OPEN AIR FRAUENFELD - 13.-15. JULI 2007


Mando Diao


Famara


The Prodigy


Triple Nine


The Sounds


The Roots


Zeltplatz

Heisse Musik bei heissem Wetter

Das diesjährige Open Air in Frauenfeld fand vom 13. bis 15. Juli bei schönstem Wetter und grosser Hitze statt. Auf dem Programm standen drei Tage Hip-Hop-Musik vom Feinsten. Neben Schweizer Rappern wie Gimma und Bligg konnten auch der international bekannte Redman oder The Roots bestaunt werden.
Doch auch für die nicht hip-hop-begeisterten Besucher gab es durchaus lockende und namhafte Bands. Darunter zum Beispiel Mando Diao und The Prodigy.


1. Tag

Für mich begann das Open Air nicht wie geplant mit der schwedischen Band Sugarplum Fairy, sondern mit der Suche nach einem Zeltplatz. Bereits vor Beginn der einzelnen Konzerte war der riesige Zeltplatz vorwiegend belegt. Jene, die am Freitag noch arbeiten mussten und erst am frühen Abend anreisten, hatten also eher Pech. Im Nachhinein war zu lesen, dass die Organisatoren sogar extra den Zeltplatz erweiterten und somit weitere Schlafplätze zur Verfügung stellten.

Rap aus dem Bündnerland
Mit Liricas Analas stand um sechs Uhr bereits eine erste sehens- und vor allem hörenswerte Schweizer Rap-Gruppe auf der Hip-Hop-Bühne. Sie stammen aus dem Kanton Graubünden und sind jeweils eine willkommene Abwechslung zu den anderen Hip-Hoppern aus unserem Land. Denn die Texte von Liricas Analas sind in unserer vierten Landessprache geschrieben – in Rätoromanisch.
Gerade rechtzeitig zu „Siemis“ einem ihrer grössten Erfolge, war auch ich bereit für Open-Air-Stimmung und kämpfte mich durch die Massen der Fans ein Stück nach vorne.
Doch nicht nur die Fans waren anwesend, viele andere lauschten gespannt der spannenden Sprache und schauten den Jungs zu, wie sie das Publikum begeisterten.

Mr. Lonely war gar nicht so lonely...
Auf der Hauptbühne ging es bereits kurz danach weiter mit Akon – auch bekannt als Interpret von „Lonely“, einem der nervigsten Songs 2005. Genau wegen diesem Song war ich recht skeptisch und hielt mich im Hintergrund. Doch Akon war überhaupt nicht alleine; einer seiner „Homies“ versuchte vorab den Leuten einzuheizen. „Are you ready for Akon?“ hiess es immer wieder. Anscheinend war er selbst noch nicht ready und wir durften noch ein wenig auf ihn warten. Nach zwei, drei Songs hatte ich zwar gehört, dass Akon nicht zwingend nerven muss, aber auch gemerkt, dass er eher etwas für die eingefleischten Fans war, die seine Songs kannten.
Mir wäre Missy Elliot lieber gewesen, schade musste sie absagen!

Schwedische Aussenseiter
Langsam ging die Sonne unter und die grosse Hitze war vorerst vorüber. Inmitten der Mando-Diao-Fans ging es jedoch heiss zu und her und das nicht nur in den vorderen Rängen! Pünktlich um halb Zehn stürmten die Jungs aus Schweden auf die Bühne. Lässig wie gewohnt rockten sie mit ihren Songs ab dem „Ode To Ochrasy“-Album. Es herrschte erstaunlich gute Stimmung, waren die meisten Besucher doch musikalisch ziemlich anders orientiert! Bei „Ochrasy“ zeigten Björn & Co. ihre ruhige Seite und begeisterten. Die Erholungsphase war kurz. Weiter ging es mit einigen der alten Hits wie „Sheepdog“ und „God Knows“. Am Schluss forderte das Publikum natürlich noch eine Zugabe! Gustaf kündete zu diesem Zweck einen neuen, noch unveröffentlichten Song. Ein unverkennbarer Mando-Diao-Titel welcher besonders bei den Fans Vorfreude auf frische Musik von ihren Helden weckte. Unter grossem Applaus und Geklatsche verabschiedeten sich Mando Diao und der Radio-Top-Moderator versuchte ebenfalls Vorfreude zu wecken: Bushido war an der Reihe. Die Reaktion der Masse zeigte deutlich, was sie davon hielten - nichts. Laute „Buh“-Rufe und Pfiffe erklangen, für die Bushido wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln übrig hatte.

