INTERVIEW MIT KLIBY UND CAROLINE



"Es wiehnächtelet…" - auch bei Kliby und Caroline. Pünktlich zur Adventszeit steht der legendäre Bauchredner mit seiner beliebtesten Begleitpuppe mit einem ersten Winter- und Weihnachtsalbum parat. Wir haben die Ostschweizer Humoristenlegende getroffen und uns mit ihm über die Entstehung der Platte und sein Verhältnis zu den Feierlichkeiten zum Jahresfinale unterhalten.

hitparade.ch: Warum veröffentlicht ihr erst jetzt eine Weihnachts-CD? Ihr habt ja selber gesagt, dass die Fans schon so lange darauf warten…
Kliby: Richtig. Es gibt natürlich Plattenfirmen, die sich fragen, ob es funktioniert, wenn Kliby und Caroline nicht in erster Linie für Lacher sorgen. Zu mir sind aber Eltern gekommen, die mir sagten, dass ihre Kinder erst drei Jahre alt sind und unsere Pointen ja noch gar nicht verstehen. Bevor ich die CD aufnahm, hat mich auch eine Frau aus Thun kontaktiert und gesagt, ich hätte eine so schöne Stimme habe und dass sie immer Gänsehaut bekomme, wenn ich singe. Wir haben zur Auflockerung auf unseren CDs ja schon immer gesungen. Und weil alle Künstler weltweit CDs zu Weihnachten veröffentlichten, dachten wir: warum sollten wir das nicht auch einmal machen?

hitparade.ch: Auf Eurer CD singt ihr mit einem Kinderchor zusammen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und wie habt ihr sie erlebt?
Kliby: Der Leiter des Chors ist zugleich der Texter und Komponist der Weihnachtslieder. Er hatte die Idee zu dieser Kombination. Die Zusammenarbeit mit dem Chor verlief super. Wir haben die CD jedoch getrennt voneinander aufgenommen, da ich gerade auf einer Comedy-Kreuzfahrt war, als die Kinder die Lieder in ihren Schulferien aufnahmen. Beim Fototermin haben wir uns dann aber noch kennengelernt. Die Kinder haben das alles sensationell gemacht und ich bin stolz auf sie.

hitparade.ch: Ist eine weitere Zusammenarbeit mit dem Chor geplant?
Kliby: Das war jetzt einfach mal ein Experiment und es ist eigentlich nichts mehr geplant. Wir warten mal ab. Aufgrund der vielen guten Reaktionen könnte ich mir vorstellen, dass bei den Liedern einer nächsten Lach-CD der Kinderchor im Background mitsingt.

hitparade.ch: Trägst Du im Tonstudio eigentlich Caroline auch auf dem Arm?
Kliby: Eine frühere LP habe ich einmal ohne Caroline aufgenommen, weil der Produzent sagte, ich bräuchte sie nicht extra ins Studio mitzunehmen. Er hat aber bald gemerkt, dass ich ohne sie auf dem Arm ihre Stimme nicht richtig hinkriege. Ohne Puppe tönt sie komplett anders. Ich arbeite bereits 35 Jahre mit Caroline und würde heute auf keinen Fall mehr ohne sie etwas vorsprechen.

hitparade.ch: Eure CD ist bis auf Platz 57 der Charts vorgestossen. Glaubst Du, Eure Weihnachts-CD hebt sich in irgendeiner Form von anderen ab?
Kliby: Über die Platzierung hatte ich grosse Freude. Es war mir wichtig, nicht einfach die alten Klassiker wie "Leise rieselt der Schnee" oder "Stille Nacht" nachzusingen, sondern mit eigenen Liedern an den Start zu gehen. Ich glaube, dass die Leute neugierig sind auf Neues.

hitparade.ch: Es fällt auf, dass die meiste Zeit auf der CD Caroline singt. War Kliby einfach zu faul, um zu singen?
Kliby: Naja, so eine wahnsinnige, nie dagewesene Stimme habe ich ja nicht, obwohl ich gerne singe. Aber der Star ist natürlich Caroline. Die Leute lachen wegen ihr und nicht wegen mir. Bei drei, vier Liedern mitzusingen, fand ich aber sehr lässig. Das bringt auch etwas Abwechslung auf die Platte.

hitparade.ch: Werdet ihr die Weihnachtslieder mit dem Kinderchor auch einmal live aufführen?
Kliby: Nein, das geht zeitlich leider nicht.

