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Forum - Polls - Rap / HipHop - Wo steuert die Jugend hin??

Ich finds schon sehr befremdend, bzw. bin ich entsetzt was sich an der Spitze der Charts so tut.
Rap - HipHop, Texte in denen es nur um Gewalt oder Hass geht, mit den dementsprechenden Kraftausdrücken....!?
Wie ist unsere Jugend drauf? WER oder WAS bringt sie dazu sich mit solchen Songs zu identifizieren?
Die Jugend ist unsere Zukunft...?
Na viel Spass....
Nun ja, ich gehöre mit 21 Jahren aufm Buckel wohl zu den jüngeren Semestern hier, aber auch ich finde die Entwicklung bedenklich...

Ich persönlich bin absolut kein Freund von Rap, und am wenigsten mag ich eben solchen Gangsta-Rap, weil ich den übertriebenen Gebrauch von Kraftausdrücken als kindisch empfinde, es kommt in meinen Augen deshalb so gut an, weil man damit wunderbar die Eltern schockieren kann und bei Gleichaltrigen durch solch cooles (mit anderen Worten: asoziales und provokatives) Verhalten gut ankommt.

Das war schon zu meiner Schulzeit so, und wird sich wohl leider so schnell ändern, bei den Hörern kann man nur hoffen, dass sie diese Geschmacksverirrung möglichst schnell ablegen

Just my 2 cents und schönen Tag noch!

PS: Ach ja, dass Musik, die die Masse hört, in 97% der Fälle qualitativ kein Bringer ist, ist ja jetzt nichts Neues!
Ich staune, dass Ihr erst 2018 entsetzt seid? 50 Cent, Snoop Dogg, Eminem oder noch früher NWA oder Public Enemy standen schon vor Jahrzehnten an der Spitze der Charts mit Gangsta Rap. Mittlerweile ist es in deutscher Sprache etabliert (auch nicht erst seit heute). Wohl kein englisch verstanden damals...
Rap ist eine Kunstform, wie andere Genres ebenso. Wer es nicht fühlt und nicht versteht, der soll weiterhin Gabalier, Gölä oder was auch immer hören, ist ja auch kein Problem. Jedem das Seine, würde ich mal behaupten.
...und 1986 waren unsere Eltern entsetzt, als wir Bruce & Bongo "Geil" hörten...

Ich seh das chillig. Auch diese Jugendlichen werden erwachsen und deren Kinder hören wieder anderes Zeug, das diese dann schrecklich finden werden...

So ist halt der Lauf der Zeit, wurde bereits x Mal diskutiert und wers nicht begreift ist der gleiche Spiesser, wie seine Eltern vor 30 Jahren...
Also in dem Eingangspost wird ja fast schon der Untergang der Jugend herausbeschwört. Hip Hop und gerade Deutschrap gibt es nicht erst seit gestern. Schon vor 15 Jahren bzw. noch länger her haben Künstler wie z.B. die Rapper aus dem Aggro Berlin-Kreis etwas härtere und direktere Texte geschrieben. In den USA gab es das "Phänomen" schon weit aus früher nur hat hier nicht jeder Englisch verstanden. Was die Rapper dort von sich geben sollte man nicht immer 100 % wörtlich nehmen und die meisten Leute, die das hören können differenzieren. Wenn ältere Menschen das nicht verstehen liegt es eben oft am Generationskonflikt, da diese Leute zu einer anderen Zeit aufgewachsen sind und es diese Art von Musik nicht gab. In den 50ern wurde dafür Elvis Presley verteufelt, in den 60ern waren es die Beatles oder die Rolling Stones, später der Techno.

Hip hop hat sich zum krebs der modernen musik entwickelt, unterschtützt von der regierung der U.S.A. und sponsored von den amerikanischen medien...

Last edited:
Das was heute als Hip-Hop bezeichnet wird, ist nur noch peinlich und beschämend, Ohrenkrebs ist da jedenfalls vorprogrammiert.

