INTERVIEW MIT THE DARKNESS



The Darkness - Hot Cakes
1. Every Inch Of You
2. Nothin's Gonna Stop Us
3. With A Woman
4. Keep Me Hangin' On
5. Living Each Day Blind
6. Everybody Have A Good Time
7. She Just A Girl, Eddie
8. Forbidden Love
9. Concrete
10. Street Spirit (Fade Out)
11. Love Is Not The Answer
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Als Support Act von Lady GaGa sind die wiedervereinten The Darkness auf grosser Tour und haben zwei beeindruckende Konzerte im Zürcher Hallenstadion hingelegt. Wir trafen den charismatischen Frontman Justin Hawkins zusammen mit seiner Hündin Bonnie vor der Show und durften ein paar Fragen stellen.

hitparade.ch: Ihr seid mir Lady GaGa als Support Act auf Tour. Ein ziemlich interessanter Mix. Ich habe gelesen, dass ihr findet, dass ihr schon glücklich seid, wenn ihr nur eine einzige Person im Publikum erreicht. Ist das nicht anstrengend, jeden Abend so um die Gunst des Publikums kämpfen zu müssen?
Justin Hawkins: Es ist nicht immer ein Kampf, aber doch anstrengend. In Köln zum Beispiel war das Publikum gar nicht an uns interessiert. Da mussten wir echt kämpfen. Aber am Ende haben wir's doch geschafft und ein paar Leute von uns überzeugt. Das Gute ist, dass wir einige Deutschland-Konzerte gaben. Vor allem in der ersten Reihe sah man immer wieder dieselben Gesichter und nach und nach merkte man, wie sie uns akzeptierten und immer mehr mochten. Deutschland war wirklich eine Herausforderung, aber glücklicherweise hatten wir mehrere Chancen, unser Bestes zu zeigen.

hitparade.ch: In euren Songs geht es oft um Liebe. Was bedeutet Liebe für dich?
Justin Hawkins: Oh, schwierige Frage! Ich bin im Moment Single, von daher ist es gerade schwierig für mich, diese Frage zu beantworten.

hitparade.ch: Es gibt ja verschiedene Arten von Liebe. Nicht nur zwischen Mann und Frau.
Justin Hawkins: Ach, du meinst zwischen Mann und Mann? Mann und zwei Frauen? *grinst*

hitparade.ch: Ich dachte da mehr an Mutter und Sohn, Mann und Hund, und so weiter…
Justin Hawkins: Ja, die Mann- und Hundliebe erfahre ich jeden Tag, das ist mir geläufiger. Nun ja, für mich ist die Liebe einfach eine wunderbare Inspiration, um Songs zu schreiben. Man kann das ja auch nicht einfach mit einem Wort beschreiben. Jede Liebesaffäre ist wie eine neue Reise. Die Endstation ist jedoch immer dieselbe und das ist das gebrochene Herz. Nein, ich mache Scherze! So hart meine ich das nicht, aber es hat schon etwas. Entweder man trennt sich oder einer der Partner stirbt, und so weiter. Man steuert meistens auf ein trauriges Ende zu und trotzdem tun es alle immer wieder. Das finde ich so spannend daran. Da ist in jedem von uns eine tiefe Sehnsucht nach Liebe, egal ob wir später verletzt werden.

hitparade.ch: Würdest du dich als spirituelle Person bezeichnen?
Justin Hawkins: Ich weiss nicht genau, was ich darunter verstehen soll… also ist die Antwort: Ja! *lacht* Nein, also ernsthaft, es gibt schon Sachen, an die ich glaube, oder die ich fühle. Es ist zum Beispiel oft so, dass, wenn ich mir gewisse zukünftige Sachen bereits jetzt schon richtig visualisieren kann, dann spüre ich, dass diese auch eintreffen werden. Oder auch in Träumen. Die ganze Sache mit der Lady GaGa Tour war beispielsweise so ein Ding. Als ich den Telefonanruf vom Management bekam, war ich gar nicht sonderlich überrascht, weil ich schon Wochen zuvor daran gedacht habe. Aber ich glaube zum Beispiel nicht daran, dass man sich vom Universum nur lange genug und innig etwas wünschen kann und es dann in Erfüllung geht. Das finde ich Blödsinn. Ich glaube, dass es gewisse Muster im Leben gibt und man ab und zu einen kurzen Einblick in das Muster bekommt und dann eben solche Sachen heraussieht und fühlt.

