr eine besondere und herzliche Stimmung am Open Air Gampel. Die Walliser kann man einfach nur ins Herz schliessen. Die freundlichen Menschen mit ihrem unvergleichlich umwerfenden Dialekt gehören ebenso zum guten Image des Open Air Gampel, wie das alljährlich geniale Line-Up, das für jeden Musikfan viel Spannendes bereithält. Die im Vorfeld des Festivals für viel Gesprächsstoff gesorgte Marketingkampagne rund um den Logowechsel wurde am Festival mit einer Live-Inszenierung des Songs «Iischi Party» der fiktiven Band Gerd & da Polis und dem Logowechsel vom Wolf wieder zum unpolitischen Steinbock würdig abgeschlossen.

Stella Nera

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