INTERVIEW MIT BAGATELLO



Bagatello - die Comedy- und A-cappella-Formation aus Bern - ist momentan mit ihrem Programm "Jukebox" unterwegs. Soeben ist die DVD "Jukebox - You Say What We Play" - die Aufnahme des Konzertes vom 29.11.2007 im Kongresshaus Biel - erschienen. Wir haben Adi und Grosi zum Interview getroffen.

hitparade.ch: "Jukebox" heisst euer aktuelles Programm. nur 2 Jahre nach dem letzten Programm mit welchem ihr schon sehr lange unterwegs wart, seid ihr bereits wieder gestartet und seit bereits wieder seit 9 Monaten auf tour, ihr macht also vorwärts! Wollt ihr euch keine Pausen gönnen?
Grosi: Das hätten wir wahrscheinlich schon gerne gemacht. Das Problem ist aber: Unser Produkt ist die Bühne. Wir haben nie eine Show auf die Frage aufgebaut, wie wir möglichst viel Gewinn generieren können. Wir machen die Show einfach aufgrunde dessen, worauf wir Lust haben und was wir wollen. Die momentane Produktion beispielsweise ist unvernünftig teuer. Aber wir hatten Lust drauf, und deswegen machen wir es auch. Von daher können wir uns grosse Pausen schlicht nicht erlauben. An den Produkten, die wir rausbringen, wie beispielsweise die DVD oder unsere neue CD, haben wir Freude, weil die Sachen selbsttragend sind. Und wenn am Ende dann ein kleines Batzeli rausspringt, umso besser. Aber mehr als ein Batzeli ist es wirklich nicht.
Adi: Mit Betonung auf "li"

hitparade.ch: "Interaktiv" heisst das Zauberwort bei euch, sprich heute ist nichts mehr wie es gestern war. wie seid ihr auf diese Idee gekommen?
Adi: Ja, Du Grosi bist eigentlich auf diese Idee mit der Jukebox gekommen. Und wir haben dann einfach mal angefangen zu spinnen und gemerkt, wie viele Möglichkeiten es gibt mit dieser Idee. Die Leute sollen auswählen können. Die Frage war einfach, wie das genau laufen sollte. Man kann klatschen oder auch rufen, es gibt auch Möglichkeiten durch SMS oder im Internet schon im Vorfeld abstimmen zu können, welchen Song wir singen sollen. Man kann auch während der Show einen Song wünschen, den wir dann singen. Das erste Wort war einfach Jukebox, und von dort aus haben wir dann weitergesponnen.

hitparade.ch: Du hast gesagt, man könne online voten und so euer Programm beeinflussen. Da dachte ich, es gäbe wahrscheinlich eine riesen Liste mit Songs, aber da kamen gerade mal drei, und dann immer die Selben, aus welchen man auswählen kann, warum nicht mehr?
Grosi: Dies waren einfach drei beliebte Songs im letzten Programm. Im Prinzip könnten wir da schon 10 bis 15 Songs anbieten. Aber es gibt auch Songs, die wir gar nicht mehr unbedingt spielen möchten. Einige Songs haben im letzten Programm halt gut gepasst, würden jetzt aber zum Abschluss der Jukebox-Show einfach nicht hineinpassen. Es wäre dramaturgisch komplett am falschen Ort. Wir haben die Songs also schon sehr gezielt aussuchen müssen. Klar, es könnten vier oder auch fünf Songs sein, aber bestimmt nicht zehn oder fünfzehn. Das würde einfach nicht aufgehen.

hitparade.ch: Wie kann man jemandem, der noch nie in eurer Show gewesen ist, erklären, wie das mit dem Voten so abläuft?
Adi: Man muss sich einfach schon beim Hereinkommen vorstellen, dass man bereits ein Teil des Programms ist. Es wäre sicher nicht ganz richtig zu sagen: Setz dich einfach mal rein um zu sehen was passiert. Es ist besser, wenn man sich bewusst ist, dass man "Part Of It" ist. Und man wird auch relativ früh aufgefordert. Schon nach dem ersten Stück geht Grosi ins Publikum. Du kannst dich nicht einfach zurücklehnen, sondern wirst aufgefordert, mitzumachen. Als ich mir die DVD angeschaut habe, habe ich gesehen, dass das Ganze eine richtig farbige Angelegenheit ist. Genau so, wie Jukeboxes sind, beziehungsweise waren. Mit viel Licht, Unterhaltung und vielen Möglichkeiten. Und genau so ist das bei uns auch. Es ist eine Jukebox mit vielen Leuten und fünf Typen auf einer Bühne, die das Gewünschte zum Besten geben.