hitparade.ch: Wenn du dein Leben in Songs beschreiben müsstest, welche Lieder wären auf deinem Soundtrack des Lebens?
Justin Hawkins: The Black Keys - Your Touch
Muse - Survival
Todd Rundgren - Dust In The Wind
Queen - You Take My Breath Away
Eigentlich sehr viele Queen Songs. Sowie auch einiges von ABBA, wie zum Beispiel "Knowing Me Knowing You". Als ich ein kleines Kind war, habe ich sehr oft ABBA gehört. Ich hatte eine Art Pinnwand, auf welcher ich -zig Zettel hatte, auf welchen ich aufschrieb, was die Texte zum jeweiligen Song bedeuten, oder besser gesagt, wie ich die Texte interpretierte. Als Kind bedeutete mir diese Band alles. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie nur für mich singen. Obwohl sie in vielen Songs über Beziehungen sagen, welche ich in diesem Alter noch gar nicht nachvollziehen konnte *grinst*
Ich mag auch viele Songs, die Bon Scott (erster AC/DC Sänger) geschrieben hat. Sie erinnern mich an meine Art von Draufgängertum und Rücksichtslosigkeit, die ich früher hatte.

hitparade.ch: Du hast deinen Lifestyle auf eine gesunde Weise stark geändert. Keine Drogen, keinen Alkohol, keine Zigaretten, kein Fleisch, wenig Milchprodukte. Warum hast du dich gerade für eine fleischlose Ernährung entschieden?
Justin Hawkins: Ich esse ab und zu noch Fleisch. Ganz strickt bin ich da nicht, aber ich habe einen Freund, der in einer Hühnerfabrik gearbeitet hat und die Sachen, die er mir erzählte, sind einfach nur grausam. Als Kind hatten wir selbst Hühner. Ich war schon einige Jahre Vegetarier und irgendwann bekam ich dann doch wieder Lust auf Fleisch. Im Moment esse ich aber sehr selten welches. Es hat verschiedene Gründe. Hauptsächlich, weil ich mir eben Gedanken mache über Verantwortung, Naturressourcen, und so weiter. Ich finde es schlimm, wie Nutztiere heutzutage gehalten werden. Etwas, was ich sicherlich nie essen könnte, ist schlechtes Fleisch aus drittklassiger Massentierhaltung.

hitparade.ch: Du scheinst ziemlich fleissig zu sein mit deinem Blog. Was machst du sonst noch in deiner freien Zeit während der Tour?
Justin Hawkins: Ich gehe oft mit Bonnie spazieren und schaue mir die Stadt an. Das tut unglaublich gut. Früher habe ich das nie gemacht, da war ich öfters einfach im Hotelzimmer und habe mich auf die Show konzentriert, aber seit ich meine Hunde habe, bin ich öfters unterwegs, gehe shoppen, etc. Das tut unglaublich gut.

hitparade.ch: Gibt es sonst noch etwas, was du schon immer mal loswerden wolltest?
Justin Hawkins: Nein. Ich drücke mich mit meiner Musik aus. Die Musik soll für mich sprechen. Ich stelle mich nicht gerne in den Mittelpunkt als Einzelperson, weil ich finde, dass ich etwas zu sagen habe. Ich bin einfach Musiker und liebe, was ich tue.
Interviewed by: Sarah Tschümperlin
Redaktion: Sarah Tschümperlin


Linktipps:
Zum Album "Hot Cakes"
Künstlerportal von The Darkness

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