HELLBOUNDZ OF DOOM AND THRASH: DESTRUCTION AND CANDLEMASS (DOUBLE HEADLINER TOUR) AM 08.11.2005

Ein wahrlich ungewöhnliches Paket, welches da auf uns zuzukommen scheint. Jedoch gar nicht einmal weit gefehlt, denn wir sollten eines Besseren belehrt werden, was die doch etwas ungewöhnliche Zusammenstellung vermuten lässt.Doch wie kam es zu dieser Allianz? Was suchen die Götter des Doom (Candlemass) mit einer der Legenden des Thrash (Destruction)? Lassen wir uns überraschen.

Den Anfang machten die finnischen Deathchain, die ihre Musik als Death/Thrash Metal bezeichnen. Ich bin glücklicherweise schon früher auf diese Band aufmerksam geworden, so wusste ich auch, was auf mich zukommen sollte: gnadenloses, aber koordiniertes Gebolze, stets auf hohem – halt finnischem – Niveau. Wer hier nicht den Kopf im Takt mitschüttelte, war definitiv am falschen Ort gelandet. So wie es sich im Thrash Metal gehört, war denn dies auch eine recht kurze und bündige Sache, folglich war nach einer halben Stunde schon fertig. Nun gut, für eine Vorband von insgesamt Vier Acts kann ich das auch nachvollziehen (und mehr hätte ich erfahrungsgemäss auch gar nicht erwartet). Dennoch bleiben mir diese in guter Erinnerung.

Weiter ging es mit den für mich völlig unbekannten After All aus Belgien. Hier kann ich nun wirklilch nicht viel sagen, denn da fehlte mir absolut der eigene Touch, spielten sie doch völligen standard Thrash Metal, wie man ihn von Deutschland viel besser kennt. Die Band gibt es aber schon eine ganze Weile (erster Release: 1992), ist wohl auch verständlich, wieso diese nie den Durchbruch geschafft haben: keine Identität. Das will nun nicht heissen, sie spielen schlechte Musik...

Endlich kamen die ersten Headliner und dies in Form der absolut kultigen Candlemass. Die Doom Metal Band rund um den Charakterkopf Messiah (Gesang) konnte mich auf voller Linie überzeugen. Angefangen beim stimmigen Bühnenbild (abwechselnd gelb und rot leuchtende Kreuze), der absolut perfekten Abmischung des Sounds über Bühnenpräsenz, bis hin zur Atmosphäre, welche versprüht wurde. Es war schlicht genial. Sowohl Klassiker als auch neuere Stücke kamen nicht zu kurz. Nun verstand ich auch endlich, weshalb diese Band so hochgejubelt wird (zuvor hatte ich diese – oh schreck – nie live gesehen). Aber schliesslich sind diese Götter des Dooms auch schon seit 20 Jahren dabei – sicher eine der besten Liveacts aus Schweden (und im Bereich Doom Metal sowieso). Nach einer mehr oder minder anständig Spielzeit von etwa 75 Minuten beendeten sie ihre Performance nach drei Zugaben unter tobendem Applaus.

Zum Schluss kamen eine der drei Thrash Götter Deutschlands (neben Kreator und Sodom): Destruction. Die Süddeutschen, welche ihren Bandraum unter anderem auch einmal in Basel hatten, gehören für mich mitunter zu den besten Livebands, wohl auch, weil ich ein grosser Thrash Metal Fan bin. Diesen Abend sollte es jedoch etwas anders aussehen. Nun ich weiss, wie schwer es ist, eine Band vor allem live abzumischen, dennoch bin ich vom Z7 eigentlich anderes gewohnt. Kurz gesagt: Schmier (Gesang, Bass) hatte eine viel zu hallige und dominante Stimme, und Mikes ansonsten hervorragendes Gitarrenspiel war auch etwas zu dumpf abgemischt. Sehr schade, denn so kam nie wirklich tolle Stimmung auf. Es mag wohl auch daran liegen, dass ich wesentlich bessere Auftritte sah und möchte an dieser Stelle der Band auch keine Vorwürfe machen. Hinzu kommt, dass ich hohe Ansprüche stelle; ein anderer mag da weniger pingelig sein. Dennoch als schlecht würde ich diesen Auftritt nicht bezeichnen. Jemand anderes hätte wohl ein Gütesiegel „Gut“ verliehen.
Bleibt abschliessend zu sagen, dass mich die etwas geringe Besucherzahl verwunderte. Erstens lieferten beide Bands dieses Jahr ein gutes Album ab, zweitens sind beide wohlbekannte Bands innerhalb der Szene. Wo es wohl fehlte, war, dass diese Art von Musik wirklich nur einer Hand voll von Leuten gefällt (gemessen an der grossen restlichen Masse unserer Gesellschaft). Denn Destruction und Candlemass tourten auch schon einmal zusammen durch Europa, dies aber Ende der 80er, so blieb nur der harte Kern zurück – oder stiessen später hinzu. Ein anderes Faktum war sicher auch, dass der Gig unter der Woche statt fand. So hoffe ich auf wieder bessere Zeiten...
Ragnar


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