INTERVIEW MIT AEXTRA

Anlässlich des Rock Sound Festivals trafen wir Ändu, Schibä und Sigi von Aextra zu einem kurzen Gespräch in Huttwil.

hitparade.ch: Mit eurem Auftritt wurde das 1. Rock Sound Festival eröffnet. Seid ihr mit Auftritt und Fans zufrieden?
Ändu: Noch um 14 Uhr hatten wir Soundcheck. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich noch sehr wenige Leute auf dem Gelände aufgehalten, und wir waren uns nicht sicher, ob wir wirklich vor Publikum spielen würden. Aber als wir dann auf der Bühne standen und unsere ersten Songs anspielten, füllte sich der Platz nach und nach. Auf der Bühne herrschte Bombenstimmung, und die Zuschauer hatten wirklich super mitgemacht. War ein geiles Konzert und eines der besseren auf unserer Tour.

hitparade.ch: Ihr standet von 15 - 16 Uhr auf dem Programm. Genau um 16 Uhr erklangen eure letzten Töne. Schreibt euch der Organisator genau vor, wann ihr aufzuhören habt?
Schibä: An den Festivals ist der Zeitplan extrem. Wenn jede Band 5-10 Minuten überzieht, summiert sich das sehr schnell. Deshalb wird schon darauf geachtet, dass man pünktlich ist. Da das Publikum ohne eine Zugabe meistens nicht zufrieden ist, spielen wir diese in diesem Fall um 15.50 Uhr.

hitparade.ch: Als Berndeutsch singende Mundartgruppe wird man wohl häufig mit Plüsch verglichen. Nervt das?
Schibä: Das ist richtig, ist aber nicht weiter schlimm. Wir geben unser Bestes, Plüsch geben ihr Bestes. Der Vergleich ist logischerweise über die Sprache gegeben.
Unsere Musikelemente sind aber komplett anders. Zum Beispiel benützen wir, im Gegensatz zu Plüsch, eine 7-saitige Gitarre. Auch textlich unterscheiden wir uns sehr von Plüsch, es stehen schliesslich auch andere Menschen dahinter.

hitparade.ch: Fast 3 Jahre nach eurem Debutalbum ist im März euer zweites Album erschienen. Warum hats so lange gedauert?
Ändu: Wir haben uns absichtlich sehr lange Zeit gelassen. Beim zweiten Album haben wir noch intensiver versucht, das Beste rauszuholen. Beim ersten Album wurde uns noch relativ viel vorgegeben und beim aktuellen kommt wirklich etwa 98 % aus unseren eigenen Federn.
Diese Entwicklung war für uns ein sehr wichtiger Prozess. Wir können als Band voll und ganz hinter unserer Arbeit stehen. Das konnten wir zwar auch beim Debutalbum, aber da waren wir einfach noch unerfahrener. Mit dem Resultat sind wir jetzt aber total happy. Klar verstehen wir, dass sich die Leute fragen, wo wir wohl geblieben sind. Aber es ist nun mal eine harte Arbeit.
Schibä: Dazu kommt, dass wir Perfektionisten sind. Kein Song kommt aufs Album, hinter dem nicht jeder der Band stehen kann - das ist uns sehr wichtig. Lieber etwas länger daran arbeiten und dafür nicht im Nachhinein sagen müssen: Man hätte es besser machen können.

hitparade.ch: "Alles treit sech nor omd Liebi" - Das Motto für die meisten eurer Songs. Habt ihr alle Lyrics selber geschrieben bzw. die Lieder komponiert?
Schibä: Ja, alle Songs sind aus unserer Feder. Dass sich viel um die Liebe dreht, ist für mich eine logische Folge des Lebens. Liebe muss nicht unbedingt positiv sein, sie kann auch negativ sein. Hass ist zum Beispiel auch eine Form von Liebe - einfach die falsche. Liebe ist einfach ein grosser Teil, der die Menschheit und unsere Band bewegt.

hitparade.ch: Habt ihr einen persönlichen Favoriten von "Aecht"?
Sigi: Es gibt schon Favoriten. Persönlich gefällt mir "Summer" sehr gut. Ich habe aber viele Songs, die ich sehr gerne spiele und möchte jetzt keine Rangliste machen.
Ändu: Schwierig, es ist halt wechselhaft. "Lahm i nid ellei" fand ich klasse, dann fand ich eine Zeit "Blödi Chue" extrem geil.
Schibä: Das entwickelt sich auch immer ein bisschen über die Konzerte. Songs, die an den Konzerten gut ankommen, gefallen einem auch besser. Wenn ein Song live nicht so ankommt, was nicht weiter tragisch ist, dann verspüre ich auch weniger Freude, den zu spielen.

