OPENAIR HOCH YBRIG

Zum sechsten Mal lud man am zweiten Juni-Wochenende 2007 auf das Hoch-Ybrig-Gelände zu einem rein schweizerischen Openair. Headliner waren Plüsch am Freitag, Polo Hofer am Samstag und die Musicstars am Sonntag. Doch auch der Rest des Programms konnte sich sehen lassen: Männer am Meer, Jodlerklub Wiesenberg, Adrian Weyermann, QL, Paul Camilleri und viele mehr. Insgesamt traten 28 Acts aus der ganzen Schweiz auf.

Für die vielen Besucher, die am Samstagmittag mit dem Shuttlebus zum Gelände fuhren, begann das Openair gleich mit zwei unangenehmen Überraschungen: Zum einen war das Mitnehmen von Lebensmitteln untersagt. Dass man besonders streng kontrollierte, musste ein Besucher mit Sonnencrème erleben, der des Öfteren das Gelände verliess um jeweils kurz darauf zurückzukehren: Man öffnete ihm, nachdem man ihn dreimal hatte passieren lassen, beim vierten Mal die Tube, um auch ganz sicher zu sein, dass dort vielleicht nicht doch etwas Trinkbares drin steckte. Die Skepsis war nicht unberechtigt, war man an diesem Tag doch definitiv nicht auf die Dienste einer Sonnencrème angewiesen… Und damit gleich zum zweiten Schock, den die Eintreffenden kurz nach Mittag hinnehmen mussten: das Wetter! Als hätte Petrus dieses Jahr April und Juni verwechselt, wechselten sich kurzer Sonnenschein und längerer Regen (bis hin zu Hagel) ab. Doch man konnte das Openair Hoch-Ybrig ohnehin nicht zu den echten Openairs zählen: Bands traten abwechslungsweise, je nach Bekanntheitsgrad, auf der grossen Hauptbühne oder auf der kleinen Coop-Bühne im Festzelt (!) auf.

Den Samstag eröffnete Duruf im Festzelt, gefolgt von Adrian Weyermann, der ja mit dem neuen Album unterwegs war, auf der Hauptbühne. Doch auf besonders viele Zuschauer konnten weder Duruf noch Weyermann zählen. Dass 12 Cans of Tuna Fish mehr Glück hatten, war lediglich auf das Einsetzen des ersten richtig starken Regens zurückzuführen: Fast alle Zuschauer suchten im Festzelt Schutz.

Um 15 Uhr waren Männer am Meer an der Reihe. Sie machten ihrem Namen alle Ehre und brachten die Sonne mit in die Innerschweiz. Die sympathischen Berner stellten ihr erstes Album vor – und das sichtlich gut gelaunt: Die zwei Sänger tanzten und sprangen auf der Bühne um die Wette, sangen den „Calypso“, „Das wo si nid hei“, erzählten von einem „Blinddate“ oder von der ominösen „Sadomasochischte“, natürlich dementsprechend verkleidet. Auch die anderen Bandmitglieder, allen voran der Saxophonist, gaben sich in Spiellaune. Das Publikum hatte sichtlich Spass und machte natürlich gerne bei der Welle für das Foto mit, das Sänger Ramon für das bandeigene Fotoalbum schoss. Als Zugabe spielten sie Instrumental-Versionen von bekannten Songs wie „Crazy in Love“ oder den Rocky-Hit „Eye Of The Tiger“, zu dem sich dann die Sänger – war ja klar! – in voller Boxermontur bekämpften.

Gegen Schluss ihres Auftritts machten sich im Festzelt Redwood für ihren Auftritt bereit, doch das interessierte nicht sonderlich viele Leute; entweder gönnte man sich draussen bei trockenem Wetter eine Pizza oder man sicherte sich bereits möglichst nah an der Openair-Bühne einen Platz für den nächsten Act.

