INTERVIEW MIT LUNIK



Nach dem MiNa-Projekt und einigen Auftritten im Ausland erscheint drei Jahre nach dem Platin-Album "Preparing To Leave" die neue CD "Small Lights In The Dark" von Lunik. Wir haben uns mit Jaël zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Euer sechstes Album steht am Start. Ist man da noch nervös, bevor es so richtig los geht und man sich Fans und Medien stellen muss?
Jael: Jetzt bin ich nicht mehr nervös, nein. Denn an der CD kann ich sowieso nichts mehr ändern. Mein Teil ist erledigt, ich muss nur noch abwarten, wie das Album von den Fans aufgenommen wird. Momentan herrscht als mehr eine Spannung auf die Reaktionen.

hitparade.ch: "Small Lights In The Dark" nennt ihr euer neues Album, eine Zeile eines Songs auf dem Album. Was hat der Titel für eine Bedeutung?
Jael: Grundsätzlich bedeutet der Titel "Hoffnung". Wenn du dich im Dunkeln befindest, siehst du plötzlich ein Licht am Ende des Tunnels. Für mich als Musikerin hat der Satz aber auch noch eine andere Bedeutung. Wir sind oft in der Nacht unterwegs, da sind wir froh über kleine Lichter im Dunkeln.

hitparade.ch: Was habt ihr selber für Erwartungen mit eurem Album?
Jael: Keine speziellen, denn es kommt sowieso immer anders, als man es erwartet. Diese Erfahrung habe ich gemacht. Ich lasse lieber alles auf mich zukommen. Gespannt bin ich vor allem, was unseren neuen Auslandvertrag betrifft.

hitparade.ch: Wenn man euer Album durchhört ist es mit Ausnahme der Single-Auskoppelung "People Hurts People" eher ruhig und melancholisch. Was war ausschlaggebend für so viele ruhige Nummern?
Jael: Dafür gibt es keinen bestimmten Grund. Als Mensch bin ich eher nachdenklich, dementsprechend sind auch meine Texte hinterfragend und kritisch. Die Instrumentalteile verhindern in den Liedern aber zum Glück die totale Depressionsstimmung (lacht). Nicht, dass ich ein so negativer Mensch wäre. Aber wenn ich solche Gedanken aufschreibe, kann ich schöne Energien besser im Leben einsetzen.

hitparade.ch: Wie stark hat MiNa das Album beeinflusst?
Jael: MiNa hat unsere Richtung beeinflusst. Wer unsere Alben kennt, weiss, dass wir nicht gerne zwei Mal hintereinander das selbe machen. Dank MiNa konnten wir eine andere Seite von uns ausleben.

hitparade.ch: Wie haben sich die Texte und Themen in den letzten Jahren verändert? Wahrscheinlich beschäftigen dich jetzt andere Dinge, als vor zehn Jahren.
Jael: Ich bin immer noch ich und darum denke ich, dass sich meine Denkweise nicht so stark verändert hat. Höchstens die Gewichtung ist verschieden. Im Alter zwischen 20 und 27 war ich sehr stark auf der Suche nach dem Sinn und mir selbst - das spürte man schon gut. Einige Songs ab auf dem neuen Album sind auch in dieser Zeit entstanden, darum bin ich wohl immer noch ein wenig auf der Suche. Bei der nächsten CD werde ich dann hoffentlich eher angekommen sein (lacht).

hitparade.ch: Ihr habt, wie du gesagt hast, musikalisch einen weiten Weg gemacht, angefangen vor über zehn Jahren beim Trip-Hop. Wo führt euch die musikalische Entwicklung noch hin?
Jael: Keine Ahnung (lacht). Das wäre, wie wenn ich jemanden fragen würde "Was interessiert dich in zwei Jahren?". Dadurch, dass wir eigene Lieder schreiben, verändern sie sich mit uns. Und wachsen mit. Wir sind immer offen für alles. Jeder von uns hat seine Projekte, wir lassen uns gerne beeinflussen. Das ist ein Prozess, der hoffentlich nie aufhören wird.

hitparade.ch: Euer Stil hat sich gewandelt. Wie stark passt ihr euer älteres Material live an?.
Jael: Auf unserer letzten Tour mussten wir einige Lieder ziemlich stark anpassen, damit es zu einer Einheit wurde. Wir wollten nicht, dass sich das Publikum wie bei einem Konzertabend mit fünf verschiedenen Bands fühlte. Für die vergangene Club-Tour wählten wir eher rockig und poppige Lieder. Hingegen für die Festivals holten wir dafür die sphärischen Klänge hervor. Für die kommende Tour wird das neue Album im Vordergrund stehen.

