HEISSE BANDS, HEISSES WETTER, HEISSE WÜRSTCHEN - GURTENFESTIVAL 2006 (13.-16.07.2006)


James Blunt bei "Goodbye My Lover"


Wir sind Helden rockten voll los!


Bereits 10'000 Zuschauer am Donnerstag


Xavier Naidoo sorgte für ein riesen Publikum


Krönender Abschluss mit Mousse T.


Daniel und Dänu aus Bern gefiel Bela B. und James Blunt am besten


Melanie (22) und Sara (26) gefiel die Stimmung auf dem Gurten super!


Lorenz und Eva-Lena sind grosse Fans von Fettes Brot

Vom 13. bis 16. Juli 06 rockte der Gurten. James Blunt, Xavier Naidoo und Manu Chao sorgten für die richtige Stimmung.

Am Donnerstag Nachmittag, als ich mich hinten anstellte, um zur Gurtenbahn zu gelangen, brannte die Sonne bereits unbarmherzig vom Himmel. Kein Wunder also, trank ich in diesen 30 Minuten bereits die Hälfte meiner mitgebrachten Getränkeflaschen leer. Ohne Wasser und Sonnencreme hätte ich das lange Anstehen wohl nicht so gut überstanden. Oben angekommen begann bereits die Rockband „Kaizers Orchestra“ auf der Hauptbühne zu spielen. Nachdem ich die ersten Stücke der Norweger gehört hatte, wusste ich, dass sich das Warten gelohnt hatte. Einen Superhit nach dem anderen hämmerten die Musiker in die Zuschauerohren. Sehr schnell versammelten sich immer mehr Menschen vor der Bühne, um mit Sänger Janove und seinen Musikern abzurocken. Auf einmal begann es in Strömen zu regnen. Allerdings bemerkte ich nur sehr wenige Zuschauer, die sich von den Regengüssen gestört fühlten. Kaizers Orchestra hatte das Publikum absolut im Griff, so dass niemand auf die Idee kommen konnte den Zuschauerbereich zu verlassen. Der Höhepunkt des Konzerts war sicherlich der, als Janove acht Zuschauer auf die Bühne bat, die mit der sechsköpfigen Band eine Jam-Session veranstalteten.

Schliesslich beeilte ich mich zur Zeltbühne zu kommen, da Stiller Has um sechs dort spielte. Auf dem Weg dorthin bestaunte ich die „Fressmeile“, wo man sich mit mexikanischen Snacks, chinesischem Essen oder auch mit Swissfood den Bauch vollschlagen konnte. Das Angebot reichte von Spaghetti über Crèpes bis hin zu heissen Würstchen. Schliesslich gelangte ich zur Zeltbühne, wo Stiller Has bereits gutgelaunt auf der Bühne stand und sein eher älteres Publikum mit altbekannten Hits wie „Znüni näh“ in Begeisterung versetzte. Hauptsächlich aber spielte der Altrocker Hits seines aktuellen Albums „Geischterbahn“, was bei den Zuhörern ebenfalls sehr gut ankam. Stiller Has nahm es auf der Gurtenbühne sehr gemütlich und gelassen, genoss sichtlich seinen Auftritt und grinste hie und da verschmitzt ins Publikum.

James Blunt: Emotional und liebenswert

Der Boden war inzwischen wieder einigermassen trocken und so legte ich mich gemütlich gestimmt eine Weile an die Sonne. Zur Hauptbühne schielend hörte ich Sänger David Gray zu. Der Softrocker mit der schönen rauhen Stimme verzauberte das Gurtenpublikum mit Hits wie „This Years Love“ und brachte es aber auch mit einigen schnelleren Songs in Stimmung. Es herrschte eine wunderschöne Ambiance und ich konnte zufrieden die Augen schliessen, mich von der Sonne bescheinen lassen und David Gray zuhören. Das Publikum sang viele Stücke auswendig mit und viele Pärchen kuschelten sich bei den Balladen enger zusammen.

So fiel es auch am späteren Abend dem Britischen Schmusesänger James Blunt nicht schwer, sein Publikum auf einer emotionalen Ebene zu erreichen. Als er um halb elf auf der Bühne erschien, standen rund 10’000 Menschen vor der Bühne um den Ex-Soldaten live erleben zu können. Blunt brachte seine Songs mit unheimlich viel Emotionen an seine Zuhörer heran. Mit viel Gefühl und einer erstaunlich guten Stimme sorgte er für ein wunderschönes Ambiente auf dem Gurten. Aber James kann nicht nur kuscheln, nein, er kann auch rocken. Dies bewies er mit einigen schnelleren Stücken, die sogar beim männlichen Publikum sehr gut ankamen. Bei „Goodbye My Lover“ wurde es sehr still im Publikum, während Blunt am Piano sein Herz sprechen liess.
Um halb eins hiess es schliesslich Bühne frei für Zero 7! Hier konnte man noch ein letztes Mal richtig abtanzen, wenn man noch nicht zu müde dafür war. Ich war es jedenfalls nicht, denn der starke Elektro-Sound und die symphatische Sängerin begeisterten mich von der ersten Sekunde an. Abwechselnd ertönten sanfter Trip Hop und harte Elektro-Beats. Genau die richtige Mischung um jeden Geschmack zu befriedigen. Die Trip Hop Band sorgte für einen krönenden Abschluss des ersten Festivaltages.