Um 17 Uhr kamen dann Vivian, die sich international schon einen Namen machen konnten, durften sie doch vergangenen Herbst sogar als Vorband von Status Quo auftreten. Ihre Musik war im Gegensatz zu Männer am Meer dann um einiges düsterer. Doch das passte, denn so langsam musste auch die Sonne den dunklen Wolken Platz machen. Sänger Roger Vivian fragte kritisch, wer von den Fans sich denn das Album auch wirklich selbst gekauft hätte. Er war allgemein sehr kommunikativ. Auch Adrian Müller am Bass war bestens drauf, trotzdem wollte der Funke nicht wirklich aufs Publikum überspringen. Eine Ausnahme bildeten die zwei leicht angetrunkenen Luftgitarristen, die schon zwei Stunden zuvor von Männer am Meer für ihre tatkräftige Unterstützung gelobt wurden. Als dann der Hagel einsetzte, flüchteten sich praktisch alle Zuschauer ins Festzelt. Nur noch vereinzelte Zuschauer hielten durch, sehr zur Freude von Roger Vivian: „Ihr sind geili Sieche!“

Nach Vivian war dann Pegasus – auf der Coop-Bühne – an der Reihe. Auch Paul Camilleri und seine Crew betraten bald die Hauptbühne für den Soundcheck. Paul Camilleri ist ein in Winterthur-Seen wohnhafter englischer Bluesrocker, der aber astreines Schweizerdeutsch spricht. Genauso wie einige Bands vor ihm hatte er ein neues Album vorzustellen, das er im Herbst 2006 mit keinem Geringeren als Francis Rossi, Mitbegründer von Status Quo, in England aufgenommen hatte. Francis Rossi selbst war leider nicht anwesend (Er begann einen Tag zuvor mit seiner Band die Deutschland-Tour), dafür hatte Paul viele andere Stars für Gastauftritte engagiert. Das neue Album war super vertreten, Paul spielte Kracher wie „Can’t Get Any Better“, „Get’s Better“ oder die Radiosingle „Jealous Man“. Für „We Found Love“ holte er dann mit Camen seinen ersten Gast auf die Bühne, dessen R’n’B-Stimme aber nicht ganz den Einklang mit den rockenden Gitarren fand. Auch Ivo durfte später noch seine Gitarre auspacken, steuerte sogar selber noch eine Ballade bei. Zum Abschluss kam Krokus-Frontmann Mark Storace, der zuerst Pauls Song „Angel Face“ seine Stimme lieh, bevor er dann selber einen Song ansagte: „Bedside Radio“, der Krokus-Hit! Paul Camilleris Auftritt war stark, auch die geniale Arbeit vom Bassist Felix Müller war zu loben. Während die Fans sichtlich Spass hatten, fand der sture Bluesrock in den hintersten Reihen aber kaum Gefallen. Das merkte man auch daran, dass sich das Festzelt gegen Ende von Pauls Auftritt ziemlich füllte, denn…

…der Auftritt von Lunatica stand an. Sie rockten mächtig und obwohl es bereits darum ging, sich gute Plätze für den Auftritt von Polo Hofer zu sichern, blieben viele Zuschauer bis am Schluss im Festzelt.

Um 21:30 betrat dann die schweizweit bekannte Schmetterband die Hauptbühne. Allerdings noch ohne ihren Polo, der vermutlich noch ein Bierchen trinken und sich den Applaus separat abholen wollte. Doch bald stand auch er auf der Bühne. Zusammen mit seiner Band lieferte er Klassiker um Klassiker. Und egal, ob man nun eigentlich wegen QL, Vivian oder dem Kurzauftritt von Ivo da war – bei Polo hüpften und sangen alle. Für viele Zuschauer, die ein 1-Tages-Billet hatten, war der Abend aber bereits kurz nach 22.00 Uhr zu Ende. Denn wer zurück nach Zürich wollte, musste um 22.20 Uhr in den Shuttle steigen, um in Einsiedeln rechtzeitig den letzten Zug um 23:00 zu erwischen.

Alle anderen hatten noch eine lange Nacht vor sich: Auftritte vom Jodlerklub Wiesenberg, QL, Shabby Dreams, Echo vom Maisgold und sogar noch ein Feuerwerk standen auf dem Programm…

Nicolas Kesper


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