INTERVIEW MIT MICHAEL WESPI

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Von der Zeitung 20 Minuten wurde er bereits als "verborgener Schweizer Musik-Schatz" in den Himmel gelobt, und von DRS 3 zum "Best Talent" gekürt. Ein knappes Jahr nach dem erfolgreichen Release seines zweiten Albums wollten wir von ihm wissen, wie er seinen bisherigen Erfolg einschätzt und was seine zukünftigen Pläne sind.

hitparade.ch: Dein zweites Album "Hope" ist jetzt seit knapp einem Jahr draussen. Wie zufrieden bist du mit dem Release?
Michael: Ich bin sehr zufrieden. Ich habe das Album ja ohne Label oder Management im Rücken veröffentlicht und für mich war es sehr schwer einzuschätzen, wie es ankommen wird. Wir haben über einen Zeitraum von ca. einem Jahr daran gearbeitet, und dann zu sehen, dass die Leute die Musik mögen und auch kaufen, freut mich sehr.

hitparade.ch: Auch die Medien reagierten sehr positiv. Überrascht?
Michael: Ich bin sehr dankbar für die positiven Kritiken, da ich nicht wusste, wie und ob die Medien überhaupt reagieren würden.

hitparade.ch: Welche sind im Nachhinein gesehen die stärksten Songs auf dem Album?
Michael: Eine schwierige Frage… Zurzeit würde ich sagen "My Best Ain't Good Enough", "No Passenger" und "I Stand Free". Die Songs sind sehr persönlich. In ihnen widerspiegelt sich die Herausforderung, als ich den Job als Informatiker schmiss, um voll auf die Karte Musik zu setzen.
Mit "No Passenger" möchte ich z.B. dazu ermutigen, sich nicht einfach den Gewohnheiten und der Vorstellung der Gesellschaft hinzugeben, sondern für seine Träume und Überzeugung einzustehen, auch wenn man das Steuer dafür selbst in die Hand nehmen muss.
Es ist jetzt auch spannend zu erleben, welche Songs live am besten funktionieren und die Leute am meisten berühren.

hitparade.ch: Wie gehst du beim Songwriting vor? Und welche Themen beschäftigen dich?
Michael: Meine Songs entstehen sehr unterschiedlich. Oft finde ich den Zugang aber zuerst über die Musik, indem ich meine Gitarre hervornehme oder mich ans Klavier setze. Meistens singe ich dann irgendwelchen Nonsens dazu (lacht). Sobald die Melodie dann steht, komponiere ich den Text. Immer wieder schreibe ich aber auch Texte und versuche, diese dann passend zu vertonen, wie z.B. bei "Road Back Home".
Die Lyrics entstehen oft aus dem Alltag heraus. Dazu gehören persönliche Erlebnisse und wie ich die Welt um mich herum wahrnehme.

hitparade.ch: Was hast du im Vergleich zu deinem Debut "Find Rest Now" anders gemacht?
Michael: Ziemlich alles (lacht). "Find Rest Now" habe ich komplett selbst produziert, eingespielt und in meinem Übungsraum aufgenommen. Lediglich für den Mix und das Mastering habe ich mir Hilfe geholt. Auch ist die Scheibe in viel kürzerer Zeit entstanden. Die Produktion dauerte etwas mehr als einen Monat, danach ging die CD in den Verkauf. Bei "Hope" wollte ich bewusst mit einem Produzenten zusammen arbeiten, der sich nicht nur künstlerisch einbringt, sondern auch die gesamte, technische Produktion leitet. Mit Philipp Erdin hatte ich dann den richtigen Produzenten gefunden. Für die Aufnahmen hatten wir dann diverse Musiker mit an Bord (Hannes Forster - Keys, Roger Hintermann - Drums, Dave Demuth - Bass, Andi Pupato - Percussion), da wir dem Album einen gewissen Band-Sound verpassen wollten. Mir hat die Arbeit an "Hope" sehr Spass gemacht, da Philipp und ich sehr gut harmonierten und es für mich eine neue Erfahrung war. Ich konnte sicherlich viel lernen und extrem profitieren.

