X-MASS TOUR 2005 MIT HYPOCRISY, EXODUS, WINTERSUN UND FEAR MY THOUGHTS

Alle Jahre wieder beglücken uns Bands aus aller Welt gegen Weihnachten hin in Form der X-Mass Tour. Dieses Jahr durften wieder mal Hypocrisy aus Schweden antreten. Flankiert von der Kult Thrash Kapelle Exodus aus den USA, den Finnen Wintersun und den Deutschen Fear My Thoughts kann dabei auch fast nichts falsch laufen.

Fear My Thoughts machen Hardcore. Dies ist nun nicht jedermanns Sache, sehen doch viele Leute in dieser Musik nicht typischen Metal, sondern eine Abart davon. So war es denn auch, dass sich im Z7 viele Leute fanden, welche üblicherweise nicht an solche Konzerte gehen. Jedoch als Einstimmung für die noch bevorstehenden Bands fand ich es ganz OK. Aber genug der persönlichen Meinungen. Abgesehen von der Musik, die sie produzieren, konnten sie dafür mit einer recht belebten Show auftrumpfen, und schliesslich gefiel es dem mehrheitlich jungen Volk vor der Bühne auch gut. Klangqualität war auch in Ordnung. Nach einem recht kurzen Auftritt, mussten die Deutschen den Finnen Platz machen.

Typisch für eine finnische Metal-Story ist Wintersuns Geschichte: der sympathische Sänger und Leadgitarrero Jari Maenpää, löst sich von seiner ehemligen Band Ensiferum und gründet seine eigene mit dem wohlklingenden Namen Wintersun. Nach recht kurzer Zeit ist auch schon das erste Album draussen, welches aus alten als auch neu komponierten Songs besteht und erfreut sehr schnell die Herzen der Metal-Jünger. Dies ist auch verständlich, wenn man nur mal die Lieder gehört hat: Hervorragende Mischung aus Melodic Death, Symphonik, etwas Folk und der nötigen Portion Geschwindigkeit. Und so präsentierten sie sich auch Live sehr gut. Jari als absoluter Gitarrenvirtuose überzeugte ebenso wie der unsäglich schnelle Drummer (welcher sonst in der Grindcore Band Rotten Sound die Felle drescht). Auch der Rest der Truppe konnte mich überzeugen. Manchmal jedoch gingen gewisse Elemente klanglich unter, was ich sehr schade fand, war jedoch noch im tolerierbaren Bereich. Nach einem leider viel zu kurzen Auftritt gingen sie dann von der Bühne, aber so ist nunmal der Zeitplan bei den X-Mass Festivals.

Nun kam die äusserst beliebte Thrash Legende Exodus. Was will man hier sagen. Die einst tot gesagten sind wieder auferstanden. Und das mit voller Wucht. So beschallten sie uns mit allen Arten und Unarten, d.h. von Alben alter Zeit (Bonded By Blood, Fabulous Disaster, ...) aber auch neuere Sachen nach ihrer Reunion (Tempo of the Damned, Shovel Headed Kill Machine). Noch nie wurde ich enttäuscht, wenn eine alte Thrash Band spielte, und so auch hier nicht. Man kann nur froh sein, dass sie sich nach ihrem Split wieder gefunden haben. Show, Abmischung und Bühnenpräsenz war hervorragend (auch wenn die Jungs etwas älter geworden sind).

Zu guter letzt stürmten Hypocrisy die Bühne. Wer an Metalkonzerte geht und diese Band noch nicht gesehen hat, der hat irgendwas falsch gemacht. Denn Hypocrisy spielen sehr oft und auch sehr gerne und überall, wo harte Klänge willkommen sind. Die Schweden um Produzent, Studiobesitzer (Abyss Studio) und Musiker Peter Tägtgren sind aber auch eine hervorragende Band. Auch wenn mich das neue Album nicht mehr so ganz überzeugen konnte, hatte es dennoch einige gute Stücke drauf. Wie z.B. der Opener “Warpath”, welcher auch live absolut überzeugen konnte. Neuere und auch ältere Klassiker folgten: so wie “Fire in the Sky” von ihrem album “Into the Abyss”. Die ganze Show war gut, so wie man es halt von Hypocrisy kennt.

Und so ging auch das X-Mass 2005 zu Ende. Ein durchaus gelungener Abend. Zusammen mit dem No Mercy, welches jeweils im 1. Quartal stattfindet, bilden diese Veranstaltungen ein wichtiger Pfeiler der europäischen Extrem-Metal Szene, und sollte jedem Neueinsteiger in die Szene empfohlen werden.
Ragnar


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