INTERVIEW MIT PORTEFANK



Bisher war Portefank als lose Jam-Formation von ein paar Berner und Zürcher Musikern eher ein Insidertipp. Die Jungs haben sich nun aber entschieden, dies zu ändern und haben 13 Songs für ein Album aufgenommen, das gerade erschienen ist. Wir haben Mazz und Roger zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Ihr stammt aus Bern und Zürich. Wie habt ihr den Graben zwischen der Haupt- und der Grossstadt überwunden und zueinander gefunden?
Mazz: Angefangen hat es vor zehn Jahren mit der Bandgründung in Baden, wobei einige Gründungsmitglieder heute nicht mehr dabei sind. Ich zog danach nach Bern und eröffnete dort mit jemandem ein Tonstudio. Dort haben wir uns dann regelmässig getroffen.

hitparade.ch: Was gab den Ausschlag es musikalisch funkig angehen zu lassen?
Mazz: Wir begannen als Funk-Band. Mittlerweile würde ich sagen, dass es nicht mehr Funk ist, sondern eher Rock.

hitparade.ch: Woher kommt eigentlich der Name Portefank und was bedeutet er?
Roger: Das geht auf den Anfang vor zehn Jahren zurück. Es gibt bessere und schlechtere Bandnamen. Wir dachten, dass wir sowieso nichts Gescheites finden. Im Internet haben wir eine Website gefunden, wo man Ideen für Produktnamen kaufen kann. Die schickten uns eine Liste mit verschiedenen Namen, wo auch Portefank drauf war. Ich vermute, dass dies ein Tippfehler war und wohl Portefunk heissen sollte. Uns hat der Name aber gefallen und darum haben wir ihn genommen. Reinen Funk machten wir ja eh nie. Jetzt machen wir halt Funk mit "A". Der Name kostete uns 15.90 Franken.

hitparade.ch: 13 Songs sind entstanden, die ihr im Studio live eingespielt habt. Es war offenbar kein langes Rumprobieren und Tüfteln im Aufnahmestudio, sondern eher ein spontanes Werkdesign. Was waren die Hauptgründe und Vorteile, diesen Weg zu wählen?
Mazz: Es ist viel ehrlicher und direkter. Wir wollten von Anfang an roh daher kommen und es anders als andere machen, um unsere eigene Persönlichkeit einbringen zu können.
Roger: Wir wollten auch den Spass, den wir hatten, rüberbringen und nichts hinausschleifen.

hitparade.ch: Entstehen Songs anders, vielleicht entspannter, wenn man eine lose Jam-Formation ist, als wenn man eine Band mit einem gewissen Ruf ist, die eigentlich unbedingt wieder ein Album veröffentlichen sollte, weil das alle erwarten?
Mazz: Grundsätzlich sind wir jetzt schon eine fixe Formation. Ich würde sagen, dass wir viel weniger Druck hatten. Da war natürlich stattdessen der Spassfaktor extrem hoch.
Roger: Wir kennen uns inzwischen auch schon recht gut. Das spontane Element geht eigentlich nie verloren.

hitparade.ch: 13 Songs habt ihr im Gepäck. Reicht das für ein ganzes Konzert? Wenn nicht, was gibt es live von euch sonst noch zu hören?
Mazz: Sicherlich die eine oder andere Überraschung.
Roger: Wir wollen auch das Publikum involvieren. Die sollen auch mitmachen und Spass haben.

hitparade.ch: Ihr habt ja schon ein paar Konzerte im Kalender. Was tut sich sonst noch in nächster Zeit?
Mazz: Bis jetzt machen wir noch das gesamte Booking selbst. Wir sind jetzt aber mit einer Booking-Firma in Verhandlung. Im Herbst werden noch weitere Konzerte folgen.

hitparade.ch: Ihr seid ein Quartett aus Musikern, die alle noch in anderen Bands spielen. Kommt es dann live auch mal zu Gastspielen von Freunden aus anderen Bands oder anderen Featurings?
Mazz: Dadurch, dass wir ein Studio haben und auch in anderen Bands spielen, treffen sich alle untereinander immer wieder. Die, die wir auf dem Album haben wollten, haben wir angehauen, und es haben alle immer gerne mitgemacht.

hitparade.ch: In eurem Text auf MySpace steht, dass ihr nebst den Jams auch noch das eine oder andere Bierchen getrunken und über das Musikbusiness diskutiert habt. Was waren die Hauptthemen und Erkenntnisse?
Roger: Das mit dem Bier trinken ist grundsätzlich ein Gerücht. Musiker trinken nicht so viel, wie man sagt. Wir sprechen vor allem über Konzerte, welche Bands wir gut finden und natürlich wo wir selber hin möchten. Wir spinnen uns Träume zusammen.
Mazz: Oft kommt auch die Diskussion, wie man in Zukunft arbeiten möchte. Ob man alles selber organisiert oder mit grossen Labels kooperiert. Da die Schweiz sehr klein ist, ist eine selbständige Organisation auch möglich, insbesondere wenn sich die Musiker gegenseitig helfen.

hitparade.ch: Was sind denn eure Träume?
Roger: Also eine internationale Karriere ist ja nicht sehr realistisch, aber man träumt natürlich davon. Wir hoffen, dass die Leute Freude an unserer Musik haben und dass wir auch selbst Spass an unserer Sache haben.
Mazz: Und natürlich einen Ferrari.
Roger: Occasion. (lacht)

hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der aktuellen Schweizer Hitparade. Könnt ihr sie kommentieren?

10. Lady GaGa - Just Dance
Roger: Ich habe letztens im VIVA-Text gelesen, dass es sie gibt. Sie sagt mir nichts.

9. Bligg - Rosalie
Mazz: Ich finde die Volksmusikwelle, die er ins Rollen brachte, cool.
Roger: Volkstümliche Musik muss man auch ernst nehmen.

7. Mando Diao - Dance With Somebody
Roger: Die gehen live ziemlich ab. Finde ich eine gute Band.

6. Katy Perry - Hot N Cold
Mazz: Finde ich eine gute Nummer. Habe im 20 Minuten mal gelesen, dass sie früher christliche Songs sang.
Roger: Und sie steht dazu, dass sie Frauen küsst.

3. Silbermond - Irgendwas bleibt
Mazz: Sie haben Backstage unglaublich viele Gitarren. Den Song kenne ich leider nicht.

2. James Morrison feat. Nelly Furtado - Broken Strings
Mazz: James Morrison finde ich noch cool. Kenne aber den Song auch nicht. Die zwei Stimmen zusammen sind aber noch spannend.

1. Lady GaGa - Poker Face
Roger: Schon wieder Lady Gaga. Sagt mir aber auch nichts.


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