hitparade.ch: Wie stark variieren eure Shows denn jetzt?
Grosi: Teilweise extrem, teilweise aber auch nur bei einzelnen Songs. Das ist ganz unterschiedlich und es kommt extrem auf das Publikum an. Das Ganze kann eine Dynamik erlangen, die den Abend in eine ganz bestimmte Richtung drängt. Es entstehen Running Gags oder so. Ich glaube, wenn man es ganz dumm preicht, dann sieht man zwei ähnliche Shows. Aber das wäre schon ein überraschender Zufall. Zwei gleiche Shows zu sehen ist unmöglich. Die Regel ist es, dass die Shows komplett unterschiedlich sind.

hitparade.ch: Die DVD, die jetzt erscheint: Ist dies eine typische Show, oder eher eine ausgefallene?
Grosi: Es ist eine coole Show. Es sind zum Glück gute Songs gewählt worden. Wir hatten erst echt Schiss, dass Songs ausgewählt werden, die wir nicht so gerne machen. Wenn ich die Auswahl hätte zwischen Lady Marmelade und Proud Mary, dann weiss ich genau, was ich hören, beziehungsweise singen möchte. Lady Marmelade ist so lala, aber Proud Mary, der pfupft einfach wie ein Kalb. Es ist also wirklich gut herausgekommen. Und aufgrund der Fragestellung, wenn man die Leute auffordert zu entscheiden, kann man es auch immer noch beeinflussen. Und dies haben wir auf jeden Fall auch gemacht, wenn wir konnten.
Adi: Das Publikum hat aber auch die Möglichkeit, auf diese Beeinflussung nicht hereinzufallen und zu sagen: Hähää, wir machen es anders.
Grosi: Aber Sekten haben ihren Erfolg auch mit der Gehirnwäsche (lacht).

hitparade.ch: Was habt ihr denn allgemein für Songs im Programm?
Grosi: Alles! Ich glaube der älteste Song ist "In The Ghetto" von Elvis. Und der Neuste ist wohl "I Don't Feel Like Dancing" von den Scissor Sisters. Dieser ist glaubs der modernste und ist einer der Songs, den die Leute als Wunschsong ganz frei wählen können. Dann gibt es noch die superaktuellen, wie beispielsweise "Das Beste" von Silbermond, das neulich gewählt worden ist. Solange es ein guter "Heuler" ist, kann es auch der Schacherseppeli sein. Der ist ja auch wieder aktuell. Und dazwischen hat einfach alles Platz. Was wir gestrichen haben, sind die klassischen Songs. Früher hatten wir noch klassische Songs im Programm, aber wir haben dann schnell gemerkt, dass die nicht so gefragt sind.

hitparade.ch: Worum geht es überhaupt in eurem Programm, was ist das Hauptthema? Ich denke ja kaum, dass bei euch der alleinige Inhalt daraus besteht, Lieder in lustigen Kostümen zu singen…
Grosi: Es ist der Konkurrenzkampf fünf verschiedener Charakteren. Diese fünf Charakteren konkurrenzieren sich in jeder einzelnen Phase dieses Programms. Es beginnt damit, dass die anderen Vier hinter dem Tüll zu singen beginnen, und ich schmuggle mich als Einziger hervor um vor dem Publikum zu singen. Dann kommt Simu, packt mich und zerrt mich zurück nach hinten, geht dann aus eigener Motivation selber nach vorne, um zu singen… Diese Konflikte sind dauernd am laufen. Teilweise auf sehr charmanter Ebene, dann wieder auf einer härteren Ebene. Dies ist eigentlich der Hauptinhalt, jeder möchte irgendwie der Geilste sein. Jeder Charakter versucht sich durchzusetzen. Jeder auf seine Weise. Adi beispielsweise macht dies charmant und cholerisch, ein Latino-Typ der auch mit seinem Äusseren arbeitet. Dann ich, das Energiebündel, das eher unbeholfen auch mit dem Äusseren versucht zu arbeiten, allerdings komplett scheitere. Jeder ist da auf seiner Ebene.