Unglaublich... niemand hört mehr:

Boogie Down Productions
Gang Starr
The Pharcyde
NWA
Cypress Hill
Funkdoobiest
2Pac
Slick Rick
Whodini
Grandmaster Flash
DJ Jazzy Jeff & The Fresh Prince
Salt-N-Pepa
MC Lyte
Fugees
Run DMC
Stetsasonic
Public Enemy
LL Cool J
Too Short
Eric B. & Rakim
Wu-Tang Clan
Dilated Peoples
Souls Of Mischief/Hieroglyphics
EPMD
A Tribe Called Quest
MC Serch/3rd Bass
Kurtis Blow
Coolio
Xzibit
Styles Of Beyond
Outkast
Busta Rhymes
Nas
Group Home
........

Wenn mir einer sagt, "wieso hörst du keinen Hip-Hop, Kollegah oder Cro, Nicki Minaj usw?", dann sag ich einfach "das hat doch mit Hip-Hop nix tun, was du da hörst, hör dir wirklich mal HIP-HOP an"
Last edited:
@FCB 39

"Unglaublich... niemand hört mehr:"

Liegt vielleicht daran, dass die lange Liste der aufgezählten Künstler von dir fast alle aus den 80ern oder 90ern stammen. Du kannst nicht ernsthaft von den jüngeren Leuten erwarten das über Generationen hinweg weiter anzuhören. Wäre ich jetzt z.B. 14 oder 15 Jahre alt würde ich normalerweise als erstes das hören was gerade aktuell und prägend ist und nicht ständig auf Zeitreisen gehen. Es ist schön und gut, dass du mit der Musik damals aufgewachsen bist und irgendwelche nostalgischen Erinnerungen damit verbindest aber den jüngeen Menschen vorzuwerfen, dass die neueren Sachen mit Hip Hop nichts mehr zu tun hat, peinlich und beschämdend wäre ist einfach sehr sehr engstirnig gedacht. Menschen, die noch älter sind als du würden damit argumentieren, dass nur die Musik der 70er die wahre Musik ist und noch ältere Menschen wiederum damit, dass ja die 60er die große Zeit war. Ein klassischer Fall von "früher war alles besser - weil ich da noch jung war". Davon sollte man sich lösen weil man sonst nur noch in der Vergangenheit lebt und nicht mehr die Offenheit für neue Sachen hat. Ich bin selber auch älter aber ich würde niemals auf die Idee kommen neue Sachen zu verteufeln weil ich nach vorne schaue und nicht zurück.
..ihr redet ziemlich am eigentlichen Kernpunkt vorbei ..
Habe auch nicht den Eindruck, daß da_hooliii hier sich irgendwie der Sachlage annähern möchte.

Auf der anderen Seite gab es auch schon immer Texte, die sich nahe der Grenze von dem befanden, was man tolerieren sollte.

"take your little brother swimming with a brick, that's all right"

zB ist auch nicht gerade politisch korrekt.

Christian, Du weißt sicherlich, aus welchem Song das stammt

Klar, ist das kein Vergleich zu dem, was mittlerweile von dem Konsumenten abverlangt wird.

Nur habe ich es auch noch nie gemocht, wenn mit zweierlei Maß verglichen wird.
Gewalt und Hass in den Songs stören mich weniger als wie es vom Sound her klingt. Denn in der früheren Rap-Musik gab es auch ähnliche Texte und noch gewalttätiger!

X-Raided - "Bitch Killa". Bis heute eines der härtesten Rap-Texte!
Ich versuche immer wieder den Jüngeren Rap aus meiner Zeit näherzubringen. Natürlich vor allem OutKast.
Die verstehen das heutzutage echt nicht mehr...

Bin da ein wenig auf der Seite von FCB_39.
Niemand hört mehr...wer wirkliches Interesse an der Stilrichtung hat, der sollte einige seiner aufgezählten Künstler kennen und wenigstens mal in die Lieder reinhören.


