INTERVIEW MIT DEN VIER KLOSTERORGANISTEN

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Das Kloster Einsiedeln hat vieles zu bieten - unter anderem vier hauseigene Organisten. Diese haben nun bereits ihre zweite CD veröffentlicht: "Die 4 Klosterorganisten in Concert - Kompositionen aus der Musikbibliothek", ein einmaliges Tondokument. Auf der CD sind ausschliesslich Werke aus der Einsiedler Musikbibliothek aufgenommen; alle Werke sind von Einsiedler Mönchen geschrieben; alle Werke werden von Einsiedler Mönchen gespielt. Hitparade.ch hat mit dreien der vier Organisten gesprochen.

hitparade.ch: Ihre neue CD enthält vielfältige Orgelmusik. Wann sassen Sie selbst zum ersten Mal an der Orgel?
P. Lukas Helg: Vor 47 Jahren, das damalige Gefühl kann ich nicht mehr beschreiben, aber es war sicher erhebend.
P. Theo Flury: Auch für mich war es ein überwältigendes, berauschendes Gefühl.
P. Basil Höfliger: Ich musste in der 6. Primarklasse einen Vortrag halten und wählte das Thema 'Orgel', das mich faszinierte. Glücklicherweise erhielt ich vom Pfarrer die Erlaubnis, den Vortrag bei der Orgel der Pfarreikirche zu halten und dabei die Orgel auch zu spielen.

hitparade.ch: Also ist die Orgel Ihr Lieblingsinstrument?
P. Lukas: Natürlich, was sonst?
P. Basil: Im Blick auf die Musikliteratur ist es das Klavier. Hinsichtlich des Klanges mag ich das Cello besonders.

hitparade.ch: Musizieren Sie eigentlich oft alle vier zusammen?
P. Basil: Eigentlich fast nie - leider!

hitparade.ch: Also würden Sie nicht lieber im Duett oder alleine spielen?
P. Basil: Ich spiele sehr gerne mit einem Partner zusammen. In gewissen Momenten bedeutet mir aber auch das Spiel allein sehr viel - dies dann aber meistens ohne Zuhörer.
P. Lukas: Ich spiele am liebsten in Einsiedeln im Duett, weil wir zwei wunderbare Orgeln haben.

hitparade.ch: Die Lieder auf der neuen CD haben Sie gemeinsam ausgewählt. Welches ist ihr Lieblingsstück auf der neuen CD?
P. Theo: Die CD als Ganzes ist mein Lieblingsstück!
P. Basil: Ich kann keines als mein Lieblingsstück bezeichnen. Mir gefällt die Vielfalt der CD.
P. Lukas: Ich habe ein Lieblingsstück - die Toccata tripartita von P. Daniel Meier. Ich bin ein bisschen stolz auf mich, dass die Aufnahme gelungen ist. Der Komponist selbst hat es nie gespielt, es war zu schwer für ihn.

hitparade.ch: Für wen machen Sie Musik?
P. Basil: Für die Leute, die zuhören möchten.
P. Theo: ...oder müssen.
P. Lukas: In erster Linie natürlich für den Himmel, für Gott und seine Heiligen, dann aber auch für die Leute, welche in unsere Gottesdienste und Konzerte kommen.

hitparade.ch: Welchen Stellenwert würden Sie der Kirchenmusik in der heutigen Musikwelt und speziell in der Schweiz geben?
P. Theo: Ich stelle ein gewisses Auseinanderdriften fest. Das Resultat ist oft schöne Musik im, aber nicht Musik des Gottesdienstes.
P. Basil: Sicher kommt der Musik in Gottesdiensten eine wichtige Rolle zu, um eine Botschaft zu vertiefen: Freude und Leid auszudrücken; Hoffnung und Trost zu unterstützen; die Innenwelt der Menschen zu öffnen, damit das Wort Gottes oder ein Gedanke Zugang finden können.
P. Lukas: Gerade in Einsiedeln hatte die Kirchenmusik schon immer einen hohen Stellenwert. An anderen Orten, vor allem auf dem Land, ist die Kirchenmusik stark zurückgegangen, teils wegen mangelnden Kirchgängern, teils weil sich die Kirchenchöre vielerorts auflösten. Der neuen deutschen Liturgie fehlt aber immer noch eine Musik, die der lateinischen ebenbürtig wäre!

hitparade.ch: Welche Musik hören Sie, wenn Sie nicht in der Kirche spielen, also für sich privat?
P. Basil: Meist klassische Musik, besonders gerne Bach, Beethoven oder Puccini.
P. Lukas: Auch ich höre gerne Klassik, aber auch folkloristische Klänge.
P. Theo: Ich bin oft im Opernhaus oder in der Tonhalle in Zürich und höre mir dort Konzerte an.

hitparade.ch: Können Sie sich noch an ihre erste eigene CD, Kassette oder Schallplatte erinnern? Hören Sie diese Musik noch?
P. Basil: Ich glaube, es waren Schallplatten mit Rossinis 'Il barbiere di Siviglia'. Ich habe mir diese Oper nach vielen Jahren kürzlich wieder einmal angehört und sie genossen. Sie gehört aber nicht mehr zum meinem oft gehörten Repertoire.
P. Theo: Brandenburgische Konzerte von Bach - man hat nie ausgehört!

hitparade.ch: Zum Schluss noch die Frage, ob Sie im Kloster die Schweizer Alben-Charts verfolgen? Können Sie einen Kommentar zu diesen Künstlern und ihren Alben machen?
P. Theo: Ich bräuchte hier noch Nachhilfeunterricht...
P. Lukas: Und auch ich verfolge die Charts leider nicht.
P. Basil: Ich verfolge zwar die Charts nicht, kenne aber vom gelegentlichen Radiohören die meisten Namen der Künstler und Musikgruppen. Vor einigen wenigen Jahren habe ich Leute von 'Patent Ochsner' durch das Kloster geführt. Am Schluss haben sie mir die CD 'The Rimini Flashdown - Part One' geschenkt, die seither gut behütet bei meinen CDs steht.
Interviewed by: Mirjam Sidler
Redaktion: Mirjam Sidler


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