INTERVIEW MIT ANNAKIN



"Falling Into Place" heisst das Debüt-Album von Annakin alias Ann Kathrin Lüthi, die als Frontfrau ihrer ehemaligen Band Swandive bereits in der Schweizer Hitparade klassiert war. Wir haben sie zu einem Interview getroffen.

hitparade.ch: Bei deinem Künstlernamen denkt man sofort an Anakin Skywalker aus "Star Wars. Ist der Name bewusst so gewählt?
Annakin: Ich habe mir viele Gedanken zu meinem Namen gemacht. Unter meinem bürgerlichen Namen Ann Kathrin Lüthi wollte ich keinesfalls ein Album rausgeben, deshalb wollte ich mir ein gutes Pseudonym anschaffen. "Akin" heisst ja "ähnlich wie". Und mit der Vorsilbe "An" ergibt das Ganze einen Sinn und führt wieder auf meinen bürgerlichen Vornamen zurück. Und auch wenn Skywalker schlussendlich eine böse Figur war, finde ich es nicht schlimm, wenn man mein Pseudonym mit ihm assoziert.
hitparade.ch: Hast du erst im Nachhinein erfahren, dass diese Figur aus "Star Wars" ähnlich heisst?
Annakin: Nein, das nicht. Aber es hat mich nicht gestört.

hitparade.ch: Weder auf deiner Homepage noch auf myspace findet man deine Biographie. Warum? Darf man nur die Künstlerin Annakin kennen, nicht aber die Person Ann Kathrin Lüthi?
Annakin: Die Musik soll für sich sprechen. Es muss niemand wissen, was ich nebst der Musik noch mache, das tut meiner Meinung nach ziemlich wenig zur Sache. Man kann mich ja an Konzerten live sehen, das reicht.

hitparade.ch: Du sagst, dass dir besonders die Musik von kühlen und windigen Ländern wie Irland, Island oder Skandinavien gefalle - warum?
Annakin: Ich mag den Wind, wieso auch immer. Ich bin des Weiteren oft in Irland, weil dort auch Verwandte von mir wohnen. Kürzlich hat mir ein Freund das Buch "Die Irische Seele" geschenkt, in dem es darum geht, dass es für jeden Menschen einen Ort gibt, der der Seele gut tut. So kann ich zum Beispiel an einem Strand in der Karibik liegen, ohne dass es mich gross berührt. Auch wenn die Karibik wunderschön ist. An einem irischen Strand ist das anders.
hitparade.ch: Ich bin grosser Skandinavien-Fan - warst du auch schon dort?
Annakin: Leider noch nicht. Doch ich bin überzeugt, dass es mir dort gefallen würde. Auch Island würde ich gerne einmal bereisen.

hitparade.ch: Dich haben der englische Club-Sound, Bands wie Placebo oder Massive Attack sowie Johnny Cash beeinflusst - wie steht's mit der Schweizer Musik? Die hat dir anscheinend nie wirklich gefallen.
Annakin: Das will ich nicht sagen! Es gibt viele tolle Musiker in der Schweiz. Ich habe jetzt mit einem englischen Produzenten zusammengearbeitet, daher der Einfluss.

hitparade.ch: Mit deiner ehemaligen Band "Swandive" konntest du im Jahr 2000 ein Album fünf Wochen in den Charts platzieren, auch die Single "On The Air" erfreute sich großer Beliebtheit beim Publikum. Warum wolltest du es trotzdem auf eigene Faust probieren?
Annakin: Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Wir waren damals ja zu dritt und einer war mit der Entwicklung des Sounds nicht mehr zufrieden. Vor dem dritten Album spürten wir viel Druck und wir mussten uns gut überlegen, ob wir den Schritt in die Popmusik wirklich vollziehen wollten. Schlussendlich kamen wir zum Schluss, lieber aufzuhören statt uns zu verbiegen lassen.

hitparade.ch: Wie viel von "Swandive" steckt in deiner Musik?
Annakin: Die Melancholie und die Stimme. Ich bin aber nicht mehr nur Frontfrau und Sängerin, da ich auch selber komponiert und produziert habe. Ich bin nun eine richtige Musikerin.

hitparade.ch: Den bereits angesprochenen englischen Produzenten hast du in einem Pool in Mexiko kennen gelernt - wie hat er es geschafft, dich von seinem Können zu überzeugen? Schließlich sind ja Poolbekanntschaften selten für "Größeres" bestimmt.
Annakin: Er hat mir von seiner Arbeit erzählt. Ich habe schnell gemerkt, dass wir den gleichen Musikgeschmack haben. Er hat dann einen ersten Song, die Single, produziert, was Grund genug für mich war, auch den Rest mit ihm aufzunehmen. Ich liess ihm viel Freiraum, kommunizierte aber auch, wenn mir eine Produktion nicht gefiel.

