INTERVIEW MIT PEGASUS





Keine zwanzig Jahre alt und machen schon seit mehr als ihrem halbem Leben zusammen Musik. Sie sind Pegasus. Eine Klasse-Band, deren Liebe für die Musik in jedem Ton spürbar ist. Am 30. März erscheint ihr Debut-Album "A Place To Be". Wir haben Noah, Simon und Gabriel getroffen und einige Fragen stellen dürfen.

hitparade.ch: Noah und Simon, ihr habt euch durch einer Schlägerei kennen gelernt und seid später Freunde geworden. Gab es seither ähnlich erzählenswerte Anekdoten in eurem Bandleben?
Noah: Es gibt unzählige Anekdoten, zum Beispiel wie wir unseren Schlagzeuger Stefan kennen gelernt haben. Im Quartier, indem wir alle wohnen, war er jeden Mittwoch im Quartier-Lädeli und trug mit dem Velo Milch aus. Wir haben ihn immer gerne provoziert, da wir ihn nicht kannten. Wir beleidigten ihn und er hatte vermutlich ein sehr schlechtes Bild von uns. Dann nahmen wir an einem Wettbewerb teil, an welchem Stefan mit einer anderen Band dabei war. Er hörte uns spielen und dachte wohl "wow", die können ja mehr als nur mich zu beleidigen. Danach fing er wie ein Irrer an zu üben. Als er sich bereit fühlte, rief er uns an. Er sagte nicht einmal "Hallo", sondern nur, dass er zu uns trommeln kommen wolle. Mit dieser Aktion hatte er Erfolg. Das ist eine Anekdote, die mir geblieben ist.

hitparade.ch: Wie würdet ihr generell euer Verhältnis zueinander beschreiben - Freunde und/oder Kollegen?
Noah: Wir sind enge Freunde, schon fast wie Brüder.
Gabriel: Alle haben genau gleich viel Anteil in der Band. Wir können uns voll aufeinander verlassen und vertrauen uns, das hilft enorm.

hitparade.ch: In eurer Bio steht geschrieben, dass sich euer Bandname regelmässig änderte. Warum seid ihr schlussendlich bei Pegasus angelangt? Schliesslich nannte sich in den frühen 70ern eine Band schon mal so.
Noah: Wir finden unseren Bandnamen nachträglich auch nicht mehr so toll, erst recht nicht seit wir rausgefunden haben, dass es bereits eine Band mit demselben Namen gab. Unser Name ist vielleicht nicht der schönste, aber einer der bleibt.

hitparade.ch: Welche Künstler haben euch hauptsächlich beeinflusst?
Noah: Die Beatles und die Beach Boys
Gabriel: Da gab es so Phasen. Die Beatles zuerst als Grundlage, danach Ray Charles, Bob Marley und Marvin Gaye, und jetzt sind wir bei den Beach Boys.

hitparade.ch: Welche Adjektive beschreiben eure Band am treffendsten?
Noah: Sicher ehrlich und kreativ
Gabriel: Unternehmungslustig und verbissen.
Noah: Ja, wir arbeiten extrem hart an unserer Musik.

hitparade.ch: Wie entstehen eure Songs - schreibt und komponiert jeder für sich oder habt ihr die besten Ideen bei gemeinsamen Sessions im Proberaum?
Noah: Ich bin der, welcher die Musik schreibt und mit Songs in den Proberaum kommt. Von da an hat jeder 25 % Anteil daran; die Songs entstehen jedoch bei mir. Ich schreibe die Zuhause am Klavier oder an der Gitarre.
Simon: Da wir extrem ähnlich denken was Musik betrifft, haben wir alle die gleichen Vorstellungen, wie es tönen sollte. Noah hat noch nie einen Song ins Studio gebracht, der mir sehr gefallen und gleichzeitig Gabriel total missfallen hat.
Noah: Wir denken musikalisch wirklich ziemlich ähnlich. Wenn ich jetzt Musik schreibe, denke ich auch an die anderen drei. Ich versuche "banddimensional" zu denken.

