VADER, ROTTING CHRIST, ANOREXIA NERVOSA, LOST SOUL, AM 12.10.05 IM Z7, PRATTELN

Einmal mehr sollten wir in den Genuss einer speziellen Bandzusammenstellung kommen. Es dürfte wohl bekannt sein, dass Black und Death Metal zwei verschiedene Schienen sind, sowohl vom Image als auch vom Musikalischen. Dennoch fand diese Tour den Weg in unsere Gefielde, welche bei den meisten – und auch bei mir – durchaus Gefallen fand.

Pratteln 20 Uhr. Pünktlich wie immer beginnt auch schon der erste Act dieses unterhaltsamen Abends namens Lost Soul, welche als Ersatz für Devine Empire einsprangen. Die Polen machten mit ihrem groovigen und stampfenden Death Metal schonmal recht Stimmung und bereitete uns auf den Hauptact – ebenfalls aus Polen – Vader vor. Viel gehört hat man von dieser Band eigentlich nicht. Dennoch bleibt zu sagen, dass Bands aus der polnischen Metal Szene stets auf hohem Level spielen und auch meistens überzeugen können. Was mir allerdings bei Lost Soul fehlte, war ein eigener Charakter. Zu plagiatorisch das ganze.
Nun, Anorexia Nervosa – eine französische Melodic Black Metal Band im Stile von Cradle of Filth und Dimmu Borgir – hatten ihren durchaus ansehlichen (und anhörlichen) Auftritt. Dennoch konnten sie mich nicht auf voller Linie überzeugen, waren doch die symphonischen Elemente zu stark im Hintergrund, so dass viel an Atmosphäre verloren ging. Nichtsdestotrotz ging es ordentlich ab (dafür sind ja schliesslich die Gitarren und die Drums zuständig, und die waren deutlisch rauszuhören). Alles in allem ein recht kurzweiliger Spass, der wohl kaum als ein grossartiges aber auch kein schlechtes Konzert in Erinnerung bleiben wird.
Nun kam die eigentliche Überraschung für diesen Abend, sind doch Rotting Christ ein ziemliches Urgestein innerhalb der extremen Metal Szene. Doch blieb dieser Band der gebührende Ruhm immer verwehrt, so dass viele gar nicht wussten, was diese Band eigentlich für Musik produziert. Dazu trägt sicher auch bei, dass sie für ihre Musik aus einem doch recht untypischen Land kommen: Griechenland. Nun, was macht diese Band so besonders? Besonders daran ist z. B., dass sie keinen definitiven Stil besitzen. Will heissen: Etwas Death Metal hier, etwas Black Metal da und Doom dort, gewürzt mit dezenter Symphonik und Melodik. Vergleichbare Bands sind unter anderem Moonspell oder stellenweise auch Samael aus hiesigem Lande. Was kann man zu ihrem Auftritt nun sagen? Ich weiss nur, dass ich sie schon einmal gesehen habe, nur weiss ich nicht wo und wann... Dennoch: ich verneige mich vor dieser Band. Tolle Stimmung. Soundtechnisch konnte ich auch keine Mängel finden, so bleibt mir nur zu sagen: schaut euch diese Band bei nächster Gelegenheit an!
Ok Nun war es Zeit für den kultigen Headliner, der in Death Metal Kreisen (und nicht nur dort) ihren absoluten Status hat: Vader. In ihrem Heimatland Polen als Helden gefeiert, mähten sie wieder einmal das Z7 nieder. Mit ihrer sehr abwechslungsreichen und technisch reifen Musik gefallen sie einer breiteren Masse wie z. B. typische US Death Metal Bands. Ich würde sagen, es hat Gefühl – was nun etwas sentimental klingen mag, jedoch der markante Unterschied zu anderen Acts in diesem Genre. Kenner wissen schon, was ich meine. Der einzige Haken an der ganzen Geschichte ist, dass ich die schon zig-mal gesehen habe. Trotzdem: Gegen Vader ist kein Kraut gewachsen. Überraschenderweise kamen auch die neuen Songs gut rüber und sowohl technisch als auch stimmungsmässig war nichts einzuwenden. Und etwas anderes ist man von ihnen auch gar nicht gewohnt. Abschliessend bleibt noch zu erwähnen, dass ihr Raining Blood Cover von Slayer mächtig reinhaute. Hut ab!
Ragnar


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