EDGUY UND DRAGONFORCE IM Z7, 6. FEBRUAR 2006

Eine Woche vergangen und schon wieder finden sich Metaller im Z7 in Pratteln. Denn eine der erfolgreichsten Power Metal Acts plus sehenswerter Support erfreuen die Gemüter von Metaljüngern. Kälte, schlechtes Wetter, die Sonne liess sich auch schon seit Wochen nicht mehr blicken und dennoch fanden sich eine grosse Menge an Leuten im Z7, denn an diesem gottlosen Montag treten die Vertreter des Happy Power Metals par excellence auf: DragonForce und Edguy.

Eigentlich schade, dass so viele Leute hier sind – es ist ungemütlich. Und wenn ich das sage, dann meine ich es auch so. Alles ist vertreten, von jung bist (ur)alt (ich war wirklich erstaunt, einige wirklich alte Herren zu sehen, aber wenn sie sich das „antun“ wollen...).
Nundenn auch in den Kampf heisst es. Und so stürmten die Internationalen DragonForce die Bühne. International deshalb, weil sich diese Band aus Engländern, einem Hong Kong Chinesen, einem Ungarn und einem Südafrikaner zusammenstellt. Sie gelten jedoch als englische Band.
DragonForce hasst oder liebt man. Ich liebe sie. Ihre Musik ist Power Metal, jedoch immer auf Highspeed – es gibt keine langweilige Minute. Sie selber sagen, dass ihre Einflüsse unter anderem auf alte 80er-Jahre Arcadespiele zurückgeht. Und das merkt man. Allen voran die beiden Gitarristen (vor allem Herman Li), die eigentlich ständig am Soli spielen sind und praktisch nichts anderes. Auch zu erwähen ist der Drummer, welcher nichts anderes kennt als Double Bass. Zu allem kommt noch hinzu, dass ihre Lieder nie weniger als fünf Minuten gehen, ja eher sogar sieben Minuten und mehr. Wie auch immer, diese Tour war vor allem da, ihr neues Album Inhuman Rampage vorzustellen. Eigentlich ist dieses Album nichts neues, tönt praktisch gleich wie das alte. Aber das macht nichts, denn das alte ist der Hammer. So war es auch, dass ihr Auftritt aus nicht mehr als sechs Liedern bestand (= ca. 50 Minuten Spielzeit).
Die Abmischung war an für sich nicht schlecht, jedoch viel zu laut. Und noch lauter als das ganze war der Drummer, der unglaublich dominant war. Showmässig ist diese Band jedoch erwähnenswert, da alle Musiker richtig derb abgehen. Sowas sieht man selten, und wäre sicher begrüssenswert.

Nach einer wirklich langen Pause, welche passend war, um sich mit Getränken und Snacks zu verpflegen, enterten die allseints bekannten und beliebten Edguy aus Deutschland die Bühne.
Die Band um Sänger und Repräsentant Tobi Sammet sieht sich als Vertreter des unernsten Happy Metals. Nichtsdestotrotz kann diese Formation ganze Konzerthallen in Ekstase versetzen. Ahja, hier ist es auch so: entweder man mag sie oder man mag sie nicht. Ganz ehrlich, ich mag sie nicht. Sie sind mir einfach zu sehr auf Friede, Freude, Eierkuchen. Aber genug des persönlichen Geschmacks und zurück zur Objektivität.
Schlussendlich spielen sie sehr versierten und soliden Power Metal, welcher durch ausgefeiltes Songwriting, hervorragende Soli und einer markanten Stimme bestechen kann. Zwischendurch lockert Herr Sammet die Masse mit seinen Sprüchen auf (unter anderem damit, wie erfolgreich sie sind – in der Schweiz übrigens in den Albumcharts auf Platz 50 eingestiegen – wow...). Sie spielten Songs durchs ganze Band durch (unter anderem der Klassiker „Tears of a Mandrake” oder „Mysteria“). Wirklich gut gefallen mir die neueren Songs, da sie einfach kompakter sind und mehr Heavy Metal enthalten. Edguy ist und bleibt eine Band, welche in der Metalszene sicher Kontroversen hervorruft, da vielen Hörern das ganze Image eigentlich egal ist, aber vielen ernsten Metallern deren Gehabe auf den Keks geht. Ich sage an dieser Stelle: jedem das seine! Rein musikalisch wissen sie auf jeden Fall zu überzeugen, sie füllen Konzerthallen und das ist wohl für die meisten das wichtigste. Nach einem knapp zweistündigen Auftritt (inklusive Zugaben) beendeten auch sie ihren Auftritt untermalt von frenetischem Beifall.

Alles in allem ein durchaus sehenswertes Konzert, welches sicher auch von organisatorischer Seite her überzeugen konnte (hier ein Lob an das Team vom Z7, da wie immer hervorragende Arbeit leistet).
Ragnar


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