NITS IM VOLKSHAUS ZÜRICH AM 15. DEZEMBER 2005

Zwei Jahre nach ihrem letzten Konzert beehrten die niederländischen Popkünstler wieder einmal das Volkshaus in Zürich. Auch wenn die neue CD „La nuit“ unter den vielen Neuerscheinungen des Herbstes fast etwas untergegangen war, konnte sich die Band wiederum auf ihr seit Jahren treues Stammpublikum zählen, auch wenn die Halle für einmal nicht ausverkauft war.

Die auf die drei Ur-Nits-Mitglieder Henk Hofstede, Rob Kloet und Robert Jan Stips geschrumpfte Band begann den Gig fast akustisch im kleinen, intimen Rahmen mit dem Klassiker „Sketches Of Spain“, der in ein neues Soundgewand gekleidet wurde, während im Hintergrund Bilder des spanischen Bürgerkriegs projeziert wurden. Die zu den jeweiligen Songs passenden Projektionen zogen sich durch das ganze Konzert und waren Nits-like manchmal ironisch-witzig, manchmal nostalgisch, manchmal aber auch kritisch.
„Cars & Cars“, das sich eng an die Studio-Version hielt, war dann schon einer der Höhepunkte. Mit „Giant Normal Dwarf“ und „A Touch Of Henry Moore“ spielten sie zwei weitere Klassiker, bevor mit „The Milkman“ der erste neue Song angesagt war – ein Song mit schweizer Wurzeln, inspiriert durch Olli von „Stop The Shoppers“.

Nach „J.O.S. Days“, einem Song über das Song über das Versagen, endete der erste Teil. Während Sänger Hofstede mit der Gitarre bereits den nächsten (neuen) Song, „The Wind-Up Bird“ anspielte, zügelten Kloet und Stips zu den grösseren, normalen Varianten ihrer Arbeitsgeräte, Drums resp. Synthesizer. Nach gut zwei Stunden hatte sich die Band dann durch neu arrangierte Klassiker („Bike In Head“, „Nescio“, „Adieu Sweet Bahnhof“, „The Train“ und natürlich das unvermeidliche und unverwüstliche „In The Dutch Mountains“) und einige neue Songs („The Long Song“, „The Key Shop (War & Peace)“) gespielt und dabei das Publikum mit ihrer fast kindlichen Spielfreude begeistert, etwa wenn sie das rhythmische Klatschen des Publikums spontan zu einem Song improvisierten. Besonders wurden auch die Kommentare von Henk Hofstede zu den einzelnen Songs honoriert, etwa als er erklärte, dass sie die Ermordung des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft geschockt und zu den meisten neuen Songs inspiriert worden waren. Anstatt wie Paul McCartney einen Song über eine bestimmte Strasse („Penny Lane“) wollten sie Songs über die Shops der Strasse, in der van Gogh ermordet worden war, schreiben.

Passenderweise wurde der Reigen der Zugaben dann mit „Twist & Shout“ eröffnet. Nach „Crime & Punishment“ (aus der 2000er CD „Wool“) und dem mitreissenden „The Dream“, bei welchem ganz Nits-unüblich sogar das Publikum zum Mitsingen aufgefordert wurde, schien das Konzert beendet. Das begeisterte Publikum gab aber keine Ruhe, bis die Band auch noch ein drittes und letztes Encore gegeben hatte.
Die im Foyer verkauften CD’s der Band fanden anschliessend reissenden Absatz, so dass die neue CD am Ende sogar ausverkauft war.
Fazit: Die Nits gelten nicht umsonst als eine sehr gute Liveband, die jederzeit einen Besuch wert sind, selbst wenn der Ticketpreis deutlich höher liegt als auch schon. Die Meister des Kammerpops zündeten wie gewohnt einen intensiven musikalischen Funken, der sofort auf das leicht entflammbare Publikum und wieder zurück zur Band sprang. Ein Nits-Konzert ist somit ein Garant für einen gelungenen Abend.
Uebi

Linktipps:
Zum aktuellen Album "Les nuits" von Nits
Offizielle Seite von Nits

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