INTERVIEW MIT SEVENDUST

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Sevendust - eine Alternative-Metal-Band aus Atlanta - war gemeinsam auf Tour mit "Avenged Sevenfold". Bei ihrem Halt in der Schweiz haben wir mit Frontmann Lajon Witherspoon ein Interview geführt.

hitparade.ch: Ist es für euch schwieriger, hier in Europa vor einem etwas kleineren Publikum zu spielen, weil ihr euch in den USA gewöhnt seid, in grösseren Stadien und Konzerthallen zu spielen?
Lajon: Auf keinen Fall! Wenn ich eine Herde von Menschen bewegen kann, kann ich auch einen Club dazu bringen. In einem Club ist es viel vertraulicher, und die Energie ist toll. Ich habe gerade erst zu ein paar Fans aus Polen gesagt, dass die Energie, die sie uns brachten, in der Show genau so viel war wie an den grössten Festivals. Es ist zwar definitiv eine separate Welt hier, doch das ist ok für mich! Ich denke, weil wir nicht so viel hier sind, schätzen es die Fans mehr. Es ist ein spannendes Experiment für mich, und ich freue mich auf die nächsten Konzerte.

hitparade.ch: An deinem Album "Chapter VII: Hope & Sorrow" hast du mit Gast-Künstlern gearbeitet wie Chris Daughtry, Myles Kennedy und Mark Tremonti von Alter Bridge. Warum hast du genau diese Künstler für dein Album ausgewählt?
Lajon: Wir sind sozusagen zusammen aufgewachsen. Ich war ein Fan von Myles, seit er in der Band "The Mayfield Four" war. So war es für mich einfach zu sagen: "Ich möchte mit Myles singen". Wir haben es sehr schnell geschafft, den Song zu machen. Mit Daughtry ist es eine andere Geschichte: Ich habe es genossen, ihm bei der "American Idol"-TV Show zuzuhören. Ich habe ihn nie getroffen, bis wir am selben Festival gespielt hatten. Ich erinnere mich, dass jemand an meinem Platz im Tour Bus aufgewacht ist und mir gesagt hat, dass Chris Daughtry vor dem Bus sei und mich unbedingt sehen möchte, er würde den Platz nicht verlassen bis ich heraus komme. Ich ging also hinaus und traf ihn, seither sind wir gute Freunde. Er sagte mir sogar, es kostete ihn 90 Dollar, um uns bei einer Show von Creed zu sehen. Mit ihm zu arbeiten, war nicht einmal Arbeit, es war mehr, wie wenn zwei Freunde miteinander abhängen. Es war wirklich cool, er fragte sogar, ob er einfach dasitzen könne und uns zusehen, wie wir im Studio aufnahmen. Er sagte, er war schon immer ein grosser Fan, wir haben ihm natürlich auch zugeschaut.

hitparade.ch: Ihr wart nominiert als die "Top 100 Metal Sänger aller Zeiten". Wie war eure Reaktion zu dieser Ehrung?
Lajon: Hör mal… Offiziell haben sie mich für den Platz 66 ausgewählt und ich war glücklich, doch dann sagten sie mir, sie schieben mich auf Platz 35 und ich sagte: "Nein, ich möchte das nicht, ich bin auf Platz 66!" Es war trotzdem toll, es ist spannend mit manchen Dingen, die in letzter Zeit passieren.

hitparade.ch: Ist die Beziehung zwischen der Band und Sonny immer noch gut oder gibt es da ein bisschen Bitterkeit, nachdem Clint die Band wieder betrat?
Lajon: Ich kann es dir von meiner Seite aus sagen… Sonny kam genau zu der Zeit, als wir jemanden gebraucht hatten, der unsere Band vervollständigt. Jetzt da Clint zurück ist, denke ich, werden die Leute verstehen, dass Sonny wieder zurück ist in seiner ursprünglichen Band Snot. Ohne Clint fühlte ich zwar dieses coole Puzzle, das Sevendust vervollständigte über der ganzen Welt, doch ich fühlte auch, dass ein Stück, fehlt als Clint weg war. Leider habe ich bisher nicht mit Sonny gesprochen, ich mag ihn und das was er macht, doch ich denke es war nötig, dass Sevendust wieder in der Original-Bandbesetzung zurück war.