Freitag. Noch heisser als Donnerstag. 2000 Menschen mehr auf dem Gurten. Kein Wunder schlürfte ich oben angekommen sofort ein kaltes Bier. Ich entdeckte einige Wahnsinnige, die an dem Tag den Fussweg statt der Gurtenbahn benutzt hatten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich das überlebt hätte. Jedenfalls freute ich mich schon jetzt auf „Wir Sind Helden“. Allerdings waren zuvor noch Godessa & Guests an der Reihe, eine Hip Hop Formation aus Südafrika. Drei Frauen rappten und sangen was das Zeug hielt und weckten mit ihren Beats auch noch die letzten verpennten Open Air Besucher. Die Stimmung war schnell ganz oben. Selbst ich als „Nicht-Hip Hop-Fan“ konnte der Tanzlust nicht widerstehen.

Schwangere, charmante Judith

Nach einem ordentlichen Mittagessen stellte ich mich bereits vor die Hauptbühne, um eine gute Sicht auf die Deutsche Band „Wir Sind Helden“ zu haben. Nach langer Wartezeit in der Hitze erschienen Judith und ihre Band schliesslich auf der Bühne. Judith begrüsste die Fans mit „Hallo liebes Bergvolk“! Die Band legte sofort mit ihren Hits los und das begeisterte Publikum sang erfreut mit. Besonders bei „Von hier an blind“, „Denkmal“ und „Nur ein Wort“ herrschte Hochstimmung bei den Zuhörern. Judith sah man bereits das kleine Bäuchlein ihrer Schwangerschaft an. Als sie bei einem Song den Text durcheinanderbrachte erklärte sie charmant: „Naja, mein Hirn ist momentan auf Rosinengrösse wegen der Schwangerschaftsdemenz…“. Dieser Satz löste natürlich einige begeisterte Pfiffe aus. Judith ist bereits im vierten Monat schwanger. Papa ist Pola Roy, der Schlagzeuger der Band. Unter tosendem Applaus verabschiedete sich die Band nach 1.5 Stunden.

Ich bewegte mich wieder etwas in die hinteren Reihen, denn die Hitze machte mir trotz der guten Musik sehr zu schaffen. Ich nahm mir deswegen vor, „Skin“ von einem schattigeren Plätzchen zu betrachten. Als die Rockerin die Bühne betrat, jubelte die Menge auch sofort los! Die hartgesottensten Fans in der ersten Reihe hüpften und pfiffen um die Wette, während Skin ihre neusten Hits präsentierte. Bekannte Hits wie „Just Let The Sun“ rockten den Gurten während die Dämmerung eintrat. Das Highlight war eindeutig der erfolgreiche Song „Hedonism“ (Just Because You Feel Good) aus den Skunk Anansie Zeiten. Bis zum Bacardi-Dom hinauf standen die Menschen und sangen kräftig mit.

Die meisten Leute blieben an ihren gesicherten Plätzen stehen, schliesslich folgte an diesem Abend ein weiteres Highlight auf der Hauptbühne. Und das war niemand geringeres als der deutsche Sänger Xavier Naidoo. Als ich die 12'000 Menschen vor der Bühne erblickte, war ich wirklich sehr beeindruckt und als Xavier ans Mikro trat, jubelte die Menge lautstark. Xavier überzeugte sein Publikum bereits beim ersten Song. Ich war überrascht, mit was für einer unglaublich kraftvollen, reinen und souligen Stimme dieser junge Mann gesegnet ist. Anfangs spielte Naidoo hauptsächlich Songs seines aktuellen Albums, inklusive der Hits „Dieser Weg“ und „Bist du am Leben interessiert“. Aber die Stimmung gelangte auf den Höhepunkt, als er seine erfolgreichsten Balladen präsentierte. „Sie sieht mich einfach nicht“, „Bevor du gehst“, „Führ mich ans Licht“ und auch „Ich kenne nichts“ schlugen ein wie eine Bombe. Sogar eine kleine Rap-, BeatBox- und Tanzeinlage bekamen wir von dem charmanten Sänger zu hören und zu sehen. Als letzte Zugabe gab es den traurigen Song „Abschied nehmen“. Als sich Xavier verabschiedet hatte, waren die Festivalbesucher sichtlich schwermütig gestimmt. Das Konzert war sehr beeindruckend. So freute ich mich auch schon auf den Samstag – und das zu recht.

Jamie Cullum das Jazz-Wunder

14'000 Menschen tummelten sich am Samstag auf dem Gurtengelände. Schon ziemlich erschöpft lag ich auf der Wiese, um von dort aus „Sportfreunde Stiller“ zu hören. Die Jungs waren sehr gut drauf und machten sich über die Schweizer Nati lustig, was das Publikum mit lauten Pfiffen erwiderte. Natürlich spielte die Band neben ihren vielen bekannten Songs auch den deutschen WM-Song „'54, '74, '90, 2010’! Trotz der Hitze war das Publikum auch heute wieder fit und munter, denn eine grosse Menge Fans bejubelten die deutsche Band.