hitparade.ch: Ihr seid ja bereits fleissig auf Tour, eine DVD kann man jetzt kaufen. Wie hat das Publikum reagiert bei den ersten Shows, dass man da jetzt direkt eingreifen kann? Das waren die Zuschauer ja nicht gewöhnt. Gab es Anlaufschwierigkeiten?
Adi: Ich glaube, dass eher wir diejenigen sind, die jetzt mehr Mut haben. Am Anfang waren wir noch etwas gehemmter. Jetzt wissen wir, dass und wie es funktionieren kann. Deswegen geben wir jetzt auch Guzzi. Wir waren in den ersten zehn Shows sicher verhaltener als wir heute, nach 70 Shows, sind.
Grosi: Du hältst dich ja wahnsinnig daran, was du einstudiert hast. Du hast es dir monatelang in den Kopf geprügelt, dann ist es auch richtig und wichtig, dass du dich nicht ablenken lässt. Und sobald du merkst, dass du im Rhythmus und im Fluss bist, dann gehen weitere Türchen auf. Ab da kann man dann Improvisationen und Änderungen machen.
Adi: Es gibt einzelne Szenen, wie diese, als ich das ganze Publikum auffordere aufzustehen. Dann stehe ich auf der Bühne und sage "auf". Das Publikum lacht dann leicht, und ich sage dann: "seid bitte so gut: Auf!". Das ist etwas, das ich mich früher nie getraut hätte, ich hätte es als frech empfunden. Heute mache ich das mit der Überzeugung, dass es funktioniert.
Grosi: Oder beim Schwan vom Gölä: Gigu hat damit angefangen, die Leute aufzufordern, beim Refrain die Arme wie ein Schwan zu bewegen. Eigentlich finde ich das blöd und überhaupt nicht lustig. Ich hätte dich "chläpfen" können, als du das zum ersten Mal gemacht hast. Aber die Leute haben das gemacht! Der ganze Saal hat mit den Armen gewedelt. Ab da musste ich sagen: Doch, es funktioniert tatsächlich. Früher hätte ich es mir nicht herausgenommen, sowas von einem Publikum zu verlangen, aber es funktioniert wirklich.
Adi: Man muss dazu noch sagen: In der Gölä-Rolle kann man fast alles. Man kann dumme oder sexistische Sprüche klopfen, dort hat alles Platz.

hitparade.ch: Was sind eure grössten Schwierigkeiten bei diesem "interaktiven" Programm?
Grosi: Das Ganze ist ja nichts anderes als: Schaut her, das haben wir anzubieten, was wollt ihr? Aber dass man es wirklich schafft, zweieinhalb Stunden lang mit dieser Linie für das Publikum nicht ermüdend zu werden, das war eigentlich die grösste Schwierigkeit.
Adi: Und auch die Parts unterhaltsam zu gestalten, in denen wir als Einzelpersonen auf der Bühne stehen, dass es sich vom Rest des Programms abhebt. Du hast immer einzelne Songs, die wieder andere in den Vordergrund rücken. Indem man mit dem Publikum agiert, vielleicht eine Abstimmung macht oder Lieder vorstellt. Das war auch eine grosse Schwierigkeit. Was will jetzt dieser Kerl alleine dort vorne? Der andere hat doch schon drei Stücke vorgestellt. Man muss diese Abstimmungen möglichst unterschiedlich gestalten, damit es abwechslungsreich und unterhaltsam bleibt.