hitparade.ch: Warum wurde "Hope" bisher noch nicht über ein Label veröffentlicht?
Michael: Ob musikalisch oder businesstechnisch - Unabhängigkeit ist mir sehr wichtig. Daher hat es für mich momentan nicht Priorität, möglichst schnell ein Label zu finden. Grundsätzlich bin ich sicher nicht abgeneigt, es hat sich jedoch bis jetzt noch nichts Passendes ergeben.

hitparade.ch: Live bis du ja in verschiedenen Formationen unterwegs. Kannst du uns etwas dazu sagen?
Michael: Ich habe vor ca. zwei Jahren begonnen, Solokonzerte zu spielen (Gitarre/Gesang/Loop Station) und bin seither mit diesem Programm sehr oft unterwegs. Der Vorteil liegt darin, dass ich flexibel und spontan bin und den Gesamtaufwand in Grenzen halten kann.
Nach dem Release von "Hope" habe ich eine neue Band zusammengestellt. Das Set ist rockiger und sehr gut geeignet für Clubs und Festivals. Daneben habe ich auch noch ein Trio gestartet.
Ich liebe es, auf der Bühne zu sein! Mit diesen drei Standbeinen bin ich flexibel genug, um in fast jeder Location zu spielen, vorausgesetzt, es hat eine Steckdose, wobei, dann könnte ich auch einfach nur mit Gitarre antraben (lacht).

hitparade.ch: Chris von Rohr meinte letzthin in der Weltwoche, dass es für junge Musiker in der Schweiz zu viele "Plan B's" gebe. Daher fehle vielen das Durchhaltevermögen und der letzte Willen, etwas zu riskieren, um auch international erfolgreich zu sein. Bei dir wissen wir ja, dass du vor 3 Jahren deinen Informatik-Job an den Nagel gehängt hast, um dich voll auf deine grösste Leidenschaft zu konzentrieren. Wie gut kannst du von der Musik leben und hast du einen Plan B?
Michael: Während meiner Ausbildung zum Informatiker wurde für mich immer klarer, dass ich Musik machen möchte und fand nach der Lehre eine 40%-Stelle. In dieser Zeit war ich tage- und nächtelang in meinem Übungsraum, um herauszufinden, welchen Weg ich musikalisch einschlagen möchte. Das habe ich ca. zwei Jahre lang gemacht und dann war für mich klar, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen möchte.
Ich denke, wenn man klare Ziele und Träume hat, sollte man diese auch nicht halbherzig verfolgen, sondern alles dafür geben. Ich bin natürlich auch in der glücklichen Lage, eine Frau zu haben, welche voll hinter mir steht und mich auf diesem Weg unterstützt.

hitparade.ch: Konzentrierst du dich voll auf den Schweizer Markt, oder schielst du auch ins Ausland?
Michael: Grundsätzlich setze ich mir da keine Grenzen. Im Bereich Marketing liegt der Fokus klar auf der Schweiz. Unterwegs bin ich mittlerweile aber auch sehr oft in Deutschland. Egal ob in der Schweiz oder im Ausland - Ich liebe es einfach, vor Leuten zu spielen, die meine Musik mögen.

hitparade.ch: Welche Musiker oder Bands haben dich in deiner musikalischen Entwicklung beeinflusst?
Michael: Ich höre sehr viel unterschiedliche Musik und liebe die Vielfalt. Vorwiegend höre ich Pop/Rock/ Blues.
So bin ich ein grosser Fan von Bands wie Pink Floyd, Lifehouse, P.O.D, Buddy Guy, John Mayer, Joe Bonamassa, Lenny Kravitz, U2, One Republic.

hitparade.ch: Was sind deine mittel- und langfristigen Ziele? Oder wo siehst du dich in 5 Jahren?
Michael: Ich habe sehr viele Ideen und Dinge, die ich gerne realisieren möchte, man darf also sicherlich gespannt sein.
Es soll einfach immer weiter gehen und klar wäre es toll, immer mehr Menschen mit meiner Musik zu erreichen.


Linktipps:
Ins Album "Hope" reinhören
Offizielle Website

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