hitparade.ch: Auf eurer aktuellen Platte hört man gut, dass ihr als Band funktioniert und eben auf der Bühne spürte man, dass es euch richtig Spass macht. Wie ist Aextra entstanden?
Ändu: Ich bin Gitarrenlehrer und Schibä war mein Schüler. Einmal kam er mit ein paar selber geschriebenen Songs in die Stunde. Kurz darauf machten wir ein Demotape mit vier Songs und verschickten dieses an diverse Plattenfirmen. Darauf erhielten wir sehr gute Resonanz. 3-4 Plattenfirmen zeigten Interesse und wir hatten dann auch die Möglichkeit, ein bisschen zu verhandeln. Schlussendlich hatten wir uns für Sony entschieden.

hitparade.ch: Was haltet ihr von Castingshows?
Schibä: Ich stehe diesen eher skeptisch gegenüber. Einerseits ist es interessant zu sehen, wie sich ein Artist in kürzester Zeit mit einem guten Coaching gesanglich entwickeln kann. Andererseits schreiben wir unsere Songs selber und machen uns Gedanken übers Leben, und wenn man einfach die Songs vorgegeben erhält, empfinde ich das als zu wenig ehrlich.
Sigi: Ist dann einfach ein massgeschneidertes Produkt.
Ändu: Den Artisten fehlt einfach auch der Background. Wir spielen häufig in Clubs vor 20 bis 30 Leuten, und das macht dich als Band extrem stark. Das sind Erfahrungen, die gut tun. Bei Castingshows ist man von Anfang an auf dem Höhepunkt und hat die volle Aufmerksamkeit. Wenn die Artisten dann plötzlich vor 50 Leuten auftreten, betrachtet man das schon als Misserfolg.

hitparade.ch: Auf hitparade.ch können Members eure Songs bewerten. Habt ihr schon einmal einen Blick drauf geworfen?
Ändu: Ja, da bin ich viel drauf und finde es super!
Schibä: Es ist immer gut und interessant zu sehen, was die Leute über verschiedene Songs denken. Zum Beispiel wenn jemand sagt "Füür u Flamme" sei "schön" oder "als Liebenserklärung sehr schön, es fehlt halt der Tiefgang à la Patent Ochsner", dann finde ich das super!

hitparade.ch: Nach der Qualifikation für die Champions-League des FC Thun kann man fast sagen, ihr kämet aus der Fussball-Hauptstadt der Schweiz. Wart ihr bei den Spielen gegen Malmö oder gegen Kiew live mit dabei?
Schibä: Gegen Malmö waren wir in Bern. War eine super Stimmung und mal etwas anderes als im Lachen (Fussballstadion in Thun) mit 50 cm Hochwasser (lacht). Einfach toll, mal den FC Thun im ausverkauften "Stade de Suisse" zu sehen.

hitparade.ch: Werden wir erst in 3 Jahren wieder mit einem neuen Aextra-Album erfreut?
Ändu: Wir haben uns vorgenommen, gleich nach der Tour wieder daran zu arbeiten. Es ist uns aber vor allem wichtig, dass wir auch dieses Mal 100-prozentig dahinter stehen können. Wir haben uns intern schon Ziele gesetzt, aber schlussendlich zählt die Qualität. Lieber gehts ein bisschen länger, dafür haben wir ein Bombenalbum - Wie "Aecht" für uns eines ist (lacht).

hitparade.ch: Traditionsgemäss legen wir unseren Interview-Partnern die aktuelle Top 10 der Singles-Charts vor. Könnt ihr diese kommentieren?

1. Crazy Frog - Axel F.
Kannst du gleich spülen, total doof. Wie kann so was derart lange auf Platz 1 sein?

2. Shakira feat. Alejandro Sanz - La tortura
Cool und sehr schön.

3. Ben Moody feat. Anastacia - Everything Burns
Anastacia ist super und sehr sympathisch. Von den internationalen Stars hat sie den natürlichsten Touch.

4. James Blunt - You're Beautiful
Sehr schöne Nummer. Der Name ist komisch, tönt doch wie James Bond!? Wir könnten uns ja umtaufen auf "Fölä" (lacht).

6. Stress - Libéré
Stark

8. Gwen Stefani - Hollaback Girl
Geil

10. DJ Tatana feat. Morris - Today Is Tomorrow - Street Parade 2005
Ist eigentlich noch ganz ok.


Linktipps:
Zum aktuellen Album "Aecht" mit Hörproben: CDs zu gewinnen
Offizielle Seite von Aextra
Konzerbericht Openair Huttwil

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