INTEVIEW MIT OH LAND

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Die Dänin Nanna Øland Fabricius, besser bekannt unter dem Namen Oh Land, startet zurzeit mit ihrer Single "Sun of a Gun" in Europa durch. Während ihrer Promotour in der Schweiz schaute sie bei uns für ein Interview vorbei.

hitparade.ch: Du erinnerst mich an Björk! Dein Kleidungsstil und auch Deine Musik erinnern an die isländische Sängerin. Ist sie eine Inspiration für Dich?
Oh Land: Als ich 12 oder 13 war, begann ich mich für Björk zu interessieren. Meine Schwester studierte zu der Zeit in London an der Modeschule und zeigte mir dann Björks Musik. Was ich an Björks Sound so liebe, sind die verschiedenen, klassischen Elemente in ihrer Musik, auch Orchester-Elemente sind zu hören. Durch die Elektro-Einflüsse entsteht eine Art Rauheit, die ich sehr mag. Es war Musik, die ich noch nie zuvor gehört hatte. Genau diese Mischung aus Orchester und Elektronik gefiel mir ganz besonders gut. Ich mache das jetzt auch so, aber ich klinge nicht wie Björk, denn meine Stimme klingt total anders. Wir sind unterschiedliche Künstlerinnen, aber auch ich habe einen starken Bezug zur Welt um meine Musik, also auch das Visuelle ist mir wichtig.

hitparade.ch: Deine Mutter war Opernsängerin. Hast auch Du eine klassische Gesangsausbildung gemacht? Interessierst Du Dich auch für Operngesang, oder magst Du in erster Linie Pop-Musik?
Oh Land: Ich experimentierte viel und mein Album "Fauna", welches 2008 erschienen ist, ist sehr experimentell. Ich hatte noch immer starke Melodien, doch die waren verpackt in elektronische Landschaften. Ich habe gute Songs immer geliebt. Für mich ist ein Song unvergesslich gut, wenn die Melodie und auch der Text stark sind. Ich erinnere mich nicht an einen Song, aufgrund der Produktion. Ich versuche immer die besten Songs zu machen, die ich kann und mag es auch, die Produktion darum herum ausgefallen zu machen. Jedenfalls anders, als man es erwarten würde.

hitparade.ch: Du hast gesagt, dass Du gerne Tänzerin geworden wärst, da Du Dich so am besten ausdrücken kannst. Wie sieht das heute aus? Denkst Du, dass Du das durch Deine Musik nun auch, vielleicht sogar noch besser, kannst?
Oh Land: Ich fühlte das von Anfang an, ich wollte nie Musikerin werden. Das war eine bewusste Entscheidung, da meine beiden Eltern beide Musiker waren, und ich niemals dasselbe hätte werden wollen. Das wäre zu streberhaft gewesen. Also wurde ich stattdessen Tänzerin. Ich wählte den Tanz, weil er durch Musik entsteht und ich fühlte mich, als würde ich die Musik durch den Tanz ausdrücken. Wenn ich jetzt zurückblicke, habe ich das Gefühl, ich sei die Regisseurin meines eigenen Films. Als Tänzerin war ich eher die Person im Background. Inzwischen kann ich meine eigene Welt durch die Musik kreieren. So kann ich mich selbst noch kreativer ausdrücken und meine Ideen haben noch mehr Möglichkeiten, zu entstehen. Als Tänzerin war ich eher Wachs, der geformt werden konnte.

hitparade.ch: Am 7. April dieses Jahres hast Du den Music Artist Award von NewNowNext Awards erhalten. Fühlst Du Dich nun am Rande des Berühmtseins?
Oh Land: Ich weiss es nicht. Zuerst muss ich sagen, dass ich sehr überrascht war, diesen Award zu gewinnen. Besonders, weil ich von den Zuschauern gewählt worden bin. Es war keine Fachjury, es waren Menschen, die Musik lieben. Ich hatte das nicht erwartet. Das hat mich umgehauen. Ich trat an dieser Award Show auf und habe mich nur darauf konzentriert. Die sagten mir, ich solle in den Zuschauerreihen Platz nehmen, doch ich wollte lieber hinter der Bühne bleiben, da ich von dort aus eine super Sicht auf die anderen Künstler hatte. Doch die sagten: "Nein, Du musst in die Zuschauerreihen sitzen!" Also meinte ich: "Ok, ok". Danach kam Paula Abdul auf die Bühne und verkündete, dass ich den Award gewonnen habe. Für mich ist dies eine riesengrosse Ehre und ich denke, dass ich nun an einem Punkt stehe, wo meine Reise noch spannender werden wird.

