CANNED HEAT AM 2. NOVEMBER 2007 IN DER BREAK MUSIC BAR IN AFFOLTERN A. A.

Rund 38 Jahre sind vergangen seit Woodstock, jenem legendären Wochenende im August 1969, welches das gesellschaftliche Fordern von Freiheit und Frieden musikalisch untermalt hat. Viel ist nicht übrig geblieben. Hie und da flackert noch ein Fünkchen auf, so auch letztes Wochenende in der Break Music Bar Affoltern am Albis. In der Hoffnung, genau dieses Fünkchen Gesellschaftskritik musikalisch zu erleben, entschieden sich einige Dutzend Leute für einmal gegen das gewöhnliche Wochenend-Programm und für den Weg in die Break Music Bar.

Rundum von Sträuchern, Büschen und Bäumen eingedeckt, macht die Break Music Bar, liebevoll das „Break“ genannt, den Eindruck eines kleinen unscheinbaren, aber wertvollen Schmuckkästchens. Es ist eine Mischung aus Bar, Spiel- und Konzerthalle und bietet lockere Unterhaltung für einen langen und vielseitigen Abend. Regelmässig finden hier verschiedene Sport-, Spiel- und Musikevents statt. Am 2. November stand Canned Heat auf dem Programm.

Ein Grossteil der Zuschauer war bereits früher da. Natürlich reichte das Geld bei den tiefen Eintrittspreisen noch für das eine oder andere Bier.

Die vier US-Amerikaner zeigten keinerlei Allüren und kamen pünktlich auf die Bühne. Wobei natürlich zu erwähnen ist, dass das Line-Up nicht dem der Woodstock-Zeit entsprach. Wer bis anhin nicht recht wusste, wer Canned Heat waren bzw. sind, der erlebte gleich zu Beginn den Aha-Effekt: „On The Road Again“, einer der grössten Hits der Blues-Combo, bildete den Beginn eines unterhaltenden Abends.
Während der vielen langen Gitarrensoli blieb natürlich Zeit für einen Blick in die Runde. Drei Generationen waren anwesend: Zum einen jene, welche die gute alte Woodstock-Zeit erlebt hat. Erkennungsmerkmal war vielleicht der letzte kleine Ansatz einer Haarmähne oder eine lässige Jeans-Jacke. Auch der mittleren Generation waren Canned Heat ein Begriff. Entweder war das die Musik ihrer Eltern oder sie hörten jene alten Scheiben sogar noch selbst. Erstaunlich gut vertreten war die junge Generation, die sich mehrheitlich zuvorderst aufhielt. Es gibt also tatsächlich noch junge Leute, die dem Maschinen-R’n’B der heutigen Zeit trotzen.
Viel Zeit zur Zuschauer-Analyse blieb dann aber nicht, da Robert Lucas der Band sofort wieder Aufmerksamkeit verschaffte: „Did you ever woke up in the morning with a bullfrog on your mind?“ fragte er ins Publikum und leitete damit den Bullfrog Blues ein. Es folgten Klassiker wie „Going Up The Country“ oder das Elmore-James-Cover „Dust My Broom“. Robert Lucas griff immer wieder zu seiner Bluesharp, während Bassist Greg Kage sichtlich vergnügt seine Saiten zupfte und den Blickkontakt mit dem Publikum suchte. Gitarrist Barry Levenson war praktisch abgemeldet, legte Solo um Solo hin, in einer Leidenschaft, die nicht zu übersehen und überhören war. Der offizielle Teil des Konzertes wurde mit dem grössten Hit „Let’s Work Together“ abgerundet, bevor die Band dann selbstverständlich für eine Zugabe nochmals auf die Bühne kam. Auch der Drummer durfte dann mit einem Solo nochmals richtig in Erscheinung treten.

Wer im sturen, handgemachten und routinierten Blues eine Friedensbotschaft sieht, dem wird das Konzert gefallen haben. Und zu denen gehörte die Mehrheit der Besucher. Wer jedoch etwas Innovatives erwartet hat, war eindeutig am falschen Ort. Während andere Woodstock-Legenden wie Santana schon längst der aktuellen Musik verfallen sind und verschiedenste Duette mit Popstars eingehen, haben sich Canned Heat in den letzten vier Jahrzehnten nicht verändert. Des einen Freud, des anderen Leid.
Nicolas Kesper


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