Die Unterschiede 80er/90 zu heute sind ja extrem.
Fäkalsprache ohne Ende und Proleten bestimmen den Markt...und die Kids nehmen dies als völlig normal auf.
glauben, mit solchen leuten von heute das nonplusultra des raps zu hören.
von vorhinein schon völlig faösche vorstellungen von musik und hip-hop.

ja, texte und wertevermittlung waren jetzt auch nicht immer assrein in den 90ern.
zumindest nicht vordergründig.

aber schon rein vom musiklaischen her...das heutige zeug hat keinen style.
snoop dogg, xzibit, nas, outkast, eminem zu seiner anfangszeit...so unterschiedlich, klar trennbar vom style her.
mit witigen innovativen ideen.
heute mangelt es an kreativität.

untergnag der jugend..sicher etwas übertrieben.
aber es ist schon schwer ihnen das interesse an das 'Musiklische Mehr' zu wecken.
Dass Rap mehr ist, als das was sie heute kennen,
Das typische Argument "Früher war alles besser!" sollte man hier in der Tat nicht verwenden, auch wenn unvoreingenommen gesehen früher manches besser war. Auch ist es meines Erachtens falsch, nur die Entwicklung des Genres Hip-Hop isoliert zu betrachten, sondern es empfiehlt sich ein Blick auf die gesamte Popkultur, die sich in den vergangenen Jahren in der Tat massiv gewandelt hat, was an hitparade.ch übrigens fast komplett vorbei gegangen ist.

Fakt ist: Das traditionelle Narrativ der Pop- und Rockgeschichte scheint auserzählt. Es ist ein neues Narrativ entstanden, das mit ganz anderen Bezügen arbeitet und, es hätte nicht anders sein können, von unbeaufsichtigten Jugendlichen in dieser Form aufgebaut wurde. So weit, so normal. Dass ich als Liebhaber von Rockmusik zum alten Eisen gehöre, ist mir klar.

Dass die Geschmäcker verschieden sind, ist eine Binsenweisheit, tatsächlich nehme ich aber die Musik, die heutzutage angesagt ist, mit einem gewissen Befremden auf. Dies mag aber zu einem grossen Teil auch daran liegen, dass ich bereits zu meiner Jugendzeit nie wirklich mit Gleichaltrigen etwas zu tun hatte. Die Leute, zu denen ich Kontakt hatte, haben andere Musik gehört, in die Hip-Hop-Welt, die damals durchaus noch eine andere war, bin ich nie reingekommen.

Alles gefallen kann einem selbstverständlich nicht und die heute gängige Musik gefällt mir in der Tat nicht, was ich aber in der Tat problematisch finde, gerade auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir über Jugendkultur sprechen, dass dieser Art von Musik, so wie ich sie betrachten konnte, jegliches emanzipatorische Potenzial fehlt. Stattdessen wird soundmässig alles flachgewalzt und textlich immer und immer wieder die gleichen Klischees, eine Mischung aus Konsumpredigt und Selbstmitleid, wiedergegeben. Im Deutschrap käme noch der kriminelle Aspekt hinzu, teils verbunden mit einer sozialdarwinistischen Ideologie, besonders letzteres halte ich für hochgefährlich und sehe mit grossem Bedauern, dass solches Gedankenungut wieder neu an Popularität gewinnt.

Von daher gibt es in der Tat einige Punkte, die angesprochen werden müssen, denn die Verrohung der Gesellschaft kann nicht einfach so weggeredet werden. Die Zivilgesellschaft ist gefragt, heute mehr denn je.
Danke an "Fuchs im Wald"! Genau das hatte ich damit gemeint!
Vor allem die letzten beiden Sätze treffen es ziemlich genau.
Das es nicht nur an der Musik liegt ist mir völlig klar...
Sozialdarwinistisch.

Man könnte es auch einfacher Faschismus nennen.

Veränderungen in dieser Hinsicht sieht man überall inzwischen in unserer maßgeblich zivilisierten Welt, gerade hier in Europa.

Die EU ist im Grunde genommen gerade im Begriff darin, sich aufzulösen.

Und das bereitet mir Angst.

Man kommt nicht innerhalb eines einzelnen Staats auf eine dumme Idee, so wie das früher halt war - sondern es wird direkt die komplett global vernetzte Gesellschaft vom falschen Idealismus verseucht.

Nur wie soll man gegen sowas vorgehen

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Aber das ist zuweilen ein anderes Thema.
Mich dünkt, man belehre mich eines besseren, dass die meisten der Deutschrap Interpreten ihre Wurzeln im erweiterten Balkan (dazu zähle ich auch die mehr oder weniger angrenzenden Länder) und Afrika haben.
Weshalb das so ist, weiss ich nicht.