Ghetto in Frauenfeld
Es war richtig auffällig, wie viele kleine „Gangsters“ beim Auftritt von Bushido anwesend waren. Irgendjemandem musste es ja gefallen... Ich verfolgte nur den Schluss des Konzertes auf der Aussenleinwand, während ich aufgeregt auf Seeed wartete.

Wir sind Seeed...
Aus den Lautsprechern erklang „Dancehall Caballeros“, der rote Samtvorhang hebte sich, und da waren sie! Die Zuschauer hatten riesen Spass, sie sangen Hit für Hit jedes Lied mit und es wurde getanzt, was das Zeug hielt. Die Berliner boten eine sehr abwechslungsreiche Show mit super Live- Musik und gut aussehenden Tänzerinnen. Man merkte, dass es ihr erstes Konzert war dieses Jahr - von Erschöpfung keine Spur. Als Zugabe sorgten Seeed mit „Aufstehn“ und „Ding“ für einen gelungenen Abschluss und hinterliessen bei den begeisterten Zuschauern einen sympathischen Eindruck.

Auf der Hip-Hop Bühne beendete Papoose den ersten Tag - doch die Party war noch lange nicht vorbei!


2. Tag

Bereits früh am Morgen wurde die Wärme wieder so unerträglich, dass viele an ein nahe gelegenes Bächlein pilgerten oder sich in der Thur erfrischten.

Summersound aus Basel
Kein Wunder spielte der Basler Famara bei seinem Auftritt am Mittag vor nur wenigen Leuten. Doch dies schien ihn genau so wenig zu stören wie die vom Himmel brennende Sonne.
Gut gelaunt und voller positiver Energie bot er den Anwesenden genau die richtige Musik für einen friedlichen Sommertag. Zwischendurch stellte Famara sein Können beim Djembe-Spielen unter Beweis. Am Liebsten hätte er wohl auf der Bühne Purzelbäume geschlagen! Famara wirkte total aufgedreht, ging aber trotzdem sehr locker auf die Leute zu. Er war sich auch nicht zu schade, von der Bühne herunter zu steigen um seinen Fans ganz nahe zu sein. Es war auf jeden Fall ein bleibender Auftritt der für gute Laune sorgte!

Am Nachmittag wurden in Frauenfeld noch The Rasmus und einige Schweizer Hip-Hopper erwartet. Bei über 30 Grad kann ich jedoch nur spekulieren, wie viele Fans da waren und wer sich lieber wie ich in der Thur abkühlte.

Feuerwerk nach Sonnenuntergang
Die Nachricht der Programmänderung verbreitete sich schnell: The Prodigy spielten an Stelle von Sean Paul bereits um halb 21.45 statt um Mitternacht.
Es war noch fast ein wenig hell als The Prodigy die Bühne betraten. Da ich bereits viel von ihren grossartigen Lichtershows gehört hatte, war ich auf vieles gefasst. Meine Erwartungen wurden aber übertroffen. Es war atemberaubend! Mit ihrer explosiven Musik und den speziellen Lichtarrangements brachten sie eine elektrische, beinahe ekstatische Stimmung zu Stande, wie es bisher noch kein anderer Act geschafft hatte!

Bereits nach diesem Erlebnis wäre ich reif für eine Pause gewesen, nicht nur deswegen verzichtete ich auf den Auftritt von Sido und wartete gespannt auf Sean Paul.