hitparade.ch: Du warst in der Schweiz, er in London. Wie war diese virtuelle Zusammenarbeit?
Annakin: Man muss sich musikalisch und persönlich gut verstehen, damit das klappen kann. Ein Vorteil an dieser Zusammenarbeit ist sicher, dass man Geld spart. Wenn man jedoch mit einem bestimmten Teil des Songs nicht zufrieden ist, kann man das per Internet und Telefon nicht so gut kommunizieren, wie wenn man im gleichen Raum ist.
hitparade.ch: Wie kam es zu den anderen Zusammenarbeiten? Ich denke an jene mit Gert Stäuble.
Annakin: Gert lernte ich über Adrian Weyermann kennen, der damals gerade das Album "La poeta" einspielte, für das wir zusammen ein Duett im Studio von Gert Stäuble aufgenommen haben. "Restored" ist sein Song, den ich singe.

hitparade.ch: Die Hälfte der Songs hast du selbst geschrieben. Mit welcher Motivation und Inspiration schreibst du?
Annakin: Bei einer Eigenkomposition ist mir der Text wichtig. Ich verarbeite Vergangenes gerne in Songs. Es steckt aber auch viel Poesie drin. Denn zuviel will ich nicht von mir preisgeben. Bei Zusammenarbeiten versuche ich, mich in die Stimmung des Sounds hineinzuversetzen und dann dazu einen Text zu schreiben.

hitparade.ch: Was macht den Reiz aus, solch ruhige Musik zu machen?
Annakin: Eine gute Frage. Ich denke, dass in jeder Person ein bisschen Melancholie steckt. Und diese Melancholie thematisiere ich lieber mit ruhiger Musik. Es geht aber auch durchaus härter, wenn ich an Placebo denke.

hitparade.ch: Der Text zu "Return To Me" wirkt sehr persönlich und emotionsgeladen. Handelt es sich darin um den Tod eines geliebten Menschen oder um das Ende einer Beziehung?
Annakin: Das will ich offenlassen. Für mich persönlich geht es um das Auflösen einer Beziehung. Aber die Interpretation ist jedem selbst überlassen. Ich habe mir übrigens viele Gedanken gemacht, wo ich ihn platzieren soll: am Schluss oder in der Mitte? Ich habe mich für die Mitte entschieden, diesen Platz hat er verdient.

hitparade.ch: Welcher Typ Mensch fühlt sich von deiner Musik und von deinen Texten angesprochen?
Annakin: Ich behaupte ja, dass in jedem Mensch eine gewisse Melancholie steckt. Daher ist es eigentlich ein breites Zielpublikum. Ich weiss aber nicht, ob ich einen Hip-Hopper von meiner Musik überzeugen könnte (lacht).

hitparade.ch: Gibt es Pläne bezüglich Veröffentlichungen und Auftritten im Ausland?
Annakin: Wir versuchen, einen Remix von "Storm" in die Londoner Clubs zu bringen. Aber für mich als Schweizerin wird das schwierig. Zum Glück hat mein Produzent einige Beziehungen - wir werden sehen.

hitparade.ch: Wirst du noch lange Musik machen oder würden dich auch andere Dinge reizen?
Annakin: Ich denke, dass ich immer Musik machen werde. In welcher Form und in welchem Ausmass, das sei dahingestellt. Die Musik ist meine grosse Leidenschaft. Aber auch das Reisen soll nicht zu kurz kommen.
hitparade.ch: Schauspielerei?
Annakin: Ich liebe gute Filme, aber Schauspielerei wäre gar nichts für mich. Mir reicht die eine Rolle als Musikerin auf der Bühne.

hitparade.ch: Wir kommen nun zur Top-10 der Schweizer Hitparade.

10. David Bisbal - Silencio
Annakin: Habe ich auf dem Weg hierhin gehört. Den finde ich okay.

9. Timbaland feat. Keri Hilson - The Way I Are
Annakin: Hab den Song nicht gerade im Kopf, aber Timbaland ist super.

8. Fergie - Big Girls Don't Cry
Annakin: Fergie ist okay.

7. DJ Ötzi & Nik P. - Ein Stern (... der deinen Namen trägt)
Annakin: Das ist gar nicht mein Sound.

6. Marquess - Vayamos compañeros
Annakin: Sagt mir nichts.

5. P!nk - Dear Mr. President
Annakin: Eine tolle Frau, auch der Song ist super.

4. Enrique Iglesias - Do You Know? (The Ping Pong Song)
Annakin: Super!

3. Mika - Relax (Take It Easy)
Annakin: Der ist okay, verleidet aber schnell.

2. Rihanna feat. Jay-Z - Umbrella
Annakin: Nicht so meine Musik.

1. Monrose - Hot Summer
Annakin: Ein guter Pop-Song mit internationalem Potential. Aber solche Castings schaden der Musikszene.


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