INTERVIEW MIT ININA GAP





New York im Jahr 2000 - die drei Kärntner Ludwig Heili, Markus Gradischnig und Jozey Stikar, allesamt studierte Musiker, gründen Inina Gap. In den nächsten Jahren tourt das Kollektiv um den Globus, verfeinert das gelernte Handwerk mit Auftritten eben in New York, Lissabon, Berlin, Ljublijana und natürlich im Heimatland Österreich. 2005 fügte sich Michael Drabosenig als neuer Keyboarder nahtlos in das Bandgefügt ein - die Bandziele konnten auch mit ihm perfekt weiterverfolgt werden.

Zunächst mal ein Zitat der Band:
"Electronic Fusion - irgendwo zwischen psychedelic Chill-out und groovigem Clubsound - bringen Inina Gap auf die Bühne"

Wer sich mit diesem auf der Homepage der Band geschriebenem Statement nicht viel anfangen kann, dem sei empfohlen auf der Homepage www.ininagap.com vorbeizuschauen und sich zur Einstimmung mal die Hörproben zu Gemüte zu führen. Außerdem wird auf der Seite die Möglichkeit geboten, etliche Videos von Auftritten anzusehen um zumindest einen ersten Eindruck davon zu bekommen wie Inina Gap ihr Publikum mit Gitarre, Keyboard, Drum and Base, verfeinert mit elektronischen Elementen und den sowohl stimmlich als auch lyrisch sehr guten Vocals, live begeistern.
Eine wichtige Rolle spielt Automat, ein Wiener Designprojekt, dieser fungiert als Label und auch als VJ, macht also die Musik von Inina Gap zu einem audiovisuellen Trip, der den Zuhörer "zum Grooven bringt", einfach gesagt: Automat übersetzt bei Live-Auftritten die Musik in Bilder. Und seit kurzem kooperiert Automat mit dem Stuttgarter Tonträgervertrieb "Our Distribution" (www.our-distribution.com).

Außerdem hat die Truppe den Gap Club als Netzwerk-Tool gegründet, darunter versteht man eine traditionelle Clubveranstaltung gemeinsam mit anderen Künstlern.
Auf dem neuen Album "Software Society" finden sich neun Songs, beim Hören hat man phasenweise das Gefühl, man sitze auf der Terrasse des Cafe del Mar auf Ibiza, wartet auf die berühmten Sonnenaufgänge und lauscht der ruhigen, entspannenden Musik aus dem Hintergrund, andere Songs wiederum vermitteln den bereits oben zitierten Clubsound.
Phasenweise erinnert die Musik auch an Radioheads Meisterwerk "Kid A" und an einige von Stücke Air oder Massive Attack.

Man könnte anfangs vielleicht meinen, der Schwerpunkt der Produktion liege in der Musik und die Vocals würden dabei häufig, sollten sie überhaupt vorhanden sein, nur "schmückendes Beiwerk"sein. Wie oben kurz erwähnt fallen bereits beim ersten Durchhören und dem Durchlesen der Lyrics im Booklet die sehr gut durchdachten Texte auf, die sich perfekt in den Song einfügen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass dieses Trio alle Voraussetzungen mitbringt um in der Zukunft nicht nur Insidern ein Begriff zu sein. Mit Hilfe von Live-Auftritten wird sich die Fangemeinde wohl rasch vergrößern und ich hoffe stark, einen Song bald im Radio hören zu dürfen, vielleicht schon die viel versprechende neue Single "Red Sushi", die im Mai als Vorbote für das im Herbst erscheinende Album "End Of Red" erscheint. (20 Years Of Jazz, ein weiterer Song der nächsten CD, ist übrigens als MP3 in der Download-Section der Homepage verfügbar) Eins ist klar: die Songs klingen weder zu alternativ noch zu "einfach", d.h., das Potenzial entfaltet sich häufig erst nach mehrmaligem Hören was dein deutliches Indiz für die Qualität ist.
Die Songs wurden nicht gnadenlos in Richtung Erfolg geschliffen, man erkennt einfach, dass die Jungs Spaß an der Musik haben und sich nicht mit Halbfertigem oder simplen Ohrwürmern begnügen - kurz gesagt, eine Truppe die Erfolg verdient. Davon profitieren nicht nur die Jungs und ihre Umgebung sondern eben auch der Zuhörer!


