DR. FEELGOOD IN DER BREAK MUSIC BAR IN AFFOLTERN A. A. AM 5. NOVEMBER 2007

Ein Besuch beim Arzt kann mit einer Überraschung enden – im negativen wie im positiven Sinne. Nicht so beim selbst ernannten Arzt für gute Laune, Dr. Feelgood.

In der Break Music Bar in Affoltern am Albis war am 5. November – wie schon drei Tage zuvor –Bluesrock angesagt.

Nach einem äusserst sympathischen, aber viel zu lauten Auftritt Ian Parkers, der – was man ihm hoch anrechnen sollte – ohne Gage auftrat, kamen die vier älteren Herren pünktlich auf die Bühne.

Die Setlist liess sich in etwa mit der Tracklist einer Best-Of vergleichen. Dr. Feelgood spielten jene Songs, für die sie bekannt sind: „Roxette“, „Back In The Night“, „Down At The Doctors“ und „Milk and Alcohol“ bilden das unverzichtbare Hitquartett. Die restlichen Songs klangen natürlich in etwa gleich. Überraschungen gab es definitiv keine. Im Gegensatz zu überalterten Bluesbands sind Dr. Feelgood durchaus in der Lage, dem Publikum ihren sturen Drei-Akkorde-Rock schmackhaft zu machen. Vor allem zwei Bandmitglieder zogen die Aufmerksamkeit auf sich: Sänger Robert Kane zeigte sich in Höchstform, sprang, schrie, klatschte, lachte… ein Schauspieler, dessen Hobby die Musik ist. Auch Gitarrist Steve Walwyn zeigte sich einmal mehr leidenschaftlich. Routiniert-leidenschaftlich, wohlgemerkt. Beim Publikum, das zum ersten Mal Dr. Feelgood sah, hat er wohl vollends gepunktet, nur den erfahreneren Konzertbesucher konnte er nicht täuschen: die endlos langen Soli sind in der Tat immer die gleichen, genau so verhält es sich auch mit der – aufgesetzten? - Mimik. An diesem Abend schien dies kaum jemanden zu stören. Mit dem Bier in der Hand wurde getanzt, der Alltag, der an diesem Montag eben erst begonnen hatte, war beim Publikum schnell vergessen. Genau so vergessen ging beinahe der Rest der Band - Drummer John Martin und Bassist Phil Mitchell. Während ersterer nur mit dem Verlieren eines Drumsticks auf sich aufmerksam machte, verzog letzterer den ganzen Abend keine Miene, zupfte aber ganz brav und solid seine Saiten. Als seriöser, süsser Butler würde er zweifelsohne auch eine gute Figur machen.

Fazit: Dr. Feelgood versteht es noch immer, durch Show und teilweise etwas gespielte Leidenschaft von Einfachheit und fehlender Originalität ihres Sounds abzulenken. Und genau das macht eine gute Live-Band eben aus. Das Publikum hatte definitiv seinen Spass, dem Fan wird es nichts desto trotz zu routiniert gewesen sein.
Nicolas Kesper


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