Inzwischen finden auch einheimische Jugendliche (gefördert von den Medien) diese Musik bzw. diese Kultur geil. Weshalb? Keine Ahnung....
Deshalb findet sich diese Musik nun plötzlich an der Chartsspitze wieder.

Genau das resultiert doch aus der hochgejubelten Multikulti Gesellschaft und Willkommenskultur.

"Wer oder was bringt unsere Jugendliche dazu" hiess es im Eingangspost.
Vielleicht sollte man das mal Frau Merkel und ihre Crew, die Wirtschaftskapitäne und die Alt-68er fragen...
Die Geister, dich ich rief...

Wo unsre Jugendlichen hinsteuern? Ich hoffe, dass das Pendel gelegentlich mal auf die andere Seite ausschlägt.
Last edited:
Nein, weder Angela Merkel noch Simonetta Sommaruga noch die Achtundsechziger noch "die Ausländer" (die es in dieser Form nicht gibt) tragen eine konkret zu benennende Verantwortung dafür, dass heutzutage, die Musik gehört wird, die gehört wird.

Es wäre aber in der Tat zu hoffen, dass sich das Pendel wieder in die andere Richtung bewegt, wo es heute steht, sollte ja bekannt sein. Es kann nur noch Jahrzehnte dauern.

Und bevor es zu politisch wird, breche ich an dieser Stelle besser ab.
Merkel, Migranten,Flüchtlinge, Marsbewohner, Illuminaten oder die globale Erwärmung haben jetzt nicht wirklich den großen Anteil an der Popularität von Deutschrap

"Inzwischen finden auch einheimische Jugendliche (gefördert von den Medien) diese Musik bzw. diese Kultur geil. Weshalb? Keine Ahnung....
Deshalb findet sich diese Musik nun plötzlich an der Chartsspitze wieder."

Naja wirklich gefördert von den Medien wurde das nie. Im TV und auch im Radio findet die Musik weiterhin kaum statt. Der Erfolg findet in einer Parallelwelt statt, zu der die meisten älteren Menschen gar keinen Zugriff haben.

""Wer oder was bringt unsere Jugendliche dazu" hiess es im Eingangspost."

Ja, was bringt Jugendliche dazu das zu hören. Es ist ja jetzt kein Phänomen das von heute auf morgen entstanden ist sondern eine Entwicklung über mehrere Jahre bzw. ja schon Jahrzehnte. Schon in den 90ern gab es HipHop Künstler oder so was ähnliches auf Deutsch (Fanta 4, Der Wolf, Fettes Brot, Beginner etc.) und auch vor 15 Jahren gab es bereits die etwas direkteren Texte (Bushido, Sido, B-Tight, Fler, Kool Savas etc.). Die Leute, die vor 15 Jahren Deutschrap hörten hören es größtenteils auch heute noch und danach kam eine weitere Generation nach, die mit Deutschrap aufgewachsen ist als es die Musik schon längst gab und allgegenwärtig unter jüngeren war. So kommt man dann auf eine Hörerschaft, die von 12 - knapp über 30 Jahren geht. Deutschrap ist aber mittlerweile auch die einzige Musikrichtung, die man heutzutage noch hören kann was Musik auf Deutsch angeht. Irgendwelche sentimanteln fürs Berieselungsradio gezüchteten Deutschpopkünstler sind keine Alternative und Schlager ist nicht mehr wirklich die große Zielgruppe für Jugendliche - Da bleibt am Ende nur der Deutschrap und das macht sich dann auch in den Charts immer deutlicher bemerkbar.

@da_hooliii:
" (...) und Schlager ist nicht mehr wirklich die große Zielgruppe für Jugendliche (...)"

Schön wär's, aber ich kenne leider Gottes viele Jugendliche und junge Erwachsene, die Schlager regelrecht abfeiern, Fischer, Gabalier sind bei einigen Leuten verdammt hoch im Kurs, von diesen ganzen Ballermann-Typen mal abgesehen...
Beim Partyvolk kommt so etwas gut an, aber auch ich persönlich empfinde Schlager als "Seniorenmusik"

Gleichzeitig frage ich mich aber, warum gerade Rap, was (wie es mein Vorredner angesprochen hat) ein Nischenprodukt außerhalb des Radios ist, so beliebt ist und beispielsweise Techno, Punk oder Metal deutlich weniger Freunde findet...
Zuerst mal möchte ich @da_hooliii danken, dass er sich an der Diskussion beteiligt. Es gibt ja noch ein paar andere Typen hier, die auch gerne diesen Prolo-Rap konsumieren, aber keine Stellung dazu nehmen wollen, was sie natürlich auch nicht müssen.