hitparade.ch: Ihr macht ja fast alles "a cappella", sprich ohne Instrumente. Das klingt für den Zuschauer meist lustig und erscheint sehr einfach, ist es das auch?
Grosi: Nein, es ist schwierig. Das verrückte beim a cappella ist, dass die Resonanz der Instrumente fehlt. Man weiss vielleicht, dass ein Song auf C-Dur beginnt, also fängt man auf dieser Tonlage damit an. Da kann man Gift drauf nehmen: Ende des Songs sind wir nicht mehr auf C-Dur. Irgendwo hat sich dieser Song bewegt. Dies muss für das Publikum überhaupt nicht falsch klingen. Auch wir auf der Bühne merken es nicht. Eigentlich merkt niemand was, aber der Song hat sich gewandelt. Dass sich solche Songs immer wieder mit diesen fünf Stimmen ergeben, dies ist die grosse Kunst. Wir fünf analysieren auch unsere Konzerte. Gerade kürzlich habe ich beim anhören eines Songs gemerkt, dass eine Temposchwierigkeit drin ist. Das hört man dann nur gaaaanz fein. Und wie auf Kommando haben dann drei von uns reagiert und gleichzeitig einen Achtel ausgelassen. Und zack hat wieder alles gestimmt. Und ich könnte wetten, das Publikum hat dies nicht einmal gemerkt, dass es Schwierigkeiten gegeben hat. Und ich glaube diese Abstimmung, die wir untereinander haben, ist die grösste Schwierigkeit. Dass die funktioniert. Dies passiert jeweils wortlos und unbewusst.
Adi: Ich finde es wahnsinnig schwierig, auf der Bühne zu stehen, die Rolle zu spielen und gleichzeitig zu hören, ob alles stimmt. Und dieses ganze Päckli muss man in jeder Sekunde der Show hundertprozentig bei sich haben. Das ist wirklich etwas vom Schwierigsten. Manchmal wäre ich froh, ich müsste ausschliesslich singen, oder nur Schauspiel machen. Einfach nicht beides gleichzeitig. Das ist genau das, was einen an einem solchen Abend so schlaucht. Vorallem von der Konzentration der Energie, die man auf der Bühne gibt.

hitparade.ch: In ein paar Tagen startet die Euro 08. Auch ihr habt dazu einen musikalischen Beitrag veröffentlicht. Was gab den Anstoss etwas zu machen?
Grosi: Wir sind eigentlich alle Fussballbegeistert, die ganze Gruppe. Deswegen sagten wir uns: Kommt, wir machen was Anständiges. Also, es war keine Kurzschlusshandlung, es war wohlüberlegt. Entweder steigt man auf diese Europameisterschaft ein, oder man lässt es bleiben. Es wäre doch blödsinnig, wenn man es nicht versuchen würde, irgendwo aufzuspringen. Und auf einmal war dieser Song da und sehr gefragt. Er ist jetzt auf drei verschiedenen Samplern drauf und stösst auf grosse Resonanz. Ein gewisser Marketinggedanken war da auch dahinter. Sonst müssten wir wohl nicht einen solchen Song machen.

hitparade.ch: Hört man den auch auf der aktuellen Tour?
Grosi: Nein.

hitparade.ch: Also kann er nicht gewünscht werden?
Grosi: Doch, das kann tatsächlich passieren (lacht). Dann wird er einfach mit Klavier begleitet und so interpretiert. Aber das Hauptplayback, das wir bei diesem Song machen, würde nicht passen, wir würden sofort aus unseren Rollen fallen. Wir haben diesen Song als kleines Projekt gemacht, den muss man so isoliert betrachten. Wenn dieser Song mal gefragt wäre, im Fernsehen zu singen, dann würden wir ihn ausserhalb dieser Rollen bringen. Dieser Song ist wirklich ein musikalischer Beitrag der Musiker Bagatello.

hitparade.ch: I eurem Pressetext steht "Danach geht's munter weiter mit bereits über 100 gebuchten Tourdaten in der ganzen Deutschschweiz". 100 Auftritte, das ist viel, ein Grossteil habt ihr bereits und in eurem Kalender sind noch rund 35 Shows eingetragen. Sind es am Schluss 100 oder gar noch mehr?
Grosi: Es sind schon etwas mehr. Die letzte Show haben wir 162 Mal gemacht. Diese Show haben wir nun auch verlängert. Eigentlich sollte sie bis Ende Jahr dauern, aber jetzt geht sie sicher bis in den Frühling 2009.
Adi: Wir sind ja jetzt schon bei 70 Konzerten.
Grosi: Das weiss ich gar nicht genau. Ich denke aber, am Ende werden es wohl wieder an die 150 Konzerte sein.