Als es am Abend kühler wurde, wagte ich mich auch wieder in die Zuschauermenge, denn uns erwartete den Engländer Jamie Cullum. Der 26-Jährige sorgte mit seinem Charme, aber auch mit seinen Künsten am Flügel, für begeisterte Zurufe. Jamie rockte ab und beeindruckte mit einer starken, rauchigen Stimme. Alle Freunde der Jazzmusik kamen hier eindeutig auf ihre Kosten. Teilweise hatte die Band auf der Bühne nicht viel zu melden und Jamie spielte alleine an seinem Flügel. Gegen Ende der Show trommelte er mit den Händen und machte einen BeatBox-Song, der sich schliesslich als „Crazy“ von Gnarls Barkley entpuppte. Sogar „Don’t Cha“ von den Pussycat Dolls coverte der junge Engländer, wobei der Song in seiner Version viel besser klang als das Original.

Heute freute ich mich ausserdem besonders auf Fettes Brot. Nachdem ich etwa eine Stunde auf die Band gewartet hatte, kam eine Durchsage, dass das Konzert um zwei Stunden verschoben werde. Was war passiert? Billy Idol, der gleichzeitig spielen sollte, hatte sein eigenes Equipment dabei und sein Funkmikro hatte die gleiche Frequenz wie Fettes Brot. Also konnte nicht gleichzeitig gespielt werden, es hätte ansonsten Störungen gegeben. Nichtsdestotrotz gaben Fettes Brot um 24:00 Uhr alles! Die Fans standen so eng beieinander, da war kein Durchkommen mehr. Leider wurde der grosse Hit „Jein“ nicht gespielt, auf den ich mich sehr gefreut hatte, aber dafür beglückte uns die Band mit sehr vielen anderen alten und neuen Hits.

Anschliessend kamen Laurent Garnier und Bugge Wesseltoft auf die Zeltbühne. Der Franzose und der Norweger vermischten gekonnt Elektro mit NuJazz! Eine eher ungewöhnliche Mischung, aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit waren wir begeistert. Es war eine Wonne, den beiden zuzuschauen, wie sie an ihrem Mischpult herumtänzelten. Daneben stand ausserdem ein Saxophonist, der den Jazz-Groove beitrug.

„I love Marihuana“

Nun war Sonntag, bereits der letzte Tag des Gurtenfestivals. Ich war ehrlich gesagt schon ziemlich erledigt, trotzdem stand ich bei der deutschen Rockband „Reamonn“ wieder mitten in der Zuschauermenge. Die Band brachte Hits wie „Starship“, „Josephine“ und natürlich „Supergirl“. Der irische Sänger Rea Garvey animierte das Publikum fleissig zum Mitsingen, was bestens funktionierte und auch Spass machte. Obwohl Reamonn bereits um 16:15 Uhr spielten, hatten sich erstaunlich viele Zuhörer vor der Bühne versammelt und rockten mit Rea 1.5 Stunden lang ab.

Danach stürmten bereits die ersten Fans von Manu Chao an die Bühnenfront. Kein Wunder, denn innerhalb von 30 Minuten füllte sich das ganze Gelände mit Menschen, die den Auftritt keinesfalls verpassen wollten. Manu Chao und seine Band waren, wie man sie kennt, locker und flockig drauf. Die Band startete mit einigen schnellen Ska-Nummern, doch schon bald sattelten sie auf die bekanntere Songschiene um und spielten, sehr zu meiner Freude, „Me gustas tu“. Bei diesem Song kochte die Stimmung in den Zuschauerreihen. Aber nicht nur bei diesem Song, sondern bei fast allen Songs, spürte man die Verbundenheit zwischen Chao und Marihuana. Dieser friedliche Sound im Ambiente der Abendsonne zu hören war ein besonderes Erlebnis.

Glanzpunkt am Ende des Festivals

Jetzt fehlte nur noch eine Band: Mousse T.! Zwölf Musiker in Höchstform spielten Funk/Jazz und begeisterten die Menge mit genialen Einlagen. Produzent Mousse T. sorgte für gute Stimmung und holte 5 verschiedene Musiker nacheinander auf die Bühne. Es wurde kräftig mitgesungen und getanzt. Bekannte Songs wie „Is It Cause I’m Cool“ oder „Horny“ wurden präsentiert und beklatscht. Zwischendurch gab es auch Instrumentalsoli von den genialen Musikern, die aus aller Welt zusammengemischt waren. Vom Anfang bis zum Ende war der Stimmungspegel ganz oben! Ein würdiger Abschluss für ein sehr gelungenes Gurtenfestival. Das Wetter war spitzenklasse und auch die Bands liessen keine Wünsche offen. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr. Das Festival findet voraussichtlich vom 19. – 22. Juli 07 statt. Und eines weiss ich jetzt schon: Ich werde auch da sein!

Stella Nera

Linktipps:
Offizielle Website des Gurtenfestivals

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