Was mich brennend interessiert, worüber ich aber noch nie Antwort erhalten habe, ist, was denn an den Texten so gut ist. Da muss ich sagen, hast Du, da_hooliii, Dich immer, auch in früheren Diskussionen, geschickt herausgewunden. Du argumentiertest in etwa so, dass das alles etwas übertrieben sei und dass man das nur versteht, wenn man sich damit beschäftigt.
Nun beschäftigt habe ich mich die letzte Zeit wirklich mit Texten von doch einigen Rap-Songs. Meiner Meinung nach kann man solche was doch nur gut finden, wenn man sich damit identifizieren kann. Und welcher Mensch, der nicht Rassist, Gewaltverherrlichender oder Rechtsradikaler ist kann sich denn mit solchen Texten identifizieren?
Ich (Jahrgang 1960) vergleiche die Situation mit meiner Kindheit/Jugend, die späten 60er und die 70er Jahre. Klar, war das für die Eltern auch schockierend, die Rock-Musik, die langen Haare, die Rebellion gegen alte vermiefte Gesellschaftsstrukturen. Aber es waren ganz andere Ideale wie z.B. Frieden, Liebe und Gleichheit aller Menschen (.. imagine all the peope living life in peace ...). Dass das teilweise naiv war und für viele auch nur eine Modeerscheinung war, ist klar. Die meisten der damaligen Hippies haben sich später um 180 Grad gedreht, das ist mir schon bewusst. Aber diese Ideale an für sich ist doch das Beste, was man sich für ein friedvolles Zusammenleben vorstellen kann hier auf unserem Planeten. Und diese Werte haben sich in sehr vielen Songs der damaligen Zeit wiedergespiegelt.

Und nun frage ich mich, was die Ideale dieser Rap-Prolos sind? Aus diversen Texten deute ich u.a., einen dicken Schlitten (wie er z.B. bei Franz Panzer wohl mehrfach herumsteht) zu besitzen, alles mit Waffen niederzumähen, was andersartig oder zu kompliziert für ihre kleinhirnigen Köpfe ist, Geschlechtsverkehr mit der eigenen Mutter und natürlich mit jeder Frau, die ihnen gefällt, zu haben.

Nun frage ich Dich, da_hooliii, was nun die besseren Ideale für ein menschlich gutes Zusammenleben sind?
" Es gibt ja noch ein paar andere Typen hier, die auch gerne diesen Prolo-Rap konsumieren, aber keine Stellung dazu nehmen wollen, was sie natürlich auch nicht müssen."

Ja, es gibt da ein paar User. Diese User konsumieren es aber teilweise total unreflektiert ("Jedes Lied eines bestimmten Rappers ist immer gut - er hat keine schlechten Lieder". Kritik wäre unerwünscht). Ich könnte mit diesen Usern auch keinen sinnvollen und vielseitigen Diskurs führen, da ihre Haltung sehr einseitig ist und solche Leute eben fast nur Rap hören und nichts anderen.

"Und welcher Mensch, der nicht Rassist, Gewaltverherrlichender oder Rechtsradikaler ist kann sich denn mit solchen Texten identifizieren? "

Das Problem ist, dass die Texte anscheinend von Nicht-HipHophörern immer noch zu wörtlich genommen werden. Das sind keine aufgezeichneten Zeugenaussagen bei der Polizei, die man wörtlich nehmen muss. Wenn wir danach gehen müsste auch jeder Quentin Terentino-Film total ernst genommen werden weil da auch schon mal einfach quer durcheinander ganz viel Blut fließt oder Computerspiele in denen jemand in einer Mission zur Waffe greift. Die Texte und Rapper sind nicht in dem wörtlichen Sinne Vorbilder. Musik muss ja nicht zu 100 % die wirkliche Realität wiederspiegeln. Das krasse Pendant dazu wären ja dann zu positive Übertreibungen beim Schlager oder im Deutschpop. Das Gras ist nicht immer grün und nicht alle Menschen werden sich immer lieben und bis zum Lebensende zusammen sein. Über zu viel heile Welt könnte man sich genauso aufregen.


