INTERVIEW MIT NEWTON FAULKNER



Newton Faulkner, dessen Album "Hand Built By Robots" es in England bis an die Spitze der Charts geschafft hat, stand letztes Jahr kurz vor dem Auftritt als Support von The Fray im Rohstofflager Rede und Antwort.

hitparade.ch: Du repräsentierst ehrliche, handgemachte Musik - hättest du dir je erträumen lassen, dass du mit deinen Songs Massen begeistern kannst?
Newton: Nein, nicht wirklich. Ich habe immer das gemacht, was ich wollte und auf einmal interessiert es mehr Leute. Das ist schon verrückt.

hitparade.ch: Im Alter von 13 Jahren hast du mit Gitarre spielen begonnen. Wann war dir klar, dass du mit Musik dein Geld verdienen willst?
Newton: Ich habe davor auch schon andere Instrumente gespielt. Ich habe mit Schlagzeug angefangen, danach Piano und Bass und dann erst habe ich mit Gitarre spielen begonnen. Dass ich mit der Musik Geld verdienen will, ist mir klar geworden, als ich vor 4 oder 5 Jahren dann den Plattenvertrag unterschrieben habe.

hitparade.ch: Weil gerade der Begriff "Geld" gefallen ist - welche Bedeutung hat es für dich, dass du momentan und für die nächste Zeit wohl keine finanziellen Sorgen haben musst?
Newton: Das muss ja nicht für lange sein (lacht). Man weiß ja nie, was passiert. Aber ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht. Im Moment lebe ich bei meinen Eltern. Der Grund dafür ist, dass ich eigentlich nichts Eigenes brauche, da ich ja sowieso kaum zu Hause bin. Höchstens zwei Tage im Jahr. Das ist schon komisch. Ich gebe kein Geld aus, wenn ich mal zu Hause bin, aber unterwegs gebe ich auch kaum was aus.

hitparade.ch: Du hast in einer Green Day-Cover-Band mitgespielt. Hat dich diese Band auch in Hinblick auf dein Solo-Werk inspiriert? Ein Song wie "Good Riddance" könnte gut auch von dir sein....
Newton: Ja, ich denke schon. Ich denke, dass alles, was ich bisher mal getan habe, mich irgendwie inspiriert. Stimmt schon, der Song könnte wirklich auch von mir sein.

hitparade.ch: Welche Bands, Sänger bezeichnest du als deine Vorbilder?
Newton: Das ist schwer zu sagen. Man muss das etwas unterscheiden. Auf der spielerischen Seite ist es Eric Roche, ein großartiger Akustik-Gitarre Spieler. Aber es gibt natürlich auch andere sehr gute, die ich als Vorbild ansehen kann. Vom Songwriting her ist es Joni Mitchell, Cornelius, Green Day und Pearl Jam.

hitparade.ch: Mit welcher Band würdest du gerne etwas zusammen machen?
Newton: Keine Ahnung. Das ist eine komplizierte Frage. Wenn ich etwas mit Tom Waits machen könnte, das wäre großartig. Aber das wird wohl nie passieren.

hitparade.ch: Dein Debut-Album eroberte die Chart-Spitze in England - in Kontinentaleuropa hat man davon natürlich nicht viel mitbekommen. Wie waren die Stationen bis zu diesem Erfolg? Fernseh-Shows, Radio, Festivals....
Newton: Ich sage nur: live! Mein Erfolg baut nur auf Auftritten auf. Ich war ganz wenig im TV zu sehen, das Radio hat vielleicht manches angestoßen, aber wenn, dann nur bei den großen Radiosendern. Die Kleinen hat es gar nicht interessiert. Aber eigentlich kann man sagen, alles kommt bei mir durch die jahrelangen Live-Auftritte. Wenn dich die Leute live sehen und sie das mögen, was sie sehen, dann sprechen sie über dich. Und darauf basiert mein Bekanntheitsgrad.

hitparade.ch: "Dream Catch Me" war bereits ein Top-10-Hit in UK - wird der Song nun auch im Rest Europas veröffentlicht und wie schätzt du sein Potenzial ein?
Newton: Ja, er wird noch veröffentlich werden. Aber ich habe keine Ahnung, wie der ankommen wird. Das ist das erste Mal, dass ich in der Schweiz bin und es wäre großartig, wenn es genauso wie in England laufen würde. Aber das kann man natürlich nicht voraussagen. Es ist nicht mein vorrangiges Ziel überall erfolgreich zu sein, ich möchte einfach nur spielen.