hitparade.ch: Ihr habt angefangen als Quintett und seid jetzt noch zu viert, wird das auch live so sein oder habt ihr noch Gastmusiker?
Jael: Ein Bassist wird mit uns zusätzlich auf Tournee kommen. Zum Glück singt er auch sehr schön und wird mich mit Backgroundvocals unterstützen. Ausserdem spielt er noch Kontrabass und bei einem Lied sogar akustische Gitarre - ein Multi-Instrumentalist.

hitparade.ch: Ihr hattet schon öfters Wechsel in der Band. Wirft einen das stark aus der Bahn?
Jael: Bei mir sind solche Wechsel immer stark mit Trauergefühlen verbunden. Eine Verabschiedung von jemandem, der nicht nur musikalisch, sondern auch mit seinem Charakter etwas zur Band beigetragen hat, ist nicht leicht. Andererseits gibt es dadurch wieder Platz für Neues. Wahrscheinlich ein weiterer Grund für die ständigen Veränderungen bei Lunik.

hitparade.ch: Die Infos auf eurer Homepage sind alle Englisch. Das sieht sehr nach international gepusht. Ist auch eure CD dementsprechend ausgerichtet?
Jael: Ja. Die deutsche Übersetzung kommt noch, dafür hatten wir noch keine Zeit (lacht). Wir gehen aber davon aus, dass die meisten Schweizer genug gut Englisch sprechen um das zu verstehen. Gerade Pressetexte sind oft im Original nicht Deutsch, darum werden diese auch nicht übersetzt. Skandinavische Bands beispielsweise haben ihre Homepage fast immer in Englisch, das interessiert niemanden. Wenn dies aber eine Schweizer Band macht, haben alle das Gefühl, wir würden uns nur noch fürs Ausland interessieren.

hitparade.ch: Auf den früheren Alben hattest du eher einen amerikanischen Akzent, auf dem Neuen jedoch, wirkt er eher britisch. Ist das bewusst passiert?
Jael: Oh! (lacht) Nein, das ist nicht bewusst passiert. Lustig… Das ist mir nicht aufgefallen. Warum das so ist, kann ich mir eigentlich nicht erklären. Ich weiss einfach, dass ich sehr anpassungsfähig bin. Sobald ich mich zum Beispiel mit meiner Basler-Kollegin unterhalte, spreche ich Basler-Dialekt (lacht).

hitparade.ch: In Italien hattet ihr einen Top-10-Hit. Warum ist dieses Lied nicht auf dem neuen Album?
Jael: Weil er vom letzten Album ist! In Italien und England veröffentlichten wir eine Best-Of CD mit Liedern von allen Lunik-CDs. Dieser Zwischenschritt half uns, die nötigen Kontakte in den Ländern herzustellen.

hitparade.ch: Ihr gebt ja nur 10 Konzerte in der Schweiz, was ist denn so geplant an Promotion im Ausland?
Jael: Das ist jetzt alles in Planung. Zuerst möchten wir uns Zeit für die Schweiz nehmen und dann ab April auch im Ausland promoten. Die Verhandlungen sind am Laufen!

hitparade.ch: In der Schweiz habt ihr einen nahen Kontakt mit den Fans über das offizielle Fan-Forum, wo Jaël während den Aufnahmen ein Tagebuch geführt hat. Wie sieht es aus bezüglich Fan-Seiten im Ausland?
Jael: Die angesprochenen Tagebücher sind in Englisch erschienen, darum hoffe ich, dass sie nicht nur von Schweizern gelesen wurden. Das Board hat zudem einen Fremdsprachigen Teil, der bisher jedoch noch nicht stark genutzt wird. Da hoffen wir auf Änderungen in nächster Zeit. Falls sich jemand im Ausland angesprochen fühlt, und eine Fanpage machen möchte, dürfte er das sehr gerne. Bisher sind aber noch keine Angebote da.

hitparade.ch: Gibt es Lieblingsländer, in denen ihr gerne auftreten würdet?
Jael: (überlegt) Das ist schwer. Ich bin nach wie vor ein grosser Skandinavien-Fan. Ansonsten kenne ich vor allem den europäischen Raum, darum bin ich gespannt ob sich auch in Asien oder Amerika etwas auftut.


Linktipps:
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