"ist, was denn an den Texten so gut ist. Da muss ich sagen, hast Du, da_hooliii, Dich immer, auch in früheren Diskussionen, geschickt herausgewunden. Du argumentiertest in etwa so, dass das alles etwas übertrieben sei und dass man das nur versteht, wenn man sich damit beschäftigt. "

Es sind oft Übertreibungen. Wenn es keine Übertreibungen wären, dann hätten wir z.B. sehr viele Rapper, die Mütter von anderen Rappern penetriert haben, viele Schusswechsel zwischen Rappern und anderen Personengruppen. Die Kriminalstatistik hat jetzt in den letzten Jahren wegen Rap keine Steigerungsraten an Verbrechen ermitteln können. Für Außenstehende klingt es wirklich weltfremd aber die Leute, die hören sind wirklich fast alles ganz normale friedlebende Menschen, die eine Familie haben, ihren Job/Schule nachgehen und keine radikalen Ansichten haben. Die Jugendkultur ist da so groß wie in keinen anderen Genrese was mich auch ziemlich fasniziert und für mich sind wie ich es schon oft erwähnt habe die direkte Ausdrucksweise kein Ausschlusskriterium für die Texte. Sie sind aber auch nicht der große Grund wieso ich die Musik höre. So viele auf den ersten Blick wirkende Schimpfwörter machen einen Rapsong für mich nicht besser. Es sind aber auch nicht alle, die so rappen. Ein Marteria oder Ali As um nur jetzt 2 zu nennen haben auch genug Texte, die ich wenn ich einen kleinen Sohn oder Tochter hätte problemlos vorspielen könnte. Auf der anderen Seite arbeiten diese Künstler aber auch schon mal mit einem Haftbefehl oder Kollegah zusammen, die eben derbere Texte haben und nicht ganz radiotauglich wären (was mir aber auch egal ist weil das Radio sich eh zu sehr an beschränkten Normen hält und noch nach veralteten Strukturen orientiert ("Wir spielen das nicht weil es nicht in unser eindimensionale Klangbild bleibt" oder "Dieser Künstler ist ein No-Go selbst wenn er dieses mal einen ungefährdeten Text hat"). Die Beats, die Wortspiele, die Übertreibungen und vieles mehr klingen für mich gut. Die Szene, die sich sehr schnell verändert fasziniert mich auch sehr. Es gibt irgendwie immer wieder was neues und und und.

"
Nun frage ich Dich, da_hooliii, was nun die besseren Ideale für ein menschlich gutes Zusammenleben sind? "

Muss es denn unbedingt immer das perfekte Ideal sein mit dem man jeder Person gerecht wird ? Kann man die Musik nicht so für sich stehen lassen wie sie ist? Wenn ein "ernsthafter" Künstler an einen Song schreibt denkt er sich ja nicht zuerst "Oh, ich mache das Lied nur um jedem in der Gesellschaft gerecht zu werden und nirgendwo anzuecken"
ach schikri...war es nicht der deutsche Paul Würdig alias SIDO der 2004 mit seiner aggro gang den untergang des deutschrap herbeiführte?!
dessen wirken sich auf die heutige Generation weiter verbreitete und gar noch verschlimmerte?!

das alles auf einer politischen arbeit oder religiösen idee zuzuschieben ist hanebüchen.
Ach !Xabbu… Aggro Berlin... waren da neben Sido nicht auch Bushido und B-Tight bereits 2001 mit dabei? Sag ich doch, multikulti

Zurück zum Thema:
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass diese Suppe, die uns so heiss kochend präsentiert wird, bei weitem nicht so heiss gegessen wird. Ich glaube nicht, dass die 20018er Jugend "schlimmer" ist als in den Jahrzehnten davor.

Und im Übrigen waren die 60er und 70er auch nicht so friedliebend und gewaltfrei wie sie hier gelegentlich dargestellt wird.