Der Tiefpunkt am Abend
Mit viel Vorfreude trampelten sich die Zuschauer auf den Füssen herum, bis Mr. Dancehall endlich auftauchte. Ich glaube es war das erste Konzert, bei dem die Leute nicht von hinten nach vorne drängten, sondern umgekehrt! Wirklich viele machten bereits nach wenigen Stücken einen Rückzug, kein Wunder: Was Sean Paul bot war sehr enttäuschend. Es kam einem so vor, als würde er eine Egoparty feiern und hätte dabei nicht einmal selbst Spass! An diesem schlechten Eindruck konnten auch beliebte Hits nur noch wenig ändern...

Der Abschluss des zweiten Tages bildete Redman, der vielen Hip-Hop Fans wahrscheinlich den Abend rettete.


3. Tag

Basler Hip-Hop-Fraktion
Als letzter Schweizer Open-Air-Gast traten die Basler Triple Nine auf, die etwa vergleichbar sind mit der Berner Chlyklass. Zeitweise standen die Jungs zu zehnt auf der Bühne und rappten sogar bilingue! Vor allem der Kurzauftritt von Black Tiger gefiel allen, er schaffte es mit seiner einfachen Art, die Leute für sich zu gewinnen. Auf eine Zugabe warteten jedoch alle vergebens...

Zweiter Schwedischer Aussenseiter
Ähnlich wie bei Famara herrschte auch beim Auftritt von The Sounds am Mittag kein grosser Ansturm. Vielleicht lag es an der Hitze oder ganz einfach daran, dass die Schweden mit ihrer Frontfrau Maja und ihrem Indie-Punk-Rock nicht dem Geschmack der Allgemeinheit entsprachen.
Eins ist klar: Wer da war, bekam was zu sehen und zu hören. Sei es eine souveräne Show, eine attraktive Sängerin mit kurzem Röckchen oder ganz einfach gute Musik, wie zum Beispiel den Hit „Living in America“ - es war für alle etwas dabei! Die einzige Panne war der abgebrochene Absatz von Majas Schuh, der für eine kurze Unterbrechung sorgte. Ansonsten leisteten die fünf einen überzeugenden Auftritt, leider ebenfalls ohne Zugabe!

Erwähnenswert sind übrigens auch die Securitas-Männer am Bühnenrand, die die vordersten Reihen während den Konzerten jeweils mit gratis Wasser versorgten und damit ziemlich sicher einige vor dem Zusammenbrechen schützten. Die Wasserversorgung auf dem ganzen Open-Air-Gelände klappte sowieso bemerkenswert gut!

10 Jahre Freundeskreis
Langsam warf die Bühne einen kleinen Schatten auf das Publikum, als Freundeskreis ihr Konzert starteten. Neben Max Herre waren auch Afrob und Joy Denalane mit von der Partei. Passend zum Jubiläum und Comeback spielte Max Herre viele seiner Hits, was den Fans natürlich sehr gefiel. Das Duett „Erste Liebe“ mit Joy Denalane war ein weiteres Highlight. Die Freude war Joy und ihren Freunden richtig an zu sehen und sie verstand es, diese auf uns zu übertragen. Der Spass und die gute Laune, entstanden durch Freundeskreis, hielt, bis eine weitere Gruppe sich ankündigte...

Mit Gummistiefel und Susaphon
Als Drummer Questlove und Rapper Black Thought von The Roots die Bühne betraten (der Rapper trug Gummistiefel…), erklang tosender Beifall. Doch wo blieb der Rest? Zu zweit begannen die beiden zu musizieren, einfach nur Schlagzeug und die sanften Raps von Black Thought. Nach und nach erschienen auch die anderen Bandmitglieder. Bei The Roots werden alle Instrumente live gespielt, und zwar von Musikern, die ihr Tun wirklich verstehen! Das zeigte sich bei diversen Solis und musikalischen Abstechern in andere Stilrichtungen. Besonders speziell: Ein Bob-Dylan-Cover, gesungen vom Gitarristen, und ein Susaphon-Solo!
Für mich endete der Auftritt der Roots leider schon vorzeitig: mein Zug wartete nicht bis diese beeindruckende Truppe von der Bühne verschwand.
YVE

Linktipps:
Unser Forum zum Open Air Frauenfeld 2007
Website des Open Air Frauenfeld

Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
deutsch
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?