hitparade.ch: Das letzte Album "Cold Day Memory" ist auch das erste Album seit langer Zeit in der Originalbesetzung. Wie war die Zusammenarbeit nach so langer Zeit, war es wie früher oder musste man wieder zueinander finden?
Lajon: Ich denke, es war einfacher, weil wir erfahrener sind als früher. Wir waren weniger im Stress, weil wir nicht unter Druck eines Plattenlabels standen, da wir unser eigenes haben. Wir haben niemanden, der uns vorschreibt, wie wir klingen sollen oder was wir machen müssen. Ich weiss noch, wie jemand zu uns sagte, dass wir "The" vor "Sevendust" benutzen sollen. Nein, ich denke, nicht! Es war wirklich nicht so stressig wie auch schon und du glaubst nicht, wie viel Energie Clint hatte, als er nach so langer Zeit zurückkam; er war noch nie so in Form!

hitparade.ch: Ein paar Songs wurden bei den WWE (Professionelles Wrestling) Videogames genommen. Seid ihr grosse WWE-Fans und plant ihr noch mehr Songs für Videogames?
Lajon: Also, wir haben viele Freunde, die Wrestling machen, das ist cool. Wenn unsere Musik draussen ist, um so etwas zu promoten, dann umso besser. Es kommen viele Wrestler zu unseren Shows. Für uns ist es irgendwie verrückt, da wir alle Fans von Athleten wie Johnny Damon und anderen Baseball- und Basketballer sind. Sie lieben was wir tun, genauso empfinden wir für sie. Meine ganze Familie war bei Johnny Damen zuhause, und wir waren gemeinsam mit unseren Familien im Disneyland.

hitparade.ch: Im Jahre 2008 habt ihr an verschiedenen Shows für die US-Truppen im Irak und Afgahnistan gespielt. Ist es für euch wichtig, die Truppen eures Landes zu unterstützen?
Lajon: Ja! Ich denke, Musik ist ein Lebensexperiment, egal wohin du gehst. Nach Irak, Afghanistan oder Südkorea zu gehen, lässt es nicht einmal vergleichen. Stell dir vor, du siehst einen Typen von Boston draussen mitten im Verlassenen, der dir sagt, dass er die Show gesehen hat. "Wie alt bist du?" Ich bin 18 Jahre alt, Sir!". "Du machst wohl Witze?" Weisst du, was ich meine? Die Tränen und die Leidenschaft, die sie dir geben, das ist unglaublich, und alles was wir machen ist Musik. Aus welchem Grund auch immer, diese kleinen Sachen brechen die Grenzen, so etwas kannst du nicht mit Geld vergleichen. Sevendust haben immer gesagt: " Wenn da ein Krieg ist irgendwo und unsere Truppen fragen nach uns, um da zu sein, dann werden wir da sein!" Irak war ein bisschen gefährlicher und fürchterlicher, weil sie uns in Blackhawks herumgeflogen haben. Wir flogen hin zu einem kleinen Camp mit nur 400 Soldaten, sie nannten sich Diablos. Sie sassen alle da, warteten, bis wir anfingen zu rocken. Das war auch ein tolles Erlebnis! Wir blieben nicht in einem Hotel, sondern bei ihnen. Ich erinnere mich an eine Nacht in Afghanistan, als es zu stürmen anfing. Sie sagten uns, dass es der erste Sturm war, seit sie da waren. Das Zelt bewegte sich umher und wir hörten Mörser im Hintergrund. Es war schon ein nervenkitzelndes Experiment. Als wir vor ihnen performten, sprangen sie überall herum und schrien und winkten mit den M-16s in der Luft.

hitparade.ch: Es scheint so, dass es meistens Metal/Rock Bands sind, die Truppen unterstützen. Warum denkt ihr, spricht sie diese Genre am meisten an?
Lajon: Ich sage nicht, dass andere Leute Angst haben, da aufzutreten, aber ich denke, unsere Art von Musik ist das, was sie zum Bewegen bringt. Die Musik spielt bei vielen Soldaten eine wichtige Rolle, um motivierend in den Kampf zu gehen. Die Musik ist der treibende Fokus, das zu tun, was sie zu tun haben. Ich denke, Sevendust ist genau diese Art von Musik. Dank an all unseren Söldnern!
Interviewed by: Kurt Kovac
Redaktion: Sonja Eberhard


Linktipps:
Das letzte Album "Cold Day Memory" anhören und downloaden
Künstlerportal von Sevendust
Offizielle Seite

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