CRYPTOPSY, ABORTED, GRAVE PLUS SUPPORT IM ABART, 16.2.2006 IM ABART

Wieder einmal im Abart – Donnerstag Abend. Ich hätte mir einen schöneren Platz für ein solches Konzert vorstellen können. Schlussendlich war das Erlebnis jedoch besser als man vorest befürchtet hatte. Aber so lest selbst, werte Leser.

Ein üblicher Donnerstag Spätnachmittag. Weniger kalt als auch schon in diesem Jahr, schlechtes Wetter und eine lange Schlange vor dem Abart. Denn an diesem Abend sollten nicht weniger als sechs Bands aus dem Sekor Death Metal das Abart verwüsten. Also erstmal gefiel mir die Einlassmethode nicht. Tröpfchenweise wurden wir alle reingelassen (und dies auch trotz Gästeliste), was natürlich weniger erfreulich war. So geschah es, dass wir mindestens 30 Minuten warten mussten, bis wir endlich im eigentlichen Club waren. Drin angekommen war ich erstaunt, dass gar nicht mal so viele Leute hier sind (ok, es warteten ja noch etliche draussen). Schlussendlich war der Club angenehm voll – nicht zu wenig, nicht zuviel. Leider spielte schon die erste Band (bedingt durch die lange Anstehzeit draussen) , von der ich noch nie was hörte: Hurtlocker. Was ich von draussen hörte, klang nach Death Metal der alten Schule. Aber mehr vermochte ich nicht interpretieren – schade.

Nach einem Bierchen und ein paar Begrüssungen ging es dann auch schon mit der nächsten Band los. Vesania aus Polen lässt sich nicht wirklich einordnen. Also eigentlich schon. Sie spielen Death Metal, jedoch wollten sie ganz klar neue Akzente setzen und streiften sich kurzerhand ein Black Metal Outfit über, dazu ein Keyboard, welches man sonst bei Death Metal wirklich nicht hat. Eine wahrlich eigenartige Mischung. Wobei ich anmerken muss, dass es keinesfalls schlecht war. Die Spielzeit war sehr kurz, aber wen wundert’s, schliesslich sollten ja noch vier Bands kommen.

Mit der ersten bekannteren Truppe aus Deutschland – Dew-Scented – ging es nach der Aufwärmrunde so richtig los. Dew-Scented spielen modernen Thrash Metal, mit recht viel Death Einflüssen (vor allem die beiden neuen Alben). Mit ihren technischen Finessen und der mächtigen Stimme des Frontsängers wussten sie die Masse zu begeistern. Jetzt war klar: der Abend konnte erstmal richtig beginnen! Leider spielten sie zu wenig alte Songs, welche mir besser gefielen, aber auch die neuen kamen gut beim eher jüngeren Publikum an – und das ist ja die Hauptsache. Nach knapp einer Stunde verliessen die Teutonen die Bühne, denn sie mussten für Grave Platz machen.

Grave ist eine schwedische Death Metal Kapelle, welche eigentlich nie aus dem Untergrund zu richtigem Erfolg kamen. Klar, ein Death Metaller kennt diese Band, aber ihnen blieb der grosser Erfolg immer verwehrt (was eigentlich egal ist). So kam es auch, dass vor allem ältere Semester sich auf diese Band freute. Auch hier wurde Death Metal gespielt, und zwar Oldschool Death Metal – eigentlich die beste Form in diesem Genre. Schlicht grossartig. Parallelen zu Obituary, Entombed oder auch Dismember lassen sich nicht von der Hand weisen. Mich konnte vor allem der engagierte Sänger überzeugen. Sowohl alte als auch neuste Songs kamen zum Zug – war ja wohl klar. Aber auch Grave mussten nach einer Stunde das Zepter weiterreichen. Und zwar an Aborted.
Für mich persönlich eine der besten Death Metal Bands. Denn neben knallharten Blastbeats und sägenden Gitarren, wissen sie auch mit rhythmischen Finessen zu überzeugen und obendrein noch mit tollen Leads, dezent eingesetzt. Die Stimme des Sängers variiert von tiefem Growl bis hohem Kreischgesang. Dies war jedoch nicht immer so. Schlussendlich ist vor allem ihr hervorragendes Album „Goremageddon“ zu erwähnen, welches für mich bis dato das ausgereifteste war. Glücklicherweise spielten sie viele Songs von diesem Kracher. Aber auch alte Lieder von der „Engineering the Dead“-Scheibe kamen nicht zu kurz. Hier jedoch finde ich ihr Stil noch etwas zu trocken – etwas langweiliger US-Death, wie man ihn von älteren Cannibal Corpse und Dying Fetus kennt. Von ihrer neuen CD „The Archaic Abattoir“ wurde auch einiges geboten, so war eigentlich für jeden etwas da, ist gerade ihr neues Album recht modern ausgefallen, d.h. mit einigen Metalcore Einflüssen, welche aber meiner Meinung nach nicht tragend sind, und sich gut ins Gesamte einfügen. Ein durchaus sehenswerter Auftritt, welche Aborted hiermit ablieferten. Und so war die Erwartung umso grösser, ob die Haudegen von Cryptopsy dies übertreffen können.

Nun warteten wir einige Zeit, bis sie endlich die Bühne betraten. Hier muss ich noch anmerken, dass es eigentlich schon recht anstrengend ist, gerade sechs Bands an einem Abend unter der Woche zu lauschen. Weniger wäre wohl mehr gewesen – d.h. die ersten beiden Bands hätte man eigentlich getrost weglassen können. So waren schon einige müde und/oder mussten aus zeitlichen Gründen schon gehen. Schade, denn ihr Auftritt konnte durchaus überzeugen. Auch hier wird hervorragender technischer Death Metal gespielt – ausnahmsweise einmal aus Kanada stammend. Vor allem ihre Art zwischendurch ruhige Jazz-artige Teile einzufügen, um dann später wieder mit voller Wucht draufloszuhausen, wurde frenetisch gefeiert (hier wäre das Album „Whisper Supremacy“ zu empfehlen). Ähnlich wie Aborted sind auch hier die harten Parts, jedoch der Gesang etwas langweilig und definitiv schlechter als auf der CD. Hymnische Soli wie man sie bei Aborted findet, sind hier leider auch nicht vertreten, aber ein richtiger Death Metaller will sowas ohnehin nicht. Somit ist der Sieger des Abends definitiv Aborted – für mich zumindest.

Ein insgesamt zufriedenstellender Abend. Jedoch finde ich das Abart ungünstig für solche Konzerte, schon allein der Grund, dass man durch das ganze Publikum laufen muss, um auf die viel zu kleine und niedrige Bühne zu gelangen. Überraschenderweise war der Sound aber insgesamt gut. Sollten nur noch die Preise tiefer sein, dann wäre es schon um einiges Metallerkompatibler.
Ragnar

Linktipps:
Website vom Abart

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