hitparade.ch: In eurer Biographie steht "Musik ist eine Art, die Sorgen und Schmerzen zu vergessen". Das klingt eher nach Happy-Pop, sowohl musikalisch als auch textlich - inwiefern stimmt dieser Eindruck?
Noah: Ich denke, Happy-Pop ist mehr ein Missverständnis. Ich habe extrem tiefe Befriedigung in der Musik gefunden, ich kann immer wieder persönliche Probleme lösen, indem ich die Sachen rauslassen kann. Für uns hat die Musik eine heilende Wirkung. Es gibt Leute, die Musik missbrauchen, indem sie beispielsweise sagen, Musik sei da, um Drogen zu nehmen. Bei uns ist es so, dass wir Musik respektieren und als eine Art Tempel anschauen.

hitparade.ch: Haben sich eure Perspektiven nach dem Gewinn einiger Bandwettbewerbe verändert?
Simon: Wir haben bei zwei Wettbewerben mitgemacht. Dort haben wir gesehen, was all die anderen Bands für Sound machen und die extreme Vielfalt an Newcomer-Bands die es in der Schweiz gibt…
Simon: …von Mundart über Jazz-Sachen bis zu Extrem-Hardrock, welcher einem fast das Gehör spaltet.
Noah: Es ist extrem viel los. Gleichzeitig haben wir mit Wettbewerben aufgehört, wir haben gemerkt, dass Wettbewerbe und Band-Contests nicht so viel bringen, da der Gewinner sehr subjektiv auserkoren wird. Am Schluss ist es Geschmacksache, wer zu den drei besten Bands gewählt wird. Aber die Erfahrungen waren sicher wichtig, um zu sehen, wo wir stehen.
Simon: Der erste Wettbewerb, an dem wir teilgenommen haben, fand kurz nachdem der neue Drummer zu uns gestossen ist, statt. Diesen wollten wir unbedingt gewinnen. Zwei Wochen vor dem Finale ist er dazugestossen, und wir haben jeden Tag stundenlang verbissen im Keller geübt. Dass wir ein Ziel vor Augen hatten, auf welches es hinzuarbeiten galt, hat uns musikalisch als Band sicher viel gebracht

hitparade.ch: Habt ihr die Hoffnung, eines Tages von der Musik leben zu können? Der Titel "Music Is My Baby Now" spielt ja etwas in diese Richtung an....
Noah: Es ist sicher schön, wenn man von der Musik leben kann. Aber es ist natürlich sehr schwer. Das wichtigste für uns im Moment ist sicher, dass wir uns und den Leuten, die uns gerne zuhören, eine Freude machen können. In erster Linie geht es nicht um den Erfolg und ums Geld, sondern um das Gefühl für die Musik, die wir spielen.

hitparade.ch: Am 16. September 2006 erschien eure erste CD. War diese EP das Produkt eines schwierigen Prozesses oder hattet ihr weniger Schwierigkeiten als erwartet mit Produzenten, Plattenfirma etc.?
Gabriel: Ich wusste davor nicht,was auf mich mit einer CD-Produktion zukommen würde. Es dauerte sehr lange, weil immer wieder neue Dinge dazwischen gekommen sind. Schlussendlich haben wir aber musikalisch im Studio sicher viel gelernt und profitiert.
Simon: Für mich war es eine lehrreiche Zeit. Ich habe extrem viel Wissen erlangt in Sachen Gitarre, zum Beispiel, wie ich spielen muss, dass es komplett anders tönt. Auf dieser Ebene haben wir vier sehr viel dazugelernt.
Noah: Es war ein extremer Krampf bis die EP draussen war. Es ging wirklich elend lange, bis die 13 Songs im Kasten waren.

hitparade.ch: Ende März kommt "A Place To Be" auf den Markt - ein weiterer grosser Schritt in eurer musikalischen Laufbahn. Wie seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden?
Noah: Ich bin stolz drauf, wie sie rausgekommen ist. Alle vier stehen dahinter.
Gabriel: Als wir mitten in der Aufnahme waren, gab es eine Zeit, als wir nicht so sicher waren, wie die Platte rauskommt. Wir haben gezweifelt und gedacht, wir hätten die Kontrolle verloren.
Simon: Wir hatten die Perspektive verloren, wussten nicht mehr, was es brauchte, damit ein Song so rauskommt, wie wir es wollten.
Gabriel. Schlussendlich als wir die CD bekamen, war ich sehr positiv überrascht. Sie gefällt mir sehr.

