INTERVIEW MIT THE FRAY







Die Band existiert gerade mal seit fünf Jahren, dennoch hört man ihre Songs bereits in Serien wie „Scrubs“ oder „Grey’s Atonomy“ – The Fray. Wir haben die sympathische Newcomer-Band aus Denver getroffen und mit ihnen über ihre ersten Erfolge, ihre Zukunft und Ähnlichkeiten mit Coldplay gesprochen.

hitparade.ch: Von der Gründung der Band im Jahr 2002 bis zum Durchbruch vergingen ca. zwei Jahre - habt ihr stets auf den Erfolg hingearbeitet oder seid ihr eher eine Hobbyband, die zufällig von der Garage ins Radio kam?
David: Wir wollten eigentlich schon Erfolg haben. Ich denke, dass jede Band gerne erfolgreich wäre. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber wir steuerten den Erfolg immer ein bisschen an, wussten aber auch, dass das viele Bands versuchen und nicht erreichen. Als wir dann wirklich Erfolg hatten, kam es sehr überraschend. Natürlich träumten wir davon, aber erwartet haben wir es nie.

hitparade.ch: Macht euch eure Arbeit Spaß?
David: Das kommt sehr auf den Tag an. Und darauf, ob wir genügend Schlaf hatten. Wir lieben es, zusammen Musik zu machen, aber auf das ganze Promotionspacket mit den Fernsehsendungen, Fotos usw. würden wir manchmal gerne verzichten. An manchen Tagen fühlt es sich wirklich nur noch nach Arbeit an.
Ben: Die Interviews machen aber Freude.
David: Ja, die sind der Hammer.

hitparade.ch: Habt ihr in Anfangszeiten auch in anderen Stilrichtungen experimentiert?
David: Wir haben uns alle am Rock orientiert. Wir sind vorher schon in verschiedenen Bands gewesen, allerdings nur zum Spaß. Isaac war in einer Jazzband, Ben und ich in einer Band, die eher Country spielte. Wir haben verschiedene Sachen gemacht, um unser Musikbedürfnis zu befriedigen.
Ich denke, wenn wir versucht hätten, eine bestimmte Stilrichtung zu spielen, wäre das nicht gut herausgekommen. Dieses Album kam zu Stande, ohne dass wir vorhatten, uns auf eine bestimmte Stilrichtung zu konzentrieren.

hitparade.ch: Welchen Bands und Interpreten fühlt ihr euch musikalisch am nächsten?
Ben: Da gibt es viele. Gestern habe ich mir zum Beispiel Bruce Springsteen und die Beatles angehört. Ich denke, am meisten haben uns die Counting Crows, die auch mal in der Schweiz gespielt hatten, inspiriert. Das war unsere Lieblingsband. Natürlich hat sich auch unser Musikgeschmack über die Jahre hinweg verändert und andere Bands kamen hinzu. Das Klavier lässt uns ähnlich wie Keane, Randy Newman oder Coldplay klingen. Viele Leute sagen auch, dass wir wie Coldplay klingen, allerdings was das nie unser Ziel. Doch wir haben gelernt, es als Kompliment zu sehen.
David: Einmal wurden wir sogar Coldfray genannt, das war wohl ziemlich kreativ...

hitparade.ch: Eure Songs sind auch aus Scrubs und Grey's Anatomy bekannt - vermutlich die beste Werbung, die ein Song bekommen kann, um weltweit bekannt zu werden. Wie seht ihr das?
Ben: Einen Song im Fernsehen zu haben, war für uns ziemlich cool. Wir konnten damit eine ganz neue Hörerschaft erreichen. Viele Grey's Anatomy Fans wussten nicht, wer wir waren und wir hofften natürlich, dass sie durch die Show beginnen würden, unsere Musik zu hören. Zu sagen, dass die Show uns nicht half, wäre gelogen, doch wir waren schon ziemlich erfolgreich in den Staaten, als die Shows hinzukamen und die machten dann das Ganze perfekt.

hitparade.ch: Würde euch ein Gastauftritt in einer solchen Serie reizen?
David: Vielleicht die anderen Mitglieder der Band? Aber uns sicher nicht. Außer Ben verbirgt seine geheime Sehnsucht vor mir, aber das glaube ich nicht.
Ben: Ja, wir klingen besser als wir aussehen.

hitparade.ch: Das Internet, vor allem MySpace, hat einen großen Anteil an eurem Erfolg - würdet ihr anderen Bands diesen Weg auch raten, oder ist es mittlerweile schwieriger geworden, so den Bekanntheitsgrad zu erhöhen?
David: Ich würde es sehr empfehlen, vor allem kleinere Bands, die dadurch an Bekanntheit gewinnen können. In den Staaten ist es schon normal, dass die kleineren Bands eine MySpace Seite haben. MySpace ist wirklich eine gute Sache, wenn man bedenkt, wie schnell es bekannt geworden ist; vor fünf Jahren hat es noch gar nicht existiert und ich weiß auch erst seit drei Jahren davon. Es sind so viele unterschiedliche Musikrichtungen und Stile vorhanden, doch es gibt immer jemanden, der es sich anhört.