Gewalt und Musik: Wer Lust und Zeit hat, kann diesen Beitrag mal querlesen:
https://books.google.ch/books?id=wm9Q6-EuPawC&pg=PA171&lpg=PA171&dq=hippies+gewalt&source=bl&ots=X0sZxOpWan&sig=ePfYURPWT2hyk3pG-2hKm8gUHMU&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwin34H3kdncAhWMsKQKHT0_DwYQ6AEwDXoECAMQAQ#v=onepage&q=hippies%20gewalt&f=false
Last edited:
Bevor sich das jemand antun möchte, hier einige Meinungen bei Amazon zu diesem Buch:

https://www.amazon.de/Gewaltmusik-Werteverfal-Dr-Klaus-Miehling/dp/3869316055

"Denke der frühen 50er Jahre" allein verrät mir schon, daß ich da mit Sicherheit nichts von lesen möchte, auch nicht quer oder diagonal.

Aber in die Zeit möchte ja heute so mancher wieder zurück und nebenbei noch einen Zeitabschnitt kurz zuvor verleugnen und/oder glorifizieren.

Kennen wir alles.
" dass die meisten der Deutschrap Interpreten ihre Wurzeln im erweiterten Balkan (dazu zähle ich auch die mehr oder weniger angrenzenden Länder) und Afrika haben.
Weshalb das so ist, weiß ich nicht."

genau das ist eben nicht der fall. deshalb mein Sido-Argument.
musik ist eben deren streckenpferd...weil sie vorher nichts anderes gelernt haben um sich gesellschaftlich einbringen zu können.
allein in berlin leben 3,5 Millionen Menschen aus übder 150 Ländern...da bleibt es eben nicht fernd das leute musik machen, die eben eine 'balkan-vergangenheit' haben oder sonstiges.
irgendwelche schlüsse aus 'Ausland' und 'Gangsta-Rap' zu ziehen ist doch echt absurd...

Was haben denn Heino und Gunter Gabriel so für tolle Texte?!
oder cordalis…"..fand sie irgendwo, allein in mexiko".
Mexikanischer Staßenstrich..und ein Grieche entführt sie nach deutschland. sowas frauenverachtendes
Stimme voll mit Trekker überein.
Da hat Schiriki verzweifelt nach irgendwas gesucht, was die ihm so verhassten Hippies mit Gewalt in Verbindung bringt. In seinem Link kann man ja erkennen, dass er "Hippies+Gewalt" gegoogelt hat.
Und dann ist er auf dieses Buch von diesem verschrobenen klassischen Cembalomusiker Klaus Miehling gestoßen. Das scheint eine ganz frustrierte, weltfremde Type zu sein. Ich habe dessen Moralbibel über den Link mal Interesse halber quer gelesen und kann nur den Kopf schütteln über so viel Stuss, der da geschrieben wird. Anhand von irgendwelchen Einzelfällen oder Zitaten von einzelnen Personen baut er sich hier seine konstruierte Theorie auf, deren Ergebnis ist, dass nur die Menschen, die Klassik hören, die Gutmenschen sind, während alle anderen dem Teufel verfallen sind und eigentlich schuld an der Kriminalität und am moralischen Niedergang der Menschheit sind.
Auch Du Schiriki, der so Dekadentes wie Bruce und Bongo hört (siehe Deinen ersten Beitrag hier), bleibst also nicht davon verschont.

Aber um nochmals auf die Antwort von da_hooliii einzugehen:

"Das Problem ist, dass die Texte anscheinend von Nicht-HipHophörern immer noch zu wörtlich genommen werden. Das sind keine aufgezeichneten Zeugenaussagen bei der Polizei, die man wörtlich nehmen muss."

Ok, aber wie muss man dann einen Hiphop-Text nehmen, wenn nicht wörtlich? Ich frag mich einfach, was der Text dann überhaupt aussagen soll.
Nehmen wir zum Beispiel mal folgende Textzeile (aus einem Rapsong von Kollegah & Farid Bang): "Wir ballern mit der Gun auf Menschen ...". Nun wird hier also Deiner Meinung nach übertrieben ... ok, wie soll man dann das nicht-übertrieben interpretieren? Vorschlag meinerseits: "wir versuchen Menschen ins Jenseits zu befördern." Das hört sich doch gleich viel freundlicher an. Sarkasmus beiseite, Mord bleibt Mord, auch wenn man es nicht übertreibt.