hitparade.ch: Und wenn ihr fertig seit mit der Tour, macht ihr dann mal eine Pause oder ist bereits Neues geplant?
Grosi: Ja also, Planung ist bei uns immer ein bisschen schwierig. Immer, wenn wir in der Vergangenheit etwas geplant haben, ist es jeweils anders herausgekommen, als wir gewollt hatten. Also nicht schlecht, aber anders. Und wir haben jetzt einfach aufgehört mit diesen ewigen Planereien. Wir haben uns gesagt, wir warten jetzt einfach einmal ab, bis diese Tour vorbei ist. Und ich wage es jetzt zu behaupten, dass, so wie ich uns kenne, eine Pause kommen wird. Unter dem Strich sind wir jetzt seit acht Jahren auf Tour. Wenn ich an andere Bands denke, die nach einer dreimonatigen Tour total geschlaucht sind, und es so anstrengend finde, dann denke ich immer, dass wir seit 8 Jahren unterwegs sind, und während dieser Jukebox-Tour haben wir sicher unser tausendstes Konzert gespielt. Keiner von uns traut es sich anzusprechen, aber ein Break wird es auf jeden Fall nach dieser Tour geben. Wann und wie, weiss ich aber nicht.

hitparade.ch: Was machen eigentlich all die Schweizer Bands falsch, die dauernd im Radio gespielt werden und trotzdem fast nie Konzerte spielen können, im Gegensatz zu euch, die praktisch nie Airplay haben und trotzdem fast jedes Haus restlos füllen?
Grosi: Ich denke da beispielsweise an Ritschi von Plüsch. Das sind gute Kollegen von uns. Immer wenn wir uns sehen, sticheln wir einander an. Wir sagen dann: "Sososooo, hattet ihr ganze 600 Leute am Konzert?? Heieiieiei", und dann bringt er die Retourkutsche: "Was war das noch gleich für ein Song von euch, der letzte Woche im Radio gespielt worden ist?". (lacht). Jeder hat seine Existenzberechtigung. Ich hätte schon gerne mal einen Airplay und ich fände es auch toll, wenn das Publikum einmal einen Refrain, den ich geschrieben habe, mitsingen würde. Da beneide ich jede Band. Ich denke, man muss live einfach Entertainment bieten. Und Schweizer Bands sind nicht die Entertainer. Ritschi ist da eine löbliche Ausnahme, denn er macht den Abend immer zu einem Erlebnis. Aber vielmals ist das nicht so, und das ist das grosse Problem. Die Leute möchten unterhalten werden.
Adi: Ich denke, wenn man an einem Konzert ist, und man sich vom Künstler integriert fühlt, und man das Gefühl hat: Wir, also die Band und ich, haben gemeinsam einen coolen Abend, dann trifft es einen auch, dann sind auch die Emotionen im Spiel. Ich habe auch schon Konzertabende erlebt, wo man als Zuschauer dasteht und findet: Ja, es war ein schöner Abend, aber er hat mich nicht berührt. Beispielsweise ging es mir am Rolling Stones Konzert in Lausanne so. Ich staunte über die vielen Effekte, aber es hat mich keine einzige Sekunde lang berührt. Dabei sind das gestandene Männer. Und danach habe ich Lizz Right gesehen im Bierhübeli. Ich bin eineinhalb Stunden mit Gänsehaut dagestanden. Als ich rauskam, dachte ich: Das gibt's ja nicht. Das hat mich dermassen berührt. Auf die Bühne kommen reicht halt einfach nicht, um die Leute zu berühren. Du musst Entertainment machen. Du musst dich dem Publikum hergeben, es wahrnehmen und sie realisieren.

hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Könnt ihr die Songs kommentieren?