Um Inina Gap noch ein wenig besser kennen zu lernen, haben uns die drei Kärntner einige Fragen beantwortet:

hitparade.ch: Was bedeutet eigentlich der Bandname - wie seid ihr darauf gekommen?
Von hinten nach vorne gelesen ergibt er "Paganini", den Namen eines italienischen Komponisten und Geigenspielers - inwiefern habt ihr dies beabsichtigt?
Inina Gap: Paganini hat die klassische Geigenkunst revoltiert. Da die Menschen generell nicht glaubten, dass so etwas möglich ist, nannten sie ihn den "Teufelsgeiger". Dahinter steht die Annahme, dass er seine Seele dem Teufel verkauft hätte, um diesen Erfolg zu ermöglichen. Das ist für uns ein interessanter Gedanke - der auch im heutigen Zeitgeist wieder zu finden ist.

hitparade.ch: Haben klassische Elemente (musikalisch gesehen) einen Einfluss auf eure Musik? Welche Künstler haben euch besonders inspiriert?
Inina Gap: Unbewusst haben uns wahrscheinlich sogar Klassikelemente beeinflusst. Bestimmt aber sind wir von Underworld, Tricky, Galiano über Björk, Hendrix und Massive Attack bis zu den 80er Größen wie George Michael, Sade und Queen oder auch Nirvana, Portishead, Alice in Chains und Faith No More inspiriert worden. Miles Davis darf hier auch nicht fehlen. Auf der Gitarre war bestimmt Slash (Guns'N Roses) der größte Einfluss.

hitparade.ch: Ihr seid in den letzten Jahren viel in der Welt herumgereist und konntet dementsprechend viele verschiedene musikalische Eindrücke sammeln - welche konkreten Erfahrungen würdet ihr als besonders lehrreich und gewissermaßen als Knackpunkte für eure Karriere bezeichnen?
Inina Gap: Bisher haben wir konsequent versucht, Knackpunkte zu vermeiden. :

hitparade.ch: Eure Präsenz im Internet ist beeindruckend - einerseits eine sehr gut gestaltete Homepage, andererseits findet man euren Namen auf sämtlichen Musik- und Bandseiten.
Betrachtet ihr das Internet als das wichtigste Medium für euch um auf eure Musik aufmerksam zu machen oder einfach nur als eine der vielen Möglichkeiten einen größeren Personenkreis anzusprechen?
Inina Gap: Das Internet ist bestimmt eines der wichtigsten Medien um auf uns aufmerksam zu machen - vor allem wenn man bedenkt, dass alle sonstigen Marketingmaßnahmen entweder höllisch Geld kosten oder von dem "Goodwill" der RedakteurInnen abhängen. Außerdem haben wir mit dem Wiener Designprojekt Automat einen grenzgenialen Partner, der sowohl für die Programmierung und das Design der Homepage verantwortlich zeichnet als uns auch live als VJ begleitet.

hitparade.ch: Welche Bedeutung hat für euch kommerzieller Erfolg, speziell in Hinblick auf Airplay- und Verkaufshitparade, wenn man bedenkt, dass sich teilweise (subjektive Meinung) qualitativ schwache Songs in den Charts befinden?
Inina Gap: Solange die Menschen solche Musik hören und kaufen und wird sie in den Charts sein. Wer dieses Spiel steuert wissen wir - die Musikindustrie - aber das ist nicht unser Kampf. Natürlich wollen wir erfolgreich sein, aber nicht um jeden Preis.

