JOKER


Kino

Originaltitel Joker
Genre Crime | Drama | Thriller
Regie Todd Phillips
Darsteller
Joaquin PhoenixArthur Fleck
Zazie BeetzSophie Dumond
Robert De NiroMurray Franklin
Cate JolieStreet Worker
Marc MaronTed Marco
Frances ConroyPenny Fleck
Mary Kate MalatMurray Franklin Intern
Shea WhighamDetective Burke
Brett CullenThomas Wayne
Douglas HodgeAlfred Pennyworth
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Land USA /CDN
Jahr 2019
Laufzeit 122 min
Studio Warner Bros. Entertainment Switzerland GmbH
Kinostart CH (de)10.10.2019
Kino Deutschschweiz Wochen: 5 / Besucher: 192841
Kino Romandie Wochen: 5 / Besucher: 130055

Für immer allein in der Menge, sucht Arthur Fleck nach Anschluss. Doch während er die verrussten Strassen von Gotham City durchstreift und mit den graffitiverschmierten Zügen des Transitverkehrs durch eine feindselige Stadt voller Spaltung und Unzufriedenheit fährt, trägt Arthur zwei Masken. Die eine malt er sich täglich für seine Arbeit als Clown auf. Die andere kann er niemals ablegen; sie ist die Verkleidung, die er trägt, in seinem vergeblichen Versuch, sich als Teil der Welt um ihn herum zu fühlen und nicht wie der missverstandene Mann, den das Leben immer wieder niederstreckt. Aufgewachsen ohne Vater, hat Arthur eine zerbrechliche Mutter, zweifellos seine beste Freundin, die ihm den Kosenamen Happy gab. Dieser Spitzname brachte in Arthur ein Lächeln hervor, das allen Schmerz dahinter zu verbergen weiss. Doch jedes Mal, wenn er von Teenagern auf der Strasse drangsaliert, von Anzugträgern in der U-Bahn verspottet oder einfach nur von seinen Arbeitskollegen gehänselt wird, entfernt sich der soziale Aussenseiter einen Schritt weiter von seinen Mitmenschen.

REVIEWS

Durchschnittliche Bewertung: 5.66 (Reviews: 3)

Der Film ist genau so langatmig, wie er auch gut ist. Er spielt zu Beginn der 80er und besitzt auch dieses Flair von damals.

Man wird permanent daran erinnert, wie man noch Filme machte, indem man sich Zeit für die Charaktere, der Handlung und dessen Aufbau nahm.

Hier wird keine weitere Nonstop-Action-Tour geboten, wovon wir heute mehr als genug haben.

Gerade wegen dieser "altmodischen" Machart habe ich diesen phantastischen Streifen wirklich genießen können.

Daher auch ist das Ganze nur eher nebenbei als DC-Comic-Verfilmung zu verstehen.

Joker ist viel eher krasse Gesellschaftskritik.

Bewertung: 6+

PS: Wirklich schöne Kritik direkt unter mir! THX @jones :)

Zuletzt editiert: 24.10.2019 10:12:00

Ein absolut interessantes Psychogramm eines vom verlorenen und isolierten Kind durch Schikane zum Anarchisten gewordenen Psychopathen. Joaquin Phoenix liefert unverhohlen eine Oscar-würdige Performance ab. Sein Schauspiel und seine Präsenz sind intensiv, brilliant und faszinierend, auch wenn sein Lachen mit der Zeit etwas over the top ist. Trotzdem fehlt beim «Joker» das letzte Quantum für eine Höchstnote infolge der tendenziellen Langatmigkeit der Story. Es gibt zwar einige schöne Anekdoten und gute Schachzüge, z.B. mit Verweisen zu aktuellen Regierungen (wenn z.B. Thomas Wayne die Aufständischen als «Clowns» bezeichnet, ihnen dadurch eine Identität gibt und die Bewegung damit sogar erst richtig lanciert). Der Joker wird unfreiwillig zum Frontmann, zum Gesicht der nihilistischen Tendenzen und zum Rächer und Anführer gegen das Establishment. Das kennen wir doch sehr gut aus der Geschichte! Der Joker ist nicht wahnsinnig, sein Umfeld ist es.

Batman-Fans werden vermutlich enttäuscht, denn dies ist nicht Batman, sondern eine mit psychologischer Tiefe erzählte Biografie eines Aussenseiters, der nie Herr seines Lebens ist. Seine Mutter sagt ihm «Happy», obwohl er das nie war. Er muss sich in die Clown-Rolle zwängen, nur um ein Ventil zu finden. Dieses gewalttätige Ventil im Moloch der Grossstadt ist notabene ziemlich stark bei Scorseses «Taxi Driver» abgekupfert, was als Adaption und Weiterentwicklung überhaupt nicht stört, mit dem Unterschied, dass beim «Joker» fast zu viel erklärt wird. Der Film hat dadurch wenig Geheimnisvolles, wenig Revolutionäres und es fehlt etwas die künstlerische Note. Damit kommt er überraschend gradlinig daher und wirkt trotz der Anarchie zum Teil fast zu glatt.

Aber bei der technischen Inszenierung und Darstellung hat Todd Philips alles rausgehauen. Das Tolle ist, dass der Film trotz allem genug Interpretationsspielraum bietet. Die Gesellschaftskritik ist nicht subtil, sondern ziemlich roh und auf dem Punkt. Die Probleme der Grossstadt sind der Grund, warum es Psychopathen wie den Joker erst gibt. Das Böse entsteht durch unsere Haltung den Mitmenschen gegenüber. Das mag trivial klingen, ist aber eine Tatsache, die der Film mit allen Abgründen hervorragend abarbeitet. Und die TV-Show-Szene mit de Niro halte ich etwas vom Besseren in diesem Genre der letzten Jahrzehnte. 5 von 6.

Wer hier einen Actionfilm wie Batman oder sogar Suicide Squad erwartet, wird wohl eher enttäuscht sein. Das hier ist mehr ein Drama.

Der Film greift das Thema Mobbing wie ich finde sehr gut auf und zeigt auf eine krasse Art, was dies mit einem psychisch angeschlagenen Menschen machen kann.

Joaquin Phoenix spielt die Titelrolle hierbei unglaublich stark und creepy und glaubwürdig.

Insgesamt sehr sehenswert.

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