hitparade.ch: Auf der letzten CD hatte es bereits ein Lied aus der Feder Peter Rebers drauf. Auf dem neuen Album sind es nun sogar zwei. Steht da eine künstlerische oder auch eine persönliche Freundschaft dahinter?
Kliby: Beides. Vor 30 Jahren waren wir ja noch Konkurrenten in den Hitparaden und Fernsehsendungen, hatten jedoch natürlich nie Streit. Als Peter Reber anfing, solo aufzutreten, gingen wir öfters gemeinsam auf Tournee. In der Garderobe kam es dann zu Gesprächen, in denen er mich fragte, ob er mir auch mal einen Song schreiben könne. Wir sind gute Kollegen, die zusammen und nicht gegeneinander arbeiten. Sein Lied "I bi doch au es Eseli" ist - neben "D'Wiehnacht stoht scho vor der Tür" - mein Lieblingslied auf der CD.

hitparade.ch: Die neuen Lieder wurden von Dani Kalt und Tommy Mustac geschrieben. Mustac steht als Produzent von Francine Jordis Jodellied im Moment ja auf Platz 1 der Single-Charts ist. Wie gross war Dein Mitspracherecht bei der Auswahl der Lieder? Habt ihr euch auf diese bewährten Leute verlassen oder auch selber Einfluss genommen auf die Produktion?
Kliby: Mir wurden einige Songs mehr zugeschickt als sich nun auf der CD befinden. Ich konnte schlichtweg nicht alle nehmen und habe das den Produzenten auch ehrlich kommuniziert. Ein Lied über Drachen habe ich beispielsweise abgelehnt, weil es nicht auf eine Weihnachts-CD gepasst hätte. Zudem gab es lustige Kollisionen mit den Dialekten, weil der Komponist Basler ist und ich aus der Ostschweiz komme. Wir haben das aber sehr freundschaftlich ausgetragen und haben uns immer gefunden.

hitparade.ch: Wie verbringt ihr Weihnachten?
Kliby: Ich habe drei Enkelkinder und ich kann mir vorstellen, dass sie an Weihnachten zu mir kommen und dann werden wir wohl auch ein paar Lieder singen. Ich will testen, ob sie die Lieder auch schon auswendig können (lacht).

hitparade.ch: Kliby, seit Jahrzehnten bist du mit Caroline unterwegs. Hast Du es in Deiner Karriere auch einmal mit anderen Figuren "versucht" oder war das nie ein Thema, weil Caroline stets so gut funktioniert hat?
Kliby: Ja, da waren noch zwei weitere Figuren, mit denen es aber tatsächlich nicht geklappt hat. Heute würde ich mit keiner anderen Puppe mehr auftreten. Da höre ich sonst lieber auf.

hitparade.ch: Die Fähigkeit eines Bauchredners können vielleicht auch abseits der Bühne dann und wann praktisch sein…
Kliby: Ja, früher haben wir uns da den einen oder anderen Scherz erlaubt. Beispielsweise habe ich in einem vollen Zug mal als Bauchredner rausposaunt "Billet bitte!", worauf alle ihre Fahrausweise rausgekramt haben, jedoch weit und breit kein Kondukteur aufkreuzte. Das waren schon lustige Erlebnisse.

hitparade.ch: Ihr seid von der Schweizer Kabarettbühne nicht mehr wegzudenken. Wie lange möchtet ihr noch weiter machen?
Kliby: Ich werde am 24. Dezember 58 Jahre alt. Solange die Leute nicht sagen: "Jetzt kommt der schon wieder", möchte ich gerne weiter machen. Ein bis zwei Galas pro Woche reichen mir heute aber wunderbar. Ich arbeite nicht an einem komplett neuen Bühnenprogramm, sondern sammle einfach gemütlich die eine oder andere Pointe. Unter Druck arbeite ich nicht gern.

hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Kannst du sie kommentieren?
Kliby: Am allerliebsten mag ich ja den Nachtexpress auf DRS 1. Vermutlich kenne ich nur sehr wenig, das in der Hitparade ist.

3. P!nk - So What
Kliby: P!nk gefällt mir sehr gut. Sie ist jetzt ja wieder in aller Munde.

1. Jodlerklub Wiesenberg & Francine Jordi - Das Feyr vo dr Sehnsucht
Kliby: Dieser Erfolg freut mich sehr. Perfekt, dass das auf Platz 1 ist. Den Jodlerklub habe ich im Fernsehen gesehen und sie gefallen mir gut. Ich habe auch viele schöne Erinnerungen an gemeinsame Bühnenauftritte mit Francine. Sie ist ja sowieso eine sehr herzige.

hitparade.ch: Wir bedanken uns für das Gespräch, Kliby!


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