hitparade.ch: Was erwartet den "Laien" wenn er erstmalig Inina Gap live erlebt oder eine CD von euch hört?
Inina Gap: Einen audiovisuellen Trip mit einem Ziel: Euch zum Grooven zu bringen!

hitparade.ch: Lyrics spielen bei Musikstücken, die von elektronischen Elementen dominiert werden, meist eine untergeordnete Rolle. Bei euren Songs fallen sehr schnell die gut durchdachten und sinnvollen Texte auf.
Wie schätzt ihr selbst die Rolle der Lyrics bei den Songs ein?
Inina Gap: Die Lyrics geben uns die Möglichkeit unsere Gedanken und Gefühle auszusprechen und öffentlich zu machen.

hitparade.ch: Positiv sei hierbei zu bemerken, dass ihr euch nicht wie die Mehrheit der bekannten Künstler in euren Texten ausschließlich mit dem musikalisch häufig überreizten Thema "Liebe" beschäftigt. Das Wort "love" kommt z.B. in euren Texten auf dem neuen Album nur in einem Song vor...
Worin setzt ihr die Schwerpunkte in euren Songtexten?
Inina Gap: Ganz so ist das nicht. Natürlich spielt die Liebe - also eine der großen Emotionen - auch eine große Rolle in unseren Songs. Eigentlich ist aber die Selbstreflexion und -kritik das zentrale Element. Wir freuen uns aber, wenn Menschen ganz unterschiedliche Auffassungen haben, um was es in den Songs geht. Das heißt zumindest, dass sie sich ein Stück weit wieder finden und das ist gut so.

hitparade.ch: Habt ihr einen Lieblings-Track auf eurem aktuellen Album "Software Society" und wenn ja, warum?
Inina Gap: Wahrscheinlich "Groovy Lute", die Nummer soll es auch bald als Auskoppelung geben. Es ist aber nach dem 100.000-mal Anhören recht schwer genügend Abstand zu haben um zu beurteilen, welcher der beste Song ist.

hitparade.ch: Ihr seid allesamt noch relativ jung und habt somit den Großteil der beruflichen Laufbahn noch vor euch - wie sehen hier eure Pläne bzw. Träume aus, speziell bezüglich der Musikkarriere?
Inina Gap: Das ist eigentlich ziemlich einfach: In den geilen Clubs spielen, wo die Menschen tanzen und feiern, die Festivalbühnen kennen lernen, mit inspirierenden MusikerInnen zusammentreffen und zusammen produzieren, für unser eigenes Label arbeiten und unabhängig bleiben!

hitparade.ch: Was ist zunächst für das Jahr 2006 geplant (Auftritte, Promotionstermine, Studioarbeit)?
Inina Gap: Im Mai wird unsere erste Vinyl-Single auf den Markt kommen in Zusammenarbeit mit einem deutschen Vertrieb. Das wird auch die erste Auskopplung aus unserem, im Herbst erscheinenden Album "End of Red". Im Sommer legen wir noch eine Single nach und haben auch eine Remix-EP in Planung. Vorstellen werden wir unsere Single bei Ken.Fm auf Radio Fritz. Wir werden auch eine kleine Tour anschließen, in Planung sind Slowenien, Italien und Deutschland. Live-Termine sind immer auf unserer Homepage zu finden. Wir hoffen auch sehr, dass es uns dieses Jahr gelingt jemanden zu treffen, der inspiriert ist ein Musikvideo für uns zu drehen. Ja, soweit das Konkrete, die Träume oder Wünsche gehen natürlich weit drüber hinaus.

Vielen Dank für das Interview und die Zusammenarbeit und alles Gute, Inina Gap!

Drei CD's gibt es zu gewinnen - wer hier kein Glück hat, kann sich "Software Society" aber über die Homepage bestellen (eine lohnende Investition, das neue Album werden wir in jedem Fall vorbestellen!) Zum Gewinnspiel


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