hitparade.ch: Welche Message möchtest du mit dem Song vermitteln? Im dazugehörigen Video singst du inmitten unzähliger Bilder einer schönen Frau; auf dem CD-Cover versucht ein Hai nach einem Fallschirmspringer zu schnappen...
Newton: (lacht) Ist schon interessant oder? Aber ich habe nicht wirklich über das Video oder das Cover nachgedacht. "Dream Catch Me" handelt von einem Punkt in einer Beziehung, an dem man rumhängt und sich klarmacht, dass egal wie weit man in die Zukunft schaut, es gibt immer dich und andere, um diese Art von sich Bewusstwerden geht es, dass einem klar wird, was man hat.

hitparade.ch: Wie sehen generell deine Pläne für Europa aus? Wie sieht es aus mit Festival-Auftritten, Konzerten und CD-Veröffentlichung?
Newton: Ich möchte natürlich mehr Auftritte haben. Ich suche momentan aus, wo ich spielen könnte. Ich will auch unbedingt nach Amerika. Eigentlich möchte ich überall spielen.

hitparade.ch: Wie und wo holst du dir die Inspiration für deine Songs?
Newton: Ich lerne ja immer noch wie man schreibt. Auf meinem Album ist jeder Song auf eine andere Art und Weise geschrieben. Die Lieder sind irgendwie alle Experimente, vom Schreiben her. Ich versuche erst einen Grundgedanken zu haben und dann dazu etwas Ganzes zu schreiben. Und das versuche ich möglichst spontan zu machen, also nicht zuviel darüber nachzudenken. Es kann also passieren, dass ich einen Song in 5 Minuten schreibe. Mein Bruder schreibt auch Songs. Aber da ist auch sehr viel dummes Zeug dabei.

hitparade.ch: James Blunt, Daniel Powter und die Plain White T's haben es vorgemacht, dass man auch mit einfachen Pop-Songs die Spitze der Billboard Charts erobern kann - eine Motivation für dich?
Newton: Meine Motivation kommt von Auftritten und daher, dass ich mein Album verkaufen kann. Ich denke nicht wirklich darüber nach, wie die Singles ankommen. Ich finde, dass das nicht wichtig ist. Der wichtigste Teil ist für mich einfach, das Album zu verkaufen und Auftritte zu haben.

hitparade.ch: Bist du ein Typ der gerne reist und andere Menschen und Kulturen kennen lernt?
Newton: Ja, definitiv. Wenn ich nur zu Hause vor dem Fernseher sitzen würde, da hätte ich keine Inputs. Ich meine, es ist schon komisch, dass ich jetzt in der Schweiz bin, ich finde das total super. Wenn man immer unterwegs ist, dann trifft man so viele Leute und so unterschiedliche Kulturen und das ist dann wirklich inspirierend.

hitparade.ch: Trägst du deine Dreadlocks aus optischen Gründen oder um dich als Rastafari-Anhänger auszuweisen?
Newton: Ich habe mich schon mit 14 dazu entschieden und davor habe ich mich wirklich informiert, in welchen Kulturen das so gemacht wird. Oder welche Prominenten das haben. Dreadlocks haben für mich etwas mit Natur zu tun. Außerdem lächeln dich manche Leute an, nur weil du Dreadlocks trägst. Und das ist doch auch was Schönes.

hitparade.ch: Welchen Eindruck hast du bisher von der Schweiz?
Newton: Es ist schon cool hier. Jeder hier ist erstaunlich nett, auch im Hotel.

hitparade.ch: Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
Newton: Also bezüglich neuer Aufnahmen, da hängt vieles davon ab, wie es in Amerika läuft. Wenn ich in Amerika Erfolg haben würde, würden sich natürlich die Aufnahmen für ein neues Album verzögern und möglicherweise ein Jahr später als geplant rauskommen. Ich werde aber auf alle Fälle so etwas wie eine kurze EP veröffentlichen.

hitparade.ch: Zur Top 10 der Schweizer Hitparade - Kannst du sie kommentieren?

10. Plain White T's - Hey There Delilah
Newton: Ein guter Song, der definitiv bei den Leuten hängen bleibt.

9. 50 Cent feat. Justin Timberlake - Ayo Technology
Newton: Habe ich bis jetzt noch nicht gehört.

4. Britney Spears - Gimme More
Newton: Habe ich auch noch nicht gehört, das ist bis jetzt komplett an mir vorbei gegangen.

3. James Blunt - 1973
Newton: James Blunt hat wirklich ein bizarres Leben in England. Viele Leute mögen ihn und seine Musik, aber es gibt eben auch viele, die ihn nicht mögen. Ich habe ihn noch nie getroffen, von daher weiß ich nicht, was manche Leute an ihm auszusetzen haben. Er möchte ja eigentlich auch nur Musik machen.

2. Rihanna - Don't Stop The Music
Newton: Den Song Umbrella kenne ich natürlich.

1. Alicia Keys - No One
Newton: Das Lied habe ich noch nicht gehört, aber da ich andere Sachen von ihr kenne, gehe ich mal davon aus, dass auch das klasse ist.


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