Du findest also, wie Du am Ende Deines Betrages schreibst, bei Rapmusik die Beats, die Wortspiele, die Übertreibungen und vieles mehr gut.
Ich mag die Beats überhaupt nicht, die Wortspiele, wenn da überhaupt welche sind, verstehe ich wohl nicht, und die Übertreibungen, sofern sie sich auf menschenverachtende, rassistische oder brutale Sachverhalte beziehen, einfach nur beschämend. Sorry, ist nun mal so.
noch ein kleiner nachtrag:
"Hirntot Records wurde von den Rappern Blokkmonsta (Björn D.) und Uzi (Thomasz Michaelis) gegründet. Diese lernten sich über Frauenarzt und DJ Manny Marc...Sämtliche Interpreten des Labels bedienen sich gewalttätiger Texte, die von Splatterfilmen beeinflusst wurden. Auf den Alben wird meist der Bezug zu Horrorfilmen hergestellt. Auch wird oft der Schusswaffengebrauch verherrlicht. "

gangsta rap mit ausländischer Herkunft zu begründen ist und bleibt ein Trugschluss.
Hirntot Records ... wie passend
Übertreibung hin oder her, würde ein Schlagerfuzzi in etwa sowas singen wie "Ich vögele die Alte die ganz Nacht bis zur Bewusstlosigkeit"...oder so etwas ähnliches, anstatt alles irgendwie verblümt zu umschreiben, wäre das ja auch nicht gerade der Hit.

Wie schon hier oft auf h.ch erwähnt,
Es geht nicht nur um die Texte!
"Ok, aber wie muss man dann einen Hiphop-Text nehmen, wenn nicht wörtlich? Ich frag mich einfach, was der Text dann überhaupt aussagen soll.
Nehmen wir zum Beispiel mal folgende Textzeile (aus einem Rapsong von Kollegah & Farid Bang): "Wir ballern mit der Gun auf Menschen ...". Nun wird hier also Deiner Meinung nach übertrieben ... ok, wie soll man dann das nicht-übertrieben interpretieren?"

Du glaubst doch nicht wirklich, dass Kollegah & Farid Bang ernsthaft auf Menschen schießen würden? Ein Horrorfilmregisseur sticht ja auch nicht mit Messern auf andere Leute ein nur weil er das filmisch so umsetzt. Wenn alle Menschen jeden Text aus allen möglichen Genrese ernst und 100 % wörtlich nehmen würden dann wäre das ja eine sehr grausame Welt
. Es hat doch auch viel mit Reimstruktur und Punchline (Punchline= ( auch mal Humorvolle) Textzeile, die den Gegner hart trifft).

"Ich mag die Beats überhaupt nicht, die Wortspiele, wenn da überhaupt welche sind, verstehe ich wohl nicht, und die Übertreibungen, sofern sie sich auf menschenverachtende, rassistische oder brutale Sachverhalte beziehen, einfach nur beschämend. Sorry, ist nun mal so. "

Die Wortspiele findet man in anderen Genres einfach nicht. Das macht auch einiges aus. Da ich ein sehr großer Freund von Ironie und Sarkasmus bin finde ich da manche Wortspiele im Hip Hop sehr genial auch wenn sie noch so überspitzt und übertrieben sind. Es ist halt auch immer die Frage, wie etwas bei jemanden rüberkommt und welchen Bezug er zu einer Sache hat. Grundsätzlich Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Gewalt in jeder Rapzeile zu suchen macht man dann meistens weil die Texte falsch gedeutet werden. Ein Jugendlicher, der das hört kann da meistens differenzieren.

@!Xabbu

Hirntot Records ist doch sehr spezielle Musik. Das ist jetzt auch nicht der Rap, der Massentauglich ist. Die haben eine kleine spezielle Fangemeinde , verkaufen ein paar Einheiten und landen mal für ne Woche in den Charts. Es ist sehr geprägt von Horror-und Splatterfilmen und Gewaltexzessen. Ein paar Lieder von denen (gerade vom Blokkmonsta) sind ganz ok aber den ganzen Tag könnte ich das nicht hören. Wie gesagt es hat eine sehr spezielle Fangruppe.






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