hitparade.ch: Du bist als Tänzerin aufgewachsen und hast nach einer Rückenverletzung mit dem Singen begonnen. Sind da noch andere Talente vorhanden, die Du noch ausleben möchtest?
Oh Land: Seit ich in Theatern und an Tanzvorführungen war und merkte, dass man seinen Körper als Instrument verwenden kann, war es für mich eine Option, es eventuell einmal mit der Schauspielerei zu versuchen. Aber ich habe kein Talent! Ich habe es versucht und es hat Spass gemacht. Ich mag es, lustige Dinge auszuprobieren, doch es ist nichts, das ich fortführen möchte. Ausser, wenn sich eine ideale Situation ergeben würde. Es ist keine Ambition.

hitparade.ch: Du hast oft Deinen Hund "Ujan" bei Dir, wenn Du auf Tour bist. Ist er jetzt auch da?
Oh Land: Momentan ist er nicht hier, aber ich hatte ihn in Dänemark dabei und morgen gehe ich wieder zu ihm zurück. Er ist wie ein Eisbär: Weisses Fell und schwarze Nase.

hitparade.ch: Du warst mir OMD auf Tour und diesen Sommer wirst Du mit Katy Perry auf der Bühne stehen. Diese Künstler verhelfen Dir damit sicherlich zu mehr Bekanntheit. Doch mit welchem Künstler wäre es Dein ultimativer Traum, einmal touren zu können?
Oh Land: Mein ultimativer Tour-Partner wäre eine Dreier-Tour mit Dolly Parton, Radiohead und mir. Ich liebe beide total! Aber sie sind eigentlich sehr unterschiedlich. Es spielt ja eigentlich keine Rolle, mit wem Du auf Tour bist, das verändert Deine Musik ja nicht. Wenn ich mit Katy Perry auf Tour bin, klingt meine Musik deswegen nicht anders als bisher. Das ist ein wenig, wie wenn man im Radio gespielt wird - man wird nach einem Song gespielt, der komplett anders klingt. Ich bin sehr aufgeregt und freue mich auf diese Tour. Ich habe zuvor noch nie vor 20'000 Menschen performt.

hitparade.ch: Du wurdest direct nach Deinem Auftritt beim SXSW Festival in Austin, Texas, von Sony unter Vertrag genommen. Warum, denkst Du, haben die Dir sofort einen Vertrag angeboten? Und was für Erinnerungen hast Du selbst an diesen Auftritt?
Oh Land: Ich habe dieses Jahr 11 Shows in vier Tagen beim South by Southwest (SXSW) Festival gespielt. Ich war offiziell die Band mit den meisten Auftritten an diesem Festival. Meine Erfahrung mit SXSW ist, dass man von einem Platz zum nächsten rennt, aufstellt, singt, abbaut, und wieder zum nächsten Ort eilt. Für mich ist dieser Ort natürlich sehr speziell, denn das erste Mal, als ich da war, wurde ich direkt von Sony unter Vertrag genommen, und als ich das zweite Mal da war dieses Jahr, kam mein Album genau zu der Zeit in die Läden. Es ist wie ein grosser Kreis.

hitparade.ch: Kürzlich kam es bei David Letterman zu Deinem TV-Debut und danach warst Du noch bei Jimmy Kimmel und in der Late Late Show bei Craig Ferguson. Wie hat sich diese Erfahrung für Dich angefühlt?
Oh Land: Es hat sehr viel Spass gemacht. Die erste Show war bei Letterman. Es ist ziemlich extrem, gleich dort den ersten Auftritt zu haben, da dies die grösste Show ist. Ich denke, ich hätte es bevorzugt, als Letztes zu Letterman zu gehen, denn ich habe viel gelernt bei diesen Shows. Jedesmal wurde ich ein bisschen besser und lernte, was ich tun kann, um meine Nerven besser unter Kontrolle zu halten (lacht). Ich denke, all diese Shows haben ihre unterschiedlichen Qualitäten. Letterman ist optisch die schönste Show und Ferguson hat den besten Sound. Wenn man diese beiden Shows kombinieren würde, dann wäre es eine perfekte Show.

hitparade.ch: Du bist eine neue Künstlerin, hast aber schon ziemlichen Erfolg. Warum, denkst Du, geht alles so schnell für Dich? Macht es Dir manchmal Angst, weil alles so schnell geht?
Oh Land: Ich glaube von aussen betrachtet, wirkt alles sehr schnell, aber wenn man mittendrin steckt, dann sieht man mehr Details, die Arbeit jeden Tag. Ich war alleine am Arbeiten und das war grosse Klasse. Da waren nur ich und wenige Leute im Studio und probierten unsere Ideen aus, ohne dass uns Jemand sagte, was wir zu tun hätten. Wir experimentierten einfach herum, ohne Unterbrechung. Es sind nur die letzten 6 Monate, in denen ich draussen "bei den Menschen" war. Das ganze Jahr davor war ich am Arbeiten im Studio.
Interviewed by: Kurt Kovac
Redaktion: Kurt Kovac, Bettina Siegwart


Linktipps:
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