10. Amy MacDonald - Mr. Rock'n'Roll
Adi: Ich finde diese eine der genialsten Scheiben, die in den letzten Monaten erschienen ist. Nicht nur dieser Song, sondern das ganze Album. Jeder Song auf dem Album wäre eine Single wert. Sie ist super.
Grosi: Ich schliesse mich vollkommen an. Ich liebe diese Frau. Leider hat sie schon einen Fussballer genommen. Grrr…

9. Mark Ronson feat. Amy Winehouse - Valerie
Adi: sagt mir grad nix…
Grosi: Keine Ahnung

8. Jason Mraz - I'm Yours
Adi: Das ist nicht wahr. Der ist auf Platz 8?? Das ist ja voll geil. Das Album kommt bald oder ist vielleicht schon draussen. I'm Yours finde ich, ist ein fantastisch geiler Song. Auf Youtube gibt es ein Video von ihm, wie er unplugged mit einem Trommler zusammen diesen Song spielt. Diese Version dauert 8 Minuten. Das ist etwas vom Schönsten, das ich je gesehen habe. Diese Beiden zusammen auf der Bühne: Fröhlichkeit, Lustig, Musik pur!

7. Rihanna - Take A Bow
Grosi: Rihanna ist ein Kunstprodukt, das ich verabscheue. Das finde ich etwas vom Schlimmsten. Ein Kunstprodukt, das mit Musik überhaupt nichts mehr zu tun hat. Sie ist herangezüchtet, da hat es einfach kein Herzblut drin.

6. Enrique Iglesias feat. Nâdiya - Tired Of Being Sorry
Adi: Ich kenne den Song nicht. Schön, bringt er wiedermal was Neues (lacht). Aber auch das würde mich wohl nicht berühren.

5. Estelle feat. Kanye West - American Boy
Adi: Habe ich glaubs auch schon gehört.
Grosi: Estelle ist glaubs eine coole Frau.
Adi: Das sind für mich alles die gleichen: Rihanna, Estelle, Madonna: Das ist einfach Radiomusik. Vielleicht klingt das böse, aber ich persönlich kann damit überhaupt nichts anfangen. Das ist so vercomputerisierte Musik, die mit Gesang, schönen Instrumenten und Musik nicht viel zu tun hat.
Grosi: Es ist Marketing.

4. Amy Mac Donald - This Is The Life
Grosi: Nun sind wir wieder bei der Musik angekommen.
Adi: Das ist einer der schönsten Songs auf ihrem Album.
Grosi: Mir gefällt Mr. Rock'n'Roll fast noch besser.

3. Baschi - Bring en hei
Grosi: Da wären wir wieder beim Marketing. Man muss aber unterscheiden; Ich gönne es ihm als Musiker wirklich ungemein. Wir Schweizer Musiker haben es schwer genug, als dass wir uns gegenseitig aushacken müssten. Aber ich finde den Song mit Remix und allem eine schwache Leistung. Auch dass das Schweizer Fernsehen diesen Song so pusht… Aber Gott, was wottsch…
Adi: Man konnte auch nie so recht mitbekommen, wieso jetzt dieser Song der Euro 08 Song geworden ist. Irgendwann hiess es dies einfach und dann war er's dann.

2. Duffy - Mercy
Adi: Geiler Song. Das ist eine Frau mit einer geilen Stimme, und ich hoffe, Amy Winehouse nimmt sich Duffy ein wenig als Vorbild, wie man mit einer geilen Stimme Musik machen kann.
Grosi: Sie ist super

1. Madonna & Justin - 4 Minutes
Grosi: Haben die eigentlich Gwen Stefani jemals gefragt, ob sie ihren Song klauen dürfen? Hör dir mal bei Gwen Stefanis Jodelsong den Beat und die Harmoniefolge an. Und dann 4 Minutes. Das ist genau das Gleiche. Sie haben also gemerkt, dass es bei Gwen funktioniert hat, und auch einen solchen Song gemacht.
Adi: Ich finde es erstaunlich, wie diese Frau es mit 50 schafft, mit einem neuen Album wieder ganz nach Vorne zu kommen und einen riesigen Hype auszulösen. Sie weiss einfach, wie!
Grosi: Es scheisst mich an, aber ich kann mich diesem Song nicht ganz entziehen (lacht). Ich finde ihn dummerweise irgendwie geil.
Adi: Ich bin mir noch am überlegen, ob ich vielleicht ein Ticket kaufe, um an ihr Konzert zu gehen, denn ich finde, diese Frau muss man einmal live gesehen haben. Wenn sie schon mal in der Schweiz ist.


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