hitparade.ch: Wie sieht eure Erwartungshaltung aus - denkt ihr, dass euch mit dem Debut-Album der Durchbruch gelingen "muss"?
Simon: Das Fundament mit der Plattenfirma und all diesen Leuten, die mit uns zusammenarbeiten ist ziemlich gut ausgebaut, sodass unser Debut erfolgreich sein könnte. Auch als Band fühlen wir uns bereit. Wir haben extrem viel geprobt, um das Album live präsentieren zu können. Die Voraussetzungen sind gut, aber schlussendlich hängt es von den Konsumenten ab, ob die CD erfolgreich wird.
Noah: Das "muss" ist extrem gefährlich. Wir wissen, was wir können und was wir nicht können, wir kennen unsere Grenzen. Die ersten Reaktionen waren gut und ich sehe positiv in die Zukunft.

hitparade.ch: Wie sehen nun eure musikalischen Ziele aus?
Noah: Die Musik von Pegasus wird sich sicher noch entwickeln. Wir werden versuchen, die Qualität der Songs und unserer Arbeit im Studio zu verbessern, und wir möchten gerne einmal mit den besten der Schweiz mitspielen.

hitparade.ch: Wie sieht es mit der Openair-Saison aus?
Simon: Wir sind unter der Woche jeden Abend im Raum am Proben und versuchen das Album so geil wie möglich rüberzubringen. Wir sind auf einem guten Weg und hoffen, bei den Openairs einheizen zu können.
Noah: Wir werden an einigen Openairs spielen, beispielsweise auf dem Hoch Ybrig, am Blueballs und auf dem Gurten.
Gabriel: Unsere Produzenten besuchen uns regelmässig in unseren Proberaum und helfen uns beim Tüfteln, wie wir die CD am besten live rüberbringen können.

hitparade.ch: Wie würdet ihr in 30 Sekunden jemandem, der eure Band und Musik nicht kennt, überzeugen, eurer Album zu kaufen oder eines eurer Konzerte zu besuchen?
Noah: Wir würden etwas singen. Ich denke, wir sind nicht so gute Redner und können die Leute v.a. durch unserer Musig überzeugen. Das Gute an Pegasus ist, dass wir vierstimmig an jedem Ort ein Ständchen singen können.

hitparade.ch: Am Schluss befragen wir unsere Interview-Partner immer zur aktuellen Top 10 der Schweizer Hitparade. Was haltet ihr von den folgenden Songs?

10. Gwen Stefani feat. Akon - The Sweet Escape
Noah: Das ist sicher eine, die ich gerne mag, die Power hat.
Simon: Ichl liebe den Refrain.

9. Herbert Grönemeyer - Lied Eins - Stück vom Himmel
Noah: Mensch war ein Super Song von ihm, das war ein wichtiger Song in meiner Jugend. Diesen Song habe ich leider noch nicht gehört. Aber Herbert Grönemeyer ist einer, den ich bewundere.

8. Robbie Williams with Pet Shop Boys - She's Madonna
Simon: Den Song kenne ich nicht, ich mag aber Robbies Musik.
Noah: Früher meinte ich immer, er wäre Ronan-Keating-mässig, aber ich habe gemerkt, dass da viel Tiefe mit drin ist.

7. MusicStars - This Is Life
Simon: Die letzten 3 Jahre hat es immer wieder eine MusicStar-Single gegeben, und die hiessen immer ähnlich. Ich kann die MusicStar-Songs nicht wirklich unterscheiden, die tönen alle in etwa gleich.

6. Nelly Furtado - Say It Right
Simon: Ihr neue RnB-Zeugs geht mir extrem auf den Sack.
Noah: Die alten Sachen wie "I'm Like A Bird" waren super.

5. Christina Aguilera - Hurt
Noah: Der ist geil. Ich bewundere sie für das, was sie in der letzten Zeit gemacht hat.
Simon: Manchmal hat sie einen Song, den ich super finde, dann gibts aber auch wieder schlechtere.

4. DJ Ötzi & Nik P. - Ein Stern (... der deinen Namen trägt)
Gabriel: DJ Ötzi kann mir gestohlen bleiben.

3. Sunrise Avenue - Fairytale Gone Bad
Noah: Der ist interessant. Das sind Newcomer.

2. Ville Valo & Natalia Avelon - Summer Wine
Noah: Ich kenne Ville Valo, nicht aber den Song

1. Nelly Furtado - All Good Things
Noah: Ich verstehe nicht, warum Nelly plötzlich so erfolgreich ist.


Linktipps:
Zum aktuellen Album "A Place To Be" - 5 signierte Alben zu gewinnen
Offizielle Seite

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