MARK KNOPFLER SHOWCASE IN BASEL (12.11.2007)

Fans nahmen an Knopflers "Shangri-La" teil

BASEL. London, Berlin, Madrid, Moskau, Amsterdam und – Basel. Das sind die Städte, die Mark Knopfler während seiner Mini-Tour anlässlich des Releases seines aktuellen Albums „Kill To Get Crimson“ besucht. Exklusiv für eine handvoll auserwählter Fans. Die Tickets waren nicht zu kaufen, man musste sie gewinnen.
Man merkte an diesem Abend in der Basler Messe-Halle, dass die wahren Musik- und natürlich die Knopfler-Fans gegenüber den Sponsoren-Vertretern und der Cervelat-Prominenz in der Überzahl waren (was an der AVO-Session leider immer unselbstverständlicher wird). Denn Knopfler und seine Band - wie fast immer verstärkt durch seinen treuen Kollegen aus Dire-Straits-Zeiten Guy Fletcher, der im Laufe der Jahre immer mehr zu Knopflers persönlichem Multiinstrumentalisten mutierte – hatten das Publikum von Anfang an im Griff.

Etwas überraschend war es schon, dass der Schotte das Showcase nicht mit einem Song des aktuellen Albums „Kill To Get Crimson“ eröffnete, sondern mit einem Tribut an den von ihm geliebten und 2002 verstorbenen Skiffle-Barden Lonnie Donegan. Ein Song, der von seinem vorletzten Album „Shangri-La“ stammt. “Donegan’s Gone“, wie dieser Song heisst, gehörte mit dem darauf folgenden “Song For Sonny Liston“ denn auch zu den rassigsten Stücken, die der Gitarren-Virtuose an diesem Abend zu seinem Besten gab.

Auch der dritte Song dieses wunderbar stimmigen Abends war kein Neuer. “Rüdiger“ aus seinem Solo-Debut „Heart Of Gold“, das Knopfler seiner Lebenspartnerin widmete, klang noch intimer, als er das bereits in der Studio-Version ist. Ein Ohrenschmaus, der vom Publikum mit frenetischem Applaus gefeiert wurde.

Nach “Rüdiger“ war es Zeit für ein paar Songs des neuen Albums. Der heimliche Titelsong von „Kill To Get Crimson“ namens “Let It All Go“ passte wunderbar zur Kerzenstimmung an der AVO-Session. Es schien niemanden zu stören, dass Guy Fletcher mit seinem elektronischen Klavier das Akkordeon mimte, das auf der Album-Version zu hören ist. Mit „The Fizzy And The Still“ und “True Love Will Never Fade“ zwei weitere Top-Nummern der aktuellen und bisher ruhigsten Solo-Scheibe Mark Knopflers, welche relativ originalgetreu interpretiert wurden. Bei den Solo-Einlagen zu letzterem schloss Knopfler seine Augen und zupfte genüsslich an den Saiten seiner Fender-Gitarre - so wie nur er es kann.

Weitere Highlights sollten folgen. Mit „Done With Bonaparte“ spielte Knopfler den vielleicht schönsten irisch angehauchten Folksong aus seinem Debut-Album und hängte sich dafür seine für ihn typische, silbern glänzende Stahl-Gitarre um, die man von seinen Dire-Straits-Zeiten kennt. Auch bei diesem Stück übernahm Guy Fletcher an den Keyboards die Parts von Geige und Flöte.

Dann folgte ein bittesüsses Dessert. Beim sarkastischen “Postcards From Paraguay“ (ebenfalls aus dem Album “Shangri-La“) wurden zur Abwechslung lateinamerikanische Klänge angespielt. Ein Song, der auf dem Album nicht viel anders klingt.
Ein Raunen geht durch den Messe-Saal, als Knopfler den nächsten Song mit den Zeilen „These mist covered mountains are a home now for me…“ beginnt. Der Dire-Straits-Welthit “Brothers In Arms“ scheint immer noch die Massen zu begeistern. Die vielen Augen um die herzigen Clubtische fingen spätistens hier an zu glänzen. So mancher Konzertgast schien in der Vergangenheit zu versinken.

Den perfekten Abschluss fand Knopfler in “Our Shangi-La“, dem Titelsong seines fast gleichnamigen Albums. “Our Shangri-La“ hatte Knopfler geschrieben, nachdem er einen lebensgefährlichen Motorradunfall überlebt hatte. In diesem Lied besingt Knopfler den Genuss der kleinen, schönen Momente im Leben: „…This is all the heaven we’ve got, right here where we are in our Shangri-La…” Und genau das war auch sinnbildlich ein wunderbar passender Schlussong für ein Gratis-Konzert für seine Fans. Denn die nahmen allesamt am Shangri-La teil, das Mark Knopfler für sie an diesem exklusiven Abend inszenierte.
Musicfreak

Linktipps:
Höre ins aktuelle Album "Kill To Get Crimson" rein
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