hitparade.ch: "Over My Head" war einer der meistgespielten Songs 2004 in Denver - war euch bei das Potenzial dieses Songs von Anfang an bewusst?
Ben: Nein, überhaupt nicht. Für uns war er wie jeder andere Song, den wir geschrieben haben. Der einzige Unterschied bestand darin, dass er von einem elektrischen Drumbeat eingeleitet wurde. Der klingt ja schon ziemlich eingängig.
David: Wir haben vorher schon sieben Songs bei der Radiostation eingereicht, doch die mochten sie nicht. Zu Recht. Danach probierten wir es noch einmal mit "Over My Head" und den spielten sie. Und auch den nächsten Song, den wir ihnen gaben.

hitparade.ch: Zu "How To Save A Life" gibt es eine berührende Geschichte zu einem Jungen, der diesen Song unmittelbar vor seinem Unfalltod heruntergeladen hat - wie habt ihr davon erfahren und darauf reagiert?
David: Wir erhielten wie von vielen anderen Leuten auch, die unsere Musik mögen, eine Nachricht vom Management und irgendwie mussten wir diese Familie einfach besuchen. Jedes Mal, wenn wir nun in St. Louis sind, unternehmen wir etwas mit ihnen, wir fühlen uns einfach mit ihnen verbunden. Es ist schön, wenn unser Song für eine Person so viel bedeutet und wenn wir ein Teil ihres Lebens sein dürfen.

hitparade.ch: Das gleichnamige Album erhielt durchwegs gute Kritiken - worum geht's in den Texten?
Ben: Hauptsächlich um dem Alltag eines gewöhnlichen Amerikaners. Die anderen zwei Bandmitglieder sind für die Lyrics zuständig. Sie beschreiben, was sie tagtäglich so erleben und was ihnen durch den Kopf geht. Die Lyrics enthalten aber keine spezielle Nachricht, die wir in der ganzen Welt verkünden wollen. Wir mögen es einfach, Musik zu machen, die Lyrics spielen dabei eher eine Nebenrolle.

hitparade.ch: Das Cover eures Albums "How To Save A Life" zeigt eine zerbrochene Glühbirne, in der sich das Licht spiegelt. Hat dieses Bild eine spezielle Bedeutung?
David: Nein. Als wir es auswählten, hatte es keine spezielle Bedeutung. Die Covervorschläge von Sony gefielen uns nicht, denn wir wollten, dass unser erstes Album ein Blickfang im CD-Regal darstellt. Sowie zum Beispiel das "Parachutes" -Album von Coldplay mit dem Globus. Ein guter Freund von uns, der Künstler ist, hat die Fotos gemacht und wir fanden sie sofort toll.
Ben: Im Nachhinein kann ich sagen, dass dieses Foto viele Bedeutungen haben kann, wenn man zum Beispiel bedenkt, dass die Glühbirne zerbrochen ist und trotzdem Licht abgibt, jedoch möchte ich es jedem selbst überlassen, das Bild zu interpretieren.

hitparade.ch: Vermutlich werdet ihr am Ende des Jahres 2007 als eine der weltweit größten Newcomerbands gelten - wie sehen eure Pläne für das nächste Jahr aus?
David: Natürlich möchten wir weiterhin erfolgreich sein. Nächstes Jahr werden wir ins Studio gehen. Wir wollen das erste Album toppen und möchten den Leuten beweisen, dass wir kein Band sind, die nur ein gutes Album machen kann. Wir haben auch schon begonnen, an den neuen Songs zu arbeiten, im Moment ist das jedoch ein bisschen aufs Eis gelegt, da wir leider nicht allzu viel Zeit haben, um Musik zu machen während der Promotour.
In den nächsten vier Tagen werden wir vier verschiedene Städte in vier verschiedenen Ländern besuchen.

hitparade.ch: Zum Schluss noch unserer aktuelle Top 10. Könnt ihr die Songs kommentieren?

10. Linkin Park - What I've Done
David: Ich spreche wahrscheinlich für die ganze Band, wenn ich sage, dass wir Linkin Park nicht mögen.
Ben: Ja, das hast du gut ausgedrückt.

9. Avril Lavigne - Girlfriend
Ben: Sie ist anders...
David: Aber da ich ein halber Kanadier bin, fühle ich mich irgendwie zu ihr hingezogen.

8. Timbaland feat. Nelly Furtado & Justin Timberlake - Give It To Me
David: Die sind alle ziemlich gut, vor allem Timbaland.

4. Mika - Grace Kelly
Ben: Ja, von ihm oder ihr haben wir schon mal gehört. Ich glaube, ich kenne den Song, der klingt wie Queen. Er hat eine gute Stimme.

3. Nelly Furtado - Say It Right
Ben: Ich mochte sie nicht allzu sehr, bis sie begann, mit Timbaland zu arbeiten. Und The Fray sind Fans von Timbaland.

2. Beyoncé & Shakira - Beautiful Liar
Ben: Beyoncé mochte ich schon immer.
David: Ja sie ist gut, sie kann singen.


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